31.01.2014

GEHEIMTIP PERIPHERIE (FORTSETZUNG)


Marktplatz zu Halle an der Saale

Der Kollege aus Halle war schon etwas überrascht, als plötzlich eine Berliner Taxe hinter ihm auftauchte. Anderseits war ich nicht der erste, der jemanden nach Halle brachte, der sich für die Reichel-Orgel in der Marktkirche "Unser lieben Frauen" im Hintergrund interessiert. Das soll sogar schon Händel höchstpersönlich drauf gespielt haben. Mittlerweile war auch ich ein kleiner Experte in dieser Angelegenheit. Mein Fahrgast hatte mir während der Hinfahrt davon erzählt, wenn die Orgel-Musik, die er natürlich auch dabei hatte, es zuließ. Nach ein paar Stunden ging es dann gleich wieder zurück, in die Peripherie von Berlin, wo die Fahrt auch gestartet war.

Foto&Text TaxiBerlin

30.01.2014

DER BAUSTELLENSTÜRMER


Irgendwo am Alex

Zugegeben, es hat etwas gedauert, bis mir klar wurde, wer mit diesem Plakat angesprochen werden soll. Ureinwohner? Zugezogene? Besucher? - Wohl eher nicht! Die Bauarbeiter, die dort für wenig Geld schuften, können auch nicht gemeint sein. Spricht ja keiner unsere Sprache von ihnen. Vielleicht noch die Leute vom Sicherheitsdienst, aber auch die sind bekanntlich chronisch unterbezahlt. So what?! Oder besser: So who?! (Um auch die anzusprechen, die nach Berlin kommen, um hier ihr Englisch zu praktizieren.) Bleibt eigentlich nur einer übrig ...
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29.01.2014

BUMSEN MIT BUMMSINCHEN


Bummsinchen (Detail)

Ich hatte schon darüber geschrieben, daß es für den Berliner Taxifahrer immer schwieriger wird, einen geeigneten Ort für seine Bedürfnisse zu finden. Die gute Nachricht ist, daß die wenigen vorhandenen Orte oft für eine handfeste Überraschung gut sind. So zum Beispiel in dem kleinen Hotel in Mitte, wo, ich will nicht unnötig ins Detail gehen, für wirklich alle Eventualitäten gesorgt wird.

Foto&Text TaxiBerlin

28.01.2014

LEARNING ENGLISH IN BERLIN (PART TWO)


Einbahnstraße

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum immer mehr Menschen nach Berlin kommen, um hier ihr Englisch zu praktizieren. Vielleicht wollen sie einfach nur das, was im Prinzip alle wollen, irgendeine Form von Eigentum als Alterssicherung kaufen, denn möglicherweise hat es sich auch mit deren Rente erledigt. Daß unsere Rente am Arsch ist, war auch dem letzten Idioten spätestens klar, als Norbert Blüm, von dem der Halbsatz "denn eins ist sicher: Die Rente!" stammt, auch offiziell ins Komikermilieu wechselte. Wahrscheinlich würde Norbert heute Schwierigkeiten haben eine Immobilie zu erwerben, zumindest in Berlin, weil sein Englisch einfach viel zu schlecht ist, und eins sicher ist: ohne Englisch läuft beim Immobilienkauf gar nichts!

Auf Stralau
Foto&Text TaxiBerlin

27.01.2014

LEARNING ENGLISH IN BERLIN


Leider auf Deutsch

Ist jetzt wirklich kein Scheiß! Ich weiß es aus zuverlässiger Quelle. Neuerdings kommen immer mehr Leute aus aller Welt nach Berlin, um hier vielleicht nicht gleich Englisch zu lernen aber immerhin zu praktizieren. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Immer noch besser, als nur zum Party machen und zum Chillen danach zu kommen. Von der Inbesitznahme des öffentlichen Raums auch durch Bloody Tourists gar nicht zu reden. Leider konnten die Leute, die zum Englisch lernen nach Berlin kommen, erst mit einem Tag Verspätung das Interview mit Edward Snowden im O-Ton nachhören. Schlimmer für sie ist wahrscheinlich, daß es obigen Pokal nur auf Deutsch gibt.

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GEHEIMTIP PERIPHERIE


 Wunschtaxameter (Eins)

Geheimtips behält man normalerweise für sich, sonst sind es keine Geheimtips. Von dieser Regel gibt es eine Ausnahme, und zwar genau dann, wenn der vermeintliche Geheimtip gar keiner mehr ist, wie in diesem Fall. Es verhält sich mit ihm wie mit den sogenannten Schleichwegen. Es gibt sie einfach nicht mehr. Entweder wird dort jetzt gebaut oder, was häufiger der Fall ist, jeder kennt sie.

Gut, nicht jeder weiß, was mit Peripherie gemeint ist, geschweige denn, daß er dort fahren könnte. Zumindest den ambitionierten unter den Kollegen kann ich beruhigen. Hab Mut zur Lücke! "Der Kutscher kennt den Weg!" gilt dort nicht in jedem Fall. Oft ist hier der Fahrgast klüger als der Fahrer. Wer das nicht abkann, steht besser als x-te leere Taxe irgendwo in Mitte oder Friedrichshain rum.

Wunschtaxameter (Zwei)
Fotos&Text TaxiBerlin

WERBUNG!?! WIR MACHEN ALLES.


Kreativbutze im Kiez

Es gibt sie wirklich, und nicht nur in Berlin: Menschen, die für Geld alles machen. Damit meine ich nicht nur die Mitarbeiter dieser Kreativbutze bei mir im Kiez. Die sind nur so blöd, daß sie damit auch noch werben müssen.

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26.01.2014

ALLE REDEN VON MARKUS LANZ


Edward Snowden

Alle reden von Markus Lanz. Wer ist das? Muss man ihn kennen? Wenn ich es richtig verstehe, ist er ein Fall, wo jeder Schmerzensgeld von Öffentlich-Rechtlich erstattet bekommen kann, vorausgesetzt er sieht sie und zahlt auch. Sonst könnte es mit dem Schmerzensgeld problematisch werden. Möglicherweise leistet Öffentlich-Rechtlich heute Abend aber auch Schadenersatz für Markus Lanz, indem die ARD um 23 Uhr das weltweit erste TV-Interview mit Edward Snowden ausstrahlt. Unabhängig ob Schadenersatz oder nicht: Den heutigen Tag sollte man sich im TV-Kalender anstreichen, und zwar als den Tag, an dem Öffentlich-Rechtlich seinem Bildungsauftrag nachkam.

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WAS TAXIFAHRER WOLLEN


Werbung / Detail

Endlich mal Taxikompatible Werbung! Kommt selten genug vor, weswegen es hier überhaupt Erwähnung findet. Nur mit der Farbe, das haut nicht hin. Das ist nicht das Taxitypische RAL1015!

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25.01.2014

SCHMERZENSGELD - DAS NEUE TRINKGELD


Berliner beim Schmerzensgeld einfordern

Trinkgeld war gestern! Heute steht dir als Taxifahrer in Berlin Schmerzensgeld zu. Das hat den Vorteil, daß man es einklagen kann. Aber wofür Schmerzensgeld, werden sich jetzt einige fragen. Ich will es dir sagen. Viele Fahrgäste stinken nur, was das Harmloseste ist. Andere Fahrgäste sind zu laut, was schon an die Schmerzgrenze geht. Einige wenige sind richtig blöd, was das Schlimmste ist, weil es körperlich weh tut, und somit ganz klar Körperverletzung ist.

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24.01.2014

ES MUSS NICHT IMMER BERLIN SEIN


Werbung / Detail

Ich weiß gar nicht, ob ich diese Geschichte schon mal erzählt habe. Zur Sicherheit erzähle ich sie einfach noch einmal. Vier junge Leute kommen nach Berlin, von ganz weit weg, ich glaube es war ganz und gar Australien, um hier kreativ zu sein. Leider gab es zu viele Partys, auf denen sie tanzen mussten, weswegen sie nicht zum kreativ sein kamen. Irgendwann blieb dann das Geld von den Eltern aus und die lieben Kinder mussten zurück, oder zumindest weg aus Berlin. Wahrscheinlich sind sie gar nicht zurück nach Australien sondern weiter nach Amerika gezogen, auch der Sprache wegen. Aber egal, wo sie auch hin sind, sie haben hier Platz gemacht für die nächsten Kreativen, vermutlich aus Amerika. Die Geschichte könnte also fast ein Happy End haben, wenn die vier Buben nicht Berlin die Schuld daran geben würden, daß sie hier nicht kreativ sein konnten.

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23.01.2014

WINTER IN BERLIN (TEIL VIER) oder SLOWTIME


Weder gut noch schön!

Daß der Winter diesmal auf sich warten ließ, kann durchaus an Radio Eins gelegen haben, was seit Anfang des Jahres versucht uns eine Entschleunigung Namens "Slowtime" aufzudrücken. Andererseits ist es gerade der Winter, der regelmäßig zur Verlangsamung beispielsweise auch auf den Berliner Straßen führt. Aber warum sollte ausgerechnet der Berliner Winter auf Radio Eins hören? Und wer hört überhaupt noch Radio Eins? Ich hatte mich bereits gestern als Radio Eins Nichthörer geoutet. Alleine schon die Namensgebung: "Schöne Party" oder "Silke Super" - das hält doch kein normaler Mensch aus! Nun ist auch noch Tommy Wosch, der alte Stänkerer, handzahm geworden. Gerade hat er einen ehemaligen Banker interviewt, der jetzt ein Restaurant betreibt, auf Berge steigt und mit Büchern darüber neuerdings seine Millionen macht. Einfach ekelhaft! Das Ganze wie bereits erwähnt unter dem Titel "Slowtime", oder eben auf deutsch Entschleunigung. Aus eigener Erfahrung kann ich jedem Nochhörer von Radio Eins sagen: Entschleunigung - wegen mir! Aber wozu? Entschleunigung als Selbstzweck ist weder "Schön" noch "Super"!

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22.01.2014

WINTER IN BERLIN (TEIL ZWEI UND DREI)


 Winter in Berlin (Teil Zwei)

Winter in Berlin (Teil Drei)

Auf den ersten Blick scheint es keine Verbindung zu geben, außer dem Winter natürlich, zwischen Teil Zwei und Teil Drei von Winter in Berlin. Schaut man es sich etwas länger an oder einfach nur genauer hin, fällt einem das gelbe Etwas im Hintergrund auf. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Tram, schon gar nicht um irgendeine Metro-Tram, sondern schlichtweg um die Berliner Straßenbahn.

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IM KINO MIT ROBERT WEBER & ROBERT REFORD


Robert Weber & TaxiBerlin

Gestern war es mal wieder so weit, TaxiBerlin war vom Kollegen Weber zum gemeinsamen Trashfilm schauen eingeladen, diesmal ins Kino der Kulturbrauerei. Warum ich das dortige Kino nicht mag, wieso ich zu Robert Redford einfach nur Robert sagen darf, und natürlich auch was ich von seinem neuesten Film "All is Lost" halte, erfährst du auf Roberts Filmseite für Akademiker.

Text TaxiBerlin

21.01.2014

WINTER IN BERLIN - JETZT ERST RECHT


Abgestelltes Fahrrad 

Bei aller berechtigter Kritik am Winter (kalte Füße, dicke Klamotten, ewiges an- und ausziehen, ständiges frieren, sich erkälten …), so hat er doch einen schönen Nebeneffekt: Es sind ein/zwei Radfahrer weniger auf den Berliner Straßen unterwegs, wenngleich auch nur die vernünftigsten unter ihnen.

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WO TIER TOILETTE TRAF ODER DER ZENTRALE HUNDEKACKPLATZ IST WEG


Ehemalige Hundetoilette auf gewesenem Hundekackplatz

Wo wir als Taxifahrer alles hinmüssen, das glaubt uns kein Mensch. Neulich wurde ich zum zentralen Hundekackplatz bei mir im Kiez bestellt. Der befindet sich genau hinter einem teuren Neubau. Die Tage von dem Hundekackplatz sind gezählt, teilte mir mein Fahrgast ungefragt und nicht ganz ohne Stolz mit. Und wer wüsste es besser als er, schließlich ist er von hier, was zu beweisen gewesen wäre. Leider blieb uns keine Zeit dieses und andere Details zu klären, denn schon standen wir vor seinem Neubau.

Er habe es mit den Knien, entschuldigte sich mein Fahrgast beim Bezahlen für die kurze Fahrt. Ich war mir sicher, er hat es nicht mit den Knien sondern mit dem Kopf. Heute nun wurde ich eines besseren belehrt. Mein Fahrgast hatte Recht, der zentrale Hundekackplatz meines Kiezes ist wirklich weg. Er musste weichen, weil dort jetzt auch gebaut wird, und zwar ein weiterer Neubau, direkt hinter dem anderen. Das führt allerdings dazu, daß sich das mit der Sonne in dem ersten Neubau bald erledigt haben dürfte.

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20.01.2014

SUCHE NULLEN


"Dreimal Plus"

"Doppelt Gut" war gestern. Heute muss es mindestens "Dreimal Plus" sein. Aber selbst das reicht vielen nicht mehr aus, weswegen sie alle bei Facebook sind. Deswegen war es keine Überraschung, daß selbst der ADAC Nullen gesucht und auch gefunden hat. Das wusste schon Nietzsche: "Was? du suchst? du möchtest dich verzehnfachen, verhundertfachen? du suchst Anhänger? - Suche Nullen! -

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TAXI TRIFFT TOILETTE


Glück gehabt ...

Immer mehr Hotels verwehren "Nicht-Gästen", zu denen Taxifahrer im weiteren Sinne gehören, den Zutritt zu ihren Toiletten, beispielsweise das Maritim Hotel in der Dorotheen oder das Crown Plaza in der Nürnberger. Früher war das anders, da waren sowohl das kleine als auch das große Geschäft anerkannte Bedürfnisse. So ändern sich die Zeiten! Angesichts dessen ist es durchaus ein erwähnenswertes Ereignis, daß es überhaupt noch Hotels mit frei zugänglichen Toiletten in der Stadt gibt. Wenn man dann dort auch noch, nicht wie sonst üblich das billige einlagige, sondern das teure vierlagige Toilettenpapier vorfindet, so ist das auch ohne eingraviertes vierblättriges Kleeblatt (Foto) ein Glücksfall. Der einzige Haken der Toilette des Abba Hotels in der Lietzenburger ist, daß, wenn keine weitere Person die Toilette betritt, nach vier Minuten das Licht ausgeht. Denn dann wird es irgendwie schwierig, das gute vierlagige korrekt zum Einsatz zu bringen ...

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19.01.2014

DIE INBESITZNAHME DES ÖFFENTLICHEN RAUMS


Rosa-Luxemburg-Straße / früher Mitte / heute Hippe Mitte

Du gehörst zu denen, die nach Rom fahren, dort sogleich in eine Stretch-Limo steigen, um damit johlend und kreischend durch die ewige Stadt zu fahren. Oder gehörst du zu denen, die nach Rom gehen, um auf einem Bier-Bike (dort eher Vino-della-Casa-Bici) die Straßen unsicher zu machen. Vielleicht gehörst du auch nur zu denen, die immer und überall möglichst laut in ihrer Muttersprache (nichts gegen Muttersprachen und schon gar nicht gegen Mütter!) plappern müssen und gar nicht wissen, daß die Leute dort, wo sie gerade sind, nicht nur andere Mütter haben sondern eventuell auch eine andere Sprache sprechen. Dann weißt du bestimmt auch nicht, daß, wenn man in Rom ist, es wie die Römer machen soll. Möglicherweise ist das sogar der Grund, warum du nicht nach Rom gehst sondern nach Berlin kommst. Dann solltest du zumindest Eines wissen, und zwar daß es hier genauso ist wie in dem Dorf, wo du herkommst. Dort würde dich schließlich auch jeder für völlig beknackt halten, wenn du versuchst, den öffentlichen Dorfplatz wie beschrieben in Besitz zu nehmen.

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18.01.2014

DU SOLLST VATER UND MUTTER EHREN


Volksbühne / Eintrittskarten / Detail

Es war nur eine Frage der Zeit, bis irgendjemand den Bildungsauftrag von Öffentlich-Rechtlich übernimmt. Nachdem auch die Kirchen abgewunken hatte, blieb nur noch die Volksbühne übrig. Genau genommen hat sich Dr. Jürgen Kuttner der Sache angenommen, den heute natürlich kein zugezogener Neuberliner mehr kennt. (Lena kennen sie wahrscheinlich alle!) Wie erkläre ich denen jetzt Kuttner? Kuttner war auf jeden Fall Kult! Das steht schonmal fest. Warum? Na weil Kuttner den "Sprechfunk" erfunden hat! (Mann oh Mann!) Jetzt bitte nicht mit "Sprachfunk" verwechseln. Das ist im Taxi! (Ich weiß, einige Kollegen tun sich bereits damit schwer.) "Sprechfunk" ist was ganz anderes! Kuttners "Sprechfunk" war sozusagen Oliver Stones "Talk Radio" in Berlin. Das ist lange her, und vielleicht gab es dich damals noch gar nicht. Zum Glück gab es aber deine Eltern, weswegen du überhaupt existierst und heute in Berlin sein kannst.

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17.01.2014

PARTY PEOPLE IN BERLIN - WHAT THE HELL?!


Falckensteinstraße / früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Früher war vielleicht nicht alles besser, dafür vieles anders. Hier ein Beispiel: Obiger Club (Name egal) öffnet um 23:55 seine Pforten. Und das ist noch früh! Manche machen erst nach Mitternacht auf! Früher, zu meiner Zeit, sind da bereits die ersten nach Hause gegangen - und das war auch gut so! Also was soll das!? Denkt denn keiner mal an den Bio-Rhythmus der armen Menschen (respektive Taxifahrer)!

PS: Schuld sind natürlich, so auch hier, immer die anderen. In diesem Fall die Fashion-Fritzen.

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16.01.2014

IM GULAGTAXI MIT DEM GULAGMANAGER


Mein Blog Mein Gulag Mein Taxi Mein Zuhause

Die meisten Menschen werden mit zunehmendem Alter nicht nur dick, sondern sie stumpfen auch ab. Das kann, muss aber nicht, daran liegen, daß die Gehirnmasse, prozentual zum Gesamtgewicht, abnimmt. (Ist zumindest eine Theorie von mir.) Bei mir ist das umgedreht. Ich werde mit jedem Tag dünner, und dabei rauche ich nicht einmal. Was sich im ersten Moment gut anhört, hat in der Praxis, also im Taxi, ganz komische Konsequenzen. Angefangen damit, daß bei mir die Gehirnmasse prozentual zum Gesamtgewicht zunimmt, auch weil die Fettpolster gar nicht mehr wissen, wo sie sich festhalten sollen, werde ich mit jedem Tag dünnheutiger. Und genau das war in letzter Zeit mein Problem. Egal ob stinkende, grölende oder einfach nur nervige Fahrgäste - ich habe nichts gesagt, habe es einfach immer runtergeschluckt. Aber das geht jetzt nicht mehr! (Sonst bin ich eines Tages nur noch ein Strich.)

Letztes Wochenende war es nun so weit. Ich konnte nicht mehr anders. Seitdem rede ich mit meinen Fahrgästen Tacheles. Wenn einer stinkt, sage ich ihm, daß er stinkt. Wenn eine nervt, sage ich ihr, daß sie nervt. Und wenn sie zu laut sind, sage ich ihnen, daß sie zu laut sind. Ich weiß genau, was du jetzt denkst: Was bist du denn für ein blöder Berliner Taxifahrer? Aber soll ich dir was sagen: Das ist mir sowas von egal! Und weißt du auch warum? Weil mir der Erfolg Recht gibt! Ich habe zwar nicht mehr Fahrten wie vorher (mehr wie fahren kann auch ich nicht!), aber einiges mehr an Trinkgeld. Die Leute finden es einfach genial. Die meisten sind allerdings von auswärts, das muss der Ehrlichkeit halber gesagt sein. Der Berliner kann sich Taxifahren schon lange nicht mehr leisten. Bei denen aber, die sich das Taxifahren noch leisten können, egal ob Zugezogene oder Touristen, komme ich extrem gut an. Und das nicht nur, weil sie das bisschen vermeintlich verbliebene Stück Berliner Folklore gut finden, sondern weil sie so 'ne direkte Ansage gar nicht kannten bisher.

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PERFEKTE PERSONENBESCHREIBUNG


Anzeige / Digital / Detail

Die Polizei, unser Freund und Helfer, sucht den Kollegen, der "eine männliche, nervös auftretende Person mit Netto-Tüte" auf der Buschkrugallee zwischen Grüner Weg und Blaschkoallee in sein Taxi aufgenommen hat. Getoppt wird diese Personenbeschreibung nur von "sah aus wie ein gottverdammter Klugscheißer!" Die ist allerdings aus einem Film. Aber aus welchem gleich nochmal …?

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15.01.2014

WENN DU IN DICH GEHST, DANN GEH NICHT ...


Ratschlag / Plakat / Detail

Wer nach meinem letzten Beitrag jetzt auf die Idee gekommen ist, herauszufinden was er so denkt oder ganz und gar wer er ist, dem sei obiger Ratschlag dringend anempfohlen.

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IM TAXI MIT SUSAN SONNTAG


Mein Blog Meine Gedanken Mein Leben Meine Welt

Von Susan Sonntag stammt der Ausspruch: "Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke." Denkt man diesen Satz zu Ende, bedeutet er, daß derjenige, der herausgefunden hat, was er denkt oder wer er ist, aufhört zu schreiben. Im richtigen Leben passiert das relativ selten - leider muss man sagen.

Das neue Jahr hat gerade begonnen und schon bin ich irgendwie am Tod vorbei geschlittert. "Es kann jetzt nur noch besser werden!", meinte der Polizist, der den Unfall aufnahm, zu Recht. Aber nicht nur das. Es ist auch ein guter Zeitpunkt, sich einmal mehr mit dem Leben und insbesondere mit dem Ableben zu beschäftigen.

Gerade ist Ariel Scharon gestorben. Nicht daß ich ein Fan gewesen wäre von dem alten Haudegen - eher im Gegenteil! Aber acht Jahre im Koma - das wünscht man nicht mal seinem ärgsten Feind. Was mögen sich die Angehörigen dabei gedacht haben? Lag es vielleicht daran, daß sie glaubten, so die Beerdigungskosten sparen zu können?

Doch zurück zu Susan Sonntag. Was ist eigentlich mit all denen, die gar nicht die Absicht haben, mit ihrem Schreiben herauszufinden, was sie denken oder wer sie sind? Eine berechtigte Frage, wie ich denke! Leider ist auch Susan Sonntag bereits vor Jahren verstorben und so müssen wir die Antwort auf die Frage wohl selber finden.

Wer nicht herausfinden möchte, was er denkt oder wer er ist, sollte besser nicht schreiben, wäre zumindest eine Möglichkeit.

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14.01.2014

TAXITAGE IM ARTEMIS



Sonntag und Montag sind die Tage, an denen der Taxifahrer zum halben Preis ins Artemis reinkommt. Allerdings, und hier ist der Haken, nicht nur jeder Taxifahrer, nein, auch jeder Rentner. Möglicherweise steckt dahinter eine geheime Botschaft, wenn Rentner und Taxifahrer in einen Topf geworfen werden, die nur noch niemand verstanden hat. Die Folge ist jedenfalls, dass es an diesen Tagen im Artemis nicht nur von Frauen sondern regelmäßig auch von Rentnern wimmelt. Über das Artemis besuchende Taxifahrer ist bisher nichts bekannt, woran sich wohl auch in Zukunft nichts ändern wird. (Die NSA weiß es natürlich - das dürfte klar sein!) Ändern wird sich wohl auch nichts an der verrückten Vorstellung mancher Besucher, daß es sich beim Artemis um FKK handeln würde, ohne überhaupt zu wissen, daß FKK für "Frei-Körper-Kultur" steht, mit der Betonung auf FREI - also FOR FREE! Manchem ist eben wirklich nicht zu helfen. Wem geholfen werden kann, ist dem Berliner Taxifahrer. Und zwar hat das Artemis ein neues Rabattsystem speziell für ihn eingeführt. Ab sofort kann sich der Taxifahrer jede Fahrt mit Fahrgästen zum Artemis bei der Empfangsdame bestätigen lassen. Hat er zehn Punkte gesammelt, gibt es einmal freien Eintritt, aber auch nur Sonntag und Montag, und zusammen mit sämtlichen Senioren dieser Welt. Dieses Angebot gilt übrigens nur für Taxifahrer! Taxifahrerinnen haben keinen Zutritt zum Artemis.

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13.01.2014

SEMINARE, DIE BEGEISTERN!


Werbung / Potsdamer Platz / früher Tiergarten / heute Neue Mitte

Immer mehr Menschen - egal ob Arbeiter oder Akademiker - haben Angst. Angst vor der Zukunft. Angst um den Job. Angst wegen der Kohle. Angst, nicht mehr Konsumieren zu können. Angst, das Verkehrte zu sagen. Angst, das Verkehrte zu schreiben. Angst, das Verkehrte zu denken. Selbst Taxifahrer sind betroffen. Taxifahren als Nische war gestern!

Es gibt aber auch Hoffnung. Die Ärmsten unter den Armen, die selbst nicht mehr ausreichend konsumieren können, dürfen andere mittels Wunschlisten für sich konsumieren lassen. Alle anderen müssen Seminare besuchen. Aber nicht irgendwelche, sondern nur solche die begeistern, und zwar am PC-COLLEGE (Foto) - der Hochschule fürs Politische Korrekte.

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12.01.2014

I'M DIRTY. LET'S PARTY!


Prinzenstraße / früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Leider ist die Ausschreibung für das "Danke für Party Denkmal" bereits abgeschlossen. Obwohl ich selbst seit Ende der Neunziger zum Partymuffel mutiert bin, wäre dieser Entwurf (Foto) mein absoluter Favorit. Ehrlich gesagt ist es mir aber seitdem leider oft schon zuviel, all die Party People aus der ganzen Welt bei mir im Taxi zu haben, was zugegebenermaßen an mir liegt, weil ich nicht nur Party- sondern auch Morgenmuffel bin.

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11.01.2014

OUTING DES TAGES: ICH BIN VIP-TAXIFAHRER



Vollständig muss es natürlich heißen: "Ich bin VIP-Taxifahrer und das ist auch gut so!" So viel Zeit muss sein. Auch dafür: "Mein VIP-Taxi kann außerdem noch Kinder kriegen! - Dein Taxi auch?"

PS: Das Wichtigste hab ich mal wieder ganz vergessen. Ob du es glaubst oder nicht, ich weiß wirklich nicht, was ein VIP-Taxi ist. OK, könnt ich jetzt googeln - ist mir aber ehrlich gesagt total egal. Mit dem Entbinden kenne ich mich allerdings wirklich aus.

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10.01.2014

DIE APOTHEKE IM KARSTADT EMPFIEHLT


Hermannstraße / heute wie früher Neukölln

Ist es nicht auch schön, wenn sich Dinge mal nicht ändern? Neukölln ist immer noch Neukölln (und nicht Neukölln-Tempelhof oder so), Karstadt am Hermannplatz gibt auch es noch ("Hab ich bei Karstadt geklaut!" - Rio Reiser) und die dortige Apotheke empfiehlt sogar ausnahmsweise mal keine Schlaftabletten sondern einfach nur Sex (ohne Risiken und Nebenwirkungen - versteht sich!).

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09.01.2014

IM AUTO MIT DEM AUTOR


Werbung / Detail

Ein Kurzroman

Ich saß mal wieder im Taxi. Was sollte ich auch sonst machen. Schreiben kann ich nicht, lesen auch nicht, abgesehen von Stadtplänen, und zuhören schon gar nicht. Was bleibt mir da übrig. Vielleicht Altenpfleger? Der Vorteil: Alte erzählen immer dasselbe: Von früher! (Selbst in unserm Alter ist mancher schon alt.) Das erleichtert zumindest das Zuhören. Oder doch besser Melker. Kühe melken ist "irgendwie cool", wie man heute sagt. Vorm Melken musst du nur das Euter waschen und massieren. Das macht Spaß, weil es dort warm (nicht kühl!) ist. Die Kuhbrust wird durch die Massage hart, das hängt mit den Hormonen zusammen, was aber hier zu weit führen würde zu erklären. Jedenfalls läuft die Milch nach einer anständigen Massage von ganz alleine aus dem Euter. Du musst sie dann nur noch auffangen, am Besten mit einem Eimer. Hört sich zwar einfacher an, als das Geld von der Straße zu sammeln, aber heutzutage, noch dazu in 'ner Großstadt, ist es schon schwierig. Wen willst du hier melken? Na gut, wenn ich's mir recht überlege, fällt mir schon jemand ein. Vielleicht den da ...

In seinen Designerjeans, aus der sein Bauch oben rausquoll, sah er aus wie ein gottverdammter Touri. Bei mir reicht's nur zu Markenjeans, einen Bauch habe ich zwar auch, aber dafür bin ich von hier. Die Markenjeans, das nur nebenbei, kann ich mir auch nur leisten, weil ich neuerdings ab und an nach Amerika fliege, wo sie dir die Dinger förmlich hinterherschmeißen. Du musst nur wissen WO, aber das weiß ich als Taxifahrer natürlich. Der vermeintliche Tourist nannte mir das Fahrziel ganz leise. Ob du es glaubst oder nicht, aber zu leise ist noch nerviger als zu laut. Zu leise zu verstehen, ist, im Gegensatz zu zu laut, extrem anstrengend. Und weil das so ist, denkt jeder automatisch, daß es wichtig wäre, was jener zu leise zu sagen hat, was es oftmals aber gar nicht ist. Klingt einfach, musst du aber erstmal drauf kommen.

Meinem Fahrgast ging es wie mir, das verstand ich komischerweise auf anhieb. Er fährt normalerweise nie Taxi. Das liegt daran, daß er Taxifahrer nicht leiden kann, aber wer kann das schon. Überhaupt hatten wir viele Gemeinsamkeiten, doch dazu später. Er ist spät dran und seine Mutter hat heute Geburtstag. Ein japanisches Sprichwort sagt: "Wenn du es eilig hast, nimm einen Umweg." Und so machte ich es dann auch. Allerdings, und das wird jetzt einige überraschen, einen Umweg zu fahren, ist auch total anstrengend. Warum? Na weil du dir erstmal die kürzeste Strecke ausdenken musst, dann aber, darauf aufbauend, einen dazu passenden Umweg fahren. Doppelte Arbeit sozusagen, aber schwer zu vermitteln und selten belohnt. Im Prinzip wie mit dem zu leise Sprechen. Anstrengend, und oft die Anstrengung nicht Wert.

Doch zurück zu meinem Fahrgast, dem vermeintlichen Touristen, der aber in Wahrheit ein Autor war. Woher ich wusste, daß er ein Autor war? Ganz einfach, weil er mir sogleich was vorlesen wollte, und zwar aus seinem ersten Roman, den er seiner Mutter gewidmet hatte. Eigentlich schreibe er nur gegen Geld, ich würde schließlich auch nicht umsonst fahren. In dem Punkt musste ich ihm Recht geben. Das Problem an dieser Stelle war auch ein anderes. Wie bereits gesagt, ich kann nicht zuhören, und schon gar nichts zu Leisem. Aber das konnte der Autor natürlich nicht wissen. Woher auch? Ist schließlich kein Hellseher!

Nach dem Vorlesen, ich hatte kein Wort verstanden, was aber nicht am Text lag sondern am Autor, der auch zu leise vorlas, war der Autor durstig, weswegen er mich bat, am nächsten Späti zu halten und für ihn ein Bier zu kaufen. Er habe keine Kohle dabei, weil er gar nicht mit dem Taxi fahren wollte, ich solle mir aber keine Gedanken machen, seine Mutter würde am Ende alles bezahlen, schließlich hat sie heute Geburtstag. Glücklich, wer eine solche Mutter hat und nicht bei Vater Staat abhängt. Sein politisch korrektes Bier durfte sich der arme Autor aber alleine kaufen, übrigens auch das geschmacklich korrekte aus Bayern für mich. Da halfen auch seine Gegenargumente über die Verwerflichkeit des Freistaats und seiner Bewohner nichts - war schließlich mein Geld. In Sachen Bier verstehe ich keinen Spaß sondern nur Geschmack.

Eigentlich wollte der Autor nicht mehr trinken, aber jetzt müsse er, weil er und seine Freundin sich gerade getrennt hätten. Er solle sich keine Sorgen machen, ich wäre im Prinzip auch Alkoholiker, und nur das Taxifahren bewahre mich vor Schlimmerem, beruhigte ich ihn, während mich das edle Bayrische aus meiner Mini-Bar ganz gemein angrinste. Die Bayern sind auf jeden Fall "mit Vorsicht zu genießen" - das war klar. Und als ob er Gedanken lesen konnte, fügte der Autor hinzu, daß eine bayrische Kollegin ihm noch einen ganzen Monatslohn schulde. Das war nicht in Ordnung, keine Frage, aber was sollte ich sagen. Ich hatte bei meiner Ex mindestens zwei Jahresgehälter versenkt, und dabei kam gar nicht aus Bayern sondern aus Bulgarien.

Irgendwann, da war er sich sicher, würde er sich hinsetzen und mal so richtig was schreiben. Komisch, mir geht es genauso. Auch ich wollte mich irgendwann mal in mein Taxi setzen und so richtig Taxifahren - und nicht nur Kurzstrecken! Aber liegt es an mir? Und genauso wenig liegt es wohl am Autor. Oder etwa doch?

Am Fahrziel sprang er wie angekündigt aus dem Auto, um Geld von seiner Mutter zu holen. Als Pfand ließ er mir seinen Roman da und ich begann zu lesen. Was sollte ich sonst machen? Ich konnte nichts anderes machen! Ich las also seinen Roman, aber was musste ich da lesen? Unser Autor unterhielt sich offensichtlich die ganze Zeit mit sich selbst. Oder war es doch der Nachbar? Ich begann zu begreifen, wohin das mit dem Schreiben führen kann. Und, ich sage es ganz offen, es machte mir Angst.

Auf Seite 123 des Romans kam das Wort auf's "Wiederkauen" und offensichtlich verstand unser Autor nichts davon. Warum sollte "Wiederkauen" was Blödes sein? Ich meine, man muss sich das nur mal richtig anschauen, wie die Wiederkäuer das machen. Beispielsweise die Kuh. Die hat einen so großen Magen, da passt wahrscheinlich ein ganzer Autor rein, und zwar im Stück. Aber es ist eben nicht so, daß die Kuh die ganze Zeit nur kaut und dabei blöd aus der Wäsche schaut. Das stimmt nicht. Manchmal hält sie damit auch inne, pumpt dann das bereits Gekaute aus ihrem Magen zurück in ihr Maul, und kaut es erneut. Da ist es aber schon nicht mehr das, was die Kuh ursprünglich gefressen hatte. Und selbst das muss nicht schlecht gewesen sein, immerhin macht die Kuh daraus ihre gute Milch, die irgendwann in unserem Milchkaffee (heute Latte sowieso) landet. Gut, auch ich habe schon davon gehört, daß es Leute geben soll (kenne keinen persönlich), die Milch aus irgendwas trinken. Aber was sind das für Menschen? Haben die überhaupt noch Sex? Oder gibt es vielleicht schon Soja-Sex?

Irgendwann war ich durch mit der Korrektur und immer noch keine Spur vom Autor. Sollte ich mir vielleicht Gedanken machen? (Jetzt nicht um ihn, sondern um meine Kohle!) Ich nutzte die Zeit, all das aufzuschreiben, und ich schreibe das jetzt nicht, weil ich mich irgendwie wichtig machen oder gar den armen Autor ausnehmen will. Ganz und gar nicht, das musst du mir glauben. Auch die Uhr war seit langem ausgeschaltet. An allem (auch an diesem Kurzroman) ist nur der Autor schuld, der auf sich warten ließ. Oder tat er es gar mit Absicht? Wenn, dann war er ein ziemlich cleveres Kerlchen. Hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Genau als mir all dies durch den Kopf ging, klopfte es am Fenster. Es war der Autor mit Mutters Kohle. Keine Ahnung, wie lange er da schon gestanden hatte. Kein schlechter Roman, meinte ich zu ihm, als er bezahlte. Ich habe mir erlaubt, ein paar Kleinigkeiten zu korrigieren. Das Lektorat wird seit einiger Zeit völlig unterschätzt, bestätigte mir der Autor, was aber nur am Geld liegt. (Wozu gibt es Taxifahrer?!) Der Autor war übrigens gar nicht böse, daß sich mal jemand seinen Roman vorgenommen hatte. (Zumindest deutete ich seine Worte so, die ich aber nicht verstand, weil mal wieder viel zu leise.) Gut, "Ganz im Gegenteil!" zu sagen, wäre dann doch etwas übertrieben. Immerhin hatte der Autor den Roman für seine Mutter geschrieben. Vielleicht erlaubte ich mir deswegen mich mit den Worten "Alles Gute und ein langes Leben für deine Mutter" zu verabschieden. Genau weiß ich es aber auch nicht.

Sicherlich hast du Verständnis dafür, daß ich hier nicht den ganzen Roman "wiederkauen" kann (deswegen auch Kurzroman). Schließlich sollst du das Buch des Autors noch kaufen - irgendwann. Auch wollte ich weder alle meine Korrekturen noch die Stellen, wo sich der Autor offensichtlich anderweitig bedient hatte, mit Straße und Hausnummer benennen. Wie würde der Autor dann dastehen?! Immerhin - mein erstes Lektorat! Grund genug dies mit einem kühlen Bayrischen zu begießen, gekauft von einem Autor, bezahlt von …

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08.01.2014

WARUM DER FLUGHAFEN TEGEL BLEIBEN MUSS (FORTSETZUNG)


Terminal A / Flughafen Tegel / Reinickendorf

Wo es den "Mini-Vibrator" gibt, da muss es auch das passende Pendant geben, den "Vibrator-Penis-Ring" - das war klar! Das Ganze übrigens auf der Herrentoilette irgendwo bei Flugsteig 8 am Terminal A. Nur falls jemand Bedarf hat, solche Sachen noch preiswert zu bekommen. Ich meine, einen "Mini-Vibrator" für fünf und den "Vibator-Penis-Ring" sogar nur für vier Euro - wo bekommt man so was heute noch?! An Flughäfen in D kriegst du oft nicht mal mehr 'ne Tasse Kaffee dafür.

Foto&Text TaxiBerlin

07.01.2014

PARANORMALE HANDKAMERA


Bulgarischer Gegen-Voodoo

Gegen Paranormale Aktivitäten ist sicherlich manch Kraut gewachsen. Gegen eine Paranormale Handkamera hilft nicht mal ein bulgarischer Gegen-Voodoo (Foto). Wer weiß das besser, als der bulgarische Straßendoktor, auch bekannt als TaxiBerlin. Seine komplette Filmkritik zu "Die Gezeichneten" liest der interessierte Leser auf der Filmseite für Akademiker vom Kollegen Weber.

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MEIN MOTTO


für heute Abend

"Ich fress Papier und kotz Konfetti" könnte mein Motto für den heutigen Abend sein. Da bin ich nämlich vom Kollegen Weber eingeladen etwas zu tun, was ich sonst nie tun würde. Nein, jetzt nicht Papier fressen, aber so ähnlich. Wir werden uns zusammen einen Horror-Fantasie-Film ansehen und danach, jeder für sich, etwas darüber schreiben, und zwar hier.

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06.01.2014

ERSTER BERLINER COFFEE SHOP IM GÖRLI


Görlitzer Park / früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Hier irgendwo im Görlitzer Park, der von den Berlinern liebevoll nur "Görli" genannt wird, soll es nun bald den ersten Coffee-Shop nicht nur Berlins sondern ganz Deutschlands geben. Eine schöne Sache, wie ich finde, und nicht nur ein schönes Beispiel von Erlebnis-Demokratie, sondern auch dafür, wie dem "Druck der Straße", der in diesem Fall ein Park ist, nachgegeben wird. Das Problem bisher war, daß das notorisch klamme Berlin sich den Stoff einfach nicht leisten konnte, der in seinem ersten Coffee-Shop angeboten werden soll. Dieses Problem wurde jetzt durch eine großangelegte "Umlagerungsaktion" (Foto) der Berliner Polizei gelöst, und somit "der Weg frei gemacht", wie man so schön sagt, für die Eröffnung des deutschlandweit ersten Coffee-Shops im Kreuzberger "Görli" in Berlin - iss ja klah!

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05.01.2014

WARUM DER FLUGHAFEN TEGEL BLEIBEN MUSS


Terminal A / Flughafen Tegel / Reinickendorf

Vielen meinen, der Flughafen Tegel (besser bekannt unter seinem Code TXL) sollte wegen seiner kurzen Wege erhalten bleiben, auf denen sich selbst Taxifahrer noch verfahren. Das ist natürlich Quatsch! Der Flughafen Tegel muss bleiben wegen seinem einzigartigem Automatenangebot - insbesondere auch auf der Herrentoilette (Foto).

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03.01.2014

"VERSAMMELT"


Schwer ist nicht immer gut …

Hier hat sich einer aber gehörig "versammelt". Ich hatte schon neulich darauf hingewiesen, daß das deutsche Pfandsystem doch recht kompliziert ist. Früher war das anders, da ging es immer nach Gewicht, und die schwersten Flaschen waren automatisch die teuersten. Vor nicht allzu langer Zeit waren die leersten Flaschen sogar noch die schwächsten (Stichwort: "schwach wie Flasche leer"). Mit diesen Weisheiten kommt man heute beim Flaschen sammeln nicht weit. Denn hier sind die leersten Flaschen immer die besten, und für leichte Plastikflaschen gibt es mehr Geld als für schwere aus Glas. Aber auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel, und man "versammelt" sich schneller als man denkt.

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02.01.2014

"JETZT FÄNGT DER GANZE QUATSCH VON VORNE AN"


Graffito / Friedrichshain-Kreuzberg

"Jetzt fängt der ganze Quatsch von vorne an", meinte letzten Sonntag mein einziger Stammfahrgast angesichts des bevorstehenden Jahreswechsels. Er ist Händler auf dem Flohmarkt am Kupfergraben und ein Berliner Original, dem ich gerne zuhöre. Ja, ich kann wirklich meinen Fahrgästen zuhören. Voraussetzung ist allerdings, daß sie auch wirklich was zu sagen haben, wie eben beispielsweise mein Stammfahrgast. Ich freue mich jedesmal auf's Neue auf den Sonntag, wenn er aus dem Nähkästchen plaudert, wie man so schön sagt. Ich habe sogar schon eine Lieblingsgeschichte, die ich immer wieder gerne nacherzähle. Dazu muss man wissen, daß auch mein Stammfahrgast kein Fan von Leuten ist, die immer alles möglichst umsonst haben wollen. Letzten Sonntag muss wohl mal wieder einer von denen bei ihm am Stand gewesen sein, weil er sich für eine Sammeltasse interessierte. Nach einem kurzen Wortgefecht (er wollte dreißig dafür haben, der andere aber nur drei Euro geben), hat mein Stammfahrgast die Sammeltasse kurzerhand in der Spree entsorgt. Ob ich mir den Blick des anderen vorstellen könne? Ich denke schon! Das war mit Sicherheit ein traumatisches Erlebnis für den. Aber was noch schlimmer ist, ist die Tatsache, daß das nicht die erste Sammeltasse war, die in der Spree gelandet ist, und sich die anderen Händler bereits Sorgen machen wegen der Schifffahrt auf der Spree, vor allen Dingen, weil ja "jetzt der ganze Quatsch von vorne anfängt!"

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01.01.2014

SILVESTER IM TAXI


Suchmeldung im Taxi

Die Monopolstraße gibt es wirklich, und zwar in Mariendorf. Mit Sicherheit gab es auch die rote Tüte mit den Weinflaschen und den Senfgläsern. Ob diese im Taxi gefunden wurden, ist leider nicht überliefert. Zumindest ich konnte in diesem Fall nicht weiter helfen, sondern nur schmunzeln. Plötzlich steigt mir ein junger Mann ein und ich werde mit "Salam Aleikum" begrüßt. Ich grüße, wie es sich gehört, korrekt mit "Prost Neujahr" zurück. Leider waren an dieser Stelle sowohl meine Arabisch- als auch seine Deutschkenntnisse am Ende. Dafür zeigte er mir nun seinerseits ein Smartphone mit folgender Anzeige: "Bitte zeigen Sie dem Mann, wo man zusammen Pornos sehen kann. Vielen Dank!" Das mag mancher selbst meiner treusten Leser jetzt nicht glauben, aber das ist mir egal. Mein Problem war, und ist immer noch, daß ich auch hier nicht weiterhelfen konnte. Ich selbst sehe keine Pornos, habe noch nie welche gesehen und weiß demzufolge auch gar nicht, was das ist; sonst hätte ich den jungen Mann vielleicht zu mir eingeladen …

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WAS UNS 2014 ERWARTET (FORTSETZUNG)


Neu auf der Straße

Neu im neuen Jahr ist zweifellos, daß nicht mehr Bares auf der Straße liegt sondern bestenfalls Essbares (Foto). Auch Wunschlisten der Bedürftigsten im Internet dürften sich im neuen Jahr erledigt haben. Das Schmunzeln über Bettellisten infantiler Opfer gehört ja bereits der Vergangenheit an. Es wird insgesamt weniger zu Lachen geben im neuen Jahr. Aber, und jetzt kommt die gute Nachricht, das muss nicht immer schlecht sein! Ich weiß, das wird jetzt den ein oder anderen überfordern. Hm, wie soll ich es erklären? Vielleicht so: Das Tier lacht auch nicht, frisst dafür aber alles vom Boden.

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