24.12.2013

GUT & BÖSE UND DIE LETZTEN DINGE & TAGE


Hieronymus Bosch "Die vier letzten Dinge und die sieben Todsünden"

Endlich geht das Jahr zu Ende. Dieses 2013 war ein verfluchtes Todesjahr. Wer hat uns nicht alles für immer verlassen. Fangen wir am Besten von hinten an, denn die Letzten werden bekanntlich die Ersten sein: Nelson Mandela, der Vater meiner Frau, Spider - der älteste Taxifahrer von New York, Lou Reed, Marcel Reich Ranicki, Norbert Randow, Meister Bojans Oma, J.J. Cale, meine Vermieterin, Meister Mustafa, Borislavas Oma, Todor Kolev … und möglicherweise auch meine Eselin Raina Velitschka (?).

Ein "guter" Zeitpunkt sich mal wieder mit dem Tod und den letzten Dingen zu beschäftigen. Andere haben das schon vor uns getan, so zum Beispiel Hieronymus Bosch. Nach ihm gibt es vier letzte Dinge: Tod, Jüngstes Gericht, Hölle und Paradies. Darüber kann man sicherlich geteilter Meinung sein, denn der Tod ist etwas, was wir nicht verstehen. Wir Menschen verstehen bestenfalls das Leben davor, was schwer genug ist, wie wir jeden Tag aufs Neue erfahren.

Weil die Frage Links oder Rechts keinen Sinn mehr macht, weil die Grenze nicht zwischen Links und Rechts sondern zwischen Oben und Untern verläuft, glauben heutzutage viele Menschen, daß es kein Gut und Böse mehr gibt. Bosch wusste es besser, und das bereits vor fünfhundert Jahren. Größer als die vier letzten Dinge, die du in den Ecken (oben) findest, hat Bosch die sieben Charaktereigenschaften (Avarita, Acedia, Gula, Invidia, Ira, Luxuria, Superbia - in alphabetischer Reihenfolge) dargestellt. Ich habe mich ganz bewusst für die lateinischen Begriffe entschieden, da sie mehr bedeuten als die deutschen Wörter: Geiz, Völlerei, Faulheit ...

Was hat das nun mit mir zu tun, fragt sich jetzt der ein oder andere: Ich bin kein Christenmensch! Ein Mensch wirst du wohl sein, oder? Nicht nur das Christentum beschäftigt sich mit den Charaktereigenschaften, die den Menschen schlechte Dinge tun lassen. Nein, beispielsweise auch der Buddhismus. Dort ist das menschliche Leben vor allem Leid, geprägt von Geburt, Alter, Krankheit und Tod (siehe oben), welches durch die drei Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung (siehe ebenfalls oben) verursacht wird, die es zu überwinden gilt.

Bild Wikimedia
Text TaxiBerlin

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