04.11.2013

SAD SAD SAD


Ruhe in Frieden: Lou Reed

Ich war "on the road", als ich von seinem Tod erfuhr. Allerdings nicht in Berlin, sondern irgendwo bei Maribor. Eine Lou Reed Sendung löste die nächste bei den lokalen Radiosendern ab. 2013 ist, für den Fachmann keine Überraschung, ein ausgesprochenes Todesjahr (Norbert Randow, J.J. Cale, Marcel Reich-Ranicki, die Frau meines Hauseigentümers, Meister Mustafa, Meister Bojans Oma, Borislavas Mutter, Todor Kolev ...) . Jetzt hat es Lou Reed (nicht Lou Bega!) erwischt, der in einem seiner Songs auf "Magic and Loss" sagt "I'm not affraid to die". Ich hoffe für ihn, daß er am Ende recht behalten hat.

Das ganze Wochenende lief in meiner Taxe nun Musik von Lou Reed. Viele Leute, vor allem viele ältere, haben ihn sofort erkannt. Das ist nicht wirklich verwunderlich, denn Lou Reed ist es gelungen, wovon viele (auch beim Schreiben) träumen, nämlich einen eigen Stil und eine eigene Sprache zu finden. Ich denke da beispielsweise an seine Version des Bob Dylans Song "Foot of Pride". Er hat einfach einen Lou Reed Song draus gemacht - genial!

Meine letzten Fahrgäste gestern Abend, ein Paar aus Skandinavien, fragte mich, ob ich mit meiner Musik Fun hätte. Ich musste kurz überlegen, was ich antworten sollte. Fun? Ein Mensch ist gestorben! Noch dazu ein genialer Musiker, der viel gemacht hat. Ich weiß, Gefühle zu zeigen, ist nicht gerade in - übrigens viel zu lange schon. Aber das ist mir Scheißegal! Ich habe keinen Fun, erwiderte ich irgendwann dem Paar. Ich bin traurig! Statt das einfach in der Taxe, auch wenn die sich bewegt, stehen zu lassen, musste das Paar meine Antwort mit den Worten kommentieren: "Sad Fun"! Ich wollte nicht unhöflich erscheinen, deswegen nutze ich meinen Blog, um zu widersprechen. Nein, ich bin einfach nur traurig, auch wenn sich das manche nicht vorstellen können.

Foto&Text TaxiBerlin

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