12.08.2013

DAS WUNDER VON BERLIN oder OVERBOOKED AND UNDERFUCKED


Oranienburger Straße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Das muss uns erstmal einer nachmachen: Von der zweiten Liga direkt auf Platz Eins der ersten! Abgesehen davon war es am Wochenende eher ruhig in der Stadt. Klar, du hast diese ganzen Party People, aber selbst da gibt es mittlerweile eine Handvoll Zentren, wo die sich alle konzentrieren, die ich wirklich an einer Hand abzählen kann. Konzentrieren ist übrigens das verkehrte Wort. Anstehen ist zutreffender!  Die müssen ein bis zwei Stunden anstehen, die Ärmsten, gleich könnten sie einem schon wieder leid tun. Die Zentren sind, nur mal so nebenbei: "Wilde Renate", Schlesische Brücke und Schlesisches Tor,  "Kater Holzig" und "Berghain" mit "Panoramabar". Kommendes Wochenende kommt wieder das "Sisyphos" hinzu, nicht verwechseln mit der "Syphilis", das ist was anderes. Apropos "Sisyphos": Stieg mir doch einer deren DJs ein, der dort immer diesen schrecklichen Techno auflegt, und wir kamen ins Gespräch. Er weiß nicht, wer "Sisyphos" ist, und er versteht auch die Faszination an seiner Musik nicht, es muss wohl an den Leuten liegen, was ich wiederum nicht verstand. Für ihn sei Techno letztendlich eine Farce, aber das nur nebenbei. Zurück zu den erwähnten Zentren, wo immer tausend Taxen davor stehen, deren Fahrer mich an meinen Getränkeverkäufer mit Hintergrund vom Späti an der Ecke erinnern, der mich immer ganz böse anschaut, obwohl ich doch nur Bier und gar keinen Schnaps bei ihm kaufe, und nur weil er selbst keinen Alkohol trinken darf. Ich finde das unmenschlich, seinen bösen Blick, genauso wie übrigens Techno, aber was soll ich machen, es gibt nur ihn in meiner Ecke. Deswegen aufhören mit Bier trinken ist schließlich auch keine Lösung. Hatte ich schon erwähnt, daß ich mich nicht anstelle an den Taxischlangen vor den Vergnügungszentren der Stadt? Ich ziehe es vor durch die Gegend zu fahren, das ist meistens effektiver und auch interessanter, weil einem da zum Beispiel Leute einsteigen, es ist mittlerweile fünf Uhr früh, wie dieses durchgeknallte Pärchen. Sie ist Schwedin, er Italiener, das sehe ich auf den ersten Blick, und sie suchen ein Hotel in der Nähe, denn seins ist zu weit weg und sie wohnt in 'ner WG. Das erste ist "overbooked", und das zweite auch. Im dritten Hotel sind sie endlich "accepted", sonst hätte ich ihnen zu guter Letzt noch meine Taxe anbieten müssen. Aber das hätte mir nichts ausgemacht, wir Berliner können schließlich alles, wenngleich nichts richtig, und sind deswegen wohl auch Tabellenerster!

Foto&Text TaxiBerlin

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