31.07.2013

WIR HABEN NICHTS ZU VERBERGEN


Mobiles am Mariannenplatz / früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg


Es ist eher ein trauriger Umstand, wenn junge Menschen wie die beiden Gays bei mir im Taxi das, was eigentlich normal sein sollte, ständig und ausdrücklich betonen müssen. Traurig deswegen, weil der Grund in der Regel Unsicherheit über die eigene sexuelle Orientierung ist. Leider paart sich auch hier Unsicherheit oft mit Unwissenheit. Die beiden wussten zwar, dass Homosexuelle von den Nazis verfolgt wurden sind, aber nicht, daß die Rosa Listen, die das ermöglichten, bereits vorher angelegt worden waren. So ist es letztendlich keine Überraschung, dass die beiden trotz PRISM & Co der Meinung waren, sie hätten heute nichts zu verbergen.

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30.07.2013

ERWACHSENE VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE


Friedrichstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Wahrscheinlich muss man es wirklich manchem erklären. Die beiden da unter der Brücke sind nicht Gerry (links) und auch nicht Weber (rechts). Hm, wie soll ich es sagen? Vielleicht so: Die beiden sind das Gegenstück zu "Kinder vom Bahnhof Zoo". Also sozusagen die "Erwachsenen vom Bahnhof Bahnhof Friedrichstraße", wenn man so will. Kennst du nicht? Was jetzt? Ach so! Nee, ist keine Marke!

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29.07.2013

NOCHMAL FACEBOOK


Colbestraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Hatte ich gestern noch "Facebook" mit "Gesichtsbuch" übersetzt, muss ich mich heute bereits korrigieren, denn "Facebook"heißt, wenn man es ganz genau nimmt, wozu die deutsche Sprache nunmal da ist,  "Gesichtbuch" ohne das kleine "s" zwischen "Gesicht" und "Buch". Aber so ist das nun mal mit Rückübersetzungen, sie birgen auch immer Gefahren in sich. Wieso "Rückübersetzung"? wird sich jetzt der ein oder andere Schlaukopf fragen. Ganz einfach, weil die Zusammensetzung von Wörtern eine deutsche Erfindung ist, die von "Gesichtbuch" alias "Facebook", was im englischen eigentlich "Book of Face" heißen müsste, ungefragt übernommen wurde. Wahrscheinlich weil "Book of Face" keinen Sinn ergibt, weil nur ein Gesicht gemeint ist, "Facesbook" mit dem kleinen "s" für die Mehrzahl des Wortes "Face" aber wiederum Scheiße klingt. Und wenn der Urheber des Plakates von dieser Möglichkeit der deutschen Sprache, Wörter nicht nur einfach zusammenzusetzen sondern auch zusammenzuschreiben, gewusst hätte, oder auch nur bei "Facebook" wäre, hätte er einfach "Existenzrecht" anstelle von "Right to Exist" geschrieben.

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GLÜCKLICH, WER BEI GESICHTSBUCH IST


I like Edward Snowden

Leider kann ich nicht "mitliken". Ich bin nicht bei Gesichtsbuch.

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28.07.2013

J. J. CALE IST TOT



Rest in Peace

J. J. Cale ist vorgestern in Kalifornien, meiner dritten Heimat, gestorben. Deswegen gibt es heute bei mir im Taxi ausschließlich Musik von J. J. Cale zu hören. Welcher Dumpfbacke das nicht passt, soll gefälligst woanders einsteigen.

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WILLKOMMEN BEI DER TOTALEN ÜBERWACHUNG


Leider schon Realität ...

Nachdem ich letztes Jahr bei genau solchem Wetter wie gerade in Berlin durch die Schluchten des Balkans gezogen bin, war ich bestens vorbereitet auf die gestrige Demo gegen PRISM & Co, auch wenn es eigentlich sinnlos ist, gegen Sachen zu demonstrieren, die schon längst Realität sind. Daß sich ältere Herrschaften erstmal das Internet erklären lassen müssen, dafür habe ich ja noch Verständnis. Aber daß junge Menschen sogar Stolz darauf sind, permanent Online zu sein, ist schon reichlich bekloppt.

PS: Die Zeiten, wo man noch zwischen dummen Leuten und Leuten, die sich nur dumm stellten, unterscheiden musste, sind definitiv vorbei.

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27.07.2013

BALD IN BERLIN: PRÄMIE FÜR KÜRZESTE STRECKE


Karl-Marx-Allee / früher Stalin-Allee

Neuerdings gibt es in Berlin Prämien, wenn Straßenbaustellen früher fertig werden. In einer Stadt, die permanent Pleite ist. Das musst du dir mal vorstellen! Gut, der Bund beteiligt sich an diesen Prämien. Schließlich betrifft es nur Bundesautobahnen (BAB) - erst die Avus und jetzt das Dreieck Funkturm. Das Ganze wird als Erfolg "verkauft". Das ich nicht lache! In Wahrheit ist es ein Armutszeugnis! Es bedeutet nämlich, daß man nicht in der Lage ist, anständige Verträge mit den Baufirmen auszuhandeln. Verträge, in denen es selbstverständlich ist, daß Straßenbaustellen zum schnellstmöglichen Zeitpunkt fertiggestellt werden und wo dafür, was nach gesundem Menschenverstand normal ist, keine Prämien gezahlt werden; sondern einzig Strafen fällig werden, wenn dies von Bauherren nicht respektiert wird. Offensichtlich leben wir in einer verkehrten Welt, in der wir, sollte das Taxigewerbe in ihr aufgehen, bald Prämien dafür kassieren dürfen, daß wir als Taxifahrer die kürzeste Strecke fahren.

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26.07.2013

STOP WATCHING US DEMO IN BERLIN


Morgen 14 Uhr Oberbaumbrücke Heinrichplatz

Am morgigen Samstag den 27.Juli gibt es Deutschlandweite Proteste gegen PRISM & Co, und du kannst dabei sein! Du musst nur um 14Uhr zum Heinrichplatz in Kreuzberg kommen. Vergiss nicht, Wasser oder andere kalte Getränke mitzubringen - es soll heiß werden!

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WER BIN ICH UND WAS MACHE ICH HIER


?

Gut, der zweite Teil der Frage ist relativ einfach zu beantworten: Party! Obwohl, die Antwort auf den ersten Teil fällt den meisten auch nicht so schwer: Berliner! Und der Rest studiert sowieso Gender oder irgendwas mit Medien ...

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25.07.2013

VOM RAUSCHEN UND KLATSCHEN


Schönhauser / früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

Keine Ahnung, ob hier das Leben rauscht. Was ich weiß ist, daß es derzeit hier allgemein besser im Rausch zu ertragen ist. Wenn etwas rauscht, dann doch wohl eher der Verkehr. Und der war, und ist glaube ich immer noch, vor dem Neubau in der Schönhauser 22 auf 30km/h reduziert.

Neulich verstieg sich ein Kollege zu der Behauptung, daß Autos mit 50km/h "klatschen" würden. Was bitte sehr soll denn da "klatschen"? Angeblich die Reifen auf dem Asphalt, so der Kollege. Seitdem höre ich genauer hin, aber daß Reifen "klatschen" konnte ich nicht ausmachen.

Vielmehr ist es so, daß die nächtliche Ruhe, denn die meisten 30km/h Zonen gelten von 22-6Uhr, von viel zu lauten Auspuffgeräuschen, insbesondere von Motorrädern, gestört wird. Das bestätigte mir auch ein Fahrgast, der Auspüffe frisiert. Was da für Leute zu ihm kommen, daß könne ich mir nicht vorstellen ...

PS: Der kannte meine Ohren nicht!

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24.07.2013

JETZT RÄCHT SICH


Hitzefrei - früher geliebt, heute gefürchtet

Jetzt rächt sich, daß Berlin seit Jahren nur auf Touristen setzt und die eigenen Leute vor die Hunde gehen lässt. Berliner in meiner Taxe kann ich an einem Finger abzählen. Fahrten in klassische Wohngebiete, beispielsweise von Mitte nach Marzahn, gibt es praktisch nicht mehr. Und wenn dann die Touristen ausbleiben, so wie jetzt, sieht es wirklich mau aus. Da hilft bloß eins: Ein paar Kollegen ins Hitzefrei schicken. Manchmal muss man auch einfach nur warten, bis einige von ganz alleine entnervt ihre Schicht abbrechen.

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23.07.2013

NEUES VOM GÖRLI GÖRLI


Edward = Teddy - Bär + Berlin?

Unsere kleine kurzfristige und offiziell unangemeldete Demonstration führte gestern Abend wie geplant von der Oberbaumbrücke zum Görlitzer Park. Genau genommen waren die beiden Esel des kleinen Kinder-Zoos im Görli das Ziel der Manifestation. Die beiden Esel, welche die zu schützenden NSA-Spione symbolisierten, waren aber bereits (von wem auch immer) weggeschafft worden. An ihrer Stelle erwartete uns ein aufgeschlitzter Teddy, ein sicheres Zeichen dafür, daß wir nicht willkommen waren. Darauf deutete auch die Vielzahl der Dealer hin, die sich bereits vor einiger Zeit im Görlitzer Park angesiedelt hatten, und die unser Anliegen (Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.) mehrheitlich (wie es sich für richtige V-Leute gehört?) unterstützen. Das kam den meisten Teilnehmern der Demonstration dann doch reichlich komisch vor, und sorgte für heftige Diskussionen im Anschluss. Wieso wird im Görlitzer Park seit einiger Zeit weder gegrillt noch gechillt? Wo sind die für die Jahreszeit typischen Zigeunerquartiere? Und: Wurden die Dealer vielleicht sogar ganz gezielt im Görlitzer Park angesiedelt?

PS: Wer den Görlitzer Park nicht kennt und auch ansonsten neu in der Stadt ist, findet hier eine "Stadtführung mit Musik".

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LDS ORTSKUNDE


LDS-Taxi in Berlin

Ob er nicht mal langsam seine Fackel ausschalten wolle, erlaubte ich mir den "Kollegen" aus dem Landkreis zu fragen, nachdem er damit bereis die komplette Schönhauser Allee runtergefahren war, und nun Anstalten machte, damit in die Torstraße abzubiegen. Er wüsste nicht, wo der Schalter zum Ausschalten wäre, so die knappe Antwort des jungen Fahrers mit Hintergrunz. Wissen die denn heutzutage gar nichts mehr, wenn sie schon keine Ortskunde haben müssen?

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22.07.2013

MONTAGSDEMOMOTTO: WER DIE FREIHEIT AUFGIBT UM SICHERHEIT ZU GEWINNEN, DER WIRD AM ENDE BEIDES VERLIEREN


Das Motto für heute ist von dem Typen auf dem 100$-Schein und klingt im Original so: "They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety."

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NOCHMAL "IRGENDWAS WILDES"




Wem "Wild Thing" von Good Old Jimi gestern zu Wild war, sollte vielleicht erstmal mit der Version von Animal (oben) anfangen. Dann aber unbedingt bis zum Schluss anschauen, wo Animal zur Warnung für jeden, der es zu Wild treibt, von irgendwelchen Häschern weggefangen wird.

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21.07.2013

WOCHENENDE KURZ ZUSAMMENGEFASST


Irgendwo am Schlesischen Tor / früher Kreuzberg / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Auch wenn das Wochenende noch nicht vorbei ist, kann es "taxitechnisch" bereits zusammengefasst werden: Selten haben so wenige Leute in der Stadt für so viel Unruhe gesorgt. Von den wenigen Leuten sahen sehr viele extrem Scheiße aus. Von diesen vielen sahen nahezu alle nicht nur Scheiße aus, sondern waren auch Scheiße, was aber keine wirkliche Überraschung ist. Berlin geht offensichtlich denselben Weg, den die Love Parade bereits vor Jahren gegangen ist. Wahrscheinlich sogar bis hin zum blutigen Ende, wovon wir hier aber hoffentlich einmal mehr verschont bleiben werden.

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IRGENDWAS WILDES




Kaum ist der Bachmann Preis 2013 entschieden, gibt es einen ersten Leserkommentar in der ZEIT, der fragt, ob Literatur in Deutschland nur dann ausgezeichnet wird, wenn sie "IRGENDWAS mit Nazis" zum Thema hat. Hintergrund der Frage ist aber nicht, was selbst einer der Juroren vermutete, daß die in Berlin lebende Autorin die Biografie konstruiert hat, indem sie eine erschossene jüdische Großmutter erfand, was ganz klar künstlerische Freiheit ist, insbesondere bei einem Roman. Der wahre Hintergrund für die Frage ist, denke ich, daß ein anderer Juror bereits vor Jahren "mal WAS anderes" an Texten, genauer gesagt "IRGENDWAS Wildes" gefordert hatte.

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20.07.2013

NSA-SPION-SCHUTZBUND IN BERLIN


Mögliches Ziel im Görlitzer Park

"Ich mag keinem Club angehören, der mich als Mitglied aufnimmt" ist nicht von mir, auch nicht von Woody Allen, sondern von Groucho Marx. Für jede Regel gibt es immer mindestens eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. Für mich ist das der "NSA-Spion-Schutzbund", dem ich gerne beitreten würde, und der gerade einen zweiten "Spaziergang ins Verderben" organisiert hat, allerdings in Griesheim und nicht in Berlin. Und das finde ich unfair! Ich bin mir sicher, dass es auch in Berlin irgendeinen NSA-Mann geben muss, den es zu schützen gilt. Zur Not muss eben einer erfunden werden. Wie ist es denn mit den beiden Eseln im Görlitzer Park?! Sozusagen als stilisierte Spione!? Als Termin schlage ich kommenden Montag 18 Uhr vor - da habe ich Zeit. Ausgangspunkt ist die Oberbaumbrücke, dann kommen vielleicht auch ein paar Party People oder Bloody Tourists vorbei. Das Ganze ist übrigens Barrierefrei!

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BILLIGES BIER UND MILCHKAFFEE


Berliner Kölsch Kneipe

Früher war die Welt vielleicht nicht besser, aber unbedingt anders. Es gab Milchkaffee und billiges Bier und fertig war der Lack. Heute nerven sie dich mit tausend verschiedenen unaussprechlichen Arten von Kaffee, die allesamt nicht besser sind als der gute alte Milchkaffee - sondern einfach nur teurer. Mit dem Bier verhält es sich ähnlich, aber gleichzeitig auch wieder ganz anders. Billiges Bier gibt es an sich gar nicht mehr, weil preiswertes Bier heute (Stichwort: Sternburg) eigentlich gar kein Bier mehr ist. Der Rest ist genau genommen auch kein Bier, weil nicht aus richtigem Hopfen sondern mittels Hopfenauszügen oder Hopfenextrakt hergestellt. Und was das Kölsch angeht, das will sich in Berlin (genauso wie der Fasching) irgendwie nicht richtig durchsetzen ...

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19.07.2013

FRIEDENSNOBELPREIS FÜR EDWARD SNOWDEN


Mein Kiez, mein zu Hause

Ich weiß, ich weiß, die ersten, selbst vermeintlich wohlmeinende Mitmenschen, können das Thema Edward Snowden schon nicht mehr hören. Und das, obwohl er auch für sie ein Held ist. Aber so sei eben unsere Zeit - kurzlebig - meinen sie. Ich kann nicht versprechen, daß es wirklich das letzte Mal ist, daß ich über Edward Snowden schreibe. Es dürfte auf jeden Fall interessant sein, ihn weiterhin im Auge zu behalten. Alleine um zu sehen, wie man versuchen wird, ihn "aus dem Verkehr" zu ziehen. Wer es noch nicht bemerkt hat, wir befinden uns in Phase Vier der Vier Phasen der Planung: Bestrafung der Unschuldigen! Das mit dem Nobelpreis für Snowden ist übrigens weder neu noch ist es von mir. Da die Nominierungsfrist für den nächsten Friedensnobelpreis abgelaufen sein soll, schlage ich vor, daß Obama seinen einfach an Edward Snowden weiterreicht.

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18.07.2013

MITTE WIRD GRÜNER!


Torstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Keine Wahlwerbung der Grünen! Mitte wird grüner! Durch - kein Witz! - Eigentumswohnungen in Mitte. Ich lach mich krank! Oder fall' besser gleich ins Sommerloch ...

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NEUES VON DER EAST SIDE


Mühlenstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Gut, so neu ist es nun auch wieder nicht. Und der geklaute Spruch gefällt mir ehrlich gesagt auch überhaupt gar nicht - viel zu weinerlich! Haben die keine besseren Rapper Texter?

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17.07.2013

SCHLECHTE LAUNE HABEN vs. SCHLECHTE LAUNE VERBREITEN


"In the mood" für schlechte Laune

Schlechte Laune - wer kennt sie nicht?! Aber wem ist schon der Unterschied klar zwischen "schlechte Laune haben" und "schlechte Laune verbreiten". Die meisten Menschen verbreiten "nur" schlechte Laune - zumindest meiner Meinung nach. Der Unterschied zu schlechte Laune haben, ist der, daß schlechte Laune verbreiten etwas vergleichsweise diffuses ist. Das liegt daran, daß die Gründe für die schlechten Laune nicht bekannt sind. "In der Regel" sind beispielsweise viele Frauen vom "schlechte Laune verbreiten" betroffen. Und das, obwohl die Gründe dafür eigentlich allgemein bekannt sind. Die Rede ist jetzt nicht vom Blutverlust, sondern von diesen hormonellen Schwankungen, vor denen der liebe Gott uns Männer zum Glück bewahrt hat. Auch deswegen konnte Gott gestern gar keine Schuld an meiner schlechten Laune haben. Schuld war ausschließlich diese zugezogene Wichtigtuerin, die mir versuchte zu suggerieren, daß ich nur ein dämlicher Taxifahrer wäre, weil ich "ihre" drei blöden Bars in Berlin Mitte nicht kannte. Bars, die nicht nur kein Mensch kennen muss, sondern die überhaupt kein Mensch wirklich braucht. Da ich gar nicht auf sie reagierte, fragte sie mich dann auch noch, ob ich der deutschen Sprache überhaupt mächtig wäre. Stell dir das mal vor! Was soll das werden, die Abiturprüfung im Leistungskurs Deutsch, oder doch nur der Eignungstest für die Einbürgerung? Jetzt war sie es, deren Reaktion ausblieb, weswegen ich auch gleich nachlegte. Sie solle sich und ihre drei verschissenen Berlin Mitte Bars nicht so wichtig nehmen. Bars übrigens mit so bekloppten Namen wie "Sex mit dem Ex", "Zehn nach Sechs" und "Sex nach Zehn". Ich würde sie schließlich auch nicht nach den drei besten Scheißhäusern auf dem Balkan fragen, obwohl der direkt vor ihrer Nase beginnt, und sie es bloß noch nicht bemerkt hat.

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16.07.2013

DOPING TEST FÜR DEUTSCHE RAPPER




In Bulgarien schon an der Tagesordnung

Gut, der Rap wurde nicht gerade in Neukölln erfunden, aber in Bulgarien nun auch wieder nicht. Trotzdem gibt es dort schon den Doping Test, den man auch Rappern in Deutschland nur ans Herz legen kann. Die einfachsten Dinge sollten aber selbst dem deutschen Rapper auch ohne Dope klar sein. Deutsche Autos machen sich im Video natürlich prinzipiell immer gut, nicht nur in Deutschland. Aber nimm niemals drei Typen, und nur zwei Autos! Das kann nicht gut gehen! Unabhängig davon, das sollte aber auch klar sein, machen sich Frauen im Clip immer besser. Müssen ja nicht so viele sein, wie in dem Film oben. Ist letztendlich ja 'ne Kostenfrage, wobei wir beim problematischsten Punkt wären. Wenn du ein Auto, um es aus dem Verkehr zu ziehen, mit Benzin übergießt, dann musst du es zum Schluss auch wirklich anzünden. Sonst glaubt dir doch keiner den Song! Man, oh man ...

PS: Fast hätte ich es vergessen. Ständig auf die selben Opfer (Frauen, Schwule, Politiker) rumzuhacken, ist für den Zuhörer auf die Dauer ermüdend. Der bevorzugt, genauso wie der Leser, die Herausforderung. Beide mögen es lieber, wenn der Gegner größer ist als man selbst. Vielleicht sollte man zur Abwechslung ja mal die herausfordern, auch deswegen ist der "Doping-Test" nur zu empfehlen, von denen man wirklich abhängig ist. Keine Sorge, sowohl der Zuhörer als auch der Leser werden es danken. Denn die wollen nämlich, daß am Schluss der Schwächere gewinnt!

Video Upsurt
Text TaxiBerlin

NULL BOCK AUF ARBEIT



Bob Dylan at Newport Folk Festival

Gegen die Arbeit wurde schon viel gesagt und sogar schon Gedichte geschrieben. Fakt ist, daß das eigentliche Problem gar nicht die Arbeit an sich ist, sondern der Umstand, daß diese in der Regel fremdbestimmt ist. Selbst beim Taxifahren ist das so. Immer muss ich da hinfahren, wo der Fahrgast hin will, obwohl ich als Taxifahrer oft besser weiß, wo der eigentlich hingehört. Hinzu kommen die vielen Verkehrszeichen, die ich, will ich noch etwas länger fahren, ständig beachten muss. Diese vielen roten Ampeln, das ist wissenschaftlich erwiesen, machen den Taxifahrer wild wie ein Torero den Stier. Ganz zu schweigen von den unzähligen besoffenen Fußgänger und Radfahrern, denen ich permanent ausweichen muss. Ich weiß gar nicht, was schlimmer ist, DIE oder die Fahrgäste. Ich persönlich neige zu letzteren, aber das darf man natürlich nicht laut sagen. Manch einer macht es doch, und einer hat es bereits 1965 getan: "They sing while you slave and I just get bored - I ain't work on Maggie's Farm no more!" (Sie singen, während man schuftet, und das stinkt mir sehr. Nein, auf Maggie's Farm arbeite ich nicht mehr.)

Lyrics Bob Dylan
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LEBEN AUF EINEM QUADRATMETER


Pettenkofer Straße / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Früher, in den Goldenen Neunzigern, wären 4.924 DM in Berlin eine Jahresmiete gewesen. Nach "Die Massen sind jetzt da, es hat sie niemand d'rum gebeten" (aus "Dickes B" von Seed) war es immerhin noch 'ne Halbjahresmiete. Heute bekommst du gerade mal 'nen Quadratmeter dafür. Aber leb' du mal auf einem Quadratmeter!

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15.07.2013

SPAZIERGANG INS VERDERBEN


Manchmal ist bei Mama doch besser ...

Während ich hier in Berlin, genauer gesagt in meinem Kiez, meinem zu Hause, noch auf der Suche bin, ist ein junger Mann aus Griesheim schon viel weiter. Erstmal hat der bereits das richtige T-Shirt. Dann hat er aber auch noch einen eigenen Verein bei Gesichtsbuch. Gut, den hat heute auch schon jeder zweite. Die Idee zu einem Spaziergang, also mal weg von Mama, sein nächstes Projekt, sollte ihm dann aber zum Verhängnis werden. Wegen dem Spaziergang bekam er gleich zweimal Besuch von der Polizei und selbst Oma soll ihn gewarnt haben: "Du musst aufpassen, nachher kommst du ins Gefängnis." Und damit hat sie wahrscheinlich gar nicht mal Unrecht! Früher wäre sowas nicht passiert. Da hat man sich vorher Rat bei den Älteren geholt. Aber die jungen Leute von heute, die wissen es immer besser, und zum Schluss haben wir den Scheiß. Dann ist das Geschrei groß: Äh, von nichts gewusst, und so weiter ...

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WARUM RECHTE ZUM KOTZEN SIND


Mach das mal: Ständig rechts abbiegen!

"Nur Rechts!" - So die knappe Ansage der vier jungen Männer, die gar nicht aussahen wie Rechte. Wie Linke Linke aus Friedrichshain oder Marzahn sahen sie andererseits aber auch nicht aus. Am Ehesten sahen sie noch aus wie Fans vom BFC-Dynamo. Aber gibt es die überhaupt in Köpenick? Letztendlich kann es mir aber egal sein, mit seiner Gesinnung muss jeder selber klar kommen. Mein Job als Taxifahrer ist nicht, Gesinnungstests an Fahrgästen vorzunehmen, sondern ebendiese von A nach B zu bringen, und das auf kürzestem Weg. Aber genau das kollidierte mit dem Wunsch meiner Fahrgäste, ständig rechts abzubiegen. Das hatte zur Folge, wer in Geometrie aufgepasst hat, weiß das, daß wir uns irgendwie im Kreis bewegten, ohne dem Fahrziel näher zu kommen. Nach der fünften Runde war der Fahrpreis schon recht ansehnlich und ich regelrecht besoffen (Mach du das mal: Ständig rechts abbiegen!) Meine Fahrgäste waren ja schon vorher besoffen. Nach der zehnten Runde musste ich Kotzen und störte damit die Unterhaltung über den letzten Urlaub auf Mallorca und den dortigen Frauen, die alle flach gelegt wurden. Nach dem Kotzen ging es mir besser und gerne entsprach ich der Bitte, jetzt doch mal links zu fahren. Endlich am Fahrziel angekommen, wurde zum bereits überhöhten Fahrpreis noch ein ordentliches Trinkgeld drauf gelegt. Mal abgesehen davon, daß sie sich über langweilige Sachen unterhielten, kann ich eigentlich nichts Negatives über meine Fahrgäste sagen. Gut, das ständige rechts abbiegen war schon nervig, und natürlich das Kotzen! Kotzen ist schon übel. Aber: Nach dem Kotzen fühlt man sich immer besser!

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14.07.2013

TAXIBERLIN UND DER PREIS FÜR INTEGRATION


Danke für die Blumen, aber Nein Danke

Seid gestern ist TaxiBerlin für den Preis der Integration im Gespräch. Der Grund ist nicht nur, daß TaxiBerlin mit Texten wie "Ich bedaure den armen Einwanderer" einen unschätzbaren Beitrag für das friedliche Zusammenleben in unserer schönen Stadt leistet, sondern auch weil ein anderer Preisträger seinen Preis für Integration wohl bald zurückgeben wird. Was ich denen noch nicht gesagt habe (Warum auch? Die Sache ich ja noch nicht spruchreif!) ist, daß ich, obwohl ansonsten durchaus ein Flohmarkt- und Second-Hand-Typ, keine benutzten oder beschmutzten Preise annehme.

PS: Wo ist der sonst übliche Aufstand der Politisch Korrekten und Linken Linken, die sonst immer ein Opfer finden, selbst wenn sie es vorher erst selber kreieren müssen, dem sie beispringen können?

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13.07.2013

EDWARD SNOWDEN? EIN EXTREMSPORTLER?


Simon-Dach-Straße / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Nachdem ich gestern nördlich der Frankfurter Allee nicht fündig geworden bin, habe ich heute meine Suche nach einem Edward Snowden Shirt wieder auf die Südseite verlagert. Die kommt auf den ersten Blick immer etwas mehr "sophisticated" daher, was aber nichts heißen mag. (Stichwort: Nie gehört!) Die Verkäuferin in dem netten Laden (Foto oben) konnte mit Edward Snowden nichts anfangen, was aber wohl daran lag, daß ihre Muttersprache weder Deutsch noch Englisch sondern Spanisch war. Zum Glück konnte ihr ihre einzige Kundin, ein deutsches Mutterschiff mit Kinderwagen, unter die Arme greifen: Ist das nicht dieser Extremsportler? Naja, im gewissen Sinne schon - aber eben dann doch nicht. Kaum raus aus dem Laden fragte ich mich, ob ich die Leute zur Abwechslung mal nach Osama Bin Laden fragen sollte. Nicht, daß ich mir jetzt ein T-Shirt von dem machen lassen will. Aber wär' doch mal interessant zu erfahren, was den Leuten zu diesem Namen alles so einfällt.

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12.07.2013

EDWARD SNOWDEN? ZU ANSPRUCHSVOLL!


Rigaer- Ecke Samariterstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Daß ich mein Geld für ein Edward Snowden Shirt nicht einem anonymen Anbieter im Internet nachwerfen möchte, liegt nicht etwa daran, daß ich geizig oder gar ein Gemeiner Grabbler wäre (und schon gar kein Linker Linker), sondern einfach daran, daß ich es mit dem "Support your kiez" gelegentlich ganz genau nehme. Diesmal war ich nördlich der Frankfurter Alle unterwegs. Die beiden Mädels in dem Eckladen, der neben Shirts auch noch CDs & Vinyl verkauft, und den ich von meinen regelmäßigen Kiezspaziergängen kannte, kannten zwar ihrerseits Edward Snowden, aber soo aktuell wären sie nun auch wieder nicht mit ihren Shirts. Ihr Renner sind immer noch die von der Olsenbande. Dass sie überhaupt etwas mit dem Namen Edward Snowden anfangen konnten, war immerhin ein kleiner Fortschritt zu dem Laden "Mad in Berlin" in der Revaler, wo der Verkäufer Edward Snowden für eine neue Marke hielt, die er noch nicht kannte. Dieser kleine Fortschritt wurde aber gleich wieder zunichte gemacht durch die Bemerkung eines der Mädels, die in ihrem Gespräch über Banalitäten des Alltags nicht länger durch meine "dummen" Fragen gestört werden wollte, daß Edward Snowden als Shirt-Motiv für ihre Kundschaft zu anspruchsvoll ist, was durchaus stimmen mag und prinzipiell OK wäre. Problematisch wird es aber, wenn ich deswegen auch gleich mein Niveau dem meiner Kundschaft angleiche. Das ganze kann übrigens 1:1 auf die Leserschaft von Blogs und deren Autoren übertragen werden. Doch zurück zum Fall Snowden, der gerade dabei ist in Vergessenheit zu geraten, wobei es, wie wir feststellen mussten, auch Zeitgenossen gibt, die ihn gar nicht kennen, was das Vergessen wesentlich vereinfacht. Deswegen können wir uns auch gleich dem "zu anspruchsvoll" zuwenden, was ja nichts anderes heißt als den Fall nicht Ernst nehmen. Das könnte ich sogar nachvollziehen, wenn ich nicht gleichzeitig wüsste, daß die Amerikaner nicht nur die Möglichkeit sondern auch die Kapazitäten haben, die gesamten Informationen weltweit für die nächsten fünfzig Jahre zu speichern. Deswegen mein Vorschlag: Lasst uns in zehn bis zwanzig Jahren noch einmal darüber sprechen und sehen, was aus all unseren Informationen geworden ist. Bis dahin werde ich das Internet nur noch eingeschränkt nutzen und wirklich wichtige Gespräche unter vier Augen führen. Ich hoffe, das war jetzt nicht zu anspruchsvoll - ansonsten wäre es mir aber auch egal.

Foto&Text TaxiBerlin

11.07.2013

"ICH BEDAURE DEN ARMEN EINWANDERER"


RAF 3.0 & Der Meister

Wir leben in einem Land, in dem wir zwar folgenlos ausspioniert werden dürfen, wo man aber kein "falsches" Wort über Einwanderer sagen sollte, will man nicht reflexartig von Linken Linken als Rechter, Rassist oder gar schlimmeres bezeichnet werden. Auch hier gilt allerdings, daß manche gleicher sind. Ich zähle mich im weiteren Sinne dazu. Immerhin bin ich selbst halber Einwanderer und war sogar mehr als zehn Jahre mit einer Einwanderin verheiratet. Ich habe mir das, zumindest den halben Einwanderer, nicht selbst ausgesucht. Ich wurde sozusagen erwählt. Deswegen gehöre ich wahrscheinlich auch nicht zu denen, die anderen das Sprechen oder gar das Denken verbieten wollen. Ganz im Gegenteil! Allen, die immer noch mit ihren deutschen Vätern und Vorvätern hadern, rufe ich diesen Satz aus Sabine Bodes Buch "Die Deutsche Krankheit - German Angst" (Seite 145) zu: "Nur ein einzelner kann sich schuldig machen, weshalb der Begriff 'Kollektivschuld' in Debatten über unsere Vergangenheitsbewältigung schon lange nicht mehr auftaucht." Das letzte Wort zum Thema Einwanderer überlasse ich Bob Dylan, der eigentlich Robert Zimmermann heißt, und dessen Vorfahren selbst einmal Einwanderer waren. Der Song "I pity the poor immigrant" stammt von dem bereits erwähnten Album "John Wesley Harding", und wer des englischen nicht mächtig ist, für den erlaube ich mir den Text mit meinen eigenen Worten zusammenzufassen: "Nicht jeder Einwanderer ist automatisch ein guter Mensch":

I pity the poor immigrant
Who wishes he would've stayed home,
Who uses all his power to do evil
But in the end is always left alone.
That man whom with his fingers cheats
And who lies with ev'ry breath,
Who passionately hates his life
And likewise, fears his death.

Lyrics Bob Dylan
Foto&Text TaxiBerlin

"DER BÖSE BOTE"


Konzert JA, aber welche Show?

Bob Dylan, der von einigen auch nur "Der Meister" genannt wird, und dieses Jahr immerhin 72 Jahre alt geworden ist, beglückt Berlin auf seiner "Never ending Tour" im Oktober gleich mit zwei Konzerten. Da ich bereits auf einigen seiner Konzerten war, sei mir die Frage erlaubt, von welcher "Show" im Zusammenhang mit seinen Konzerten die Rede ist. Ist es das 3x "Thank you" in Richtung Publikum? Oder sein 2x Zucken in den Knien? Oder doch die einmalige Ansage seines Konzerts, die sich seit Dezember 2002 nicht verändert hat und immer mit "Columbia Records Artist Bob Dylan" endet, obwohl Columbia längst von Sony gekauft war. Wer noch nie auf einem Bob Dylan Konzert war, sei hiermit vorgewarnt. Der Meister macht keine Show! Er kommuniziert auch nicht mit seinem Publikum. Alles, was er zu sagen hat, sagt er durch seine Lieder. Und die wagt er sich dann auch noch, jedes mal in einem anderen "Gewand" vorzutragen. Es kann wirklich sein, daß du seinen Klassiker "Blowin' in the wind" nicht erkennst, wenn du nicht absolut Textsicher bist. Gut, das kann mir nicht passieren. Aber das ist auch nicht der Grund, warum ich noch nicht weiß, ob ich zu einem seiner Konzerte ins Tempodrom gehen werde. Das hat ehrlich gesagt - Sorry Bobby! - mehr mit dem Eintrittspreis zu tun. Der liegt bei knapp einhundert Euro und übersteigt damit "ein ganz klein wenig" mein Budget als Taxifahrer. Im Übrigen hat Dylan, zumindest meiner Meinung nach, bereits in der Vergangenheit in seinen Liedern alles gesagt, was man im Leben wissen und auch beherzigen sollte. Sogar zum Fall Snowden hat er sich schon geäußert, und zwar bereits vor 45 Jahren auf seiner Scheibe "John Wesley Harding" in dem Song "The wicked messenger" ("Der böse Bote"). Der endet mit dem Rat: "If you can not bring good news, then don't bring any!" ("Wenn du keine guten Nachrichten bringen kannst, dann bring gar keine!")

PS: Habe ganz vergessen zu erwähnen, daß "Der Meister" gar nicht singen kann, weswegen er von manchen auch liebevoll "Der Nicht-Sänger" genannt wird. Vielleicht ist das ja die Show?!

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10.07.2013

NOCHMAL "BAUSTELLENMELDER"


Man kann auch anrufen ... (es hilft aber auch nichts!)

Ich habe mir jetzt mal den Spaß gemacht, und mir den "Baustellenmelder" unseres Verkehrsministers im Internet genauer angesehen. Mit Erstaunen musste ich feststellen, daß man dort nur "Schlafbaustellen" auf Autobahnen melden kann. Zum Glück stand da noch 'ne Nummer, und die habe ich dann mal angerufen. Die Frau am anderen Ende der Leitung war ganz nett, bestätigte mir aber, was ich bereits wusste, und zwar daß sie für innerstädtische Dauerbaustellen nicht zuständig ist. Nachdem ich ihr sagte, daß ich für Berlin gleich 'ne ganze Liste an "Schlafbaustellen" hätte, bat sie mich, doch mal anzufangen. Also fange ich mit der Dauerbaustelle in der Invalidenstraße an und schon muss sie herzhaft lachen. Ich frage, wieso sie lachen würde. Ich finde das nicht witzig. Sie schon, weil sich in der Invalidenstraße das Bundesverkehrsministerium befindet, aus dem heraus sie gerade mit mir telefoniert.

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OSAMA BIN LADEN IM FRIEDRICHSHAIN


Osama Bin Laden (?) Skulptur (Detail)

Mein Fahrgast war sich sicher. Das ist Bin Laden, da an der Boxhagener Ecke Wühlischstraße. Also ich weiß nicht. Spätestens nachdem bekannt geworden ist, daß der zum Schluss einen Cowboyhut mit breiter Krempe getragen hat, damit ihn die Amis auf ihren Satellitenbildern nicht erkennen, ist das doch eher unwahrscheinlich. Was aber stimmen soll, ist, daß er wie die Skulptur keinen Bart mehr hatte, weswegen er auch nicht erkannt wurde, als er mal zu schnell zum Einkaufen zum Markt gefahren ist. Gut, das mögen jetzt Details sein, die nur Autofahrer und Amerikaner interessieren. Das sah auch mein Fahrgast so. Aber apropos Amerikaner: Weiß jemand, warum die Osama Bin Laden offiziell nie wegen den Anschlägen vom 11. September 2001 angeklagt haben?

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09.07.2013

EDWARD SNOWDEN? NIE GEHÖRT!


Revaler Straße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Heute war ich auf der Suche nach einem Team Edward Shirt im Kiez. Warum mein Geld einem anonymen Anbieter im Internet nachwerfen, wenn ich das selbe bei mir um die Ecke finden kann, dachte ich bei mir. Die Suche gestaltete sich nicht einfach, um nicht zu sagen: kompliziert. Läden gibt es ja jede Menge, aber immer nur für Dinge, die kein Mensch wirklich braucht. Nach einer knappen Stunde wurde ich dann doch fündig, und zwar in der Revaler Straße. Den Laden Mad in Berlin kannte ich bereits aus dem Internet. Der Verkäufer konnte mit Team Edward erstmal nichts anfangen. OK, dachte ich mir, vielleicht ist das schon zu speziell. Deswegen fragte ich ihn, ob er Edward Snowden kennen würde. Wiederum verneinte er. Jetzt war ich mir nicht sicher, ob er mich vielleicht verarschen wolle. Zur Sicherheit fragte ich nochmal, ob er wirklich nicht Edward Snowden kennt. Nun wurde er etwas ungehalten, und ich zog es vor seinen Laden zu verlassen. Draußen wurde mir dann klar, warum der Verkäufer ungemütlich geworden war. Er hat Edward Snowden für eine neue T-Shirt Marke gehalten, die er offensichtlich noch nicht kannte. Naja, irgendwie hat er da ja gar nicht so unrecht ...

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DER VERKEHRSMINISTER EMPFIEHLT: "BAUSTELLENMELDER"


Berliner Bettenhaus Werbung (Detail)

Ein Berliner Bettenhaus hat bereits auf unseren Verkehrsminister und seinen "Baustellenmelder" reagiert, weil er endlich ausgeschlafen hat. Nicht umsonst heißen die Dauerbaustellen bei ihm "Schlafbaustellen". Aber egal ob Dauerbaustelle oder "Schlafbaustelle", was passiert mit ihnen, nachdem sie gemeldet worden sind? Ich sage es dir: Nichts! Weil es nichts anderes als Wahlkampf ist. Kauf dir lieber einen Bauhelm, setze ihn dir auf oder lege ihn in dein Auto - diese Form des Protestes ist effektiver! Und in der Tat wurden in den Wochen vor dem Erwachen unseres Verkehrsministers bereits mehrere Fahrzeuge mit Bauhelmen in unserer Stadt gesichtet. Mach mit, bevor es zu spät ist und es keine Baustellen Bauhelme mehr gibt!

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08.07.2013

IM TAXI MIT EDWARD SNOWDEN



Daß es bei mir am Wochenende nicht lief, das muss der Wahrheit wegen mal gesagt werden, lag auch an mir selbst. Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Zeit zum Taxifahren. Erstmal musste ich mir ein T-Shirt mit der Aufschrift Team Edward machen lassen. Ein alter Geheimdienstrick! Fällt garantiert weniger auf als ein Schild mit Mr. Whistleblower. Wer schaut schon auf ein T-Shirt?! Edward hatte mir zwar geschrieben, wann er ankommt, aber nicht wo. Big Brother weiß eben auch nicht alles. Edward war sich sicher, daß es längst nur noch einen Flughafen in Berlin gibt, obwohl der ja gar nicht mehr zu Berlin gehören würde. Aber für solche Details interessieren die sich natürlich gar nicht. Erstmal alles speichern, beschäftigen können wir uns später damit, ist ja deren Devise. Daß ich Edward dann doch noch gefunden habe, war ein großes Glück und vor allem meiner erfahrenen Taxi-Spürnase und meinem ausgeprägten Bullshit-Detektor zu verdanken. Eddi wollte erstmal ein richtiges Bier. Diese amerikanische Bullenpisse, erklärte er mir, kann ja kein Mensch saufen. Außerdem dürfte man die dort nicht in der Öffentlichkeit trinken. Und selbst im Auto, sogar als Beifahrer, müsste man sie "covern". Das musst du dir mal vorstellen! Nur wegen diesem ständigen "covern" wäre er zum Geheimdienst gekommen. Da macht ihm jetzt keiner mehr was vor. Eine kleine Enttäuschung war es für ihn deswegen dann schon, daß er bei mir im Taxi sein Bier nicht verstecken muss, sondern es einfach so trinken kann. Nach dem Bier musste ich ihm dann erstmal Bericht erstatten über die Lage in Berlin und überhaupt. Beispielsweise darüber, daß es selbst in Berlin Leute gibt, die nicht verstehen, daß er seine Geschichte nicht verkauft hat. Geld ist nicht alles, meinte Edward darauf zu mir, um fortzufahren, daß es für ihn wichtiger sei, sich morgens noch im Spiegel angucken zu können. Und überhaupt, wozu hat man Freunde, schloss Edward seine kurzen Ausführungen. Recht hast du, Eddi!

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DIE WELT VON HEUTE


trifft auf Sprüche von gestern

Das Wochenende war, so die übereinstimmende Meinung Berliner Taxifahrer, "nicht die Welt". Trotzdem waren die Straßen voll, was zusätzlich nervt. Was war geschehen? Offiziell ging die Modemesse bis Sonntag. Aber wie das immer so ist mit dieses Business-Typen, die interessieren sich für unsere Stadt einen Dreck. Die wollen nur eins: ihre Scheiß Geschäfte machen und am Wochenende zurück bei Mutti und Vati oder bei ihrem Partner oder ihrer Partnerin sein. Dagegen wäre prinzipiell nichts einzuwenden, wenn der Berliner Taxifahrer nicht seit Jahren immer mehr von Business-Typen und Touristen abhängig wäre. Berliner Fahrgäste sind eine aussterbende Spezies. Mein Taxilehrer hat uns seinerzeit noch vor den Berliner-Eckkneipen gewarnt. Da sollte man zuallererst reingehen und sich seinen Fahrgast anschauen, ob der überhaupt noch transportfähig ist. Das Problem hat sich lange erledigt. Spätestens seit Hartz Vier rufen die nämlich gar nicht mehr an!

Ich komme eigentlich auch nur drauf, weil es neuerdings eine englische Version von "Stuttgart 634 km" gibt, und zwar "Back to Brooklyn". Aber jetzt mal im Ernst: Was haben uns die Neu-Berliner in den letzten zwanzig Jahren gebracht? Kennt jemand ein Buch eines zugezogenen Berliners, das Wert wäre gelesen zu werden? Liest jemand heutzutage ernsthaft noch Wladimir Kaminer? Daß seine Bücher weiterhin gekauft werden, bezweifle ich nicht! Die Frage ist nur: Von wem? Kennt jemand "Die Wahrheit über Berlin" von Peter Baharov? "Seine" Wahrheit über Berlin ist ein Witz! Baharov hätte lieber über seine Flucht aus Bulgarien schreiben sollen. Mit den aus dem westlichen Ausland zugezogenen Neu-Berlinern verhält es sich genauso. Mir ist kein einziges fremdsprachiges Buch über Berlin bekannt, das sich zu lesen lohnt. Wie denn auch?! Guck dir doch nur diese blutarmen Gestalten in Läden wie das St. Oberholz am Rosenthaler Platz an. Möchtest du etwas von denen lesen? Vielleicht noch was aus deren langweilen Leben? Also ich nicht!

Nun scheint es Hoffnung am Horizont zu geben. Ich habe es zugegebenermaßen aus dem Spiegel erfahren, der auch nicht mehr das ist, was er mal war. Ein gewisser Ulrich Gutmair hat ein Buch mit dem Titel "Die ersten Tage von Berlin" geschrieben, was nun im Tropen Verlag Stuttgart (kein Witz!) erschienen ist. Ich habe es ehrlich gesagt noch nicht gelesen, doch bei folgenden Worten von Gerd Harry Lybke bereits ein Déjà vu gehabt: "Geld spielte keine Rolle damals, für Geld bekam man nichts." Der ein oder andere wird jetzt sagen, ups, das kollidiert nun aber doch mit dem ersten Absatz. Weit gefehlt! Denn das, was es damals umsonst gab, gibt es sowieso nicht mehr, seit irgendwann immer mehr Leute mit ihrem Scheiß Geld in die Stadt kamen. Und davon wollen wir nun auch nur den Teil, der uns zusteht. Das ist nur Recht und für die sogar noch billig!

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UND ICH DACHTE, DIE HÄTTEN SICH AUFGELÖST


Neues Album einer aufgelösten Band/e

Die dritte Generation der RAF (Rote Armee Fraktion). Aufgelöst angeblich nach dem Rohwedder-Attentat. (Kennt noch einer Detlev Karsten Rohwedder?) Anscheinend haben die sich nun doch nicht aufgelöst. Aber haben die dann trotzdem Rohwedder erschossen?

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07.07.2013

HYSTERIE IM PRENZLAUER BERG


früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

Normalerweise sind ja eher Frauen von Hysterie betroffen. Im Prenzlauer Berg ist aber auch hier manches anders. Der junge Mann glaubte ernsthaft, er könne sich der allgemeinen Verfolgung durch NSA und BND entziehen, indem er bei der Taxizentrale einfach seinen Namen nicht sagt, sondern sich EIN HERR nennt. Die einzige Folge dieser "Verschlüsselung" hätte aber nur sein können, daß gar keine Taxe bei ihm vorbeischaut. Angesichts dieser Vorgeschichte konnte er nicht nur froh sein, daß ich mich zu ihm auf den Weg gemacht habe, sondern auch darüber, daß ich ihn darüber aufgeklärt habe, daß seine Nummer und sein Name sowieso schon gespeichert sind.

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SPRÜCHE VON VORGESTERN


Danziger Straße / früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

Noch sind sie unter uns, die Sprüche von vorgestern. Aber auch hier stellt sich die Frage: Wie lange NOCH? Daß der Spruch nicht mehr aktuell ist, liegt nicht etwa daran, daß NETT seit einiger Zeit der kleine Bruder von SCHEIßE ist, sondern daran, daß Mieter heute vor allem eines sein sollen: SOLVENT! (Und nette Vermieter sind ja sowieso schon lange praktisch AUSGESTORBEN.)

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06.07.2013

WAHRE LÜGEN oder WAS IST FALSCH AN DIESEM FOTO?


Berliner Dixi-Klo Außenwerbung (Detail)

Gestern war es wieder so weit. Ein weiblicher Fahrgast (Fahrgästin?) wollte wissen, wo ich hingehe (besser: hinfahre), wenn ich mal muss. Wie genau sie auf diese doch etwas spezielle Frage kam, kann ich gar nicht mehr sagen. Vielleicht lag es daran, daß wir gerade eine der baustellenbedingt zahlreichen Dixi-Klos in unserer Stadt passierten. Auch wenn viele von denen unverschlossen sind, obwohl sie doch ganz einfach mit einem Vorhängeschloss vor "Fremdpinklern" und "Fremdscheißern" geschützt werden könnten, ziehe ich persönlich eine Möglichkeit vor, wo ich mir danach gepflegt die Hände waschen kann, erklärte ich der nicht mehr ganz jungen Frau auf dem Rücksitz. Neuerdings kommt hinzu, fuhr ich fort, daß ich mich von der Werbung (Foto) nicht nur nicht angesprochen, sondern regelrecht verarscht fühle. Sie dir mal den stilisierten Mann an! Steht so ein Mann da? Nein! Auch nicht, wenn er mal muss! So stehen nur Frauen da, bestätigte mir auch mein Fahrgast. Männer würden sich in dieser Pose nämlich was abklemmen, was der liebe Gott den Frauen vorenthalten hat - auch primäre Geschlechtsorgane genannt. Auch hier musste mir mein Fahrgast Recht geben. Jetzt war es nur noch ein kurzer Weg zum Fall Snowden, zumindest für die nicht mehr ganz so junge Frau, die, wie mir nun klar wurde, auch einer anderen Zeit entsprungen sein musste. Was gerade in Sachen Whistleblower passiert, sei wie diese Werbung, meinte sie. Wir werden komplett verarscht. Aus Weiß wird Schwarz gemacht, und umgedreht. Spätestens seit Orwell keine wirkliche Überraschung mehr. Aber wenn dann doch der Eine kommt, der sagt, daß der Kaiser keine Kleider trägt, sind wir immer wieder aufs Neue erstaunt. Alleine deswegen ist Snowden für sie ein Held. Und warum viele, selbst in Deutschland, darauf eher gleichgültig reagieren, liegt ihrer Meinung nach daran, daß sie immer noch zu viel zu verlieren hätten. Dem musste ich zustimmen, um hinzuzufügen, daß selbst Gemeine Grabbler und Linke Linke, die sonst zu jedem Scheiß eine politisch korrekte Meinung haben, offensichtlich auch einiges zu verlieren haben.

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05.07.2013

WER JETZT WHISTLEBLOWER WERDEN WILL ...




oder wer sich auch nur auf den Weg nach Moskau machen möchte, um Edward Snowden, der vermutlich eher beim russischen Geheimdienst als im Flughafentransit anzutreffen ist, dort rauszuholen, sollte sich unbedingt vorher dieses Interview ansehen. Der Job scheint nicht ganz ungefährlich zu sein ...

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ASYL FÜR EDWARD SNOWDEN DEMO IN BERLIN



Gestern am Brandenburger Tor

Ein erstes Foto und einen merkwürdigen Bericht gab es bei Zeit-Online, aus dem weder hervorgeht, wo noch wann genau diese Demo in Berlin stattgefunden hat. Zum Glück erfährt man es im Internet - noch! Was war das für ein Skandal damals, als die Abhörpraktiken der Stasi bekannt geworden waren?! Schnüffeln schien ein speziell real-sozialistisches aber vor allen Dingen ein ost-deutsches Phänomen zu sein. "Wir sind das Volk" hatte die Wahl zwischen "Freiheit" und "Sozialismus", obwohl die zwischen "Kapitalismus" und "Sozialismus" richtiger gewesen wäre. Daß es mit der "Freiheit" im "Kapitalismus" nicht so weit her ist, dürfte nun auch dem letzten klar geworden sein. Mich als "Mobilen Samariter" interessiert eigentlich nur noch eine Frage: Wie geht es all den kleinen "Sicherheitsnadeln" von heute?

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04.07.2013

FASHION WEEK BERLIN oder WIE LANGE NOCH?


Berlin Shirt (Detail)

Pünktlich zur Fashion Week endlich mal ein kreatives T-Shirt Motiv! Oder doch nur Schnee von gestern? Fakt ist, daß Berlin mit jedem Tag langweiliger wird. Du kannst förmlich zusehen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß viele davon nichts mitbekommen und weiterhin behaupten: "Berlin ist aber schön geworden ..." Alles Quatsch! Schau dir die Stadt jetzt an und erinnere dich daran, wie es damals in den Neunzigern war. Solltest du seinerzeit noch nicht da gewesen sein, dann frage jemanden, der hier war. Neuerdings soll es einen speziellen Service geben, der es Neu-Berlinern ermöglicht, "richtige" Berliner kennenzulernen. Die Dienstleistung ist aber nicht umsonst - also nichts für Gemeine Grabbler!

PS: Was den Slogan auf dem T-Shirt (Foto) angeht, so liegt die Betonung auf dem kleinen Wort STILL in der Mitte, denn ich frage mich jeden Tag aufs Neue: Wie lange eigentlich NOCH?

03.07.2013

TAXIBERLIN FORDERT: POLITISCHES ASYL FÜR EDWARD SNOWDEN IN BERLIN


Hardenbergstraße / früher Wilmersdorf / jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf

Mein Freund und Kollege Robert Weber hat darüber bereits eine schöne Geschichte geschrieben, "Wie es sein könnte", oder besser: "Wie es sein sollte!" Nun fordert TaxiBerlin, der vor einiger Zeit bereits zum Bürgerprotest gegen den Baustellenwahn in unser Stadt aufgerufen hatte, Politisches Asyl für Edward Snowden in Berlin. Du kannst dich dieser Forderung ganz einfach anschließen, indem du einen Kommentar zu diesem Beitrag hinterlässt.

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FRIEDENSNOBELPREIS FÜR BIG BROTHER ABER KEIN ASYL FÜR WHISTLEBLOWER


Willkommen beim Heuchler

Das ist die Welt, in der wir leben: Big Brother bekommt den Friedensnobelpreis, aber ein Whistleblower bekommt kein Asyl. Welcome to Hypocrisy - The Post Political Correctness! Keine Ahnung was schlimmer ist: Im Zelt auf dem Oranienplatz oder im Transit auf dem Moskauer Flughafen. Zumindest hat Snowden kein Problem mit der Residenzpflicht. (Wer keine Residenz hat, kann kein Problem mit der Residenzpflicht haben.) Die schnelle Entscheidung, ihm kein Asyl zu gewähren, ist nicht nur ein Skandal (Snowden gehört genauso eine neue Existenz verschafft wie den Whistleblowern von Schweizer Steuerdaten), sondern auch ein weiterer Beweis dafür, daß das Asylrecht reformiert gehört.

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FRAGE NICHT, WAS DEINE STADT FÜR DICH TUN KANN (FORTSETZUNG)


Supamolly / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

FRAGE LIEBER, WAS DU FÜR DEINE STADT TUN KANNST!

PS: ASYL FÜR SNOWDEN IN BERLIN!

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FRAGE NICHT, WAS DEINE STADT FÜR DICH TUN KANN


Siegfriedstraße / früher Neukölln / heute Neukölln

FRAGE LIEBER, WAS DU FÜR DEINE STADT TUN KANNST!

PS: UND LASST DEN SNOWDEN REIN - IHR PENNER!

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02.07.2013

MERCEDES BENZ STERN SCHUTZ (FÜR CLAUDIA)


Protektor für abgebrochenen Mercedes-Sterne (Modell)

Fast hätte ich ihn nicht erkannt, als er mir pünktlich zur Fashion Week mit seinem schicken Anzug einstieg. Ende der Neunziger hatte ich ihn mal in seinem besetzten Haus in Mitte besucht. Im Flur seiner Wohnung, das weiß ich noch wie heute, hingen abgebrochene Mercedes Sterne von der Decke. "Die Sterne vom Himmel holen" hieß das damals. Heute ist er, der Ex-Linke, Hausbesitzer. Sein Geld hat er übrigens mit Protektoren für abgebrochene Mercedes-Sterne gemacht. Aber die Geschäfte gehen schlecht. Kaum jemand klaut noch Mercedes-Sterne, vom abbrechen ganz zu schweigen. Zum Glück war's nur 'ne Kurzstrecke. Sonst hätte er mich wahrscheinlich als nächstes gefragt, ob ich ihm nicht unter die Arme greifen könne ...

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MARZAHN AUF VIETNAMESISCH


Schriftprobe (vietnamesisch)

Beim besten Willen, der Typ ist nicht zu verstehen, auch nicht nach dem zehnten Versuch. Erst als er es mir aufschreibt (Foto), bekomme ich eine Ahnung davon, wo er hinwollen könnte.

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01.07.2013

BITTE VORFAHRT BEACHTEN


Ein Schwab kommt selten allein ...

Während ich in der verlängerten Sackgasse festsitze, nutze ich die Zeit, endlich meine zwei kleinen Umfragen (rechts von diesem Beitrag) auszuwerten. Eine Zeit lang sah es so aus, als würde irgendjemand die Abstimmung blockieren. Zum Schluss waren aber doch ein paar Stimmen im Pott. Inwieweit diese bei dieser Vorgeschichte repräsentativ sind, ist schwer zu sagen. Wagen wir uns trotzdem an die Interpretation: Ausgangspunkt ist der aus Stuttgart zugezogene Taxiblogger, der allen Ernstes behauptet, daß "Eine Verwandte" für die eigene Mutter mehrheitsfähig wäre. Dem kann nicht nur, NEIN, dem muss ab sofort entschieden widersprochen werden. Neben der sich nach Marzahn verirrten Krämerseele war nur noch ein weiterer Kleingeist dieser Meinung. Das sind zwar zusammen immerhin schon 25 Prozent der abgegeben Stimmen, führt aber trotzdem nicht dazu, daß man alleine durch die Bezeichnung "Eine Verwandte" für die eigene Mutter "etwaige Verluste" sozialisieren kann. Die eigentliche Überraschung der Abstimmung sind die zwei Stimmen dafür, die eigene Frau/Freundin "Mutti" zu nennen. Das sind immerhin 33 Prozent und ein Beweis dafür, daß "Mutti" als Bezeichnung keineswegs OUT ist. Interessant ist noch die eine Stimme dafür, die eigene Frau/Freundin "Eine Bekannte" zu nennen. Das sollte zwar normalerweise rein genetisch so sein (die eigene Frau/Freundin ist keine Verwandte), führt aber ebenfalls nicht zur bereits genannten Möglichkeit "etwaige Verluste" sozialisieren zu können. Ob das nun der Hintergrund für die Wahl von "Eine Bekannte" für die eigene Frau/Freundin war, darüber lässt sich nur spekulieren. Meinem Auftrag zur Aufklärung dieses möglichen Missverständnisses bin ich zumindest gerecht geworden.

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ZUR VERLÄNGERTEN SACKGASSE


900 Meter Sackgasse mehr

Seit einer Woche stecke ich nun in einer baustellenbedingten Sackgasse fest, in die mich eine Einbahnstraße und ein kurzer Moment der Ablenkung hineingelotst haben. Nachdem der Nahe Kaiser's-Supermarkt mit einem Baustellenrabatt für die in der Sackgasse festsitzenden reagiert hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich diese, wie ich bereits befürchtete, komplett mit Automobilen füllen würde. Heute früh nun die Erleichterung: Bauarbeiten kommen. Dann die Ernüchterung: Nicht, um die Arbeiten an der Baustelle zu beenden, damit wir endlich aus der Sackgasse kommen. NEIN! Wie so oft in Berlin, wird nicht am ursächlichen Problem gearbeitet, sondern nur an den Symptomen rumgedoktert. Die Sackgasse wurde auf 900 Meter verlängert, um mehr Platz für neue Autos zu schaffen.

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