31.03.2013

DREI DINGE - EIGENTLICH VIER


Berliner Taxihalte / Auguststraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Erstens: Wenn uns nicht zu Ostern traditionell sämtliche Schwule dieser Welt mit ihren Eiern beglücken würden, sähe es ziemlich mau aus in der City. TaxiBerlin hat bereits letztes Jahr angeregt, einen Gay Gedächtnis Baum zu pflanzen.

Zweitens: Krise hin oder her. Es bedarf nur eines Schließungstages (Karfreitag) außer der Reihe und der Deutsche verfällt den Tag drauf (Ostersamstag) in kollektiven Kaufzwang. Wer Körperkontakt sucht, darf diesen Tag auf keinen Fall verpassen! (Nächster Termin: Dienstag nach Ostern!)

Drittens: Daß man die Praxisgebühr hierzulande zwar nach der Sommerzeit eingeführt aber vor ihr auch schon wieder abgeschafft hat, grenzt schon an ein kleines Wunder. Selbst als Langschläfer tangiert es mich nur peripher, daß es ab sofort früh länger dunkel ist. Was ich sagen will: Die Sommerzeit braucht kein Mensch und niemand wird sie vermissen - Abschaffen!

Und Viertens: Nicht vergessen - jetzt beginnt die Durststrecke! Eine alte Taxi-Weisheit besagt: Zwischen Ostern und Pfingsten ist es am geringsten.

PS: Christus ist auferstanden - allerdings erst morgen!

Foto&Text TaxiBerlin

30.03.2013

DAS NEUE BERLIN ODER WERBUNG MIT KINDERN


Vattenfall Werbung (Detail)

Baustellen sind zweifellos ein großes Problem in Berlin. Wer sollte das besser wissen als ein Berliner Taxifahrer?! TaxiBerlin hat dies mehrfach thematisiert und sogar eine eigene Protestaktion gestartet. Jetzt springt ausgerechnet ein zugezogener Konzern auf den "Protest-Zug" auf, der gerade 1500 Stellen in ganz Deutschland abbaut. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, macht er auch noch Werbung mit einem spielenden Kind. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich muss bei Werbung mit Kindern immer an Kinder denken, die von ihren Eltern zum Betteln auf die Straße geschickt werden.

Foto&Text TaxiBerlin

29.03.2013

DAS NEUE BERLIN ODER WIE WIR MORGEN WOHNEN WERDEN


Ausverkauf in Berlin

Einige wissen heute gar nicht mehr, wie wir früher gelebt haben. Auch wir haben damals in den großen Altbauwohnungen mit den hohen Decken gewohnt. Ausgesucht haben wir uns die Wohnung übrigens selbst. Wohnungsbesichtigungen mit Hunderten von Mitbewerbern? Was ist das denn?! Schlechte Zeiten waren das für Makler. Und auch für Luxussanierer. Gute Zeiten für Haus- und Wohnungsbesetzer.

Gestern habe ich einen Umzug gefahren. Sämtliche Sachen der jungen Frau passten in meine Taxe. Um ihre Miete bezahlen zu können, hatte sie bereits alles andere verkauft. Jetzt blieb ihr nichts weiter übrig, als aus dem Altbau mit den hohen Decken auszuziehen. Gerade noch rechtzeitig. Nach Ostern soll (Überraschung, Überraschung) die Luxussanierung beginnen.

Die junge Frau wohnt jetzt in der Platte. Hohe Decken? Fehlanzeige! Deckenlampen brauchen nur noch kurze Kabelenden. Zum Glück hatte sie auch die Wandschränke schon verkauft. An den neuen Wänden hält einfach nichts. Dabei hat die junge Frau noch Glück gehabt. Sie wohnt NOCH nicht am Stadtrand. Und auch bei ihr im Block stehen ihre Chancen gut. Sie ist dort definitiv die jüngste ...

Foto&Text TaxiBerlin

28.03.2013

DAS NEUE BERLIN ODER VERRATEN UND VERKAUFT


Mühlenstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Nachdem wir gestern gelernt haben, daß Denkmalschutz nicht gleich Denkmalschutz ist, müssen wir heute zur Kenntnis nehmen, daß "arm aber sexy" Klaus, der irgendwann einmal sowohl das Erste als auch das Zweite Juristische Staatsexamen bestanden haben soll, jetzt doch nicht mehr "grundsätzlich" gegen den Bau von Luxuswohnungen auf dem Todesstreifens hinter der East Side Gallery ist, und zwar aus dem einfachen Grund, weil sie "rechtens" sein sollen. Offensichtlich hat es sich noch nicht bis zu den Volljuristen herumgesprochen, daß nicht alles was "rechtens" auch "richtig" ist.

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27.03.2013

"BERLINS LETZTE TAXE"



Im Kino Krokodil / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Stell dir all die Party People vor, die du kennst. Stell dir weiterhin vor, daß die nicht nur im Kopf sondern auch körperlich krank sind, dich sowieso nicht bezahlen, die Straßen mehr aus Löchern denn aus Straße bestehen und du eins von dreizehn verbliebenen Taxen bist, die diese Leute Tag für Tag, Nacht für Nacht durch die Gegend fahren müssen. Selbst wenn dir das gelingen sollte, bist du immer noch weit von dem entfernt, was dich in "Sofia's Last Ambulance" erwartet. Ein großartiger Film übers Helfen und natürlich übers Autofahren in einer europäischen Metropole.

Foto&Text TaxiBerlin

DAS NEUE BERLIN ODER BERLINER DENKMALSCHUTZ


Mühlenstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Denkmalschutz ist offensichtlich nicht gleich Denkmalschutz. Kauf du mal ein denkmalgeschütztes Haus und versuche es dann abzureißen. Bevor du den ersten Stein abtragen kannst, wirst du die Bullen auf deinem Grundstück haben, die dich am Abriss hindern. Nicht so in Berlin! Hier bekommst du für den Abriss sogar noch Polizeischutz. Verkehrte Welt, denkst du? Nein - Realität in Neuen Berlin!

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26.03.2013

GESCHÄFTSMODELLE BEIM TAXIFAHREN


Messedamm / früher Charlottenburg / jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf

Auch beim Taxifahren gibt es, was viele nicht wissen, verschiedene Geschäftsmodelle. Grundsätzlich kann man zwischen Jäger und Sammler unterscheiden. Die Jäger sind dabei die Draufgänger, die durch die Gegend fahren und ihre Fahrgäste von der Straße "sammeln". Die sogenannten Sammler sind dagegen die Langweiler, die überall rumstehen und darauf warten, daß ihnen jemand einsteigt. Als ich am vergangenen Wochenende Sammler vor der Fahrradmesse auf Fahrgäste warten sah, war ich drauf und dran meine Meinung zu ändern. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich aber, daß die sich dort bereithaltenden Kollegen Sammler nicht wirklich mutig sondern einfach nur bekloppt sind.

Foto&Text TaxiBerlin

25.03.2013

DAS NEUE BERLIN


Quittung / Receipt (Detail)

Was aussieht wie ein Rezept vom Onkel Doktor ist eine Quittung für eine Taxifahrt. Gab es früher noch ganze Schichten, ach was sage ich: ganze Wochenenden!, ohne daß ich auch nur eine ausstellen musste, gibt es heute kaum noch eine Fahrt, wo ich nicht um ein Autogramm gebeten werde. Keine Ahnung, was die alle mit den Quittungen machen. Neuerdings werden sogar welche verlangt von Leuten, die Samstag Nacht zum Club fahren. Ich wusste noch gar nicht, daß auch sowas interessant sein könnte für's Finanzamt. Aber was weiß ich denn!? Vielleicht wird die Quittung auch nur gebraucht, weil's die Kohle von Mutti und Vati zurückgibt, und damit die lieben "Kleinen" nichts "Schlimmeres" mit deren Geld anstellen.

Foto&Text TaxiBerlin

24.03.2013

BERLIN - ALLES IST MÖGLICH


Frankfurter Allee / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Ziemlich genau da, wo vor drei Jahren das stand, sieht es heute so (Foto oben) aus. Ist in Berlin also doch noch alles möglich? Um diese Frage geht es auch immer wieder bei mir im Taxi. Da gibt es die Meinung, daß Berlin ja so schön geworden wäre in den letzten Jahren, von Leuten, die gar nicht wissen, wovon sie reden. Andere wiederum meinen, daß auch heute vielleicht nicht mehr alles wie in den Neunzigern, aber doch noch so einiges möglich ist. Die Wahrheit lügt bekanntlich in der Mitte ...

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23.03.2013

SPACKENALARM - DIE HIGHLIGHTS


"Kollege" Spacken

Spacken gibt es nicht nur unter den Fahrgästen sondern auch unter den Taxifahrern - die sogenannten "Kollegen". Man erkennt sie daran, daß sie mit ihrer Karre immer und überall im Weg herumstehen. Beispielsweise beim Laden oder Ausladen von Fahrgästen, oder eben auch direkt auf der Kreuzung wie auf dem Foto oben.

Foto&Text TaxiBerlin

22.03.2013

KINDER, WOLLT IHR EWIG PARTY?


Berliner Nachtclub (Detail)

Viele denken heute, sie hätten ihre "Midlife-Crisis" bereits mit Mitte Zwanzig gehabt. Aber wie soll das gehen, wenn die Kindheit erst mit Anfang Fünfzig zu Ende geht?! Was, du glaubst mir nicht? Dann schau dich um, wie viele Kinder heutzutage Kinder kriegen! Und die, also die "Kindeskinder", werden wohl nie erwachsen werden, sondern bis zum "Ende aller Tage" Party machen.

Foto&Text TaxiBerlin

20.03.2013

SPACKENALARM - DIE HIGHLIGHTS


Anti-Spacken-Protest

Diese Fahrgäste waren nicht für mich. Ich sah sie, aber sie sahen mich nicht. Das lag nicht nur daran, daß sie auf der anderen Straßenseite standen und in die verkehrte Richtung sahen. Die beiden Spacken, die aussahen wie zwei gottverdammte Klugscheißer, wollten natürlich Kurzstrecke fahren. Das Problem war, daß selbst zwei Kurzstrecken für die Strecke, die sie fahren wollten, nicht gereicht hätten. Die beiden Spacken wohnten  in Mitte (wo sonst?), wussten aber nicht wo sich ihre Hausnummer befindet. Bevor sie "googeln" konnten, wo sie wohnen, hatte ich es bereits in meinem Plan gefunden. Plötzlich wollten sie keine Kurzstrecke mehr fahren. Warum ich das im Taxameter nicht einfach ändern konnte, wollten die beiden Unterbelichteten natürlich nicht verstehen. Zum Schluss kam das, was kommen musste: Der große Show-Down. Warum das Taxameter plötzlich den normalen Fahrpreis anzeigt? Und ob ich sie verarschen will? Das würden sie nicht bezahlen! Sie wären keine dummen Touristen! Natürlich haben sie bezahlt. Man muss diesen Leuten nur sagen, was man von ihnen hält. In einem Punkt haben sie nämlich recht. Sie sind keine dummen Touristen. Sie sind einfach nur dämliche Vollspacken. Allerdings: Die sind nicht für mich!

Foto&Text TaxiBerlin

19.03.2013

"MEIN FREUND, DER SALAFIST"


Werbung (Detail)

"Mein Freund, der Salafist" ist der Titel eines Artikels im Spiegel von vergangener Woche. In ihm wird unter anderem auch versucht eine Antwort auf die Frage zu finden, warum jemand hierzulande Muslim wird. Der Autor Takis Würger berichtet über einen Deutschen, der Muslim geworden und nach Ägypten ausgewandert ist. Der spektakulärste Teil der Geschichte ist zweifellos der, wo Würger im ägyptischen Alexandria entgegen der Anweisung seines "Freundes, des Salafisten" die gemeinsame Wohnung verlässt und zum prophezeiten Streichholz zu werden droht, "das ins Benzinfass fällt." Was der Autor offensichtlich nicht weiß, ist, daß "spektakulär" nicht automatisch "gut" ist. In diesem Punkt ist er ein Kind unserer Zeit. Um es ganz klar zu sagen: Würger ist ein dummer Deutscher, der sich in Alexandria völlig unnötig in Gefahr begibt. Nur, wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Doch nicht so beim Spiegel. Der lässt seinen Reporter kurzerhand ausfliegen. Und dabei stellt der Autor, wie eingangs angedeutet, durchaus auch die richtigen Fragen. Aber vielleicht ist die Antwort darauf, warum jemand in Deutschland Muslim wird, einfach nicht spektakulär genug. Immerhin wird diese mittlerweile auch von einem amerikanischen Fast-Food-Restaurant (Foto) beantwortet. Trotzdem möchte ich meinen Lesern die Antwort des Spiegel-Redakteurs nicht vorenthalten: "... weil es in der deutschen Gesellschaft keine Männlichkeit gibt ..."

Foto&Text TaxiBerlin

18.03.2013

"DAS GIBT ES NUR IN DER TÜRKEI"


Oranienstraße / früher Kreuzberg / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Gemeint ist dieses ständige und permanente Parken in zweiter Reihe (Foto), so daß bestimmte Straßen eigentlich nur auf der Überholspur befahrbar sind. Wer mich kennt, der weiß, daß ich meinen Fahrgästen wirklich nur äußerst ungern widerspreche. In diesem Fall musste ich es aber tun: "Und in Berlin-Kreuzberg!"

Foto&Text TaxiBerlin

17.03.2013

SAVE THE WALL


"East Side Gallery" / Mühlenstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Daß jetzt auch noch David Hasselhoff aus dem sonnigen Kalifornien anreist, um im kalten Berlin die Mauer zu retten, wer hätte das gedacht?! Ein bisschen komisch ist es aber schon. Als wegen der O2-World Teile der Mauer in die zweite Reihe versetzt wurden, wo war da der Aufschrei? Wenn man die "East Side Gallery" wirklich ernsthaft erhalten will, muss auch diese Lücke wieder geschlossen werden!

Foto&Text TaxiBerlin

SPACKENALARM


Graffito (Detail)

Mein Fahrgast sollte recht behalten. Am Wochenende sind wirklich die ganzen Spacken unterwegs. Letze Nacht war bei mir im Taxi zumindest extremer Spackenalarm angesagt. Woran es lag? Keine Ahnung! Möglicherweise daran, daß alle Nichtspacken wegen der Langen Nacht im Museum waren. Muss aber nicht stimmen. Ist eher so 'ne Theorie von mir. Es gibt aber auch Gutes zu berichten über letzte Nacht. Trotz, oder vielleicht besser: Wegen des extremen Spackenalarms bin ich mit meiner Recherche in Sachen Spacken ein gutes Stück voran gekommen. Der Begriff Spacken kommt aus dem Norddeutschen. Die Verwendung des Begriffs Spacken wird dadurch vereinfacht, daß der Singular identisch ist mit dem Plural. Egal ob ein, zwei oder drei - es sind immer Spacken. Es gibt weiterhin auch nur eine Steigerung von Spacken - die Vollspacken. Wem das nicht reicht, für den habe ich mir letzte Nacht eine Zwischenstufe zwischen Spacken und Vollspacken ausgedacht - den Halbspacken.

Foto&Text TaxiBerlin

16.03.2013

"DA SIND DIE GANZEN SPACKEN UNTERWEGS"


Grünberger Straße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Mein Fahrgast meinte das Wochenende. Wer DIE SPACKEN sind, habe ich im Internet recherchiert. Meinen Fahrgast wollte ich nicht fragen. Ich wollte nicht als völliger Idiot dastehen. Laut Internet sind SPACKEN "unterbelichtete, dämliche oder einfach nur nervige Personen." Also genau die Personen, die mir am Wochenende, wenn auch ich unterwegs bin, in die Taxe steigen. Man erkennt sie unter anderem daran, daß sie nie Bargeld dabei haben (Beitrag folgt) und deswegen immer und überall erstmal zum Geldautomaten müssen (Foto). Doch zurück zu meinem Fahrgast. Der geht wegen DEN SPACKEN, wie er sagt, nur noch unter der Woche weg. Der hat's gut! Ich geh gar nicht mehr weg. Ich fahr nur noch weg ...

Foto&Text TaxiBerlin

15.03.2013

MONATSBINDEN AUS BAUMWOLLE



"Bio-Feuerwerk" im Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Zum Glück ist an Rainald Grebe, der selbst in Pankow wohnt, die Bezirksreform vom Januar 2001 irgendwie vorbeigegangen. Sonst hätten wir vielleicht auf den Song "Prenzlauer Berg", der seit der Reform zu Pankow gehört, von ihm verzichten müssen. Bisher dachte ich, daß das "Bio-Feuerwerk" aus dem Song durch nichts zu toppen wäre. Heute wurde ich eines Besseren belehrt. Denn es gibt sie wirklich, die Monatsbinden aus Baumwolle!

Text TaxiBerlin

"AND JUST TELL THE STORY"


Perleberger Straße / früher Moabit / jetzt Mitte

Endlich habe ich das Buch im Internet gefunden, nachdem ich schon so lange gesucht hatte. Allerdings auf englisch ("Imagining the Balkans"). Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, hatte das Buch dort auch schon eine schlechte Kritik. Auch auf englisch, versteht sich. Aber jetzt kommt das Beste. Offensichtlich hatte der Kritiker (ein gewisser Gary) gar nicht mitbekommen, daß es sich bei dem Buch, das er nach eigener Aussage im Flugzeug liegen gelassen hat, um keinen Roman, in dem eine Geschichte erzählt wird, sondern um ein wissenschaftliches Buch handelt. Zumindest lässt das die Zusammenfassung seiner Kritik (Titel des Beitrags) vermuten. Gerne würde ich nun zumindest die Geschichte erzählen, wo der Typ abgeblieben ist, der in dem schwarzen Overall (Foto) gesteckt hat. Das einzige, was ich dazu sagen kann, ist allerdings: He is gone ...

Foto&Text TaxiBerlin

14.03.2013

FRÜHER WAR ALLES NUR ANDERS


Friedrichstraße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Früher, so sagt man, war alles besser, was natürlich totaler Quatsch ist. Die Wahrheit ist, daß früher einfach alles nur anders war. Ein Beispiel: Das Bier war früher zwar billig, hatte aber seinen festen Preis. Der halbe Liter kostete, wenn überhaupt, maximal drei Mark. Heute ist das anders. Da kann das Bier noch so groß sein, es kostet immer zwei Euro siebzig. Denn , wie das Zeichen zwischen Getränk und Preis richtigerweise aussieht, bedeutet nun mal "größer oder gleich" und bezieht auf's Getränk und nicht auf dem Preis!

Foto&Text TaxiBerlin

13.03.2013

BULGARISCHER FRÜHLING IN BERLIN


"Für ein Neues Bulgarien" / Leipziger Ecke Mauerstraße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Lange habe ich überlegt, ob ich über diese kleine aber regelmäßig am Sonntag stattfindende Demonstration (Foto) in Berlin lebender Bulgaren gegenüber der bulgarischen Botschaft schreiben soll, die noch nicht mal den Verkehr behindert. Überlegt habe ich auch eher, weil ich mir nicht sicher war, ob diese Demonstration und auch die dazugehörige Bewegung in Bulgarien selbst wirklich "nachhaltig", wie man heute sagt, oder nur ein weiteres "Strohfeuer" ist. Ausgelöst wurden die Demonstrationen in Bulgarien vor etwa einem Monat wegen hoher Strompreise. Mittlerweile geht es aber um mehr, es geht um Gerechtigkeit. Gerechtigkeit auch für den 36-jährigen Fotografen Plamen Goranov, der sich am 20. Februar in der Stadt Varna aus Protest selbst verbrannte. Wer mehr über die Situation in Bulgarien erfahren will, ließt am besten diesen aktuellen Artikel im Tagesspiegel. Die Autorin Zdravka Andreeva nennt die sich im Land formierte Bewegung bereits "Bulgarischer Frühling". Inwieweit da etwas dran ist, mag und kann ich nicht beurteilen. Unabhängig davon rate ich aber allen im Ausland lebenden Bulgaren, und davon gibt es viele, zumindest darüber nachzudenken, ob jetzt nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist in die alte Heimat zurückzukehren, damit aus dem Protest wirklich ein "Bulgarischer Frühling" wird.

Noch ist Bulgarien nicht verloren!

PS: Heute 18 Uhr Ausstellungseröffnung "Bulgariens verbotene Vergangenheit"

Foto&Text TaxiBerlin

"ICH HUPE, ALSO BIN ICH"


"Don't look back"

Zugegeben, der Spruch ist nicht wirklich von mir. Und doch entspricht er der Wahrheit. Denn ich bin leidenschaftlicher Huper. Wozu habe ich sonst eine Hupe? Natürlich zum Hupen! So weit, so bekannt. Ich schreibe das auch nur, weil mit dem Hupen ein ganzes Lebensprinzip verbunden ist. Richtiger muss es wohl Fahrprinzip heißen. Und genau über dieses Fahrprinzip wurde ich neulich aufgeklärt. Es lautet: "Du bist nur verantwortlich für das, was vor dir passiert." Dieses Fahrprinzip soll wiederum auf den Weisen vom Berg zurückgehen, der gesagt hat: "Führe jede Tat unabhängig von ihren Folgen aus." Das mag den oder anderen jetzt überraschen, daß der Weise vom Berg etwas mit der Hupe an seinem Auto zu tun haben soll. Mir war der Zusammenhang anfangs ehrlich gesagt auch nicht klar. Aber mit dem Hupen ist es ja wohl so, daß nahezu ausschließlich nach vorne und nie nach hinten gehupt wird.

PS: Achtung! Das beschriebene Fahrprinzip funktioniert nur, wenn die Vollbremsung als zentraler Bestandteil allgemein akzeptiert ist.

Foto&Text TaxiBerlin

12.03.2013

BERLIN FOR SALE


Mühlenstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Irgendwie muss ich die Tage immer an Bertolt Brecht denken, der sich seinerzeit im Amerikanischen Exil darüber lustig gemacht hat, daß dort an allem ein Preisschild hängt, sogar an den Menschen ...

Foto&Text TaxiBerlin

11.03.2013

RAUS AUS MITTE.


Reklame (Detail)

Die Reklame meint das nicht so, wie du vielleicht jetzt denkst. Sie beschreibt die Situation in Mitte aber ganz gut. Oder kennst du einen Berliner, der noch in Mitte wohnt? Also ich nicht! Dabei gibt es eine ganz einfache Erklärung dafür. Zugezogene sind schließlich auch nur Menschen. Sie wohnen am liebsten dort, wo ihre Freunde, in der Regel andere Zugezogene, wohnen. Und die leben nun mal in Mitte, wenn sie nicht im Prenzlauer Berg wohnen. Doch zurück zur Reklame. Wegen dem BER-Desaster können offensichtlich die alten Plakate mit dem TXL-Hinweis aus den siebzigern rausgekramt werden. Vintage heißt das glaube ich. Kriegt bloß leider keiner mit. Wohnte doch noch keiner in Mitte von denen - damals.

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10.03.2013

RECTO REGULAR MADE IN CHINA


"Original" Levi's (Detail) bei "real,-"

Es war einmal eine Zeit, da kamen die blauen Dinger (auch Jeans genannt) aus Amerika (genau genommen aber aus Deutschland!). Sie waren zu 100% aus Baumwolle und man konnte 'ne Menge Ärger bekommen, wenn man sie in der Schule trug. Auch später waren sie immer noch aus 100% Baumwolle, kamen aber schon von woanders her, beispielsweise Ägypten, Tunesien und Mexiko. Heute heißen die blauen Dinger nicht mehr Jeans sondern RECTO REGULAR, sind aus China und enthalten 2% Elastano. Und wenn sie nicht gestorben sind, bestehen sie morgen aus 100% Elastano und kommen aus Kuba.

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09.03.2013

BERLIN - STADT DER ANGST


Stralauer Platz / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Gestern war es mal wieder so weit. Die halbe Nacht bin ich Sonntagsfahrern ausgewichen, habe Vollbremsungen vor Orientierungslosen vollbracht und Kartenzahlungen mit "extra" Quittung über mich ergehen lassen. Ausgerechnet da hält mich ein Typ an. Er reißt mir die Vordertür auf, nennt mir den Namen eines Clubs, offenbar das Fahrziel, um mir danach drei dumme Gänse in die Taxe zu setzen. Im Rückspiegel sehe ich noch, wie er für sich selbst eine andere Taxe heranwinkt. Spätestens da war mir klar: Mit dieser Fahrt ist was faul. Die größte Sorge eines Taxifahrers ist immer, daß die Leute, in diesem Fall die drei Chicken hinter mir, keine Kohle haben. Hier war das Problem aber ein anderes und ich wusste auch schon WAS?! Die drei dummen Gänse schnatterten ohne Punkt und Komma in einer Sprache durcheinander, die ich nicht verstand. Auf der Straße waren immer noch die Sonntagsfahrer und Orientierungslosen unterwegs, auf die es sich zu konzentrieren galt. Irgendwann wurde mir das Geschnattere in der zweiten Reihe zu bunt. Englisch schienen die dummen Gänse auch nicht zu verstehen. Oder hatten sie es nur nicht gehört? Egal! Jetzt hilft nur noch eins. Einfach mal brüllen: PIANO!!!

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08.03.2013

"DRIVERS WANTED" - ONE MORE TIME



Das kann man über die gestrige Filmvorführung, wo nicht nur der letzte Stehplatz vergeben war, sondern manche zu spät Gekommenen gar nicht erst rein kamen, nun wirklich nicht sagen. Trotzdem, oder besser: Deswegen gibt es eine zweite Filmvorführung. Wann genau wusste man in der Z-Bar gestern Abend allerdings noch nicht.

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07.03.2013

"DRIVERS WANTED" - DON'T MISS IT



Langsam dürfte es eng werden mit den wenigen Sitzplätzen heute Abend im kleinen Kino der Z-Bar. Jetzt hilft nur noch rechtzeitiges Kommen oder eben Stehen, was sowieso viel besser ist als das viele Sitzen, auch beispielsweise im Taxi.

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VON CABRIOWETTER UND SONNTAGSFAHRERN


Gestern in Berlin

Meine kleine Umfrage hat es bestätigt. Den Sonntagsfahrer gibt es wirklich, er ist kein reines Klischee. Weil der Sonntagsfahrer aber nicht nur vom Wochentag sondern auch vom Wetter abhängig ist, gibt es den Sonntagsfahrer nicht nur am Sonntag. Nein, der Sonntagsfahrer (Foto) ist allzu oft auch zwischen Montag und Samstag auf Berliner Straßen anzutreffen.

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06.03.2013

BERLINER UMLEITUNG



Daß der Verkehr von einer Baustelle über eine andere Baustelle umgeleitet wird, ist in Berlin nichts Neues. Bekanntestes Beispiel war lange Zeit die Umleitung von Unter den Linden über Dorotheenstraße - in beiden wurde damals gleichzeitig gebaut.


Neu ist, daß man wie hier in der Marchlewskistraße in Friedrichshain wegen einer Baustelle zum Links Abbiegen gezwungen wird.



Sich aber die Pillauer Straße, in die man einbiegen soll, dann als Sackgasse entpuppt.

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04.03.2013

FALSCHE FÜNFZIGER


Vom "General" ...

Daß ich im fortgeschrittenen Alter nochmal "Generaltexte" empfangen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Der "General" kommt übrigens mittels eines hochmodernen Gerätes, womit sich die jungen Leute von heute 48 Stunden am Tag beschäftigen könnten, in meine Taxe, was an sich OK wäre, wenn er mir nicht durch sein ständiges Bimmeln wegen Nichtigkeiten auf den Sack gehen würde. Meistens klingelt er nämlich nur, weil mal wieder ein junger Mensch sein hochmodernes Bimmelgerät in irgendeiner Taxe liegen lassen hat, manchmal aber auch wegen einem Auftrag. Was gibt es sonst noch zu sagen? Ach so, viele von den jungen Leuten sollen, wahrscheinlich weil sie zu sehr mit ihren Bimmelgeräten beschäftigt sind, mit Falschen Fünfzigern nichts mehr anzufangen wissen. Also Falsche Fünfziger sind beispielsweise Leute, die mit Falschen Fünfzigern bezahlen wollen.

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02.03.2013

DIE MAUER MUSS BLEIBEN!


Gestern an der East Side Gallery / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg 

Wer hätte damals, als die Mauer fiel, gedacht, daß er noch einmal dafür auf die Straße gehen würde, damit die Mauer stehen bleibt. Gestern war es soweit. Nun geht es nicht um irgendein Stück Mauer, sondern um ein Kunstwerk. Die East Side Gallery ist nicht nur die größte Open Air Galerie der Welt, und als solches Zuschauermagnet, sondern auch das längste zusammenhängende Stück Mauer, das es noch gibt. Bereits wegen der O2-Arena wurden allerdings Teile der East Side Gallery versetzt. Jetzt sollen weitere Teile umgesetzt werden, damit Besserverdienende in Zukunft im ehemaligen Todesstreifen wohnen können.

Denkmal Mauer - East Side Gallery

Nur, die Mauer an der East Side ist offizielles Denkmal, dessen "Beschädigung untersagt und strafrechtlich verfolgt" wird. Gestern war es aber so, daß genau diese Beschädigung, immerhin wurden die Mauerkrone und ein Mauerteil entfernt, durch die Polizei nicht etwa "verfolgt", sondern vor den Demonstranten, die genau das verhindern wollten, geschützt wurden ist. Typisch Täterschutz!

 Demonstrantin vor der East Side

"Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing" ist ein alter Hut. Hier und heute wird nicht nur Geschichte verkauft sondern auch Kunst vernichtet.

Graffito an der East Side

Was sind das für Leute, die im ehemaligen Todesstreifen wohnen wollen? Und möchte ich sie bei mir in der Taxe haben? Wohl eher nicht ...


Künstler vor der East Side

Auch das Erscheinen einer der Künstler führte dazu, daß die Abrissarbeiten gestern zumindest vorerst gestoppt wurden. Aber auch Du kannst die East Side retten. Du musst nur diese Petition unterschreiben.

Fotos&Text TaxiBerlin