28.02.2013

"DRIVERS WANTED" - DER FILM


Im Yellow Cab in New York

Layne Mosler, besser bekannt als TaxiGourmet, hat es nicht nur geschafft, den aktuellen Taxi-Film "Drivers Wanted", der bisher in Deutschland nur einmal auf einem Festival in Leipzig zu sehen war, von New York nach Berlin zu holen. Nein, sie hat auch eine einmalige Filmvorführung am nächsten Donnerstag den 7. März um 21 Uhr in der Z-Bar in der Bergstraße 2 Mitte organisiert. Und das Beste ist: Du kannst dabei sein! Da das Kino der Z-Bar nur wenige Sitzplätze hat, empfiehlt sich rechtzeitiges Kommen. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt vier. Der einstündige Dokumentarfilm ist im englischen Original ohne deutsche Untertitel. Don't miss it!

Foto&Text TaxiBerlin

25.02.2013

MONTAGSFRAGE


Gibt es den Sonntagsfahrer: Ja oder Nein?

Der Sonntag ist vorbei. Zeit für die Frage, ob es den Sonntagsfahrer auf der Straße (und nicht nur im Radio!) wirklich gibt oder ob es sich bei ihm um ein reines Klischee handelt. Abgestimmt werden kann bis nächsten Montag rechts von diesem Beitrag.

Foto&Frage TaxiBerlin

24.02.2013

DES GEMEINEN GRABBLERS SUPER-GAU


Rosa-Luxemburg-Straße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Jeder Gemeine Grabbler ist immer auch auch ein Geizhals. Ein Geizhals ist aber nicht automatisch ein Gemeiner Grabbler. Der Super-Gau für einen Gemeinen Grabbler ist, wenn er selbst von jemand anders abgegrabbelt wird. Der Super-Gau für einen Geizhals ist dagegen vergleichsweise harmlos. Er tritt bereits dann ein, wenn andere ihn nur als Geizhals bloßstellen. Der Gemeine Grabbler ist in dieser Frage schmerzfrei. Der Super-Gau für Kunst und Kultur ist, wenn dem Geizhals ein eigenes Theaterstück wie an der Volksbühne (Foto) am Rosa-Luxemburg-Platz gewidmet wird. Egal übrigens, ob Gemeiner Grabbler, der, wie wir gelernt haben, immer auch ein Geizkragen ist, oder nur einfacher Geizhals.

Foto&Text TaxiBerlin

23.02.2013

WICHTIGE STRASSE IN WEST BERLIN


Am Ostbahnhof / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Selbst für mich als alter Taxifahrer, der nicht nur überall fährt, sondern sich auch überall in Berlin "bereit hält", wie das Warten an Taxihalteplätzen auch heißt, war das eine kleine Überraschung letzte Nacht. Und deswegen schreibe ich das insbesondere auch für die Kutscher, die außer "Ossi's Bistro", wie der Ostbahnhof in Insiderkreisen genannt wird, keinen anderen Taxihalteplatz kennen, geschweige denn, daß sie sich dort bereit halten würden. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, sollen laut Buschfunk einige von "Ossi's Bistro" außerdem auch keine Funkaufträge annehmen, obwohl sie ein Funkgerät an Bord haben. Offiziell weil sie Angst vor Fehlfahrten haben. Ich glaube aber eher, daß sie entweder zu blöd oder einfach nur zu faul zum Funken sind. Aber selbst wenn sie als vorbildliche Dienstleister das Risiko von Fehlfahrten gerne anderen überlassen, bleibt ein gewisses Restrisiko, daß ihnen jemand am Ostbahnhof einsteigt, so wie mir letzte Nacht, wenngleich nicht am Ostbahnhof, der in diese wichtige Straße in West-Berlin will. Da ist es besser, vorbereitet zu sein, denn der Typ ist natürlich ein alter West-Berliner. Und wie wir alle wissen, ist im Westen nicht nur alles besser, sondern sind auch die Dummen dümmer. Denn diese wichtige Straße in West-Berlin ist nicht etwa der Ku'Damm oder die "Potse". Nein, bei dieser wichtigen Straße in West-Berlin, und das war wie gesagt auch für mich eine kleine Überraschung, handelt es sich um die Schlangenbader Straße in Schmargendorf, früher Wilmersdorf, jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf.

Foto&Text TaxiBerlin

22.02.2013

DER WINTER BLUES


Irgendwo im Umland

Ich sage immer, auch meinen Fahrgästen, das größte Problem Berlins ist der Winter. Viele verstehen das nicht, oder zumindest nicht gleich. Spätestens nachdem sie einen Winter hier waren, wissen sie was ich meine. Dann ist es aber zu spät. Dann wohnen die nämlich schon hier. Was für den darauffolgenden Winter bedeutet, daß noch mehr Leute mit dem Winter Blues in Berlin unterwegs sind. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn gegen den Winter Blues irgendein Kraut gewachsen wäre. Kräuter und auch andere Sachen gibt es zwar genug, auch in Berlin, aber eben nicht gegen den Winter Blues. Gegen den hilft letztendlich nur Auswandern. Allerdings reicht das Berliner Umland nicht aus. Diese Erfahrung musste ich gestern machen. Die Sonne, das einzig probate Mittel gegen den Winter Blues, schien dort (Foto oben) kaum länger als in Berlin. Also was machen, wenn Auswandern auch keine Lösung ist? Der Bulgare weiß Rat! Der, also der Bulgare, pflegt zu sagen: Wenn du Problem hast, was du nicht lösen kannst mit Geld, kannst du nur lösen mit viel Geld! Übertragen aufs Auswandern heißt das: Wenn Auswandern nicht hilft, musst du richtig auswandern! (Oder eben richtig zurücktreten - was gerade so anliegt!)

Foto&Text TaxiBerlin

21.02.2013

KUSCHEL TAXI WAR GESTERN


GLEITEX Auto ist heute

Kein Scheiß jetzt! Was damals abging im Taxi, das glaubt heute keiner mehr. Meine Taxe war seinerzeit komplett mit Lammfell ausgelegt. Junge Frauen durften nicht nur, nein sie mussten sogar vorne sitzen. Damals trugen die Damen alle noch Dirndl, dessen sie sich regelmäßig im Taxi entledigten. Ich hatte bald eine umfangreiche Kollektion davon an Bord. Das Problem der Frauen damals war nicht, daß die Männer etwa nichts von ihnen wollten, sondern daß sie, also die Männer, "nur" zu betrunken zum flirten waren. Der ein oder andere wird sich jetzt fragen, wann das gewesen sein soll. Diese Zeit ist noch gar nicht so lange vorbei. Gerade mal zwanzig Jahre. Damals saß auf Partys in Berlin der Professor neben der Putzfrau und Frau Doktor neben einem Dachdecker. Heute gibt es dort nur noch Leitungswasser und Wichtigtuer, die kein Taxi mehr fahren sondern nur noch GLEITEX Auto.

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20.02.2013

WAS MACHT EIGENTLICH TAXI MAFIA?


Flughafen Tegel (TXL) / Flugsteig E / früher und jetzt Reinickendorf

Ich komme drauf, weil ich lange nichts von Taxi Mafia gehört habe und mir neulich ein "Kollege" direkt am Flugsteig E vorgedrängelt ist. Also der kam vom Innenring mit Fackel an und hat sich dann einfach vor mich gestellt, der ich mich, so wie es sich gehört, vorher auf dem großen Taxiparkplatz angestellt und eine Stunde gewartet hatte. Auf meine Frage, was das soll, meinte er nur: "Was willst du?" Scharfe Soße oder Knoblauchsoße hat er schon nicht mehr gefragt, und ich habe mir auch verkniffen zu fragen ob er vielleicht Taxi Mafia wäre. Eigentlich sah er ganz nett aus. Also abgesehen von der Tatsache, daß er vorgedrängelt hat. Außerdem war er dann auch gleich weg mit seinem Fahrgast, der eigentlich MEIN Fahrgast war. Aber mein Gott (oder besser Allah?), der hat bestimmt 'ne Menge Mäuler zu stopfen. Da kann der sich nicht hinten anstellen. Dafür habe ich natürlich vollstes Verständnis. Ich glaub auch nicht, daß der Taxi Mafia war. Die stelle ich mir irgendwie anders vor. Eher so wie Al Capone. Mit 'ner Zigarre im Mund. Und mit 'ner Knarre im Auto. Aber sah Al Capone nicht auch manchmal nett aus? Und hatte der nicht auch 'ne große Familie? Aber Al Capone ist kein Taxi gefahren, oder? Und wenn doch, dann hätte der bestimmt nicht so plump vorgedrängelt!

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19.02.2013

MEIN AMAZON WUNSCHZETTEL


"lesegut" mit Amazon

Gestern hieß der Skandal noch Pferdefleisch, heute bereits Amazon. Wer kommt da noch hinterher? Also ich nicht! Und was ist eigentlich aus dem Sexismus geworden? Wo sind die Gutmenschen, die dieses Thema noch beatmen? Dem Gemeinen Grabbler empfehle ich, jetzt Rindfleisch zu kaufen, denn es wird nie wieder so billig und gleichzeitig so gut kontrolliert zu haben sein. Und natürlich nicht vergessen, schnell noch einen Wunschzettel bei Amazon ins Netz zu stellen. Dort sind die Preise am Fallen und vielleicht findet sich ein Depp, der auch mal was Gutes tun will. Oder man kauft sich den Scheiß zum Schluss doch noch selbst, wenn der Preis bei einem Cent angekommen ist. Aber dann bitte nicht vergessen, einen Schluck "lesegut" auf die armen Leiharbeiter und die bösen Leute von der Security zu trinken - die sind jetzt schließlich auch arbeitslos.

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BERLINER BAUSTELLEN (FAST EINE SERIE)


Rigaer Straße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Ausgerechnet in der Rigaer Straße, wo es einmal jede Menge besetzte Häuser gegeben hat und ich selbst auch schon mal gewohnt habe, wird eine der letzten Berliner Brachen mit einem Wohnhaus zugebaut. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, handelt es sich bei den zukünftigen Wohnungen natürlich um Eigentumswohnungen. Das Beste an den Eigentumswohnungen heutzutage ist zweifellos, daß die neuerdings alle "Art" (auf Deutsch "Kunst") sind. Unter dem macht es kauft es heute keiner mehr, schließlich ist heute jeder ein Künstler oder fühlt sich zumindest so. Ein grünes Band der Sympathie zur "Art" dazu, frisch geklaut von der untergegangenen Dresdner Bank, und fertig ist der Lack. Würde mich nicht wundern, wenn die ganze Scheiße "Kunst" schon verkauft ist.

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18.02.2013

BERLINER BAUSTELLEN (FAST EINE SERIE)


Markgrafendamm Ecke Hauptstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Es gibt Baustellen in dieser Stadt, auf denen wirklich noch gearbeitet wird (siehe Foto). Nur sind es leider keine Straßenbaustellen. Fast hätte ich 'ne Serie draus gemacht. Leider handelt es sich selbst bei den Arbeitern um eine Ausnahme. Und ich glaube auch nicht, daß die, also die Arbeiter, wegen ein paar Bildern (Sie ständig auf 'ner anderen Baustelle) den ganzen Tag durch die Gegend fahren würden. Bleibt noch die Frage, ob die korrespondierenden Krankonstruktionen irgendeine geheime Message haben. Ich bin ehrlich gesagt fest davon überzeugt. Die Botschaft ist, um es kurz zu machen, ganz klar: Fickt mehr! Und, jetzt kommt vielleicht der wichtigste Teil der geheimen Botschaft: Macht mehr Kinder so wie wir! Denn, das mag jetzt vielleicht etwas komisch klingen, ist aber zu hundert Prozent wahr: Die vielen Arbeiter sind alles Kinder der beiden Kraneltern.

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"WACHT AUF VERDAMMTE DIESER ERDE"


Breitscheidplatz / früher Charlottenburg / jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf

Lange hat man versucht uns einzureden, Berlin wäre dazu verdammt, ewig zu werden und niemals zu sein. Alles Quatsch! Das wurde mir gestern klar, als ich tief im Westen diesen ausgefahrenen und zur Faust geballten Kranarm sah. Der Kranarm war aber nicht einfach nur ausgefahren und zur Fast geballt, sondern er hat auch zu mir gesprochen. Genau genommen war es mehr ein Schreien als Sprechen. Er schrie also in meine Richtung, aber komischerweise blieb außer mir keiner weiter stehen, obwohl dort noch viele außer mir unterwegs waren. Das fand ich sehr merkwürdig. Aber vielleicht lag es auch daran, daß alle anderen Ausländer oder Touristen oder beides waren. Wie dem auch sei. Ich musste den Plappermäulern böse Blicke zuwerfen, damit sie endlich mal die Klappe halten und ich die Schreie des Krans mit dem ausgefahrenen und zur Faust geballten Arm verstehen konnte. Er schrie: Es reicht! Tut endlich etwas! Mein Arm tut schon weh!

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17.02.2013

DAS GANZE LEBEN IST EINE EINZIGE UMLEITUNG


Friedrichstraße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Gestern dachten wohl einige, ich hätte jetzt den Winter-Blues. Das ist gar nicht so abwegig bei den ganzen Fragen, die ich mir gerade so stelle. Ein paar davon habe ich sogar veröffentlicht. Natürlich nur die harmlosesten. Ich muss auch an meine Leser denken, die nicht so helle sind. Apropos hell: Nach sechs Wochen (gefühlt sechs Monaten) ohne Sonne in Berlin, sollte sich niemand wundern, wenn er den Winter-Blues bekommt. Auch nicht der Hellste. Bei mir ist es "Gott sei Dank" so, daß ich für den Winter-Blues gar keine Zeit habe, und zwar weil ich ständig - sozusagen berufsbedingt - an dieser blöden Umleítung in Mitte rumhänge.

Foto&Text TaxiBerlin

16.02.2013

WARUM MUSSTE BERLIN HAUPTSTADT WERDEN?


Friedrichstraße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Das war wieder ein Tag! Kennst du das auch? Ich meine so Tage wie heute, wo bereits am Vormittag klar ist: Der wird nix! Und trotzdem geht er aber immer weiter, der Tag. Denn der ist kein blödes Spiel im Internet, das du einfach mal Neu beginnen kannst, ohne es gespielt zu haben. Nein, der Tag, von dem ich rede, den musst du bis zum Schluss gelebt haben. Und irgendwann kommen einem dann so blöde Ideen. Oder auch nur Fragen. Beispielsweise: Was wäre, wenn ich schwul wäre? Musste Berlin wirklich Hauptstadt werden? Was wäre, wenn jedes Taxi eine andere Farbe hätte? Werden die irgendwann mal fertig mit Bauen? Was wollen die ganzen Touristen immer nur im KaDeWe? Wo ist mein zu Hause? Ist der Hund von meiner Lieblingskneipe wirklich tot? Warum muss ich jetzt kotzen? ...

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15.02.2013

LOST IN UMLEITUNG


Friedrichstraße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Genau ein Jahr ist es jetzt her, daß der Tagesspiegel und TaxiBerlin den Protest "Bauhelme gegen Baustellen" ins Leben gerufen haben. Zu sagen, daß seitdem nichts passiert ist, wäre immer noch übertrieben. Eher das Gegenteil ist der Fall. Es gibt mehr Baustellen in Berlin als zuvor. Das kann aber auch daran liegen, daß, selbst wenn man die wenigen Bauarbeiter auf den Baustellen mitzählt, kaum jemand einen Bauhelm getragen hat im letzten Jahr. Spätestens nach dem heutigen Meteoriteneinschlag, wenngleich im fernen Ural, dürfte eine andere Zeitrechnung beginnen. Mit den Einschlägen von Meteoriten verhält es sich nämlich wie mit dem Fleisch vom Pferd. Was es bis gestern nur im Großen Britannien und im Kleinen Rumänien gab, liegt heute schon bei dir im Supermarkt im Kühlregal. Der große Unterschied zwischen Pferdefleisch und Meteoriteneinschlägen ist aber der, und das sage ich aus eigener Erfahrung, daß Fleisch vom Pferd richtig zubereitet eine Delikatesse ist, dessen Genuss man mühelos überlebt - ganz ohne Helm!

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14.02.2013

VALENTINSTAGSÜBERRASCHUNG IN BERLIN


Graffito (Detail)

Damit ist jetzt nicht die Wohnungsräumung in Kreuzberg gemeint. Ausgerechnet am Valentinstag! Das musst du dir mal reinziehen! Nein, meine Überraschung ist der Text zum obigen Bild. Denn eigentlich ist zum Thema Gentrifizierung alles gesagt. Also habe ich mir was ausgedacht. Und was liegt da näher als 'ne Kontaktanzeige? Vielleicht von 'ner Frau, die auf auf der Suche nach 'ner geräumten und luxussanierten Wohnung ist?! Und die, also die Anzeige, könnte so aussehen: Potentielle Prenzlbergmutter (Alter?) sucht potentiellen Prenzlbergvater zur Gründung einer Gentrifizierungsfamilie.

Foto&Text TaxiBerlin

13.02.2013

"DAS IST SO SCHEISSE, DASS ES SCHON WIEDER KULT IST"


Aktuelle Reklame (Detail)

Es soll Leute geben, die das wirklich glauben - und das nicht zu knapp! Dabei weiß doch jedes Kind, daß Scheiße einfach nur Scheiße ist, und alleine schon deswegen kein Kult sein kann. Die allgemeine Verblödung nimmt seit den Neunzigern dramatische Ausmaße an, was vom Zeitpunkt her keine Überraschung ist. Anfangs stellten sich viele Leute nur blöd, um nicht weiter aufzufallen, mit dem Resultat, daß heute keiner mehr zwischen einem, der richtig blöd ist, und einem, der sich nur blöd stellt, unterscheiden kann. Mehrere Experimente, in denen ein richtig blöder und einer, der sich nur blöd stellt, in verschiedene Zimmer gesperrt und mit Fragen bombardierte wurden, haben das bewiesen. Die Antworten auf die Fragen waren identisch. Das tut mir nicht leid, das tut schon weh.

Foto&Text TaxiBerlin

12.02.2013

WOLLT IHR DEN TOTALEN KAPITALISMUS?


Irgendwo im Kiez / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Das frage ich mich schon lange, wobei ich manchmal sogar den Eindruck habe, daß der Kapitalismus schon durch den Kannibalismus abgelöst wurde. Vielleicht ist aber das gerade der Grund, warum neuerdings auch immer mehr Menschen, die bisher eher als konservativ galten, sich dieser Frage stellen.

Aktuelles Beispiel ist Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der FAZ, und sein neues Buch EGO - DAS SPIEL DES LEBENS, wonach sich der große Wandel Anfang der neunziger Jahre dadurch vollzog, daß immer mehr Mathematiker und Physiker die militärischen Forschungsgebiete verließen, um bei Banken oder Fondsmanagern anzuheuern. Wer mit "Anfang der Neunziger" nichts anzufangen weiß: Das war die Zeit, als das Lebensgefühl in Berlin "Alles ist möglich" war und alle Leute dachten, der Kalte Krieg wäre vorbei. Die Wahrheit ist aber, daß der Kalte Krieg bis heute anhält, er hat sich nur auf andere Bereiche verlagert. Laut Schirrmacher ist es ein Krieg, "den sich die Gesellschaften selbst erklärt haben", und fasst zusammen:

So lange man für den Misserfolg äußere Mächte verantwortlich machen konnte, entstanden aus Enttäuschung regelmäßig Revolten und Revolutionen, in jedem Fall aber Alternativen. Die neue Ökonomie der "Informationsmarktstaaten" hat es geschafft, die Verantwortung auf das Ich der Menschen abzuwälzen. So haben immer mehr Menschen das Gefühl, unterhalb ihrer Möglichkeiten zu leben, während der Apparat zur Durchsetzung seiner Ansprüche behauptet, "wir" hätten "über unsere Verhältnisse" gelebt. Das ist nur scheinbar ein ökonomisches Argument. Die Frage, "wer" über seine Verhältnisse gelebt hat, beantwortet es nicht. Es ist ein rein moralisches Argument und es ist auch religiös gemeint: Es funktioniert nicht, weil ihr sündigt. (aus "Die Seele, die aus der Kälte kam")

PS: Bleibt die Frage, ob nicht auch Frank Schirrmacher bisher eher ein Teil des Apparates war, der uns genau das einzureden versucht.

Foto&Text TaxiBerlin

11.02.2013

DAS QUIZ BEI TAXIBERLIN


Graffito (Detail)

Pünktlich zum Wochenbeginn soll eine alte Tradition angeknüpft werden, und zwar an der des Quiz bei TaxiBerlin. Wer weiß, von wem folgendes Zitat ist, dem winkt wie gehabt eine Kurzstrecke:

Vor fast vierhundert Jahren hat der spanische Dichter Lope de Vega erklärt, der Zweck von Literatur sei es zu gefallen. ... Nicht auszudenken, wenn er recht hätte. Dann wäre die wichtigste literarische Tugend die Liebdienerei, dann wäre die bedeutendste Literatur die gefälligste, ...

Den einzigen Zweck, den sie nicht haben darf, ist der von Lope de Vega genannte: die Anbiederung. Sie wäre sonst ein würdeloses Ding, ein Geschreibe, das immer nach dem größten gemeinsamen Nenner sucht (das ist immer die Belanglosigkeit) ...

Wenn eine Gesellschaft sich aber ihrer Regeln und ihres Lebensgefühls so sicher geworden ist, daß Zweifellosigkeit zur obersten Tugend wird, dann braucht sie keine Literatur, sondern höchstens etwas Unterhaltung. Und die hat sie.

Geht es ihnen auch so, daß sie häufig, wenn sie einen Buchladen betreten, das Gefühl haben, umzingelt zu sein von Überflüssigem?

Foto&Quiz TaxiBerlin

10.02.2013

TRIEBWERK OPEN


Urbanstraße / früher Kreuzberg / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Nur hundert Meter vom FICKEN3000 entfernt befindet sich in der Kreuzberger Urbanstraße das TRIEBWERK, was insofern verwunderlich ist, weil alle anderen Gay-Clubs im schwulen Schöneberg sind. Aber noch etwas ist hier anders. Und dieses Schicksal teilen die beiden Clubs mit den meisten kleinen Casinos in der Stadt. Man sieht nie jemanden hineingehen und - logischerweise - auch nicht herauskommen. Bei den kleinen Casinos, wo nie jemand hineingeht oder herauskommt drängt sich automatisch der Verdacht auf, daß da Geld gewaschen wird. Bleibt die Frage: Was wird hier "gewaschen"?

Foto&Text TaxiBerlin

09.02.2013

BERLIN BERLINALE 2013


Berlinalemotto

Wie jedes Jahr hatte ich mich auf die Berlinale gefreut. Wie jedes Jahr wurden meine Hoffnungen bereits am Anfang enttäuscht. Letztes Jahr hatte ich mich noch selbst um Tickets für eine der Vorstellungen bemüht. Was für ein Desaster! Trotz Online Bestellung im Internet ein komplettes Chaos mit zum Potsdamer Platz fahren und sich eine Stunden oder mehr nach den reservierten Karten anstellen. Wozu dann die Online Bestellung?

Dieses Jahr nun keine Karten, dafür die nicht bestellten Sackgänger und Sackgängerinnen an Bord, die bloß mal kurz im Dauerstau durchs Baustellenchaos vom Friedrichstadtplast zum Potsdamer Platz oder umgedreht für 5,80 Euro gefahren werden wollen, das Ganze natürlich mit Quittung und bei 20 Cent Trinkgeld, die ich aber nicht annehme. Vielmehr nutze ich die Gelegenheit, die ganzen einzelnen Centstücke, die der bulgarische Troubadour bei mir hinterlassen hat, an die Frau und auch an den Mann bringen.

Das Sahnehäubchen waren zweifellos die beiden Italiener, die sich spontan im Taxi entschlossen, mal kurz zum FxxxClub Artemis zu fahren. Natürlich hatten sie nicht genug Cash dabei, aber der Zwischenstopp beim Bankomat gehört mittlerweile sowieso zum Standardprogramm einer jeden Taxifahrt. Was sie allerdings eine Stunde in der Bank machten, bleibt ihr Geheimnis.

Zum  Schluss gab's, das war zu erwarten, Null Cent Trinkgeld, dafür das kleine Kammerspiel bei mir im Taxi. Es ist immer etwas Besonderes, wenn jemand im Sitzen versucht auch noch die letzten einzelnen Centstücke aus der Hosentasche zu kramen, um wirklich Centgenau bezahlen zu können, was ungefähr genauso lange dauerte wie der Zwischenstopp am Bankomat. Zum Glück hatte ich die Stunde vor der Bank genutzt, um schon mal die Quittung vorzubereiten ...

Foto&Text TaxiBerlin

08.02.2013

FÜNF STERNE BÄCKEREI


Irgendwo im Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Heutzutage ist es wirklich schwer einen guten Bäcker zu finden. Bäcker, die Nachts, wenn Party People sich auf den Weg in den Club machen, aufstehen, um noch richtig zu backen und nicht nur irgendwas Tiefgefrorenes aufbacken. Daß das Brot und die Brötchen, respektive Schrippen, dann knusprig sein sollten, muss nicht extra betont werden. Welcher Bäcker das tut, und sich selbst deswegen auch noch fünf Sterne verleit, dessen Backstube sollte man mit Vorsicht betreten.

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DIE REDEECKE


Irgendwo im Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

So oder so ähnlich könnte sie aussehen - die Redeecke. Auf Englisch, wo der Begriff eigentlich herkommt, Speakers Corner. Dort, also in England, sucht man die Stühle vergeblich. Warum sich die Redeecke trotz deutscher Gemütlichkeit nicht durchgesetzt hat, lässt sich nur vermuten. Vielleicht weil hier einfach zu viele Leute, beispielsweise auch im Taxi, Quatschen mit Reden verwechseln, und Quatschecke einfach Scheiße klingt.

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07.02.2013

DAS SIBIRISCHE KLO


Hat zwar nichts mit dem Beitrag zu tun, hilft aber trotzdem

Ausgerechnet in dem Buch ("Die Motte" von Vladislav Todorov) eines Bulgaren, die Europa immerhin das Stehklo geschenkt habe, fand ich die Beschreibung eines sibirischen Klos. Ein sibirisches Klo, das sind zwei Pfähle, ein Seil, eine Säge und ein Hammer. Einen Pfahl bohrst du in den Schnee. Mit dem Seil bindest du dich am Pfahl fest, damit dich der Wind nicht wegbläst. Mit dem anderen Pfahl verscheust du die Wölfe, die dir in den Arsch beißen wollen. Die gefrorene Scheiße schneidest du mit der Säge ab. Bleibt die Frage: Wozu der Hammer? Mit dem schlägst du dir den Rest wieder rein!

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"ES GINGE VIELES BESSER, WENN MAN MEHR GINGE"


Graffito (Detail)

"Es ginge vieles besser, wenn man mehr ginge" ist nicht von mir, sondern von Johann Gottfried Seume, der bekannt ist durch seinen "Spaziergang nach Syrakrus". Was auf den ersten Blick selbstverständlich klingt, muss es auf den zweiten nicht mehr sein. Ich hatte darüber in "Balkanisierung auf dem deutschen Büchermarkt" geschrieben, was jetzt ein telefonisches Nachspiel hatte. Ein Lektor des Verlages rief mich an, um mir mitzuteilen, daß es sich um ein Missverständnis handeln würde. Ich als Leser hätte wissen müssen, daß der Autor niemals so weit gelaufen sein könne, weil der ja schon über sechzig Jahre alt ist. Ich möchte nun meinerseits das Missverständnis des Missverständnisses aufklären. Denn es handelt sich ganz offensichtlich um eine Parallelwelt, in der der Lektor lebt. Eine Welt in der es völlig normal ist, in einem Buch über eine Fußwanderung weite Strecken mit dem Auto zu fahren. Was wohl Seume dazu sagen würde? Wahrscheinlich: "Es ginge vieles besser, wenn man mehr ginge."

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06.02.2013

DINGE DIE DIE WELT NICHT BRAUCHT (SERIE)


Trash for Cash

Nur scheinbar so wie in der Realen Welt, daß man für die Entsorgung seines Mülls bezahlt. In der Parallelwelt ist es nämlich so, daß der Käufer erst für den Müll bezahlt, um ihn danach kostenpflichtig entsorgen zu lassen. Vorausgesetzt er kommt nicht auf die gute Idee und packt seinen Müll in eine Kiste, die er bei Nacht und Nebel mit der Aufschrift "Zu verschenken" vor die Haustür stellt und sich dabei, wie es sich für einen Gutmenschen gehört, noch gut fühlen kann.

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SPÄTVORSTELLUNG IM KINO INTIMES


Ab Donnerstag

Keine Ahnung, ob der neue Film PARADIES LIEBE von Ulrich Seidl Neues zur aktuellen Schein-Debatte beiträgt. Ich habe ihn noch nicht gesehen, es mir aber fest vorgenommen. Natürlich in meinem Kino in meinem Kiez. Welches andere Kino als das mit dem programmatischen Namen INTIMES sollte sonst dafür in Frage kommen?

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05.02.2013

DINGE DIE DIE WELT NICHT BRAUCHT (SERIE)


Nicht mit mir!

Nachdem mir neulich in Amerika bescheinigt wurde, ein MAN'S MAN zu sein, muss ich mir in Berlin nicht sagen lassen, was ich mit meinem THING zu veranstalten habe! Das ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich, findet auch Nina Pauer. Die junge Autorin hat sich laut aktuellem SPIEGEL von gestern in der ZEIT über die verweichlichten Männer ihrer Generation beklagt: "Sie seien höflich, lieb, immer gepflegt und gecremt." - Also irgendwie Aalglatt. Aber welche Frau will das schon?

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MEIN NACHBAR DER KÜNSTLER


Theater im Kiez / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Mein Nachbar der Künstler, der sich sonst immer nur zum Kaffee bei mir einlädt, hat mich heute bei meinem Gang zum Supermarkt abgepasst. Das wäre jetzt noch nichts besonderes, wenn ich es nicht vorher gewusst hätte. Ich war mir sicher, daß er mir in irgendeiner Form auflauern würde, um mich persönlich zu einem Stück heute Abend im Theater im Kiez einzuladen, in dem er selbst irgendeine Rolle spielt.

Welche Rolle genau, habe ich schon wieder vergessen, weil mich das Stück einfach Null interessiert. Trotzdem freue ich mich, daß mein Nachbar der Künstler mal wieder etwas eigenes Geld verdient. Im Gegensatz zu mir, kann er von seiner Kunst schon seit Jahren kaum noch leben, was ich aber nicht weiter schlimm finde.

Schlimm, und auch nur für ihn, finde ich, daß er zu der Kategorie zweidimensionaler Menschen gehört, die Taxifahrer prinzipiell für blöd halten. Ob das auf mich zutrifft, kann ich als Betroffener nicht wirklich beurteilen. Ich halte mich deswegen an den Weisen vom Berge, der sagt: "Bekämpfe keinen Irrglauben."

Und deswegen habe ich meinem Nachbarn dem Künstler auch nicht die Wahrheit gesagt, warum ich heute Abend nicht zu seinem Stück ins Theater im Kiez kommen werde. Zum Glück wusste ich, daß das Stück auf englisch ist, so daß ich einfach meine angeblich mangelnden Englischkenntnisse vorschieben konnte.

Das passte ganz phantastisch in das zweidimensionale Weltbild meines Nachbarn des Künstlers, daß alle Taxifahrer ein bisschen minderbemittelt sind, und so konnten wir beide zufrieden sein. Unser beider Tag war gerettet. Für die Vorstellung heute Abend wünsche ich meinem Nachbarn dem Künstler trotzdem ALLES GUTE!

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04.02.2013

DINGE DIE DIE WELT NICHT BRAUCHT (SERIE)


Mein Kiez / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Eigentlich müsste ich jetzt fragen: Ist das überhaupt noch mein Kiez? Bei dem, was ich da alles so sehen muss, eine durchaus berechtigte Frage. Mit DIE WELT ist natürliche die Reale Welt gemeint. Es kann also durchaus sein, daß die Dinge, die ich ab sofort in loser Folge porträtieren werde, in den verschiedenen Parallelwelten, die uns umgeben, irgendeine Rolle spielen.

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DAS LEBEN ALS AUSVERKAUF


Kurfürstendamm / früher Charlottenburg / jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf

Das Gefühl habe ich schon seit Jahren, daß das ganze Leben ein einziger Ausverkauf ist. Bisher hat mich das eher nachdenklich gestimmt. Neuerdings ist das anders. Warum kann ich gar nicht genau sagen. Vielleicht weil es beim Leben vor allen Dingen ums loslassen geht. Weil mitnehmen kann man ja sowieso Nichts.

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03.02.2013

DAS ENDE - ORIGINAL UND FÄLSCHUNG


Original

Im Gegensatz zu den seinerzeit vom Magazin STERN veröffentlichen und von Konrad Kujau gefälschten Hitler-Tagebüchern, einem der größten Skandale der bundesdeutschen Presse, gibt es vom Foto ENDE wirklich ein Original. Das hat den Vorteil, daß man relativ einfach und für jedermann nachvollziehbar die Unterschiede zwischen dem Original (oben) und der Fälschung (unten) ausmachen kann.

Das Original ist immer kleiner als die Fälschung weil wertvoller. Beim Original wird nicht immer aber meistens mehr Liebe auf Details im Hintergrund verwendet. Bei der Fälschung ist der Hintergrund oft einfach nur Schwarz. Daher kommt übrigens auch ursprünglich der Begriff "Schwarzarbeit" - aber das nur nebenbei.

Wenn du nun Lust auf das Original bekommen hast, dann brauchst du dich einfach nur an mich zu wenden. Alle anderen müssen sich nicht nur mit der Fälschung zufrieden geben, sie müssen diese auch noch selbst erstellen. Wie und vor allem Wo du das machst, wird allerdings nicht verraten. Trotzdem viel Spaß beim Fälschen!

Fälschung
Fotos&Text TaxiBerlin

"BRÜDERLE BEI EHRLICHKEIT ERTAPPT"


Urbanstraße / früher Kreuzberg / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

"Brüderle bei Ehrlichkeit ertappt" ist DIE Schlagzeile des Jahres. Das sagt zumindest der Dortmunder Verein Deutsche Sprache. Allerdings schon am 25.11.2011. Wie die das damals bereits wissen konnten, bleibt deren Geheimnis.

Kein Geheimnis ist, wer folgendes gesagt hat: "Wer noch weniger Sexismus an den Tag legte als Rainer Brüderle und wenn der Zustand der Dauer-Erotisierung so schlimm wäre, wie die Stern-Redakteurin beklagte, dann wäre die Menschheit ausgestorben vor 3 Millionen Jahren." Wer weiß es?

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02.02.2013

DON'T USE IT!



Potsdamer Platz / früher Tiergarten / jetzt Neue Mitte

Letze Nacht war es mal wieder soweit. Ich musste die Kurzstrecke erklären. Diesmal auf Englisch. Ich gebe es zu - ich habe mich schwer getan. Aber irgendwie hab ich es hinbekommen. Der Ami hat wohl auch alles verstanden. Auch meinen Hinweis: Don't use it!
Zumindest hat er anstandslos normalen Tarif plus Tipp bezahlt.

PS: Ging aber auch gar nicht anders, weil er ja am Halteplatz eingestiegen war.

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