27.01.2013

PARALLELWELTEN (TEIL ACHT)


Parallelweltenscheindebatte

Eigentlich wollte ich mich zur aktuellen Parallelweltenscheindebatte nicht äußern. (Als wenn wir nichts wichtigeres zu diskutieren hätten!) Parallelweltenscheindebatte deswegen, weil sie zwar in aller Öffentlichkeit geführt wird, in Wahrheit aber von den sonst gut zusammenarbeitenden Parallelwelten von Politik und Presse handelt. Vielleicht soviel: Wer so gut zusammenarbeitet, darf sich nicht wundern, wenn die Zusammenarbeit auch mal etwas enger wird. Wundern sollte man sich, warum diese Parallelweltenscheindebatte ausgerechnet kurz nachdem Brüderle zum Kandidat seiner Partei gekürt wurde losgetreten wird, obwohl das Ereignis mehr als ein Jahr zurückliegt.

Zeitnäher ist da ein Hörerlebnis aus der Parallelwelt des Radios, von dem ich bei dieser Gelegenheit berichten möchte. Es war Freitagabend vor drei Wochen in einer Sendung auf Radio Eins, in der es eigentlich um Musik geht. Plötzlich bekamen sich zwei der drei anwesenden weiblichen Musikexpertinnen in die Haare. Die jüngere war der Meinung, daß Männer heute keine Männer mehr sind, weil sie immer alles diskutieren und nie handeln wollen, woraufhin sie von der älteren als Reaktionärin bezeichnet wurde.

Zurück zu unserer Scheindebatte aus der Parallelwelt von Politik und Presse. Was wäre eigentlich, wenn der kleine Charmeur an der Bar nicht Brüderle sondern Brad Pitt hieße? Hätten wir dann auch eine solche Parallelweltenscheindebatte, in deren Zusammenhang ein männlicher Journalistenkollege (selten so gelacht!) behauptet, "dass Amerika in Sachen Umgang zwischen Politik und Journalistinnen einfach fortschrittlicher sind als wir."

Foto&Text TaxiBerlin

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