31.01.2013

DAS ENDE UND DAS URHEBERRECHT (FORTSETZUNG)


Erst geklaut und dann verkauft ...

Obiges Bild, an dem TaxiBerlin die alleinigen Urheberrechte besitzt, ist bei Google immerhin an zweiter Stelle gelistet und hat dementsprechend viele Besucher pro Tag. Neuerdings finden die Suchenden aber nicht meine Seite sondern diese Seite. Im Klartext: Jemand hat mein Bild geklaut und auf seiner Seite veröffentlicht. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, gibt es auf seiner Seite neuerdings WERBUNG. Das heißt, der Betreiber dieser Seite profitiert weiterhin von meinem Bild, denn alle Leute, und das sind jede Menge, die bei Google ein Bild mit dem Namen ENDE suchen, kommen automatisch auf seine Seite. Soviel zum Thema "nicht kommerziell" des anonymen Kommentators vom vorherigen Beitrag.

Foto&Text TaxiBerlin

DAS ENDE UND DAS URHEBERRECHT


Vielfach im Internet gestohlen: Das Ende oder IMG_6304

Es ist nun wirklich nicht Neues, daß die Welt, und insbesondere die anonyme Welt des Internets, voll ist von Gemeinen Grabblern. Diese Anonymität der Parallelwelt Internet ist aber nur scheinbar, wovon heute all die erfahren haben, die sich ohne zu fragen, also unter klarer Verletzung des Urheberrechts, bei meinem obigen Foto, das ich am 30.07.2010 in dem Beitrag "Anfang & Ende" veröffentlicht hatte, bedient haben. Sowohl die Suche nach geeigneten Fotomotiven als auch das Fotografieren selbst sind Arbeit in der Realen Welt. Ich lebe nicht nur vom Taxifahren sondern auch vom Fotografieren und Schreiben. Bilder von mir wurden unter anderem im Englischen Guardian und im Niederländischen Sabor Magazine veröffentlicht. Ich finde das nicht witzig, sondern ganz im Gegenteil: sehr traurig, daß ich es der Internetgemeinde wie einem Kleinen Kind erklären muss, damit es hoffentlich auch der letzte Gemeine Grabbler dort versteht: Fass einfach nichts an, was dir nicht gehört! Wenn du gerne etwas haben möchtest, was dir nicht gehört, dann frage denjenigen, dem es gehört, ob du das darfst. Aber sei dir über folgendes bitte im Klaren: In der Realen Welt gibt es in der Regel nichts umsonst!

Foto&Text TaxiBerlin

30.01.2013

TANZ DEN BRÜDERLE


Präsentiert von Tanzkarte
(Prenzlauer Allee / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow)

Ausgerechnet Claudius Seidl, der sich bisher vor allem als Herausgeber von Berlin-Hasser-Büchern hervorgetan hat, schreibt in der FAZ mal was vernünftiges über unser aller Brüderle. Aber vor allem stellt er die richtigen Fragen, was immer eine gute Voraussetzung für richtige Antworten ist. Beispielsweise: "Wer quatscht wen an?" Oder: "Was wäre die Antwort?" Und sogar eine mögliche Antwort: "Dass er zum Yoga geht?" Den kompletten Text ließt du, bevor du den Brüderle tanzt, am Besten hier.

Foto&Text TaxiBerlin

29.01.2013

DIE BANALITÄT DES BLÖDEN


Papierhandtücher mit Werbung

OK, es kann auch an mir liegen, daß dieser neue Trend bisher an mir vorbeiging, weil ich kaum noch aus meiner Taxe herauskomme. Offensichtlich gibt es wirklich Leute, die glauben, man würde sich erst die Reklame auf dem Einmalhandtuch durchlesen, bevor man sich die tropfenden Hände abtrocknet. Ich möchte gar nicht wissen, welche Kreativbutze auf diese blöde Idee gekommen ist. Eigentlich schon Wert als Parallelwelt anerkannt zu werden. Bevor ich es vergesse. Die Papierhandtücher findest du auf der Herrentoilette im Kino International. Wegen "Hannah Arendt" war ich mal wieder in meinem Lieblingskino in der Karl-Marx-Allee. Für meinen Titel habe ich mich bei ihrer "Banalität des Bösen" bedient, ihrem Fazit nach dem Eichmann Prozess über den sie für den "New Yorker" schrieb. Was den Film angeht: Pflichtprogramm für alle, die wissen wollen, wie es sich anfühlt, wenn man/frau Denkverbote ignoriert und Erwartungen nicht erfüllt.

Foto&Text TaxiBerlin

28.01.2013

DEM BRÜDERLE SEI DANK!


Vor der "Wilden Renate" / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Hatte ich mich neulich noch darüber beklagt, daß man die Party People nicht mehr versteht, weil sie eine dem Normalverbraucher unverständliche Sprache sprechen, ist das seit dem vergangenen Wochenende schon wieder ganz anders. Und wem haben wir das zu verdanken? Dem Brüderle! Ich hätte es selbst nicht geglaubt, wenn ich nur irgendwo davon gelesen hätte. Aber junge Leute von heute haben mir am Wochenende Nachrichten auf ihrem Handy gezeigt: "Hi, du kannst ein Dirndl ausfüllen! Wollen wir was trinken gehen?" oder "Ist heute Nacht auf deiner Tanzkarte noch was frei?", um nur zwei Beispiele von vielen wiederzugeben. Wie geil ist das denn?!

Foto&Text TaxiBerlin

TAXI BERLIN TRIFFT GERHARD RICHTER (SERIE)


Zu Besuch bei Gerhard Richter

Böse Zungen behaupten, Gerhard Richter, einer der bestbezahlten deutschen Maler unserer Zeit, würde gar nicht mehr selber malen sondern malen lassen. Also ich weiß nicht ...

Was ich mit Sicherheit weiß, ist die Quelle der Inspiration für einige seiner Bilder. Um was es sich dabei genau handelt, darf ich leider nicht verraten. Das musste ich ihm versprechen, als ich neulich dieses Foto in seinem Atelier machen durfte.

Foto&Text TaxiBerlin

27.01.2013

PARALLELWELTEN (TEIL ACHT)


Parallelweltenscheindebatte

Eigentlich wollte ich mich zur aktuellen Parallelweltenscheindebatte nicht äußern. (Als wenn wir nichts wichtigeres zu diskutieren hätten!) Parallelweltenscheindebatte deswegen, weil sie zwar in aller Öffentlichkeit geführt wird, in Wahrheit aber von den sonst gut zusammenarbeitenden Parallelwelten von Politik und Presse handelt. Vielleicht soviel: Wer so gut zusammenarbeitet, darf sich nicht wundern, wenn die Zusammenarbeit auch mal etwas enger wird. Wundern sollte man sich, warum diese Parallelweltenscheindebatte ausgerechnet kurz nachdem Brüderle zum Kandidat seiner Partei gekürt wurde losgetreten wird, obwohl das Ereignis mehr als ein Jahr zurückliegt.

Zeitnäher ist da ein Hörerlebnis aus der Parallelwelt des Radios, von dem ich bei dieser Gelegenheit berichten möchte. Es war Freitagabend vor drei Wochen in einer Sendung auf Radio Eins, in der es eigentlich um Musik geht. Plötzlich bekamen sich zwei der drei anwesenden weiblichen Musikexpertinnen in die Haare. Die jüngere war der Meinung, daß Männer heute keine Männer mehr sind, weil sie immer alles diskutieren und nie handeln wollen, woraufhin sie von der älteren als Reaktionärin bezeichnet wurde.

Zurück zu unserer Scheindebatte aus der Parallelwelt von Politik und Presse. Was wäre eigentlich, wenn der kleine Charmeur an der Bar nicht Brüderle sondern Brad Pitt hieße? Hätten wir dann auch eine solche Parallelweltenscheindebatte, in deren Zusammenhang ein männlicher Journalistenkollege (selten so gelacht!) behauptet, "dass Amerika in Sachen Umgang zwischen Politik und Journalistinnen einfach fortschrittlicher sind als wir."

Foto&Text TaxiBerlin

26.01.2013

PARALLELWELTEN (TEIL SIEBEN)


Schönhauser Allee / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Eine der größten Parallelwelten der Gegenwart, insbesondere in Berlin, ist zweifellos die der Party People. Für sie gibt es in der Metropole nicht nur spezielle Shops (Foto), sondern ihnen wurde hier vor kurzem sogar ein eigenes DANKE FÜR PARTY DENKMAL gewidmet. Daß man sie, also die Party People, oftmals nicht versteht, liegt nicht nur daran, daß sie eine dem Normalbürger unverständliche Sprache sprechen, was beispielsweise im Taxi dazu führt, daß das Fahrziel von Party People nicht immer eindeutig zu definieren ist. In der Regel ist es aber einfach nur die nächste Party. Das Unverständnis der Normalbürger für Party People hat auch viel damit zu tun, daß Party People, wenn sie mal keine Party machen, permanent "chillen", also sich ausruhen müssen, und der Normalbürger sich zu Recht fragt: Wovon eigentlich?

Foto&Text TaxiBerlin

PARALLELWELTEN (TEIL SECHS)


"Was erlauben Commerzbank?!"

Das muss ausgerechnet die Bank fragen, die vor nicht mal drei Jahren mit 18,2 Milliarden Euro von uns allen gerettet werden musste. Verkehrte Welt? Nein, nur eine weitere Parallelwelt! Eine Parallelwelt, in der eine Bank, die mit Geld nicht umgehen kann, sich erlaubt, ausgerechnet dich zu fragen, wie es deinem Geld geht. Irre!

Foto&Text TaxiBerlin

25.01.2013

PARELLELWELTEN (TEIL FÜNF)


Aus der Parallelwelt des Internets

Diese Anzeige aus der Parallelwelt des Internets richtet sich ausdrücklich nicht an die, die für Geld sowieso alles machen. Nein, diese Anzeige richtet sich an den Gutmenschen und Gemeinen Grabbler in Personalunion. Hier hat er die Möglichkeit Gutes zu tun, indem er einem armen Menschen hilft und ihm ein positives Feedback bei Amazon schreibt. Darüber kann er selbst später dann im Internet schreiben und dort von seinen Zweidimensionalen Freunden "geliked" werden. Außerdem grabbelt er ganz nebenbei noch fünf Euro ab. Und, jetzt kommt das Beste: Er kann später, wenn sich irgendein Verlag für sein eigenes Geschriebsel erbarmt und er selbst ähnliche Probleme hat, von diesem Kontakt profitieren. Ob der heute arme Mensch aus der Internetscheinwelt es morgen noch für nur fünf Euro macht, dafür gibt allerdings keine Garantie.

Text TaxiBerlin

PARALLELWELTEN (TEIL VIER)


So weit ist er noch nie gegangen ...

Beim Kontakt von Realer Welt mit einer Parallelwelt fühlt man sich als Dreidimensionaler Mensch oft irgendwie wie in Orwells "1984". Das muss nicht immer so sein. Manchmal muss man den anderen einfach nur richtig "missverstehen". Zum Beispiel den Autor des "Mängelexemplars", der große Teile seiner Fußwanderung durch die USA mit dem Auto gefahren ist, der aber bereits via Internetscheinwelt wissen ließ: "So weit ist er noch nie gegangen ..."

Foto&Text TaxiBerlin

24.01.2013

PARALLELWELTEN (TEIL DREI)


Mal was Nettes ...

Nachdem ich heute dieses Foto gemacht habe, wollte ich eigentlich mal was Nettes schreiben. Leider ist ein Anruf aus einer Parallelwelt dazwischen gekommen. Genau genommen der vom Lektor des "Mängelexemplars" vom Rowohlt Verlag. Entschuldigung für den Betrug am Leser? Fehlanzeige! Ich hätte wissen müssen, daß der Autor niemals eine so weite Strecke laufen könne. Denn der wäre ja schon über sechzig Jahre alt. Ansonsten alles ein "Missverständnis". In der Parallelwelt des Lektors ist es, wie nicht anders zu erwarten war, ganz normal, daß man, selbst wenn man ein Buch über eine Fußwanderung schreibt, weite Strecken mit dem Auto fährt. Da ich mich nicht anstecken wollte bei ihm, habe ich das Gespräch bald mit besten Grüßen aus der Realen Welt und der Frage beendet, ob er wirklich sicher sei, daß er ein richtiger Lektor ist.

PS: Ganz vergessen dem Lektor zu sagen, dass Landolf Scherzer, der Autor von "Immer geradeaus", sogar schon über siebzig ist und trotzdem über eine wirkliche Fußwanderung geschrieben hat. Aber das hätte der in seiner Parallelwelt sowieso nicht verstanden.

Foto&Text TaxiBerlin

PARALLELWELTEN (TEIL ZWEI)


Wirklich zu Fuß!

Dussmann war nicht nur so freundlich das "Mängelexemplar" des Autors, der eine Fußwanderung mit dem Auto gemacht hat, zurückzunehmen. Nein, das Kulturkaufhaus hat sogar seine "Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für das Thema sensibilisiert", damit diese "zukünftig bei Beratungsgesprächen auf den Gebrauch des Autos und des somit nicht ganz korrekten Untertitels hinweisen können." Außerdem wird das Kulturkaufhaus meine "Beanstandungen" an den "Rowohlt Verlag weiterleiten und anregen, den Untertitel und den Klappentext des Buches neu zu überdenken."

Das ist zwar nicht ganz das, was ich mir erwartet habe, insbesondere das "nicht ganz korrekt" für eine Lüge, aber immerhin doch mehr als zu erwarten war. Immer daran denken, daß wir uns in einer Parallelwelt befinden, und zwar der des Buchmarktes. Das Wichtigste für mich ist sowieso, daß ich endlich ein richtig gutes Buch mit einer echten Fußwanderung gefunden habe. Es handelt sich um Landolf Scherzers "Immer geradeaus" erschienen im Aufbau Verlag. Ein Buch über Dreidimensionale Menschen in einer Realen Welt.

Foto&Text TaxiBerlin

23.01.2013

PARALLELWELTEN (TEIL EINS)


Kurfürstendamm / früher Wilmersdorf / jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf

Immer mehr Menschen leben heute in Parallelwelten. Damit meine ich nicht die in Neukölln, die jeder kennt. Die Parallelwelten, um die es in diesem Beitrag geht, sind vergleichsweise unbekannt. Aber, und das macht diese Parallelwelten so gefährlich, sie breiten sich endemisch aus und auch du kannst von ihnen heimgesucht werden. Ja es ist sogar sehr wahrscheinlich, daß du eines schönen Tages aufwachst und dich in einer Parallelwelt wiederfindest, ohne daß du davon etwas bemerkt hättest. Und, als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, daß die bis dato existierenden Parallelwelten so gut wie unerforscht sind, nein, täglich kommen auch noch neue hinzu.

Parallelwelten gibt es überall: auf dem Buchmarkt, im Internet und natürlich auch im Taxi. Parallelwelten sind  Schweinwelten mit Zweidimensionalen Menschen, die als solche oft nur schwer zu erkennen sind, gerade weil sie so offensichtlich daherkommen. Als Definitiver Bullshit Detektor und Dreidimensionaler Mitmensch ist es meine Pflicht, auf die aktuelle Gefahr hinzuweisen. Obwohl ich über beide Beispiele bereits geschrieben habe, komme ich auf sie zurück, weil sie mehrere Parallelen aufweisen, die sie verbinden. Ich weiß, ich weiß - du wirst jetzt fragen: Wie kann eine Parallele, die Parallele heißt weil sie parallel verläuft, verbinden? Die Antwort ist ganz einfach: Was uns in der Realen Welt als unmöglich erscheinen mag, ist dort möglich - in der Parallelwelt.

Da haben wir zum Einen den Fall eines Autoren, der ein Buch über eine Wanderung quer durch die USA mit dem Untertitel "Zu Fuß durch Amerika" geschrieben hat. Dem Leser wird darin ein "einzigartiges Lesevergnügen" versprochen: "zu Fuß von Kanada bis Mexiko, drei Monate, 3500 Kilometer durch das Herz Amerikas." Die Wahrheit ist, daß der Autor große Teile der Strecke mit dem Auto gefahren ist. Und, jetzt kommt das Beste, dieses Buch ist ein Bestseller! Ein klarer Beweis dafür, daß sich Parallelwelten endemisch ausbreiten. In diesem Fall hat sich die Parallelwelt des Autors, eine Welt in der es völlig normal ist, daß man in einem Buch über eine Fußwanderung mit dem Auto fährt, direkt auf die Leser, die dieses Buch wie blöd kaufen, übertragen. Ohne allerdings, und das macht diese bisher unbekannte Parallelwelt so gefährlich, daß es dem Leser klar wäre. Ansonst würde er, genauso wie ich, das Buch als "Mängelexemplar" zurückschicken, und Aus wäre es mit dem Bestseller.

Dann haben wir zum Anderen den "Kollegen", der seine verstorbene Mutter "eine Verwandte" nennt. In seiner Parallelwelt ist diese Pietätlosigkeit sein "persönlicher Stil", der "vom Rest der Welt" geteilt wird. Vermutlich ist derselbe "Rest" gemeint, der auch das Buch des Autors kauft. Aber was steckt dahinter, wenn ein Kind zu seiner Mutter plötzlich "eine Verwandte" sagt. Eine schlimme Kindheit zweifellos. Oder doch mehr? Die verstorbene Mutter wird den "Kollegen" nicht gelehrt haben, sie "eine Verwandte" zu nennen.

Maria Weber schreibt in ihrem Artikel "Letzte Unruhe" in der Berliner Zeitung: Die Totenfürsorge ist gewohnheitsrechtlich Sache der nächsten Angehörigen. Diese zahlen die Kosten für die Bestattung. Weder prekäre Finanzen noch zerrüttete Verhältnisse entbinden Familien von der Pflicht. Gerichte urteilen, dass Verlagerung der Kosten auf die Allgemeinheit nicht tragbar ist. Soweit Maria Weber aus der Realen Welt Dreidimensionaler Menschen. Die Bezeichnung "eine Verwandte" anstelle von Mutter in des "Kollegen" Parallelwelt erscheint nun in einem anderem Licht, denn "eine Verwandte" ist nicht zwangsläufig "nächster Angehöriger" oder gar "Familie". Die eigene Mutter ist es in jedem Fall.

Der ansonsten offenbarungsfreudige "Kollege" lässt das Internet über ein mögliches Erbe im Unklaren. Das ist zumindest merkwürdig, da er sonst alles mit der Internetgemeinde zu teilen pflegt. Selbst wenn wir davon ausgehen, daß seine Mutter ihm nichts hinterlassen hat, bleibt die Frage: Was wäre wenn? Würde er sich dann um sein Erbteil genauso kümmern wie um die Beisetzung? Bei der, genau genommen bei den Kosten der Beerdigung, gibt es offenbar eine Finanzierungslücke. Nur, niemand weiß wie groß diese ist. Das mag uns ungewöhnlich erscheinen, aber wir dürfen nicht vergessen, daß wir uns immer noch in der Parallelwelt des "Kollegen" befinden.

Dreidimensionale Menschen der Realen Welt machen, nachdem sie den Verlust des Familienangehörigen betrauert haben, Kassensturz. Dreidimensionale Menschen gehen zu einem Beerdigungsinstitut, oder rufen mehrere an, um sich über die Kosten einer Beisetzung zu informieren. Dreidimensionale Menschen wissen, daß sie gewohnheitsrechtlich für die Beisetzung der nächsten Angehörigen aufzukommen haben, ohne den genauen Gesetzestext zu kennen. Für viele Dreidimensionale Menschen ist es mitunter schwer, das Geld aufzubringen, insbesondere nachdem die gesetzlichen Krankenkassen seit 2004 kein Sterbegeld mehr zahlen. Dreidimensionale Menschen borgen sich, so bitter das ist, oft das Geld bei Freunden und Bekannten, um ihre nächsten Angehörigen beisetzen zu können.

Was ein großer gesellschaftskritischer Text ("Ich kann meine Mutter nicht bestatten!") hätte werde können, oder auch nur der Besuch einer Talkshow im Privatfernsehen ("Hilfe, meine Mutter ist eine Verwandte!"), verkommt hier zu einem Schmierentheater im Internet ("Genötigt um des lieben Friedens willen"), indem sich der "Kollege" darüber beklagt, daß er in einer vergleichbaren Situation, allerdings bei Zweidimensionalen Nerds aus der Internetscheinwelt anstelle bei Dreidimensionalen Menschen aus der Realen Welt, genötigt wird, völlig "unnötig" einen Sozialhilfeantrag zu stellen, "ohne zu wissen, wofür." In beiden Punkten muss man ihm Recht geben. Ein solcher Antrag war und ist unnötig - allerdings nur in der Realen Welt! Nicht so in der Parallelwelt des "Kollegen".

PS: Eine weitere Parallele: Der "Kollege" schreibt auch, genauso wie der Autor. Ich bin mir sicher, daß auch sein Buch ein Bestseller wird. Der Bedarf ist auf jeden Fall da. Parallelwelten gibt es mehr als genug, und allzu oft fehlen die passenden Bücher dazu. Ich persönlich würde aber das Buch des "Kollegen, genauso wie ihn selbst, wegen der Ansteckungsgefahr nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

Foto&Text TaxiBerlin

22.01.2013

BERLINER BIERERNST


Schwäbische Berliner in Berliner Eckkneipe

Das Schöne an der so genannten Schwabendebatte ist, daß sie von den Schwaben wirklich Ernst genommen wird, um nicht zu sagen Bierernst. Wie sonst soll ich die Berliner, die in Berlin Pfannkuchen heißen, mit dem Kopf von Wolfgang Thierse (Foto oben) drauf interpretieren, die der Moderator vom Schwabenradio heute extra aus Ulm mitgebracht hatte. Wir Berliner haben da schon wieder viel ernstere Probleme. Beispielsweise, daß uns in der Eckkneipe "Zum Igel", dem Treffpunkt mit dem Moderator, nicht der Putz von der Decke direkt ins Bierglas fällt.

Foto&Text TaxiBerlin

AUSBILDUNG NEUES WOHNEN IM KIEZ


Frankfurter Allee / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Endlich mal eine gute Idee. Wer im Kiez wohnen will, muss erstmal 'ne Ausbildung machen. Dann ist endlich Schluss damit, daß Leute permanent "in die Kollbergstraße oder so" anstelle der Kollwitzstraße gefahren werden wollen. Es kann nicht sein, daß dumme Neuberliner die Namensgeberin Käthe Kollwitz, die früher selbst einmal am Kollwitzplatz gewohnt hat, nicht kennen, und die deswegen Kollwitz für einen Witz halten.

Foto&Text TaxiBerlin

21.01.2013

THE SOUP NAZI


by Seinfeld

Zugegeben, DAS NAZITAXI ist nicht ganz allein auf meinem Mist gewachsen. Zum NAZITAXI inspiriert hat mich zweifellos THE SOUP NAZI. Ein Suppenverkäufer in New York, den es wirklich gegeben hat und immer noch geben soll, so genau weiß das keiner, der seine Suppe nicht an jeden verkauft. Wer ihm dumm kommt, kriegt von THE SOUP NAZI auch schon mal gesagt NO SOUP FOR YOU, im dümmsten Fall FOR ONE YEAR. Aber sieh am besten selbst ...

Video YouTube
Text TaxiBerlin

DAS NAZITAXI ODER NEE, LIEBER NICH ...


Das Graffito zum Text

Keine Ahnung warum blöde Bauern und dumme Provinzler ausgerechnet in Berlin immer zu fünft in einem normalen PKW Taxi fahren wollen. Angeblich weil das dort, wo sie herkommen, kein Problem ist. Für fünf Euro extra macht der Fahrer dort alles. Der Ärmste. Gut, solche "Kollegen" gibt es auch in Berlin. Für mich kommen fünf Personen nicht in die Tüte oder genauer: nicht in die Taxe. Daß ich vom Taxifahren leben könne, überraschte nun wiederum meine Fahrgäste. Wahrscheinlich meinten sie: Daß ich SO vom Taxifahren leben könne ...

Die Aufklärungsarbeit meinerseits hätte länger gedauert als die reine Fahrzeit. Erst einmal musste aber, mittlerweile Standardprogramm einer jeden Taxifahrt in Berlin, Geld vom Automaten geholt werden. Als es dann endlich losgehen konnte, wurde mir der Kurztrip um zwei Ecken noch mit dem Hinweis versüßt: Aber kürzeste Strecke, ich habe Navi ...

Das Beste kam, wie so oft im Leben, zum Schluss. Die Frage meiner Fahrgäste, in dem Fall waren es dumme Bauern, die wegen der Grünen Woche in Berlin sind, ob sie später nochmal mit mir fahren könnten. Die Antwort steht oben im Titel nach dem Wort ODER. Und ich kenne auch schon die reflexartigen Kommentare: Rassist, Antisemit, Nazi ...

Foto&Text TaxiBerlin

WO DIE WÄRME WARTET


Storkower Straße / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Einmal mehr bestätigt sich auch diesen Winter, daß Berliner Taxifahrer (nicht alle!) zwar die preiswertesten Therapeuten, ihre Taxen aber die teuersten Wärmestuben sind. Wer sich das nicht leisten kann, geht in die neue Berliner WÄRMEWARTE.

Foto&Text TaxiBerlin

20.01.2013

VOM EIGENLEBEN EINER BERLINER TAXE


Fahrertür einer Berliner Taxe (Detail)

Zu Höhepunkten wie die heute zu Ende gehende Fashionweek ist wirklich jede Taxe auf den Berliner Straßen unterwegs und es fährt, wer fahren kann - oder auch nicht. Im Falle des "Kollegen" am Flughafen Tegel (Foto oben) kann über die fahrerischen Qualitäten nicht direkt etwas ausgesagt werden. Mit Sicherheit hat der "Kollege" aber einen Tremor insbesondere beim Abstellen seines Kaffees in die dafür vorgesehenen Ausbuchtung an der Fahrertür, die deswegen bereits ein Eigenleben führt.

Foto&Text TaxiBerlin

19.01.2013

EINMAL ZUM SCHWABENHAUS


Lietzenburger Straße / früher Wilmersdorf / jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf

Zuerst dachte ich, das wäre ein Witz. Aber das SCHWABENHAUS gibt es wirklich. Allerdings nicht im Prenzlauer Berg, wie manch einer vermuten würde, sondern in Wilmersdorf. Ob das SCHWABENHAUS einem von Robert Weber gesuchten Schwaben mit Herz gehört, war aufgrund der vorgerückten Stunde nicht in Erfahrung zu bringen.

Foto&Text TaxiBerlin

18.01.2013

IN MITTE NICHTS NEUES


Linienstraße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Mein gestriger Rundgang durch den Prenzlauer Berg endete irgendwann in Mitte, aus der es aber auch nichts Neues zu berichten gibt. Deswegen möchte ich die Gelegenheit nutzen, und meinem Kollegen und Freund Robert Weber etwas unter die Arme greifen, damit er nicht weiter "hinten anstehen" muss. Robert Weber sucht für seine Lebensgefährtin eine Wohnung und hofft darauf, einen Schwaben mit Herz zu finden. Die genauen Vorstellungen von Robert Weber, was die Wohnung angeht, findest du hier. Ich bin gespannt, wie die Geschichte ausgeht. Aus eigener Erfahrung tippe ich darauf, daß Robert Weber eine neue Wohnung für seine Lebensgefährtin am ehesten durch Vitamin B, also Beziehungen, findet. Vitamin B, für denjenigen der es nicht weiß, funktioniert in vereinfachter Form in etwa so: jemand kennt einen, der einen kennt, der einen kennt ...

Foto&Text TaxiBerlin

BERLINER SCHEISSEN IM PRENZLAUER BERG


Kollwitzstraße / früher Prenzlauer Berg / jetzt Pankow

Nächste Woche bin ich wegen einem Beitrag, den ich vor mehr als zwei Jahren geschrieben habe, beim Schwabenradio eingeladen. Zu Recherchezwecken war ich heute mal im Prenzlauer Berg unterwegs. Eigentlich hatte ich mit einer Vielzahl von antischwäbischen Flyern gerechnet, wie ich sie im Internet gesehen habe. Fehlanzeige! Das einzig wirklich Erwähnenswerte ist obiges Graffito, was mir aber auch nichts wirklich Neues verrät, was ich nicht schon gewusst hätte.

Foto&Text TaxiBerlin

17.01.2013

TAXI IN ROM ODER WARUM ICH DAS INTERNET HASSE


Vorm Colosseum

Im Mai letzten Jahres waren TaxiGourmet und ich zu gemeinsamen Taxiabenteuern in Rom. Ein Artikel von TaxiGourmet alias Layne Mosler erschien zusammen mit Bildern von mir im Englischen Guardian. Jetzt sind weitere Bilder von mir im Internet aufgetaucht, und zwar bei Hannoverparktaxi und auf dieser italienischen Seite. Natürlich hat keiner von beiden gefragt, ob er mein Bild auf seiner Seite veröffentlichen darf. Deswegen hasse ich das Internet. Es ist voll von Gemeinen Grabblern.

Foto&Text TaxiBerlin

16.01.2013

LEBT DER ESEL NOCH?


Mein Esel beim Aufstehen

Ausnahmsweise stellt sich die Internetgemeinde mal die selbe Frage, die auch ich mich frage: Lebt der Esel noch? Danach fangen die Unterschiede aber schon an. Ich rede von meinem Esel in Bulgarien, mit dem ich letzten Sommer achthundert Kilometer quer durchs Land gezogen bin. Der ein oder andere wird hier darüber gelesen haben. Die dumpfbackigen mit Cola vorm PC sitzenden Nerds, die nie einen Esel auch nur aus der Hähe gesehen haben, sorgen sich um ein Grautier im fernen Botswana, das sich mal im Dreck gesuhlt hat, was Esel, die ursprünglich aus Afrika kommen, eben so machen, insbesondere zu Hause. Meine Sorge um meinen Esel ist da vergleichsweise real. Immerhin habe ich ihn an einen verurteilten Mörder verkauft, der nach eigenen Angaben unschuldig mehr als zwanzig Jahre im Knast saß. Ein bisschen Hoffnung habe ich schon, daß es meinem Esel in Bulgarien gut geht, denn wie sagt der Volksmund: Wer keine Menschen mag, mag meistens Tiere.

Foto&Text TaxiBerlin

WIE SICHER IST MEINE WOHNUNG 2013?


Handwerker bei der Arbeit

Da BILD sich schon um meinen Job 2013 sorgt, bleibt für mich nur noch die Sorge um meine Wohnung. Im Moment habe ich mal wieder die Handwerker. Diesmal machen sie das Treppenhaus, was, wenn es nach mir ginge, völlig unnötig ist, weil es doch erst vor hundert Jahren gemacht wurde. Aber nach mir geht es mal wieder nicht. Handwerker machen, wie jeder weiß, viel Dreck, in diesem Fall um Nichts. Der Dreck ist aber nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist die Ungewissheit, was als Nächstes kommt. Aber selbst das werde ich wohl überstehen. Zur Not schlafe ich eben im Taxi. Oder in meinem Zelt mit Schlafsack. Leben geht immer weiter ... bis es vorbei ist.

Foto&Text TaxiBerlin

BITTE NICHT!


Bild Dir Deine Meinung (Detail)

Immer wenn Berlin noch größer rauskommen soll, bekomme ich es mit der Angst zu tun. Ich weiß gar nicht genau warum. Offensichtlich geht es aber nicht nur mir so. Selbst BILD fragt sogleich: Wie sicher ist mein Job 2013?

Foto&Text TaxiBerlin

15.01.2013

EROTIK TO GO


Seestraße / früher Wedding / jetzt Neue Mitte

Laut BZ von gestern (Seite 46) gibt es keinen einzigen Mann, der noch nie einen Porno gesehen hat. Singles schauen mit 3 mal die Woche und insgesamt 40 Minuten im Schnitt etwa doppelt so viel wie Männer, die in festen Beziehungen leben mit 1,7 mal und 20 Minuten. Etwa 90 Prozent der Männer nutzen dazu das Internet. Ich gehöre nicht dazu! Ich bevorzuge "Erotik to go", oder noch besser: "Erotik to drive"!

PS: Ich schaue jetzt jeden Tag in die BZ, in der Hoffnung, daß die auch mal was über Frauen schreiben.

Foto&Text TaxiBerlin

"BROT UND SPIELE"


Spätkauf Werbung (Detail)

Prost. Nun ist es wieder soweit. Die Modemesse "Brot und Butter" hat angefangen. Mich persönlich nerven ja diese Modefuzzis. Keine Ahnung warum. Ich meine, mit Bier wären sie wohl zu ertragen. Mit mehr Bier sogar noch besser. Aber so - ohne Bier - das geht nicht. Das ist einfach nicht kompatibel. Wo ich gerade beim Bier bin. Ich weiß nicht, wer es außer mir noch bemerkt hat. Die Zeit für billiges Bier in Berlin ist auch endgültig vorbei. Ich sage nur: Der halbe Liter frisch gezapft für drei Mark! Zurück zum Taxifahren. Es soll Kollegen geben, die letzte Woche extra pausiert haben, um diese Woche fit zu sein, obwohl die selber mit Mode gar nichts am Hut haben. Das versteh, wer will. Ich glaube, ich brauche jetzt noch'n Bier.

Foto&Text TaxiBerlin

14.01.2013

WIE KALT ISSEN DRAUSSEN?


Einfach mal aussteigen ...

Derzeit die wichtigste Frage meiner Fahrgäste, was erstmal ein gutes Zeichen ist, weil sie nicht gleich nach dem Fahrpreis fragen. Normalerweise checken die Leute dann sofort mittels ihres Fancy Handys die Temperatur, aus der sie gerade kommen, schneller als ich ihnen in meiner angenehm temperierten Taxe, besser bekannt als alte stinkende Dreckschleuder, antworten kann. Keine Ahnung, ob die beiden Schwuchteln gestern Abend sich so ein teures Handy nicht leisten konnten, oder ob ihre Frage "Haben Sie vielleicht in ihrem Taxi eine Anzeige, die Ihnen anzeigt, wie kalt das draußen ist?" für 'ne Kurzstrecke einfach zu lang war. Meine Antwort würde in beiden Fällen lauten: "Wenn ich wissen will, wie kalt es draußen ist, steige ich einfach mal aus."

Foto&Text TaxiBerlin

LIEGT IHNEN DIE ZUKUNFT BERLINS AM HERZEN?


Rosenthaler Straße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Wenn Ihnen die Zukunft Berlins wirklich am Herzen liegt, dann stellen auch Sie Ihre leere Flaschen für die Ärmsten der Armen dort ab.

Foto&Text TaxiBerlin

13.01.2013

AUGEN GROSS WIE STRAUSSENEIER ...


Potsdamer Ecke Kurfürsten / früher Tiergarten Süd / jetzt Neue Mitte

Erst überholt er mich mit gefühlten einhundert auf der Gegenfahrbahn, dann überfährt er die rote Ampel an obiger Kreuzung, versucht noch rechts in die Kurfürstenstraße abzubiegen, was ihm aber nicht gelingt, denn er hält geradezu auf den Eingang der Nutten-Videothek, rammt aber noch einen Kleinwagen mit zwei Frauen an Bord frontal in die Seite, bevor er dort zum Stehen kommt. Danach steigt er aus, geht auf den Eingang der Videothek zu, die beiden Frauen im Kleinwagen interessieren ihn nicht, sieht sich in aller Ruhe die Nutten an, um dann fünf Meter weiter das Angebot vom Döner Imbiss zu studieren. Die beiden Frauen sind, körperlich zumindest, wie durch ein Wunder unversehrt. Um den Fahrer mit Hintergrunz, dessen Augen so groß wie Straußeneier sind, kümmert sich der Dönerfachmann. Die Polizei kommt kurz darauf. Zeugen gibt es außer mir genug. Ist ja heute auch nicht mehr selbstverständlich.

Foto&Text TaxiBerlin

11.01.2013

KUNST IST TOT


DIE KUNST - UNVERGESSEN

Spätestens seitdem Gott tot ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Kunst den Löffel abgibt. Zugegeben, das Geburtsdatum ist nur eine ungefähre Schätzung. Man darf davon ausgehen, daß die Kunst einige Jahre mehr auf dem Buckel hatte. Der Todestag ist insoweit sicherer, weil die Kunst definitiv im letzten Jahrtausend von uns gegangen ist. Aus Unkenntnis dessen, nehmen sowohl Kunstschaffende als auch Kunstinteressierte seither alles als Kunst, was sie nicht verstehen. Da die Kunst außer ihrer Kunst nichts hinterlassen hat, wurde ihre Beisetzung vom Amt, also von uns allen, in aller Stille beglichen.

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09.01.2013

BALKANISIERUNG IM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE


Edeka Neukauf / Bahnhof Friedrichstraße / früher Mitte / jetzt Neue Mitte

Wer Erlebnis-Shopping wie auf dem Balkan sucht, darf diese Baugerüste (Foto) bei Edeka Neukauf im Bahnhof Friedrichstraße auf keinen Fall verpassen. Wem die Anreise in die Friedrichstraße zu weit ist, muss einfach nur warten, bis dieser neue Trend auch seinen Supermarkt an der Ecke erreicht. Das kann allerdings dauern, denn die Miete auch für Baugerüste ist in Berlin gerade am explodieren.

Foto&Text TaxiBerlin

BALKANISIERUNG AUF DEM DEUTSCHEN BUCHMARKT


Zu Fuß mit dem Dodge ...

Ich hatte einiges erwartet von einem Buch mit dem Untertitel "Zu Fuß durch Amerika". Leider hatte ich das Buch schon gekauft, als ich realisierte, daß derselbe Autor auch "Berlin-Moskau" geschrieben hat, was mir nicht wirklich gefallen hatte. Der Autor hat nicht nur keine Ahnung von Osteuropa, sondern auch von Amerika. Aber es kommt noch schlimmer. Offensichtlich weiß er auch nicht, daß "zu Fuß" wirklich "zu Fuß", und eben nicht "mit Auto", heißt. Denn, was muss ich auf Seite 44 lesen: "... mein roter, roter Dodge ..." und "Die Weite, in die ich fuhr ..." Das nächste Kapitel (Seite 46) beginnt sogar mit "Ich fuhr über den Missouri ..." Lieber Wolfgang Büscher, so der Name des Autors, so werden wir "keine Freunde". Nein, ich werde ihnen ihr Buch zurücksenden. Es ist für mich eine Lachnummer. Ich weiß, ich weiß, alle machen das heute so. Die Welt, vor allem das Internet, ist voll von falschen Fünfzigern. Aber wissen sie was: Das interessiert mich nicht! Denn: Laufen ist Laufen, und Fahren ist Fahren. Und glauben sie mir, ich weiß wovon ich rede.

Foto&Text TaxiBerlin

08.01.2013

EINMAL FICKEN UMSONST


Mein Kiez / Mein zu Hause / Mein Berlin

Bei meinen traditionellen nächtlichen Rundgängen durch den Kiez nehme ich sicherheitshalber nie meine Geldbörse mit, weswegen man nicht wirklich von Streifzüge sprechen kann. Heute erregte ein Fell an einer Wand in obiger Kneipe mein Interesse. Während ich noch auf dem Bürgersteig stehend das Riesenteil durchs Fenster betrachtete, kam die junge Wirtin aus ihrer Kneipe und bat mich hinein. Gerne würde ich ihrer Einladung folgen, weil mich das Fell sehr interessiert, nur hätte ich leider kein Geld bei mir, sagte ich ihr. Das macht nichts, meinte sie, auf einen Kurzen könne sie mich einladen, wenn ich versprechen würde wieder zu kommen. Gesagt (Irgendwie fühlte ich mich gerade zwanzig Jahre zurück versetzt) Getan. Das Riesenfell ist übrigens vom Elch und der Kurze auf's Haus hieß "Ficken".

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DIE WALDORF DIÄT


Waldorf Astoria Hotel / Hardenbergstraße / früher Charlottenburg / jetzt Charlottenburg-Wilmersdorf

Mein erster Gedanke war: Das ist ein schlechtes Zeichen, wenn einem im Waldorf Hotel kein Waldorf Salat sondern nur Diät-Schnittchen serviert werden. Daran ändert auch das durchaus großzügige Angebot für eine meiner besseren Ideen nichts, die ich im letzten Jahr realisiert habe. Vorsichtig ist immer geboten, wenn der potentielle Geschäftspartner einen plötzlich mit "mein Freund" anspricht. Ich meine, das Projekt habe ich auch ohne ihn durchgezogen. Vielleicht ist das sogar das Wichtigste, was ich da gelernt habe letzten Sommer. Wenn du wirklich was machen willst, dann mach es alleine und warte vor allem nicht auf abgegrabbelte Fördergelder. Denn, und das ist die zweitwichtigste Gewissheit des letzten Jahres: Wessen Förderung ich nehm', dessen Lied ich sing. Bleibendes kann mit Geld nicht nur nicht bezahlt werden, sondern hat mit Geld nichts zu tun. Alles andere sind Auftragsarbeiten von Bittstellern.

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OBST DÖNER MIT OBST


Simon-Dach-Straße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

DÖNER MACHT SCHÖNER kannte ich schon. Es soll Leute geben, die wirklich dran glauben. Ich persönlich habe meine Zweifel. Ich glaube, die Aussage geht nur deswegen durch, weil die meisten Döner in Berlin mit DREI ACHT IM TURM zu sich genommen werden. Aber wer weiß schon noch, was DREI ACHT IM TURM heißt.
Der OBST DÖNER versucht einen neuen Trend zu setzen. Daß dies in Berlin geschieht, ist keine Überraschung. Berlin ist voll von Kreativen, die alle einen Trend setzen wollen, nicht nur in der Küche sondern auch beim Schreiben. In der Regel laufen aber alle nur dem Trend hinterher wie das OBST dem OBST DÖNER.
Das letzte Mal war ich vor zehn Jahren in der Simon-Dach-Straße schlecht essen. Den Laden gibt es heute noch, weil Tag für Tag Neue dort auf der Suche nach dem neuesten Trend sind. Um die Simon-Dach-Straße mache ich seitdem einen großen Bogen, auch mit der Taxe. Essen tue ich nur noch zu hause. Außer heute, da bin ich ins WALDORF ASTORIA eingeladen.

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SCHWANGER?


Maybe Baby Automat

Manch einer geht schwanger mit einer Idee. Ein anderer fühlt sich nur schwanger. Um herauszufinden, was wirklich Sache ist, gibt es den Maybe Baby Automat. Komischerweise betrifft es immer nur Männer, die eigentlich gar nicht schwanger werden können. Schuld ist aber nicht der Feminismus, von bösen Zungen auch Muschikult genannt, sondern nur die Fettpolster nach den Feiertagen.

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07.01.2013

SCHWABEN IN BERLIN UND WORAN DU SIE ERKENNST (FRAGEN)


Bahnhof Friedrichstraße / früher Mitte / jetzt "Neue Mitte"

Zugegeben, auch ich bin kein Ur-Berliner. Auch ich komme vom Dorf. "Und das ist auch gut so!" Wer etwas in der Stadt erreichen will, kommt immer vom Dorf. Aber ich kam noch wegen Berlin nach Berlin! Wer kann das heute noch von sich behaupten?
Die Stadt war damals Bunt. Das Lebensgefühl hieß: Alles ist möglich! Nur wegen seinem Haarschnitt von der Polizei angemacht zu werden (Foto): undenkbar!
Heute kommen viele wegen einem Job nach Berlin. "Von welchem Job sprichst du?", frage ich sie angesichts der Arbeitslosenquote in Berlin. Mit einigen komme ich ins Gespräch, nicht mit allen. Manche sind aus dem Schwabenland. Davon drei Beispiele:
Eine junge Frau bewohnt seit ein paar Jahren ihre Eigentumswohnung im Bötzowviertel, was zum Prenzlauer Berg gehört. Vor ihr haben "Alte Ossis" in ihrer Wohnung gewohnt, die aber die Miete für die Luxussanierte Altbauwohnung nicht mehr bezahlen konnten. Für die junge Frau kein Problem. So ist das Leben, oder eben der Markt, meint sie.
Ein ebenfalls junger Mann aus dem Bergmannkiez in Kreuzberg, der eigentlich als Staatsdiener gut verdient. Mangels sozialer Kontakte, aber auch aus alter Gewohnheit, sammelt er in seiner Freizeit leere Flaschen. Er kann einfach nichts "umkommen" sehen und findet das Dosenpfand toll. Daß es Flaschensammler gibt, die in Berlin davon leben, interessiert ihn nicht. Für ihn ist das Flaschensammeln ein Sport, wo "der frühe Vogel den Wurm fängt".
Ein zugezogener "Kollege" aus Stuttgart, er nennt sich "Sash" und zum Glück kenne ich ihn nur aus dem Internet, beklagt sich dort darüber, daß Vater Staat ihm nicht die Beisetzung seiner Mutter bezahlt, die er "eine Verwandte" nennt. Ich weiß nicht, inwieweit es erwähnenswert ist, daß der "Kollege" dem zuständigen Amt seine finanzielle Situation nicht offenbaren wollte. Spätestens seit diesem Artikel von Maria Weber in der Berliner Zeitung sollte dies auch irrelevant sein.
Ein Kommentator hat es gut formuliert: "Kritik an schwäbischen Kehrwochen und Kinderwagen in Berlin heißt nur Kritik an diesen bestimmten Dingen und nicht an Schaben grundsätzlich." 
Wir in Berlin würden nun gerne wissen: Interessiert den Schwaben generell nicht, wie er zu seiner Eigentumswohnung gekommen ist? Ist es dem Schwaben allgemein egal, ob es bedürftigere Flaschensammler gibt als ihn? Und, ist es normal, die eigene Mutter "eine Verwandte" zu nennen, und sie auf Kosten der Allgemeinheit beisetzen lassen zu wollen? Sind das nun schwäbische Primärtugenden oder einfach nur krasse Einzelfälle?

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06.01.2013

DAS CAFÉ FÜR CARS


Sonnenallee / früher Neukölln / jetzt Neukölln

In Berlin gibt es bekanntlich NICHTS, was es NICHT gibt. Ich weiß, das überfordert den ein oder anderen. Aber dafür kann Berlin nichts. Das Café nur für Cars, auf Deutsch Autos, in der Neuköllner Sonnenallee war selbst für mich eine kleine Überraschung. Wie nicht anders zu vermuten, ist Car nicht gleich Car. Oder auf Deutsch: Auto ist nicht gleich Auto. Manche Autos, auf Englisch Cars, sind gleicher. Am Gleichsten ist im Neuköllner Café, wie die Reklame bereits vermuten lässt, der Rote Fuck Ferrari, der vorher mindestens hundertmal die Sonnenallee rauf und runter gerast ist.

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05.01.2013

DIE SO GENANNTE SCHWABENDEBATTE ODER YEAH, MANN?


Pettenkofer Straße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Die so genannte Schwabendebatte ist in Wahrheit eine ganz normale Diskussion in der Nachbarschaft. Wenn Herr Thierse wirklich eine Schwabendbatte hätte vom Zaun brechen wollen, dann hätte er sich doch vorher informiert, wie Schrippen auf schwäbisch heißen, oder? Nämlich nicht Wecken, sondern Weckle! Erst die Medien haben aus einem kleinen Problem im Kietz "Antisemitismus in Deutschland" gemacht. Dabei geht es in Wirklichkeit nur um ein paar dumme Zugezogene, die sich nicht integrieren wollen - also eine kleine Minderheit. Mancherorts schafft es sowas in keine Zeitung sondern wird ganz anders geregelt. Aber ließ am Besten selbst:


Yeah, Mann?

Mit den Bungalows
ging es bergab.
Immer mehr kleine Kerle
mit brauner Hautfarbe
zogen ein.

Sie parkten auf dem vorderen Rasen
wo er bisher allein zu parken pflegte
und zwängten ihm den Wagen ein
mit ihren alten Autos, die wie
riesige zerknautschte Schlachtschiffe
aussahen.

Einer der kleinen braunen Kerle
hatte sein Auto auf Holzblöcken
alle vier Räder waren ab
der Scheinwerfer fehlte
und die Stoßstange schleifte
am Boden.
Der Kerl lehnte in Drillich-
hosen und Unterhemd
an seinem Kotflügel
und rauchte eine Zigarette.

Larry ging hinaus.
Er ging zu dem Kerl hin
der am Kotflügel
lehnte.

Der Kerl sagte kein Wort.
Er lehnte nur da
und rauchte seine Zigarette.

"Ich will hier rausfahren
und deine Karre ist im Weg!"
sagte Larry.

Der Typ exhalierte. "Yeah,
Mann?" Er lehnte stur
weiter an dem Kotflügel.

Larry ging zurück in seine
Wohnung.
Draußen lehnte der Kerl
in unverschämter Haltung.
Larry fing an zu trinken.
Scotch, mit Bier hinterher.

Larry trank und
sah durchs Fenster
zu dem Kerl hinaus
und der Kerl blieb einfach
wo er war.
Dreißig Minuten.
Eine Stunde.

Plötzlich schrie Larry
"GOTTVERDAMMTE SCHEISSE!"
Er ging ins Schlafzimmer
holte sein großes Messer
rannte hinaus und
knallte die Tür
hinter sich zu.

Dann ging er langsam
zu dem Kerl hin und
blieb vor ihm stehen.
Larry hielt das Messer so
daß es kaum zu sehen war
und die Klinge unter seinem
Zeigefinger lag.
Dann drückte er dem Kerl
die Spitze ins Unterhemd
und sagte:
"Schaff dein Auto weg."

Und der Kerl sagte:
"Klar, Mann. Brauchst doch
bloß was zu sagen."

Der Kerl ging zu seiner
Bude und kam mit drei
kleinen braunen Kerlen
zurück und sie fingen an
die Räder wieder dran
zu machen.
Sie waren schnell.
Aber die Karre zu starten
war nicht so einfach.

Larry ging zurück in sein
Wohnzimmer und stellte sich
so ans Fenster, daß sie
ihn sehen konnten
während er trank und
sie beobachtete.

Larry ging raus
stieg in seinen Wagen
und fuhr gemächlich los
um sich ein paar
Sechserpackungen und ein
Brathähnchen zu besorgen.

Als er mit dem Zeug
zurückkam, stellte er
fest, daß seine Haustür
nicht mehr abgeschlossen war.
Sie stand halb offen
und als er hineinkam
waren seine Wände
voll von hastig aufgesprühten
Krakeln und Parolen
in einer Sprache
die er nicht verstand.

Sein Radio war weg
einen Fernseher hatte er nicht
aber sein elektrischer Wecker
war weg
sämtliche Kissen waren
weg
die Bettlaken
die Schublade der Kommode
waren ausgekippt
die Matratze war
aufgeschlitzt
die Füllung heraus-
gerissen.

Alle Wasserhähne liefen.
Sie hatten auf dem
Küchenboden gepißt
Eier darauf zerknallt
seinen Mülleimer
ausgeschüttet.

Sämtliche Messer, Gabeln
und Löffel waren
weg
Salz und Pfeffer waren weg
Brot und Kaffee waren weg
der ganze Kühlschrank
war ausgeräumt.

Und im Badezimmer
war das Klopapier weg
der Spiegel entzwei
und der Wandschrank leer.
Rasierapparat
Rasiercreme
Zahnpasta
Leukoplast
Kopfwehtabletten:
alles
weg.

Und dann sah er
in die Kloschüssel
und darin schwamm
der frisch abgeschnittene
Schwanz einer Katze.
Es quoll immer noch
Blut heraus.

Larry zog die Spülung
aber es gab nur ein
trockenes Klicken
und als er den Deckel
abhob und hineinsah
fehlten im Wasserkasten
sämtliche Teile.

Er ging nach vorn
ins Wohnzimmer
setzte sich auf die Couch
deren Sitzkissen fehlten
griff in die braune
Papiertüte und nahm sich
eine Dose Bier heraus
riß sie auf und trank
einen kräftigen Schluck.

Und dann entschied er
daß es langsam Zeit wurde
weiter westwärts
zu ziehen.

Gedicht Charles Bukowski
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04.01.2013

WIEDER NUR GEKLAUT


Im Ostbahnhof / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Berlin ist, wie jeder weiß, die Stadt der Kreativen. Das ist ein Thema meines Blogs, über das ich erst gestern wieder geschrieben hatte. Viele von den Kreativen arbeiten in Werbeagenturen, in denen versucht wird, aus Nichts Geld zu machen. Früher wurde zumindest noch versucht, aus Scheiße Gold zu machen, was vergleichsweise ehrlich war. Aber wo Nichts ist, da ist Nix, da muss zwangsläufig geklaut werden. Das wäre nicht weiter schlimm, bekanntlich ist jegliche Kunst letztendlich nur geklaut. Nur, wenn schon geklaut, dann bitte sehr so, daß es keiner merkt! Es heißt The Hendrix Experience und nicht The Houdini Experience - genau genommen aber The Jimi Hendrix Experience.

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03.01.2013

BERLIN IST SCHULD!


Ein Berliner Übel: Billiges Bier

Die Geschichte ist zwar saublöd aber dafür schnell erzählt. Ein junger Mann kommt nach Berlin. Nein, nicht aus dem Süden unseres schönen Landes, sondern von Down Under, also aus Australien. Er will hier in Berlin, nein, keine Clubs schließen, sondern endlich kreativ sein. Warum denn nicht, so etwas soll vorkommen. Nach nur drei Monaten verlässt er Berlin wieder Richtung Heimat. Zumindest hat er hier gelernt, wie man Joints richtig dreht, wie man Haare schneidet und wie man Whiskey pur trinkt, ohne zu würgen. Zum Kreativ sein ist er leider nicht gekommen. Schuld waren die vielen Drogen, das billige Bier und die preiswerten Mieten - also Berlin!

Diese saudumme Geschichte hat es bis in die New York Times geschafft, aufgeschrieben wurde sie übrigens von dem jungen Australier selbst. Als wenn das nicht schlimm genug wäre, hat sie der Tagesspiegel Ende letzten Jahres übersetzt und uns Berliner genötigt, von diesem Blödsinn Kenntnis zu nehmen. Dümmer geht immer - Prost Whiskey!

PS: Ist jetzt nicht wirklich neu, und auch nicht von mir. Kreativ bin ich, oder eben nicht. Das hat weniger mit dem Ort zu tun, sondern vor allem mit einem selbst.

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02.01.2013

KOMMST DU NACH BERLIN, BENIMM DICH WIE EIN BERLINER!


Agentur für Berliner Immobilien / Rom / Mai 2012

Ich weiß, ich weiß, der Spruch heißt eigentlich: "Kommst du nach Rom, benimm dich wie ein Römer!" Spätestens seitdem immer mehr Römer ihr Heil in Berliner Immobilien suchen, ist der Spruch nicht nur obsolet, sondern darf 1:1 auf Berlin übertragen werden. Aber was müssen wir hier in Berlin erleben: Immer mehr Kleingeister kommen aus der Provinz in die deutsche Hauptstadt, um hier wie in ihrem Kuhkaff leben zu wollen. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wollen die Kleinsten unter den Kleingeistern in der Metropole immer genau dort wohnen, wo was los ist, wogegen nichts zu sagen wäre, wenn sie nicht genau dort, also da wo etwas los ist, plötzlich ihre Ruhe haben wollten, was dazu führt, daß ein Club nach dem anderen schließen muss. Mit Verlaub - Das nenne ich schizophren!

Dumme zugezogene Alt- und Neu-Berliner sind ein Thema meines Blogs. Wer ihn regelmäßig liest, der weiß, daß bei mir jeder sein Fett weg bekommt. Ob Schwaben, Österreicher oder Russen, ob Türken oder Araber, aber auch Amis und Ossis - mir ist egal, wo jemand herkommt! Ja sogar über den Ur-Berliner, eine Minderheit, selbst in Berlin, die es eigentlich zu schützen gilt, wage ich herzuziehen. (Wer regt sich eigentlich darüber auf?) Wenn die ein oder andere Gruppe in meinem Blog gelegentlich mehr Berücksichtigung findet, so muss das nicht automatisch am Autor liegen. Mich deswegen auch nur in die Nähe des Antisemitismus zu rücken, ist geradezu lächerlich. Insbesondere dann, wenn man berücksichtigt, daß ich über Juden in Berlin, soweit ich mich erinnere, noch nie etwas geschrieben habe. Trotzdem nehme ich diesen Vorwurf sehr Ernst und behalte mir rechtliche Schritte gegen ihn vor.

Einem Beitrag, den ich vor mehr als zwei Jahren veröffentlicht habe, wurden durch ein aktuelles Interview der Berliner Morgenpost mit Wolfgang Thierse ein paar neue Leser beschert. Leider sind es nur die vom STERN, und auch davon nur die Gemeinen Online Grabbler. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich ausdrücklich für die positiven und zustimmenden Statements auf Hochdeutsch! Leider sind auch einige Kommentare dabei, deren Verfasser des Hochdeutschen offensichtlich nicht mächtig sind. Das finde ich sehr Schade, aber dafür gibt es die Volkshochschule.

Das Sahnehäubchen ist zweifellos Dr. Hans-Joachim B. aus T., der über mich sogar seine Habilitation mit dem Titel "Zusammenhänge zwischen Antisemitismus und Bildung" schreiben will. (Ich hoffe auf Hochdeutsch!) Die steile These ihrer Habilitation ist, wie sie schreiben: "Mangelnde Bildung kann zu antisemitischen Ansichten führen." Es ist immer schön, wenn man seine eigenen Vorurteile (Taxifahrer = doof) schon vorher kennt, die man dann nur noch beweisen muss. So bleiben ihnen auch nur noch zwei klitzekleine Probleme: 1. Der Nachweis, daß ich ein Antisemit bin. 2. Der Beweis, daß ich über mangelnde Bildung verfüge.

Lieber Herr Dr. Hans-Joachim B. aus T.: Bitte teilen sie mir mit, wer ihre Habilitation betreut, damit ich ihm persönlich meine Abschlusszeugnisse schicken kann. Ach, was soll der Aufwand. Das finde ich schon selbst heraus, schließlich bin ich Taxifahrer.

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01.01.2013

AUTOFIKTION BEIM STERN ODER DU FEHLST MIR, THIERSE


Warschauer Brücke, früher Friedrichshain, jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Erst habe ich ausgerechnet in der Silvesternacht 'nen Plattfuß, und dann schreibt auch noch der STERN über mich. Ich weiß gar nicht, was schlimmer ist. Schuld ist natürlich Herr Thierse! Oder doch die Schwaben? Auch egal! Übrigens, der STERN, falls es jemand nicht mehr wissen sollte, ist der, der damals die Hitler-Tagebücher veröffentlicht hat. Leider waren sie gefälscht. Auch was der STERN über diese Internetseite schreibt, ist zumindest unvollständig. Diese Seite, und das ist das Wichtigste, gehört zu diesem Blog. Hier schreibt nicht irgendjemand, sondern einer der die Stadt besser kennt als die meisten Zugezogenen, aber auch als manch Ur-Berliner. Denn er ist Taxifahrer in Berlin, und das nicht erst seit gestern, der über seine Stadt seine "Unwahren Geschichten aus dem wahren Leben eines Berliner Taxifahrers" schreibt - und manchmal auch über dumme zugezogene Neuberliner. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

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