31.12.2012

"LATTE-MACCHIATOISIERUNG"


Unter Artenschutz: Der Milchkaffee

Der gute alte Milchkaffee, früher ein Symbol für Berlin wie der Berliner Bär, steht in Berlin mittlerweile genauso unter Artenschutz wie Wolfgang Thierse, der schon immer (selbst Schuld!) am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg wohnt. Laut Spiegel-Online sind für den "Ur-Berliner" die Schwaben, womit eigentlich alle Zugezogenen aus "West-Deutschland" gemeint sein sollen, Schuld an der "Latte-Macchiatoisierung" ganzer Berliner Stadtteile. Was genau unter "Latte-Macchiatoisierung" zu verstehen ist, wird allerdings nicht verraten. Vermutlich der "deutsche Sonderweg", über den ich erst gestern geschrieben hatte. Auch wenn das jetzt den ein oder anderen überrascht: Ich habe nichts gegen den Latte Macchiato - ich trinke ihn nur nicht! Ich habe persönlich auch nichts gegen den Schwaben - im Schwabenland! Ich finde nämlich, daß der Schwabe dort viel besser als in Berlin für den Länderfinanzausgleich "schaffe" kann. Und wenn dann mal was übrig bleibt, darf er auch gerne nach Berlin kommen - aber nur zu Besuch!

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FLUCHTWEG


Tankstelle Interior (Detail)

Ich kaufe meine Schrippen schon lange nicht mehr beim Bäcker, sondern nur noch an der Tankstelle, vorzugsweise in Köpenick, und das nicht erst seit Herrn Thierse. Die Möglichkeit, dort auf dumme zugezogene Neuberliner aus dem Prenzlauer Berg bei Stuttgart zu stoßen, ist zwar nicht völlig auszuschließen, tendiert aber tendenziell gegen Null. An der Tankstelle im Prenzlauer Berg bei Stuttgart müsste es übrigens "Knallzeug für die Knalltüte hier" heißen, wenn nicht genau die, also die Knalltüte, zum Jahreswechsel - wie alle Jahre wieder - "nach Hause" fahren würde.

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30.12.2012

"ICK MUSS IN PUFF!"


Politisch korrekter Puff

Endlich mal einer, der weiß, wo er hin will! Heutzutage ist das eher die Ausnahme als die Regel im Taxi. Aber wo ist der nächste Puff im Kietz? Die heißen heute nämlich nicht mehr Puff. Und auch nicht einfach nur Club oder Bordell. Das hängt mit dem "Genderismus", dem politisch korrekten "Muschikult", zusammen, weiß mein Fahrgast zu berichten. Die Puffs heute haben Namen wie oben. Selbst für ihn, einem eingeborenen Berliner und überzeugten Puffgänger, wird es immer schwerer, einen Club mit Frauen nur für Männer zu finden. Früher, so klärte er mich auf, gab es die Latte nur in der Hose und nicht im Milchkaffee. Der Latte Macchiato, ein Espresso mit viel Milch, ist ein deutscher Sonderweg, den es so in Italien gar nicht gibt. In Italien gibt es nur den Caffè Macchiato, was nicht nur vollkommen ausreicht sondern auch sinnvoller ist, denn Latte Macchiato heißt wörtlich übersetzt "befleckte Milch". Aber immer noch besser, so die abschließende Bemerkung meines Fahrgasts, als "befleckte Hose", insbesondere wenn Mann in Puff muss.

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28.12.2012

I AM TOO SEXY FOR MY TAXI


Das Kondom für die ganze Taxe

Nicht nur ich habe zu Weihnachten Geschenke bekommen - nein, auch mein Taxi. Für die Alte Stinkende Dreckschleuder habe ich extra ein GanzTaxiKondom aus Amerika einfliegen lassen. Damit kann uns nun in der bevorstehenden Silvesternacht nichts mehr passieren. Der ein oder andere erinnert sich sicherlich. Vor einigen Jahren wäre meine Taxe in dieser Nacht fast abgefackelt worden. Schade nur, deswegen auch überhaupt dieser Beitrag, daß mich so keiner mehr mit meinem neuen T-Shirt in meinem Taxi sehen kann. It hurts!

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27.12.2012

DES GEMEINEN GRABBLERS WUNSCHLISTE


Mein neues T-Shirt (Detail)

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin mit meinen Weihnachtsgeschenken mehr als zufrieden. Zum neuen T-Shirt gab es - farblich passend - noch eine Flasche Jack Daniels dazu. Dabei hatte ich gar keine Wunschliste, noch nicht mal 'ne geheime. Es soll Leute geben (Ich nenne sie Gemeine Grabbler!), die veröffentlichen ihre Wunschlisten sogar im Internet - die Ärmsten. Die Erfahrung sagt, daß dadurch zwar mehr Menschen selbst die geheimsten Wünsche fremder Leute kennen, von diesen Wünschen deswegen aber kein einziger mehr in Erfüllung geht. Wozu dann die Preisgabe? Dabei weiß doch jeder, der bis Drei zählen kann, wie das Internet funktioniert. Im Prinzip so wie unsere Demokratie. Alle denken, sie hätten irgendwas zu sagen, dabei haben sie gar nichts zu sagen. Sonst würde sich doch irgendjemand für das gesagte - oder auch geschriebene - interessieren, oder? Und genauso ist das mit den Wunschlisten im Internet!

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26.12.2012

UND WAS IST MIT DER RUNDFUNKSTEUER?


Frohe Weihnachten! (Detail)

Nachdem wir den Weltuntergang kollektiv überlebt haben (leider!) und Weihnachten auch so gut wie vorbei ist, kann man auch mal Fünfe gerade sein lassen. Allerdings gilt spätestens im Neuen Jahr wieder die Alte Regel: Nur Schlechte Nachrichten sind Gute Nachrichten! Von denen wird es im Neuen Jahr jede Menge geben, und das nicht nur am Anfang. Ich sage nur: Rundfunksteuer!

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25.12.2012

DAS ETWAS ANDERE WEIHNACHTSKONZERT


Oberbaumbrücke / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Berlin ist - wie jedes Jahr - zur Weihnachtszeit wie ausgestorben. Die Meisten sind "nach hause" gefahren. Der hier gebliebene Rest ist sowieso in der Minderheit. Das interessiert den Meister wenig, um nicht zu sagen gar nicht. Ihn interessiert nur seine Musik, und das 365 Tage im Jahr. So ist es keine Überraschung, daß er auch heute auf seiner Brücke auf der Suche nach seinem Lied - seinem Stück Wahrheit - sein wird. Wer von dem in Berlin verbliebenen Rest auf der Suche nach dem Weihnachtskonzert der etwas anderen Art ist, sollte sich sogleich auf den Weg zur Oberbaumbrücke machen. Der Meister gibt dort heute eines seiner letzten Konzerte in Berlin.

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BÖSE ZUNGEN


Verlassenes Berlin

Der ein oder andere soll sich immer noch fragen, warum es - wie alle Jahre - seit Ende letzter Woche in Berlin zwar jede Menge Parkplätze aber keine Fahrgäste mehr gibt. Das liegt ganz einfach daran, weil mal wieder alle "nach Hause" - sprich Stuttgart - gefahren sind. Böse Zungen behaupten nun, daß das Taxigeschäft in der Hauptstadt schlecht ist, weil zur Weihnachtszeit - traditionell - vermehrt "unchristliche" Taxifahrer auf den Berliner Straßen unterwegs sind, was man allerdings weder denken geschweige denn schreiben darf.

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24.12.2012

FROHE WEIHNACHTEN


Waldkapelle, Reha-Klinik "Hoher Fläming", Bad-Belzig

Den direkten Kontakt zwischen Himmel und Erde stellt man am Besten barfuß her, zumindest nach Meinung des Meisters und Modernen Troubadours.
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22.12.2012

EIN MODERNER TROUBADOUR


Potsdamer Platz / früher Tiergarten / jetzt Neue Mitte

Bob Dylan gibt im Jahr etwa 100 Konzerte weltweit, was angesichts seines Alters von Anfang siebzig viel erscheinen mag. Im Vergleich zum zehn Jahre jüngeren Peter Bonev, der 365 Tage im Jahr auf Straßen und Plätzen, und das ebenfalls auf der ganzen Welt, spielt, nimmt es sich doch eher bescheiden aus. Die Legende aus den USA, die in Wahrheit Robert Zimmermann heißt, hat das Touren eigentlich auch gar nicht nötig. Um Geld braucht er sich keine Sorgen machen, trotz seiner vielen Kinder. Der Meister aus Bulgarien muss von seinen täglichen Konzerten eine vierköpfige Familie ernähren. Aber Peter Bonev ist nicht auf der Suche nach Geld, zumindest nicht in erster Linie, denn das liegt ja bekanntermaßen genau da, wo er spielt: auf der Straße. Peter Bonev ist auf der Suche nach seinem Lied, aber vor allem nach einem Stück Wahrheit. Und genauso wie für Alexis Sorbas, um auf dem Balkan, der Herkunft des Meisters, zu bleiben, sind für Peter Bonev die Frauen eine Quelle, zu der Mann von Zeit zu Zeit geht, um sich zu erfrischen. Wer NUR den Ton des Dudelsacks hören will, sollte allerdings auch hier an die Quelle gehen. Bis Ende Dezember spielt Meister Bonev auf den Straßen und Plätzen Berlins. Folge dem Klang des Dudelsacks, denn, das wusste schon Nietzsche: So wenig gehört zum Glücke!

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21.12.2012

VIERTER SALON CHRISTOPH


Weserstraße / früher Neukölln / jetzt Neukölln

Das komplette Kulturprogramm des Vierten Salons meines Freundes und Künstlerkollegen Christoph Meyer  würden diesen Blog sprengen. Neben unzähligen anderen hochkarätigen Acts wird Peter Bonev einmal mehr versuchen, mit seinem Dudelsack die direkte Verbindung zwischen Himmel und Erde herzustellen. Außerdem wird Taxi Berlin eine "Unwahre Geschichte aus dem wahren Leben eines Berliner Taxifahrers" zum Vortag bringen. Das Ganze heute ab 19 Uhr im Hinterhaus Weserstraße 57 im In-Bezirk Neukölln.

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"OHNE MUSIK WÄRE DAS LEBEN EIN IRRTUM."


Bulgarischer Dudelsack (Gaida) auf Oberbaumbrücke

"Wie wenig gehört zum Glücke! Der Ton des Dudelsacks. - Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." (Nietzsche, "Götzendämmerung")
Foto TaxiBerlin

20.12.2012

NICHT FÜR DIESE OHREN



Peter Bonev, der seit mehr als zwanzig Jahren in den Straßen der Welt auf der Suche nach einem Stück Wahrheit ist, hat gestern im "Haus der Sinne" nichts geringeres versucht, als mit seinem Dudelsack den direkten Kontakt zwischen Himmel und Erde herzustellen. Diejenigen, die das verpasst haben, könnte man deswegen bedauern, was aber sinnlos ist. Denn genauso wenig, wie Nietzsches Mund für diese Ohren ist, ist es der Dudelsack von Peter.

"Haus der Sinne"
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12.12.2012

BERLIN - ALLES IST MÖGLICH


Peter Bonev und seine Gaida (Bulgarischer Dudelsack)

ALLES IST MÖGLICH beschreibt das Lebensgefühl im Berlin der Neunziger in einem Satz. Wer damals hier war, weiß wovon ich rede. Es mussten noch keine Clubs wegen Klagen geräuschempfndlicher Anwohner schließen. Im Gegenteil: Es gab jede Menge Konzerte mit richtig lauter Musik, viele sogar kostenlos, in Clubs und Kneipen, in denen es noch nicht Mode war, den Putz von den Wänden zu kratzen, um die darunter liegenden Steine frei zu legen. Der Putz fiel von ganz alleine ab und auch Konzerte organisierten sich damals praktisch von selbst.

So auch der Auftritt einer der besten Dudelsackspieler Bulgariens, Peter Bonev, auf den ich zum ersten Mal Mitte der Neunziger in den Straßen der bulgarischen Hauptstadt Sofia traf, wo er unglaubliche Improvisationen bulgarischer Volkslieder darbot, die selbst von Bulgaren kaum wiederzuerkennen waren. Als ich Peter Bonev erzählte, daß ich Taxifahrer in Berlin bin, stellte er sogleich fest: "Wir haben eine gemeinsame Heimat: Die Straße!" Denn obwohl Peter Bonev große Konzerthallen füllen könnte, spielt er seit mehr als zwanzig Jahren lieber auf den Straßen und Plätzen in Sofia, Delhi, London, Paris Wien und Berlin; immer auf der Suche nach dem direktem Kontakt zu seinem Publikum.

Mit der Musik von Peter Bonev in der Hand und der verrückten Idee eines Konzertes in Berlin im Kopf betrat ich Ende '97 das Kulturhaus Mitte, was sich damals in der Rosenthaler Straße befand. Die junge Frau im Büro war nicht nur sehr schön sondern auch sehr interessiert an der Musik auf der Kassette. Bereits am nächsten Tag rief sie zurück: "Ja, wir machen das Konzert, wir kümmern uns auch um die Reklame!" - Das Konzert fand damals nicht statt. Berlin war bereit gewesen, aber Bulgarien nicht. Besucher aus dem Balkanland brauchten damals eine Einladung aus Deutschland, die oftmals beim Adressaten nicht ankam, weil sie schlichtweg gestohlen wurde.

Ende 2011. Das Kulturhaus Mitte gibt es nicht mehr, aber der Traum eines Dudelsackkonzerts in Berlin ist immer noch in meinem Kopf. Nun, im Neuen Berlin, ist es schwer einen Club zu finden, der dem Jimi Hendrix des Bulgarischen Dudelsacks, wie Peter Bonev auch genannt wird, eine Bühne bieten will. "Die Sache rechnet sich nicht! Wer kommt schon zu einem Dudelsackkonzert?" antworten alle Veranstalter monoton.

Aber es gibt noch einen Ort in Berlin, wo Künstler wie Peter Bonev ihre Musik zu Gehör bringen können. Das Konzert des Bulgarischen Dudelsackspielers findet statt, wenngleich fünfzehn Jahre später, und auch nicht im Kulturhaus Mitte, sondern im "Haus der Sinne" im Prenzlauer Berg. Der Auftritt von Peter Bonev im Dezember letzten Jahres in dem kleinen Club für "Künstler und Verlierer", wie sich das "Haus der Sinne" auch nennt, der von der Mode den Putz von den Wänden zu kratzen verschont geblieben ist, ist ein voller Erfolg und "Der Musik-Tip des Monats" der amerikanischen Musik-Journalistin Anouschka Pearlman.

Dezember 2012. Peter Bonev ist wieder in Berlin und beschallt Tag für Tag trotz Kälte und Schnee die Wilmersdorfer Straße, den Mauerparkflohmarkt oder die Oberbaumbrücke. Am 19. Dezember wird Peter Bonev sich und seiner Gaida, wie der Dudelsack auf bulgarisch heißt, im "Haus der Sinne" in der Ystader Straße 10 wieder die Ehre geben. Wer den Jimi Hendrix des Bulgarischen Dudelsacks letztes Jahr verpasst hat, sollte ihn sich diesmal nicht entgehen lassen. Und das nicht nur wegen der Musik, die selbst Leute berührt, die ansonsten nichts mit Dudelsackmusik anfangen können, sondern auch, um noch ein wenig vom Lebensgefühl der Neunziger in Berlin mitzuerleben: ALLES IST MÖGLICH.

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11.12.2012

BERLIN FOR SALE


Vorfahrt für Käufer

Der massenhafte Kauf von Immobilien durch reiche Griechen und Spanier auch in Berlin - eben noch DAS THEMA Nummer Eins bei Spiegel Online, jetzt bereits verdrängt vom Thema WOHNUNGSBAU IN OST-JERUSALEM. (So schnell kann's gehen!) Sorry, aber mich als Mieter interessiert mehr der Wohnungsbau in OST-BERLIN. Noch mehr gilt mein Interesse aber dem Immobilienkauf in GESAMT-BERLIN. Daß der nun ausgerechnet von Interessenten aus den Krisenländern im Süden unseres schönen Kontinents, sprich Spanien, Italien und Griechenland, dominiert wird, will irgendwie nicht in meinen Kopf. Ich meine, daß Leute von dort ihr Geld gut anlegen wollen, dafür habe ich noch Verständnis. Aber warum ausgerechnet in meinem Berlin, von dem diese Leute sowieso keine Ahnung haben, noch daß sie jemals wirklich Interesse an Berlin gehabt hätten, und wo ich bereits deren Schulden bezahlen muss?!

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MOBILES BABY MAYBE


Jetzt auch im Taxi!

Es gibt Leute, die sind sich für nichts zu Schade, die kennen keine Schmerzgrenze, für Geld machen die alles. Im Prinzip so wie Privatfernsehen - nur schlimmer. Warum sollte das im Taxi anders sein?! Ein aktuelles Beispiel sind Schwangerschaftstests, die von einigen Kollegen in ihrer Taxe angeboten werden. "Mobiles Maybe Baby" sozusagen. Na gut, wer drauf steht!? Aber wer kauft die Dinger schon von einem dicken, stinkenden, schmierigen Taxifahrer, der außerdem vom vielen Taxifahren impotent ist?!

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10.12.2012

DAS GOLDENE KALB KOMMUNKATION


Berliner U-Bahn (Detail: \%Alc)

Gut, ich fühlte mich nicht gleich wie im "verkehrten Film", aber doch zumindest wie in der "verkehrten U-Bahn". Meinen die das wirklich Ernst? Oder ist jetzt nur so 'n Berliner Ding wie 1. Bundesliga, S-Bahn oder Flughafen? Und welche Alkoholika sind genau gemeint? Nur die Hochprozentigen, wie das Symbol % vermuten lässt? Oder auch Bier? Immerhin sieht die Flasche eher wie 'ne Bierflasche aus! Aber falls die das wirklich Ernst meinen: Wo bleibt der Aufschrei der Party People? Warum gibt es noch keinen \%Alc-Shit-Storm im Internet, noch keine Fanpage bei Facebook oder zumindest 'nen Flashmob auf'm Alex? Was ist los? Da wurde jahrelang das Goldene Kalb Kommunikation durchs Dorf getrieben - und dann das!?!?!?

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09.12.2012

BRATINO HEISST BRUDER


"Made by Peter Bonev"

Peter Bonev ist nicht nur einer der besten Dudelsackspieler. Peter Bonev ist auch einer meiner besten Freunde und "last but not least" der Erfinder der Waffeleisen-Küche. Letzte Nacht, ich war "engaged" mit Party People, wurde es mal wieder spät bei mir. Umso größer war die Freude über das, was Peter Bonev mit meinem Waffeleisen für mich vorbereitet (siehe Foto) hatte. Nur, und jetzt kommt der Haken an der ansonsten schönen Geschichte, nehme ich nach meiner Schicht seit längerem nur noch hochprozentige Flüssig-Kost zu mir. Ich habe wirklich alles ausprobiert. Aber nur hochprozentige Flüssig-Kost bringt mich runter nach den "Viel-zu-Vielen" in meiner Taxe.

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08.12.2012

ALWAYS IN MY WAY


Neuer Aufkleber im Alten Taxi

So sehr ich mich auch bemühe. Ich werde sie einfach nicht los. Sie sind ständig in meinem Weg. Im dümmsten Fall sogar bei mir im Taxi. Die Rede ist von diesen Party People. Auch hier plappern sie einfach drauf los. Ungefragt - versteht sich. Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre. Nein, sie quatschen auch noch englisch! Als wäre das das Selbstverständlichste von der Welt, in Berlin englisch zu sprechen. Ich meine, ich setzte mich doch auch nicht in Neu York ins Taxi und texte den Fahrer auf deutsch zu. Mache ich doch auch nicht! Und falls ich doch mal die Gelegenheit haben sollte, dann doch nicht mit diesem Nichts! Ich würde Nietzsche zitieren:

Der Rest: das sind immer die Allermeisten, der Alltag, der Überfluß, die Viel-zu-Vielen - diese alle sind feige!

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04.12.2012

SO KLEIN IST DIE WELT


Peter Bonev in Nessebar / Bulgarien

Nichtsahnend saß ich gestern mit meinem Freund Peter in meiner Lieblingskneipe im Kiez (Name wird nicht verraten) beim Bier, als er plötzlich von einem Amerikaner auf Bulgarisch angesprochen wurde, ob er nicht der Jimi Hendrix des Bulgarischen Dudelsacks (Gaida) sei. Ich muss sicherlich nicht extra dazu sagen, daß Peter, nachdem er den ganzen Tag die Oberbaumbrücke beschallt hat, seine Gaida zu Hause gelassen hatte. Der Amerikaner kannte Peter wirklich, und zwar aus Sofia, wo der kleine Park "Kliment von Ochrid" zwischen Parlament und Universität, in dem Peter seit mehr als zwanzig Jahren nahezu täglich und bei jedem Wetter spielt, im Volksmund deswegen bereits "Park des Dudelsackspielers" heißt. Und weil der Bulgarisch sprechende Amerikaner nicht nur ein Fan von Jimi Hendrix sondern auch von Peter Bonev ist, kommt er natürlich zu seinem Konzert am 19. Dezember im Prenzlauer Berg. Du kannst das übrigens auch, und zwar hier.

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02.12.2012

KLEINER BERLINER DIALOG


Dat DAT dat darf ...

Da ich kein Bock mehr auf Party People habe, fahre ich kaum noch Nachts sondern nur noch am Tage. Das hat den zusätzlichen Vorteil, daß durch die Sonne die Produktion von Vitamin D angeregt wird, was Depressionen verhindert. Aber eigentlich ist das gar nicht mehr nötig, denn der Hauptgrund für mögliche Depressionen ist bereits weggefallenen: Party People.

Mit anderen Worten: Endlich normale Leute! Leute mit Kindern zum Beispiel. Eigentlich mag ich Kinder. Ich mag nur keine Eltern, die nicht in der Lage sind ihre Gören, wie der Berliner ungezogene Kinder nennt, zu erziehen, sondern dies lieber der Allgemeinheit überlässt, was nicht nur Faulheit und Egoismus ist, sondern passive Aggressivität den Mitmenschen gegenüber.

Zum Glück war das verzogene Balg, im folgenden Dialog einfach nur DAT genannt, aber nicht anwesend. So konnte sich seine Großeltern ungestört über die zweifelhaften Erziehungsmethoden der eigenen Kinder austauschen, und ich hatte mal wieder zwar nicht das Große Kino aber immerhin das Kleine Kammerspiel bei mir im Taxi:

Opa: Darf DAT dat?

Oma: DAT darf dat!

Opa: Dat DAT dat darf ...

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01.12.2012

MEIN AUTO, MEIN HAUS, MEIN VORGARTEN


Pufendorfstraße / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Bis dato dachte ich, die Beklopptesten wohnen "Am Schweizer Garten", was eindeutig, wenn auch nur knapp, zum Prenzlauer Berg gehört. Letzte Nacht wurde ich eines Besseren belehrt. Die größten Idioten wohnen offensichtlich doch in meinem Kiez. Komischerweise kommt bei mir deswegen kein Hass auf, sondern nur Mitleid.

Ich habe kurz überlegt: Warum? Ich vermute, daß es mit der Lektüre von Henry Millers "Der klimatisierte Alptraum" zusammenhängt. Auf die Frage: "Hasst ihr uns denn niemals?", antwortet dort ein farbiges Hausmädchen: "Du lieber Gott, nein! Ihr tut uns nur leid. Ihr habt die ganze Macht und den Reichtum, aber ihr seid nicht glücklich."

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