02.11.2012

"ILIJA TROJANOW IST MUSLIM GEWORDEN."


Irgendwo in Neukölln

Und weiter heißt es in der TAZ dazu: Das ist relativ einfach.Viel einfacher jedenfalls, als Jude zu werden. Man muss nur mit Überzeugung das Glaubensbekenntnis sprechen: "Es ist kein wahrer Gott außer Gott (Allah) und Mohammed ist der Gesandte (Prophet) Gottes." Man muss glauben, dass der Heilige Koran das geschriebene Wort Gottes ist, von ihm offenbart, dass der Tag des Gerichtes wahr ist und kommen wird, wie Gott es im Koran vorhergesagt hat. Man muss den Islam als seine Religion akzeptieren und nichts und niemand anders als Gott anbeten. Schon ist man Muslim. Ob man aus der islamischen Religionsgemeinschaft austreten kann, darüber gibt es höchst ungenaue Auskünfte. Wohl eher nicht, da es sich beim Islam nicht um eine Kirche handelt, in die man ein- oder austritt.

Zugegeben, diese Meldung ist nicht neu, sondern bereits aus dem Jahre 2004. Ich komme auch nur drauf, weil ich bei meiner Wanderung durch Bulgarien rein zufällig in dem Ort vorbeikam, wo Ilijas Onkel eine Kneipe betreibt und er selbst sich gelegentlich zum Schreiben zurückzieht. Viele halten "Der Weltensammler" für sein bestes Buch. Ich nicht. Ilijas bestes Buch ist zweifellos "Hundezeiten. Heimkehr in ein fremdes Land". Viele seiner letzten Bücher sind nicht nur extrem PC, sondern so schlimme Mainstream-Kacke, daß selbst ihm wohlgesonnene Kritiker sagen: "Ilija ist da, wo das Geld ist". Ob das stimmt, weiß ich nicht. Was ich aber weiß, ist, daß es auf die Frage, ob man aus der islamischen Religionsgemeinschaft austreten kann, ein genauere Antwort gibt als die in der TAZ:

Muslim wird man, indem man glaubt und bekennt, daß Gott ein Einziger und Muhammad sein Prophet ist. Wenn man diesen Akt vollzieht, ist man automatisch Muslim, unabhängig davon, ob man dies kundtut oder nicht. Es handelt sich dabei um eine schwerwiegende Entscheidung, weil man sie nach islamischer Vorstellung nicht wieder rückgängig machen kann. Mit dem Bekenntnis (Schahada) zum Islam ist kein spezieller Ritus verbunden wie das im Christentum mit dem Sakrament der Taufe der Fall ist. ... Neben diesem bewußten und freiwilligen Akt des Religionswandels hin zum Islam gibt es noch eine Möglichkeit Muslim zu werden. Man erbt die Religion von seinem Vater. Jedes Kind eines muslimischen Vaters ist selbst Muslim. Auch für dieses Kind gilt, daß seine Zugehörigkeit zum Islam nicht rückgängig gemacht werden kann. Nach Bestimmungen des islamischen Rechts (Scharia) stellt der Abfall vom Islam ein todeswürdiges Verbrechen dar. (aus "Halbmond über deutschen Dächern", List Verlag, 1997, Seite 14/15, von Prof. Peter Heine, Islamwissenschaftler, lehrte an den Universitäten Münster und Bonn, zuletzt an der Humboldt-Universität zu Berlin)

Foto&Text TaxiBerlin

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