28.11.2012

DAS TÄGLICHE HAPPENING AM FLASCHENAUTOMAT


Supermarkt im Ostbahnhof / früher Friedrichshain / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Kennst du das auch? Du gehst früh um halb elf noch halb verpennt zum Supermarkt an der Ecke. Du willst einfach nur ein Stück Butter und zwei Brötchen für dein Frühstück kaufen. Natürlich willst du auch deine drei leere Bierflaschen vom Vortag abgeben. Schließlich ist deine Wohnung nicht so groß, als das du die lagern könntest. Du freust dich schon auf dein Frühstück, aber plötzlich gibt es ein Problem. Das Problem ist die Person vor dir am Leergutautomaten. Ich meine jetzt nicht den professionellen Flaschensammler mit dem Hygienedefizit. Der weiß vielleicht nicht, wo die Seife ist, aber dafür kennt er die Zeiten, wann er seine Flaschen abgeben kann. Nein, die Person vor dir sieht eher so aus, als könnte sie ihr Leergut problemlos dem Profisammler überlassen, womit letztendlich allen geholfen wäre. Aber nein, in dieser Frage ist sie oder auch er völlig schmerzfrei. Generation ICH + PARTY PEOPLE sozusagen. Und bevor du eine Stunde vorm Leergutautomaten wartest, weil der muss auch irgendwann mal geleert werden, nimmst du deine drei leeren Flaschen wieder mit nach Hause. Morgen ist auch noch ein Tag. Morgen sind es dann aber schon sechs Flaschen und übermorgen neun. Aber irgendwann kommt der Tag, da ist der Leergutautomat nur für dich da. Dann hast du vielleicht selbst schon fünf Tüten mit Leergut. Und wenn dann die Person mit ihren zehn Tüten kommt und auf dich warten muss - ich kann dir sagen: Es gibt nichts schöneres!

Foto&Text TaxiBerlin

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