23.10.2012

DER KOLOSS VON BIG SUR


Big Sur / Kalifornien / USA

Henry Miller musste Europa nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verlassen. Zuvor verbrachte er fünf Monate in Griechenland. Davon handelt sein Buch "Der Koloss von Maroussi" - eines der besten Reisebücher überhaupt. Wer etwas übers Reisen schreiben will, kommt an diesem Buch nicht vorbei.
Ab Mitte der vierziger Jahre lebte Henry Miller in Big Sur. Genauer gesagt in dem Haus unter den Bäumen (siehe Foto), wo heute noch seine Kinder wohnen. Zum Pazifik runter sind es etwa zehn Minuten zu Fuß. Dort erwartet den interessierten Leser auch ein Koloss - der von Big Sur:

Fast jede Künstlerkolonie verdankt ihren Beginn dem Verlangen eines reifen Künstlers, sich der Clique, die sich an ihn hängt, zu entziehen und mit ihr zu brechen. Der ausgewählte Platz ist gewöhnlich ideal, besonders für den Entdecker, der den größten Teil seines Lebens in dumpfen Löchern und Dachstuben zugebracht hat. Die "möchte-gern"-Künstler, für die Ort und Atmosphäre von überragender Bedeutung sind, bringen es immer fertig, einen solchen stillen Winkel in eine lärmende. operettenhafte Kolonie zu verwandeln. Es bleibt abzuwarten, ob dies auch mit Big Sur geschehen wird. (Henry Miller, "Big Sur und die Orangen des Hieronymusch Bosch")

Henry Miller sollte Recht mit seiner Prognose behalten - leider!

Foto&Text TaxiBerlin

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