09.07.2012

"LEBEN UND LEIDEN DES SÜNDIGEN SOFRONI"


Sofroni von Wraza

Ich bin immer noch in Berlin und hab auch noch keinen Esel. Aber was das Schlimmste ist: Ich hab noch nicht mal was erlebt (außer der täglichen Langeweile). Na gut, dieses Schicksal teile ich mit vielen jungen Menschen - und die schreiben (leider) trotzdem! Also warum soll nicht auch ich etwas Schriftliches absondern. Muss ja nicht von mir sein. Könnte ich mir ja ausgedacht haben. Aber dann schreibe ich doch lieber gleich ab. Das ist einfacher. DEN definitiven Anfang für ein gutes Buch habe ich bereits gefunden (den kann jetzt jeder wiederum von mir abschreiben) und der geht so:

"Ich, ein Sündiger unter den Menschen, ward geboren im Dorf ... Mein Vater hieß ... und meine Mutter ..., und sie gaben mir meinen ersten Namen ...
Als ich drei Jahre alt war, starb meine Mutter, und mein Vater nahm eine andere Frau; die war böse und neidisch. Von ihr hatte er einen Sohn. Sie aber sorgte nur für ihr Kind und stieß mich immer fort.
Mit neun Jahren lernte ich lesen und schreiben. Vorher hatte ich nicht in die Schule gehen können, weil ich meist kränklich und schwach war. In der Schule zeigte ich großen Fleiß und Scharfsinn und lernte bald das einfache Lesen ..." (Sofroni von Wraza, "Leben und Leiden des sündigen Sofroni")

Wie gesagt, meiner Meinung nach DER ultimative Einstieg in jede Geschichte. Wie sie weiter geht, die Geschichte, möchte ich (noch) nicht verraten. Aber vielleicht soviel: Sofroni hat geerbt, was erstmal gut klingt. Sein Erbe sind allerdings Schulden, die er für den "Erblasser" (ein schönes Wort!) zurückzahlen muss. Leider konnte man seinerzeit noch kein Erbe ausschlagen, was allerdings auch seinen Vorteil hat. Denn Sofroni wird nun Bischof (lesen und schreiben kann er ja), nur um irgendwie das Geld aufzutreiben ...

Foto&Text TaxiBerlin

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