20.07.2012

DAS ABENTEUER BEGINNT



Kurzfristig habe ich, inspiriert von Hans im Glück, den Esel gegen eine Kuh eingetauscht. Den Wagen gab es gratis dazu. Das musst du dir mal vorstellen! Außerdem gibt sie noch Milch - die Kuh. Völlig umsonst! Nun gut, melken muss man sie schon. Das macht sie noch nicht alleine. Aber melken kann ich ja ...

PS: Mehr erfährst du hier.

Foto&Text TaxiBerlin

09.07.2012

"LEBEN UND LEIDEN DES SÜNDIGEN SOFRONI"


Sofroni von Wraza

Ich bin immer noch in Berlin und hab auch noch keinen Esel. Aber was das Schlimmste ist: Ich hab noch nicht mal was erlebt (außer der täglichen Langeweile). Na gut, dieses Schicksal teile ich mit vielen jungen Menschen - und die schreiben (leider) trotzdem! Also warum soll nicht auch ich etwas Schriftliches absondern. Muss ja nicht von mir sein. Könnte ich mir ja ausgedacht haben. Aber dann schreibe ich doch lieber gleich ab. Das ist einfacher. DEN definitiven Anfang für ein gutes Buch habe ich bereits gefunden (den kann jetzt jeder wiederum von mir abschreiben) und der geht so:

"Ich, ein Sündiger unter den Menschen, ward geboren im Dorf ... Mein Vater hieß ... und meine Mutter ..., und sie gaben mir meinen ersten Namen ...
Als ich drei Jahre alt war, starb meine Mutter, und mein Vater nahm eine andere Frau; die war böse und neidisch. Von ihr hatte er einen Sohn. Sie aber sorgte nur für ihr Kind und stieß mich immer fort.
Mit neun Jahren lernte ich lesen und schreiben. Vorher hatte ich nicht in die Schule gehen können, weil ich meist kränklich und schwach war. In der Schule zeigte ich großen Fleiß und Scharfsinn und lernte bald das einfache Lesen ..." (Sofroni von Wraza, "Leben und Leiden des sündigen Sofroni")

Wie gesagt, meiner Meinung nach DER ultimative Einstieg in jede Geschichte. Wie sie weiter geht, die Geschichte, möchte ich (noch) nicht verraten. Aber vielleicht soviel: Sofroni hat geerbt, was erstmal gut klingt. Sein Erbe sind allerdings Schulden, die er für den "Erblasser" (ein schönes Wort!) zurückzahlen muss. Leider konnte man seinerzeit noch kein Erbe ausschlagen, was allerdings auch seinen Vorteil hat. Denn Sofroni wird nun Bischof (lesen und schreiben kann er ja), nur um irgendwie das Geld aufzutreiben ...

Foto&Text TaxiBerlin

03.07.2012

BOB DYLAN AND THE MEDAL OF FREEDOM




Bevor ich mich auf Wanderschaft begebe, wollte ich unbedingt noch wissen, was der gute alte Bob, ein weiterer meiner Helden neben Aleko Konstantinow, dazu sagt. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dylan spielte eines seiner besten Konzerte gestern Abend auf der Spandauer Zitadelle. Für mich war es jedenfalls "The Best Concert Ever". Daran ändert auch der Regen nichts, der gegen Ende seiner "Show" einsetzte. Zu Beginn trug er in Spandau übrigens die selbe Sonnenbrille wie neulich im Weißen Haus. (Video)

Der ein oder anderer von Euch weiß, daß ich mich für meine Wanderung um ein Stipendium beworben hatte. Genau genommen war es nicht irgendein Stipendium, sondern DAS "Grenzgängerstipendium" der Robert Bosch Stiftung. Ende letzter Woche kam nun die Absage - Alles andere hätte mich auch überrascht. Ich werde jetzt nicht über die Robert Bosch Stiftung herziehen, und ich frage auch nicht, was das Literarische Colloquium Berlin wirklich vom "Grenzgängern" versteht. Mich interessiert auch nicht, ob unter den Stipendiaten ein Gemeiner Grabbler ist, oder ob sie alle nur im Windkanal ausgerichtete Mainstreamer sind. Ich will einfach nur sagen: Ich mach's trotzdem!

Doch zurück zu Dylans gestrigem Konzert auf der Zitadelle in Spandau, daß, wie ich bereits sagte, für mich "The Best Concert Ever" war, was nicht nur daran lag, daß man diesmal seine Lieder auch wiedererkannte. Als einer der Ersten beim Einlass stand ich in der ersten Reihe unmittelbar vor Bobbys Mikro. Irgendwann, beim dritten oder vierten Song etwa, nahm er seine Sonnenbrille ab und sah mir direkt in die Augen. Sicherlich, es waren nur Sekunden, aber für mich war es eine halbe Ewigkeit. Und dann sagte Bob die Worte zu mir, die ich mit auf meine Wanderung nehmen werde:

"Also (...) mein Vater, er hat mir nicht viel hinterlassen, er war ein ganz einfacher Mann. Er hat immer gesagt: 'Sohn' (lange Pause), also er hat so viele Sachen gesagt (das Publikum lacht). Mein Vater sagte: In dieser Welt kann man so leicht verdorben werden, daß sogar deine Eltern dich verstoßen. Und wenn das passiert, dann wird Gott dafür sorgen, daß du die Fähigkeit behältst, auf den rechten Weg zu kommen."
Worte BobDylan
Text TaxiBerlin

01.07.2012

FROM KOM TO KAP EMINE IN MEMORY OF ALEKO KONSTANTINOW


Aleko Konstantinow (1863-97)

Dies wird mein vorerst letzter Post sein, denn ich gehe auf Wanderschaft. Fast könnte man von einer Pilgerreise sprechen, immerhin ist die von mir geplante Strecke vom Kom zum Kap Emine am Schwarzen Meer und der offizielle Jakobsweg Bestandteil des Europäischen Fernwanderweges E3, der in Istanbul beginnt und in Santiago de Compostella endet. Der Unterschied zum chronisch überfüllten "Ich bin dann mal weg"-Jakobsweg ist allerdings, daß es sich bei meiner Wanderung noch um ein echtes Abenteuer (Bären & Bulgaren und Mafia & Mutri inclusive) handelt. Diese komplette Durchwanderung des Balkangebirges, welches sich nahezu vollständig in Bulgarien befindet, ist schon längere Zeit ein Traum mir. Anfang des Jahres kam die Idee mit dem Esel dazu. Bereits der von mir verehrte Autor und Anwalt Aleko Konstantinow, der den liebevollen Beinamen "Der Glückliche" trägt, weil er das Wandern seinerzeit in Bulgarien populär gemacht hat, hatte diesen Traum vom Balkangebirge. Leider sollte es für ihn ein Traum bleiben, da er mit gerade mal 34 Jahren einem Attentat zum Opfer fiel. Aus diesem Grund, aber vor allem weil ich seinen Mut als Schriftsteller in Bulgarien und als Richter in Sofia hochachte, widme ich meine Duchwanderung des Balkangebirges Aleko Konstantinow.

Siehe www.balkanroadmovie.com für weitere Informationen.

Text TaxiBerlin