03.06.2012

MEIN ESEL


Esel vor Fototapete

Manch einer hat mir das mit dem Esel nicht abgenommen. Deswegen hier nun der Fotobeweis. Ich habe wirklich einen. Warum auch nicht. Manche haben eine Meise - und ich habe eben einen Esel. Ihn zu bekommen, war, wie beschrieben, keine große Sache. Ich habe ihn einfach gegen mein Zweitrad eingetauscht. Das ist aber sowieso die Zukunft: Die reine Tauschgesellschaft. Mein Problem im Moment ist, daß es so gut wie keine vernünftige Eselliteratur gibt. Das mir empfohlene "Zwei Esel auf dem Jakobsweg" von dem Engländer Tim Moore ist genauso wenig witzig, wie es informativ in Sachen Esel ist. Mehr verspreche ich mir da von Carmen Rohrbachs "Muscheln am Weg". Immerhin ist sie Biologin und keine verkappte Komikerin. Sogar Robert Louis Stevenson, genau der, der "Die Schatzinsel" geschrieben, war seinerzeit auch auf den Esel gekommen und hat darüber die "Reise mit einem Esel durch die Cevennen" geschrieben.

Effektiver in Sachen Esel ist (wie meistens) die Fachliteratur. In "Brehms Tierleben" von anno dazumal sind dem Esel zwar nur sieben (7!) Seiten gewidmet, und trotzdem erfährt der geneigte Leser mehr als in vielen hundert Seiten "spannend erzählt". Unter anderem folgendes: "Etwas Nutzbareres und Braveres von einer Kreatur als dieser Esel ist nicht denkbar. Der größte Kerl wirft sich auf ein Exemplar, das oft nicht größer als ein Kalb von sechs Wochen ist, und setzt es in Galopp. Diese schwach gebauten Tiere geben einen trefflichen Paß; wo sie aber die Kräfte hernehmen, stundenlang einen ausgewachsenen Menschen selbst bei großer Hitze im Trab und Galopp herumzuschleppen, das scheint mir fast über die Natur hinaus in die Eselmysterien zu gehen, welche auch noch ihren Esel-Sue bekommen müssen, wenn Gerechtigkeit in der Weltgeschichte ist." (Bogumil Goltz)

PS: Beim "Esel-Sue" dürfte es sich um eine Art Gnadenbrot für Esel handeln.
Foto&Text TaxiBerlin

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