06.02.2012

IT IS WHAT IT IS = IT IS NOT WHAT IT WAS


Detail: It is what it is - Berlin (auf Deutsch: Nimm es hin, wie es ist. Du kannst sowieso nichts ändern.)

In Berlin geborene, von vielen auch richtige Berliner genannt, machen etwa ein Drittel der Berliner Bevölkerung aus und sind somit eine Minderheit in der Stadt. Warum wird aber ausgerechnet diese nicht, wie sonst alle anderen Minderheiten in diesem Land, gehegt und gepflegt? Liegt es vielleicht daran, daß von den zugezogenen Berlinern keiner mehr einen richtigen Berliner persönlich kennt, und somit gar nicht weiß, von wem überhaupt die Rede ist?

Früher saßen auf Berliner Partys der Dachdecker neben dem Doktor und die Putzfrau neben der Juristin. Heute bleibt man lieber unter sich, und das verstehe ich sogar. Schließlich möchte auch ich mir nicht den ganzen Abend das dumme Geseiere von irgendwelchen Leuten anhören, die denken, sie hätten was zu sagen, nur weil sie Geld haben. Mir reicht es vollkommen, wenn ich sie gelegentlich bei mir im Taxi habe.

Neuerdings werden Leute, die sich noch an das Lebensgefühl "Alles ist möglich" im Berlin der Neunziger erinnern können und zumindest etwas davon bewahren wollen, als konservativ bezeichnet. In einer Zeit, wo jeder nur noch Spaß haben will, und das immer und sofort, ist das nicht weiter verwunderlich. Selbst ehemals Konservative wollen heute nicht mehr konservativ sein, und sogar die Medien spielen mit.

Wissen sie denn nicht, daß die Konservativen von heute die Avantgarde von morgen ist?

Foto&Text TaxiBerlin

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