31.01.2011
BETTER THAN GREAT (PART THREE)
30.01.2011
GRAND CENTRAL STATION
29.01.2011
BE STUPID.
LOOK BOTH WAYS
28.01.2011
CHRYSLER BUILDING
GROUND ZERO
Stay tuned! (Bilder folgen!)
26.01.2011
BETTER THAN GREAT (PART TWO)
THE FREEWHEELIN' TAXI BERLIN
25.01.2011
NEW YORK UNDERGROUND
TAXI RELIEF STAND
23.01.2011
HAVE A NICE WEEK, FOLKS!
22.01.2011
GREETINGS FROM A NEW YORK CAB
BETTER THAN GREAT (PART ONE)
BROOKLYN BRIDGE
21.01.2011
CHECK IT OUT MAN!!!
PS: I'll Give You Revenge In Berlin!
THIS IS NEW YORK CITY
PS: Taxifahren ist nicht cool! Trau keinem, der das behauptet!!!
INTERNATIONAL TRASH
20.01.2011
NEW YORK SEHEN UND STERBEN
Dieser Spruch klingt nach den Achtzigern und soll deswegen heute nicht mehr gelten. Mir ist das egal. Genauso wie mir egal ist, wer festlegt, was wie aus den Achtzigern klingt und was nicht. Aber vor allem sind mir die Leute egal, die deswegen nichts auf den Spruch geben, weil er aus den Achtzigern sein soll.
Was mir nicht egal ist, sind Leute, die sich nicht an Absprachen halten. In der Regel sind es, wie Brecht seinerzeit bereits richtig festgestellt hat, „Nachgeborene“. Auf unsere Zeit übertragen heißt das, nach 1989 Geborene, mit denen man schon jetzt nichts anfangen kann, geschweige denn, daß sie unsere Rente verdienen sollen.
(Kurzer Einschub: Nachdem Mann bei Herrn Sarrazin keine Kinderpornos gefunden hat, wird wohl demnächst seine Frau dran glauben müssen …)
Doch zurück zum Thema! Ich bin da irgendwie noch „Alte Schule“, oder „Old School“, wie man heute zu sagen pflegt. Und genau damit habe ich jetzt ein Problem! Zu meiner Zeit war o.g. Spruch nicht nur ein Spruch sondern eine Anleitung zum Handeln! Damals hieß sterben noch richtig sterben - und nicht nur ein „bisschen“ tot sein!
Das werden viele von euch, und sogar manch Taxifahrer, jetzt nicht verstehen. Und im Moment mag das auch nicht weiter auffallen, wo eine Modemesse neben der anderen stattfindet. Da kommt es auf einen Taxifahrer mehr nicht drauf an. Aber auch ich muss an Morgen denken! Übermorgen kann ich sowieso vergessen (siehe „Nachgeborenen“ Statement!).
Wie immer dem auch sei: Nimm dir KEIN Beispiel an mir! Ich habe Neu York gesehen und lebe immer noch! Das ist nicht hinnehmbar! Denn es gilt: Wer New York gesehen hat, der sollte, insbesondere wenn er Taxifahrer in Berlin ist, den Taxischein mindestens für ein Jahr abgeben!
PS: Einen Vorteil hat die Sache allerdings: Weitere Beiträge & Fotos über TaxiBerlin in NeuYork folgen.
PSPS: Bei Herrn Sarrazin hätte bereits ein "Hostessenbesuch" genügt! Lag es nun an der Zimmertemperatur (16°C) in seiner Wohnung, daß keine/r "kommen" konnte/wollte? Oder hat/ist seine "Alte" wirklich schuld/ig?
Foto&Text TaxiBerlin
10.01.2011
KFZ KENNZEICHNUNGSPFLICHT
09.01.2011
AMERIKA KANN WARTEN
Nach der kleinen Delle Mitte der Woche hat das Geschäft zum Sonntagmorgen hin enorm angezogen. Der Aufschwung ist sprichwörtlich auf der Straße angekommen, oder besser: Er hat dort „eingeschlagen“. Das ist auch der Grund, warum ich meine Reise nach New York verschoben habe. Ich halte mich da (ausnahmsweise) an die Amis, und die sagen bekanntlich nicht nur Time Is Money sondern auch Business First! Ich hoffe nicht, daß mein Gefühl Recht hat, denn das sagt mir, daß 2011 ein wahnsinnig gutes Taxijahr wird. (Wann soll ich denn dann nach Amiland fliegen?) Also erwarte ich für dieses Jahr nicht das Allerbeste und vertraue in die alte deutsche Spruchweisheit: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. (Amerika muss, so leid es mir selbst auch tut, erst einmal warten.)
Deswegen löse ich heute das Quiz auch nicht auf, sondern füge zu deiner „Erleichterung“ noch ein weiteres Zitat vom selben Autor hinzu. Wie gehabt, winkt der- und auch demjenigen, die/der als erste/r den Autor richtig errät, eine Kurzstrecke. Also streng dich bitte etwas an. Das muss ich schließlich auch bei jedem Short Ride, wie der Amerikaner die Kurzstrecke zu nennen pflegt. (Die Rückübersetzung ins Deutsche ist übrigens „Kurzer Ritt“!)
Normal zu sein, ist das Ideal der Mittelmäßigen.
In diesem Sinne eine schöne Woche!
Wünscht TaxiBerlin
08.01.2011
WIEDER WAS GELERNT
07.01.2011
SECHS EURO IN ZWEI STUNDEN
Die Rede ist hier vom Umsatz und nicht vom Verdienst! Was den Verdienst angeht, so würde ich natürlich viel mehr verdienen als das, was ich bekomme. Da ich aber nur das bekomme, was ich bekomme, und nicht das, was ich verdiene, bin ich praktisch ein Ein-Euro-Jobber.
Aber ich will mich nicht beklagen. Nach zwei Stunden Warten eine Fahrt für Sechs Euro zu haben, ist immer noch besser als Dienstag, wo ich nach zweieinhalb Stunden warten einundfünfzig Euro losgeworden bin. Die vier Euro Trinkgeld, die mir mein Fahrgast für die kurze Fahrt von seiner Kneipe zur Tankstelle gegeben hat, habe ich da noch gar nicht mitgerechnet. Wenn ich dann noch berücksichtige, was ich alles gespart habe, weil mich nur zwei von den derzeit gefühlten zwanzigtausend Blitzern erwischt haben, könnte bei mir sogar noch Netto was vom Brutto übrigbleiben.
Aber jetzt mal Spaß beiseite. Ich finde es eine Riesensauerei, daß ausgerechnet dann geblitzt wird, wenn die ganzen „Neu Berliner“ gar nicht in der Stadt sind. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber gestern war einer dieser überflüssigen katholischen Feiertage (überflüssig deswegen, weil es kein protestantische Äquivalent gibt!), die immer dazu führen, daß unsere zugezogenen Mitbürger einfach länger „Zu Hause“ bleiben und nur wir Blöden, deren Zu Hause nun einmal Berlin oder die Berliner Straßen sind - genau dort wo jetzt geblitzt werden, die Zeche bezahlen sollen. Warum wird mal wieder nur die arme Sau zur Sanierung unserer Stadt herangezogen, und eben gerade nicht die, die es sich eigentlich leisten könnten? Was ist dafür der Grund, oder besser: Der Hintergrund?
Ich bin der Meinung, jeder richtige Berliner hat weder bei Schnee, noch bei Blitzeis und schon gar nicht während des S-Bahn Chaos die Stadt zu verlassen. Was ist denn das für eine Einstellung? Wenn sich damals, nach dem Krieg, die ganzen Trümmerfrauen aus dem Staub gemacht hätten, wer hätte denn dann hier sauber gemacht? Und jetzt sag nicht, du wärst nicht verantwortlich für Schnee, Eis oder S-Bahn Chaos! Waren die Trümmerfrauen etwa verantwortlich für die Trümmer? Das Problem ist, damals wie heute, daß eben nur Verantwortungslose die Trümmerstadt verlassen. Der gemeine Berliner Käferfahrer (siehe Foto) kann das beispielsweise nicht!
Aber das ist alles nichts Neues. Es setzt nur die Entwicklung der letzten Monate und Jahre sowohl in unserem Land als auch in unserer Stadt fort. Egal, ob Fünfzig-Cent Regelung am Flughafen Tegel oder S-Bahn Chaos. Immer soll, Bestenfalls für denselben, Dümmstenfalls für schlechteren Service, mehr gezahlt werden. Im Allerblödesten Fall bist du sogar noch der Dumme, der die Kohle für andere eintreiben soll. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, daß es völlig egal ist, ob fünfzig Cent pro Fahrt ab Tegel, oder fünfzehn Euro für fünf km/h zu schnell auf Berliner Straßen! Insbesondere dann, wenn einige Mitbürger gar nicht in der Stadt sind. Und letztendlich sind die von DEN Grünen geplanten dreißig km/h für das gesamte Stadtgebiet nicht nur irrsinnig, sondern DIE Lizenz zur weiteren Abzocke!
PS: Ein Dank geht an Frau Generator, die mich nicht nur in ihrem Blog erwähnt, sondern mich dort (wie es sich gehört!) HERR TAXI BERLIN nennt. Da können sich andere mal was abschneiden …
06.01.2011
NICHTS NEUES IM NEUEN JAHR
04.01.2011
P-SCHEIN VERLÄNGERUNG
Im Gegensatz zum elenden Studentenpack, das Bestenfalls für den Schein, Dümmstenfalls zum Schein studiert, habe ich den wichtigsten Schein, den man in dieser Stadt haben kann. Und der ist sogar echt! Mein P-Schein! Sollen ja jetzt so viele gefälschte im Umlauf sein … Also ich habe noch keinen gesehen. Ich glaube eher, daß das eine Schutzbehauptung von denjenigen ist, die die letzten zehn Jahre verantwortlich waren für die P-Schein Prüfung, und die sich komischerweise gleichzeitig seit Jahren über schlecht ausgebildete Taxifahrer beschweren. Da beißt sich meiner Meinung nach die Katze irgendwie in den Schwanz … (Keine Ahnung, ob das bei Rattenpack auch so ist?!)
Wie immer dem auch war oder sei – meine Ausbildung zum Taxifahrer vor gut fünfzehn Jahren war ganz ordentlich, und mein P-Schein ist, wie bereits erwähnt, richtig echt! Heute wollte ich ihn in der Putkamer Straße in Kreuzberg verlängern lassen. Die nahmen aber nicht einmal meinen Antrag entgegen, sondern schickten mich direkt zur Meldestelle wegen einem Führungszeugnis der Belegart „0“ (Null), also nur für Behörden, was wiederum denen in der Putkamer direkt zugeschickt wird. Die, also die Putkamer, hatten das vielleicht gar nicht mal böse gemeint. Immerhin kann man in der Meldestelle unter normalen Umständen zwei Dinge gleichzeitig erledigen, was man dort, also in der Putkamer, eben nicht kann: Den Antrag auf P-Schein Verlängerung stellen und das Führungszeugnis beantragen. (Das Führungszeugnis kann man wohl nur im Bürgeramt beantragen, auch wenn es Belegart „0“ (Null) ist, was nur für Behörden bestimmt ist, und letztendlich in der Putkamer landet.)
So begab ich mich also als Einwohner von Friedrichshain/Kreuzberg auf direktem Weg von der Putkamer Straße zum Bürgeramt in die Yorckstraße, was sich als grober Anfängerfehler entpuppen sollte. Als ich ankam, hatte ich 88 Bürger vor mir. Aber ich hatte ja Zeit. Nach einer knappen Stunde wurden bereits Wartenummern aufgerufen, die weit nach mir gekommen waren. Gut, die Reihenfolge wird durch das Anliegen bestimmt. Das war tausendfach ausgeschildert. Nach zwei Stunden gab es immer noch 80 Wartende und ich befand mich irgendwo im Mittelfeld. Nochmal eine halbe Stunde später war ich endlich im Zimmer der Sachbearbeiterin, die für den Antrag auf P-Schein Verlängerung zuständig ist. Da dies, wie sie meinte, nur sehr selten vorkäme, war ich ihr noch bei der Suche nach dem richtigen Formular in ihrem Computer behilflich. Bezahlen musste ich aber trotzdem. Irgendwie kam ich mir vor wie bei der S-Bahn …
Text TaxiBerlin
03.01.2011
ICH WEISS NICHT WAS SOLL ES BEDEUTEN

Kalifornien / USA
Daß ich neuerdings immer so früh aufwache?! Gestern war es gegen acht Uhr und heute bereits um sechs. Ich vermute, das hängt mit meiner Reise nach New York zusammen. Deswegen habe ich gerade mal nachgerechnet und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Achtmal werde ich noch wach, heißa dann ist Abreisetach … (Oder so ähnlich!?)
Meine Gastgeberin Layne Mosler, alias TaxiGourmet, weilt gerade noch in Kalifornien, wo sie ihre Familie besucht und von wo sie mir obiges Bild geschickt hat, aufgenommen auf der Farm eines Freundes der Familie. Der Freund soll auch noch einen Esel haben, der aber nicht mit auf’s Bild wollte. Naja, wie das eben so ist mit Eseln …
Gestern habe ich meine Oma besucht, die dieses Jahr neunzig wird und in Marienfelde wohnt. Für ihr Alter ist sie ganz gut beieinander. Sie kommt auch weitestgehend alleine klar. Wie wir wohl erst mit neunzig drauf sind?! Wenn wir es denn erleben …
Meine Oma ist, das kann ich ohne zu übertreiben sagen, ein Berliner Original und Westberliner Urgestein in Personalunion. Zu Mauerzeiten wohnte sie noch in Neukölln am Hermannplatz, wo auch meine Westberliner „Care“-Pakete herkamen. Nach dem Mauerfall habe ich in der Volksbankfiliale Kottbusser Damm Ecke Weserstraße meine einhundert Mark Begrüßungsgeld in Empfang genommen und gegenüber bei Karstadt auf den Kopf geklopft.
Seitdem ist viel Wasser die Spree runter geflossen. Meine Oma hat ihren Kiez verlassen und ist nach Marienfelde gezogen. Aus Karstadt sei das KaDeOs, das „Kaufhaus des Ostens“, geworden, wie ein Fahrgast neulich meinte. Und Neukölln ist eigentlich wie Istanbul, nur daß Istanbul nicht so türkisch ist, wie ein Freund bereits vor Jahren richtig festgestellt hatte.
Am Prenzlauer Berg sieht es nicht anders aus – nur umgedreht! Da haben auch viele Berliner, vorzugsweise ältere, ihren angestammten Kiez verlassen. Vor allem Hintergrunzler aus Süddeutschland haben sich seit Ende der Neunziger dort breit gemacht. Ihr Grunzen ist vorzugsweise an Berliner Gerichten zu vernehmen, wenn es um die Schließung von Clubs, Floh- oder Wochenmärkten geht.
In ihrem Jahresrückblick schreibt Layne Mosler alias TaxiGourmet, daß sie sich („Trotz alledem!“ – Anmerkung TaxiBerlin) in Berlin verliebt hat. Sie plant sogar dieses Frühjahr längere Zeit nach Berlin zu kommen. Aber vorher, in genau acht Tagen, fliege ich erst einmal nach New York, und ich befinde mich in einem Dilemma, was Berlin angeht. Was soll ich Layne sagen? Was ihr raten? Ich hatte ihr bereits per e-mail vorgeschlagen, dann, wenn sie hier ist, gemeinsam „zurückzuschlagen“, was sie grundsätzlich für eine gute Idee hielt. Ich bin mir da aber gar nicht mehr so sicher und vielleicht ist das letztendlich der Grund, warum ich nicht mehr schlafen kann und der mich solche Beiträge verfassen lässt …
Foto TaxiGourmet / Text TaxiBerlin
PS: Vor kurzem wurde ich von Fahrgästen gefragt, warum meine Funkzentrale neuerdings, und nicht nur an den Feiertagen, bei der Annahme von Vorbestellungen explizit darauf hinweist, daß die Vorbestellung unverbindlich ist und es keine Garantie gibt, ob auch wirklich ein Taxi kommt. Mir ist dieser Umstand neu und den genauen Grund weiß ich bisher selbst nicht. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß jemand von den Hintergrunzlern aus Süddeutschland wegen einem Taxi, das nicht oder nicht pünktlich vor ihrer Tür stand, vor Gericht gezogen ist und dort vielleicht sogar noch „Recht“ bekommen hat. Also eine reine Vorsichtsmaßnahme? Und wenn dem so wäre? Ich weiß es wirklich nicht! Was soll das alles bedeuten? Und vor allem: Wo soll es hinführen?
PSPS: Ich glaub, ich leg mich besser nochmal hin ...
02.01.2011
BERLINER U-BAHN - DIE ALTERNATIVE ZUR BERLINER S-BAHN
S-BAHN VERSTAATLICHEN JETZT
PSPS: Und die Verantwortlichen für diesen Schlamassel nicht wieder mit einer dicken Abfindung in den Ruhestand schicken, sondern richtig bestrafen - am Besten hinter Schloss und Riegel!
01.01.2011
MEINE LETZTE SILVESTERSCHICHT
Bahnhof Friedrichstraße / Nordseite
Ich fahre schon immer Silvester. Das letzte Mal, daß ich Silvester pausiert habe, dürfte knapp zehn Jahren zurückliegen. Damals feierten wir mit Bekannten ins neue Jahr. Nichts gegen die Bekannten, aber ich hatte immer das Gefühl, etwas auf der Straße zu verpassen. Seither hat sich viel verändert …
Daß einem die Fahrgäste zur Begrüßung ein „Gesundes Neues“ wünschen, ist komplett aus der Mode gekommen. Eigentlich kommt ein Spruch in dieser Richtung, wenn überhaupt, und oft ist es schwer, ihn als solchen zu identifizieren, nur noch von Leuten, die sich mit mir gut stellen wollen, weil sie es wagen, mir Silvester mit einer Kurzstrecke auf die Eier zu gehen, die sie, wenn ich Glück habe, aber passend bezahlen – einen ganzen Euro pro Nase!
Meine Meinung zu Kurzstrecken dürfte allgemein bekannt sein. An Sonn- und Feiertagen, nachts und insbesondere Silvester gehört sie abgeschafft. Die Kurzstrecke ist wie das Mittagsangebot beim Chinesen! Damit soll potentielle Kundschaft auf den Geschmack kommen. Und Mittagsangebot gibt es schließlich auch nur mittags – nicht am Wochenende, nicht nachts und vor allem nicht Silvester!
Dann diese ewige Quasselei mit dem Handy. Das ist in einhundert Prozent der Fälle überflüssiges Geseiere und geht in der Regel so: „Ich bin gerade in Berlin. Nein, nicht in Köln. In Berlin, sagte ich doch. Wir sitzen im Taxi auf den Weg in‘s Berghain. Das ist so geil dort. Vorher müssen wir noch in die Apotheke. Nein, Gleitcreme habe ich! Ha, ha, ha … Ich brauche noch Ohrstöpsel Schätzchen …“
Ich überlege ernsthaft, mir Aufkleber mit einem durchgestrichenen Handy anzuschaffen. Die Gespräche kenne ich alle schon, da kann nichts Neues mehr kommen. Was neu wäre, allerdings für meine Fahrgäste, daß diese Dummquatscherei eine Umweltverschmutzung ist, die sich einfach nicht gehört. (Früher fragte der Fahrgast, ob er das Handy benutzen darf oder ob es den Fahrer stört. Das weiß heute kaum noch jemand!)
Das Beste hätte ich fast vergessen: Mich hat es in der Silvesternacht mal wieder nach Spandau verschlagen, vom dem mein Taxilehrer behauptet hat, es würde sich kurz vor Hamburg befinden. Gestern bekam ich eine Ahnung davon, wie er das gemeint haben könnte.
In einer dunklen Spandauer Ecke winkten zwei Typen. Für mich gehörten die beiden zusammen. Ich hielt, wie sich das für einen ordentlichen Taxifahrer gehört, beim ersten Winker. Offensichtlich gehörten die beiden nun doch nicht zusammen. Der zweite nahm nämlich Anlauf und sprang dem ersten voll in die Seite, so daß beide im kalten Spandauer Schnee landeten.
Keine Ahnung, ob das kurz vor Hamburg immer so gehandhabt wird. Ich bin einfach weiter gefahren. Sollen die sich erstmal „sortieren“. Das müssen wir schließlich beim Taxifahren auch. Da kann auch nicht jeder dazwischenquatschen beim Ansprechen der Halteplätze – und schon gar nicht "dazwischenspringen" …
Diese hohe Idiotenkonzentration in meiner Silvesternacht hatte ein extremes linksseitiges Schädelbrummen – auch Migräne genannt – bei mir zur Folge. Es blieb mir nichts weiter übrig, als eine mehrstündige Schaffenspause einzulegen. Danach waren zwar immer noch jede Menge Spinner unterwegs, die sich aber vergleichsweise bedeckt hielten, was wahrscheinlich daran lag, daß es mittlerweile hell war und nicht nur sie, sondern auch ihre soziale Mängelkompetenzen besser zu sehen waren.
Als ich am späten Nachmittag noch ein neues Verbotsschild zur Kenntnis nehmen musste, wonach ich an der Taxihalte am Bahnhof Friedrichstraße neuerdings keine Fahrgäste mehr "entladen" darf, was sowieso nur Neujahr passiert, beschloss ich, daß dies definitiv meine letzte Silvesterschicht war.
Foto&Text TaxiBerlin
PS: Ich weiß nicht, wer es von euch mitbekommen hat. Die S-Bahn dünnt (schönes Wort!) seit heute weiter sein S-Bahn-Netz aus. Manche Bahnhöfe werden gar nicht mehr angefahren (beispielsweise Straußberg Nord). Ebenfalls seit heute gelten bei der S-Bahn aber auch höhere Preise. Der Einzelfahrschein AB kostet nun 2,30€ anstatt 2,10€! "Balkanisierung" – ick hör dir trapsen …