02.08.2011

TAXIFAHRER SIND GERING QUALIFIZIERTE ARBEITNEHMER oder DAS IST NICHT MEHR BERLIN (FORTSETZUNG)


Scharnweber Straße / Friedrichshain

Die Reallöhne der Universitätsabsolventen stiegen seit Mitte der 80er Jahre um 22 Prozent, die der Meister und Fachschulabsolventen um 18 beziehungsweise 17 Prozent. Wer "nur" eine abgeschlossene Lehre hat, verdient seit 2003 real weniger, liegt aber im Schnitt noch sieben Prozent über dem Niveau Mitte der 80er.

Taxifahrer gehören noch nicht einmal zu den letztgenannten, und nicht nur deswegen, weil es sich bei der Ausbildung um keine Berufsausbildung handelt. Gab es in Berlin Anfang der Neunziger im Schnitt noch knapp zwei Fahrten pro Stunde und Taxi, gibt es heute nur noch gut eine Fahrt. Zahlten die Firmen früher knapp fünfzig Prozent vom Umsatz, sind es heute bestenfalls noch vierzig. Das Jobcenter bezahlt heute immer noch die Ausbildung zum Taxifahrer, obwohl die meisten trotz erfolgreichem Abschluss weiter Leistungsbezieher bleiben. Taxifahrer gehören somit zu den gering qualifizierten Arbeitnehmern.

Und Gering qualifizierte Arbeitnehmer können sich seit 20 Jahren für ihr Gehalt immer weniger leisten. Ihre Reallöhne sind ... seit 1990 gesunken. Seit 2005 habe sich dieser Rückgang nochmals beschleunigt ... Inzwischen befänden sich die Werte wieder auf dem bereits Mitte der 80er Jahre erreichten Niveau. An der Zunahme des Wohlstands in den vergangenen 25 Jahren hätten die Geringqualifizierten daher nicht teilgenommen ...

Egal, ob sogenannte Interessenvertreter oder Berliner Taxiblogger, alle sind sie auf der Suche nach den Schwarzfahrern unter den Kollegen. Ein besonders Linker unter der Letzten ließ Gott sei Dank via Blog verlauten, daß es ihm, dem Gemeinen Grabbler, persönlich gut ginge. Das freut mich als Kollege natürlich zu hören. Andererseits muss man aber auch sagen: Wer solche "Kollegen" hat, braucht keine "Interessenvertreter" mehr.

Foto&Text TaxiBerlin
Quelle: "Der Tagesspiegel" von heute (Seite 1)

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