14.07.2011

MANCHMAL HILFT NUR MEDITIEREN


Flughafen Sofia / Bulgarien

Die Älteren unter uns kennen den Spruch noch etwas anders: Manchmal hilft nur Beten. Aber spätestens seit Gott tot ist, hat sich das mit dem Beten erledigt. Ich meditiere sehr viel in meiner Taxe. Was bleibt mir weiter übrig. Manchmal lese ich auch oder schreibe sogar. Meistens lese ich Zeitungen oder irgendeinen anderen seichten Quatsch. Neulich hat sich doch mal was tiefsinnigeres in meinen Wagen verirrt. Und da habe ich etwas gelesen, das muss ich gleichmal aufschreiben:

Flughafen Prag / Tschechische Republik

"Jener Reisende, der viele Länder und Völker und mehrere Erdteile gesehen hatte und gefragt wurde, welche Eigenschaft der Menschen er überall wiedergefunden habe, sagte: sie haben einen Hang zur Faulheit. Manchen wird es dünken, er hätte richtiger und gültiger gesagt: sie sind alle furchtsam. Sie verstecken sich unter Sitten und Meinungen. Im Grunde weiß jeder Mensch recht wohl, daß er nur einmal, als ein Unikum, auf der Welt ist und daß kein noch so seltsamer Zufall zum zweitenmal ein so wunderlich buntes Mancherlei zum Einerlei, wie er es ist, zusammenschütteln wird: er weiß es, aber verbirgt es wie ein böses Gewissen - warum? Aus Furcht vor dem Nachbarn, welcher die Konvention fordert und sich selbst mit ihr verhüllt. Aber was ist es, was den einzelnen zwingt, den Nachbarn zu fürchten, herdenmäßig zu denken und zu handeln und seiner selbst nicht froh zu sein?" (Friedrich Nietzsche, "Schopenhauer als Erzieher")

Flughafen New York / USA
Foto&Text TaxiBerlin

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