30.03.2011

TAXIBERLIN GOES BESTATTUNG (V) oder EHRENTOD = EHRE TOT

Albrecht- Ecke Siemensstraße / Steglitz

War der SPIEGEL früher die Quelle der Information, so ist er heute bestenfalls noch eine Quelle der Inspiration. In der Ausgabe von vergangener Woche (Nr. 12 vom 21.3.11) stößt der Leser auf Seite 127 immerhin auf diesen Satz: "Die westlichen Gesellschaften hatten sich von der Ehre weitgehend verabschiedet."

Der Beitrag von Georg Dietz mit dem Titel "Die Ehre der Freiheit" versucht eine Verbindung zwischen dem aktuellen GAU in Japan und dem Film YAKUZA von Sydney Pollack aus dem Jahre 1975 herzustellen. Beides soll hier nichts zur Sache tun.

Mir geht es um den Begriff der EHRE. Der Spiegel-Autor hat vollkommen Recht, wenn er den Abschied der EHRE von den westlichen Gesellschaften in der Zeit des Films YAKUZA sieht. Heute kann in unserem Land, wo nicht nur alles relativiert wird, sondern in der auch alles beliebig ist, niemand mehr etwas mit dem Begriff der EHRE anfangen.

Oder wie ist es sonst zu erklären, daß es offensichtlich aus der Mode gekommen ist, sich um die letzte Reise seiner Nächsten zu kümmern? Nein, heute darf man der Welt sogar ungeniert mitteilen, daß man sich einen Dreck darum schert.

Doch damit nicht genug! Man darf sich außerdem noch öffentlich darüber beklagen, daß einem die Allgemeinheit nicht ohne einen Nachweis der Bedürftigkeit, die zweifellos vorliegt (nämlich eine geistige!), die Bestattung finanziert.

Aber was das Allerschlimmste ist: Selbst dieser bedauernswerte Tropf findet noch Idioten, die ihm dafür anerkennend auf die Schulter klopfen. Pfui Teufel! Ehrloses Gesindel!

PS: Elende Speichellecker!

Foto&Text TaxiBerlin

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