01.03.2011

KLASSENTREFFEN

Privatweg / Kreuzberg

Neulich war ich zum Klassentreffen eingeladen. Ich hatte natürlich kein Bock, die ganzen Fratzen von damals wieder zu sehen. Trotzdem bin ich hingefahren. Das Klassentreffen war auf Sylt.

Organisiert hat das Treffen der Ex-Klassenkamerad, der früher sozusagen keinen Stich gesehen hat. Wieso organisiert ausgerechnet der ein Klassentreffen, und dann noch auf Sylt? Was ist seine Intention?

Ich wollte es genau wissen. Deswegen bin ich nach Sylt gefahren. Der Ex-Klassenkamerad, der damals, wie gesagt, keinen Stich gesehen hat, war mittlerweile ein mehr oder weniger erfolgreicher Schriftsteller.

War es das, was er uns mit dem Klassentreffen auf Sylt beweisen wollte? Oder steckte noch etwas anderes dahinter? Zumindest MIR war rasch klar, dem Schriftsteller und Ex-Klassenkamerad ging es nicht ums Klassentreffen sondern um Susanne (Name wird nicht geändert).

Die wollte er, wie er mir beim dritten Bier gestand, nämlich umlegen, wie er es nannte. Das verstand ich. Susanne war früher die Klassenschönste und irgendwann wollte sie jeder einmal umlegen. Aber wie das mit solchen Schönheiten ist, erst lassen sie keinen ran, dann die verkehrten und später sind sie alleine.

Aber wo war Susanne? Sie ist nicht zum Klassentreffen gekommen, obwohl der Schriftsteller ihr extra und höchstpersönlich die Einladung nach Süddeutschland gebracht hatte, wo sie jetzt wohnt.

Susanne sähe immer noch richtig Klasse aus – einfach ein geiles Weib, erfuhr ich vom Schriftsteller. Sie wäre sogar Single und hatte ihm eigentlich felsenfest versprochen, auch nach Sylt zum Klassentreffen zu kommen. Offensichtlich war ihr der Weg auf die Insel aber doch zu weit gewesen.

Jetzt war der Ex-Klassenkamerad verständlicherweise, wie ich fand, betrübt. Beim fünften Bier beklagte er sich darüber, daß er Susanne selbst nach so vielen Jahren immer noch nicht umgelegt hatte (obwohl er doch extra dieses Klassentreffen auf Sylt für sie organisiert hat!).

Es wird wohl das letzte Klassentreffen auf Sylt gewesen sein, wenn nicht sogar mein letztes Klassentreffen überhaupt. Ich meine, die Zeit vergeht, ein jeder verändert sich, aber die wenigsten zu ihrem Vorteil.

PS: Weiß der Ex-Klassenkamerad nicht, daß die richtig geilen Weiber sowieso auf Rock’n Roller stehen, und eben nicht auf Schriftsteller?

Foto&Text TaxiBerlin

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