24.03.2011

KAMINER / BILLER MASCHE VOR DEM AUS?


Frage ich mich ernsthaft, wenn ich die ersten beiden Sätze des Artikels LITERATUR innerhalb der Serie SCENE auf Seite 140 des SPIEGEL Nr. 11 vom 14.3.11 lese:

Im letzten Herbst trat wieder einmal der Migrationshintergrund in den Vordergrund, auch belletristisch. Erstaunlich viele junge Frauen legten autobiografisch grundierte Bücher vor, in denen sie - oft mit einer Großvater- oder Großmutterfigur im Zentrum - der Welt ihres Herkommens aus Osteuropa, auf dem Balkan oder im Orient nachspürten.

Manch einer fragt sich bereits, was schlimmer ist. Daß die Zeiten von Wladimir Kaminer und Maxim Biller endgültig vorbei sind (vorausgesetzt man lässt Israel als Orient durchgehen!), oder daß ausgerechnet junge Frauen / Schriftstellerkolleginnen ihnen den Todesstoß verpasst haben!? (Oder waren es doch nur böswillige Journalisten?!)

Meine These, daß die meisten jungen Menschen, egal ob Männlein oder Weiblein, vor allem darunter leiden, daß sie selbst nichts erlebt haben, worüber sie schreiben könnten (und besser auch nie geschrieben hätten!), deckt sich offensichtlich mit der Meinung des Autors des Artikels:

Dieser Erzählstoff hat mächtige Spannung und Kraft; nur ein wenig zu glatt, zu gekonnt trägt Sabrina Janesch ihn vor. Doch ihr Buch bekennt sich dazu, was die behüteten Nachgeborenen an solchen Geschichten fasziniert: Da wütet der Sturm der Geschichte, da hat das rohe Wort "Schicksal" noch seinen Sinn.

PS: Was soll man nun wiederum von einem Journalisten halten, für den SCHICKSAL bereits ein ROHES WORT ist?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen