07.01.2011

SECHS EURO IN ZWEI STUNDEN

Die Rede ist hier vom Umsatz und nicht vom Verdienst! Was den Verdienst angeht, so würde ich natürlich viel mehr verdienen als das, was ich bekomme. Da ich aber nur das bekomme, was ich bekomme, und nicht das, was ich verdiene, bin ich praktisch ein Ein-Euro-Jobber.

Aber ich will mich nicht beklagen. Nach zwei Stunden Warten eine Fahrt für Sechs Euro zu haben, ist immer noch besser als Dienstag, wo ich nach zweieinhalb Stunden warten einundfünfzig Euro losgeworden bin. Die vier Euro Trinkgeld, die mir mein Fahrgast für die kurze Fahrt von seiner Kneipe zur Tankstelle gegeben hat, habe ich da noch gar nicht mitgerechnet. Wenn ich dann noch berücksichtige, was ich alles gespart habe, weil mich nur zwei von den derzeit gefühlten zwanzigtausend Blitzern erwischt haben, könnte bei mir sogar noch Netto was vom Brutto übrigbleiben.

Aber jetzt mal Spaß beiseite. Ich finde es eine Riesensauerei, daß ausgerechnet dann geblitzt wird, wenn die ganzen „Neu Berliner“ gar nicht in der Stadt sind. Ich weiß nicht, ob du es mitbekommen hast, aber gestern war einer dieser überflüssigen katholischen Feiertage (überflüssig deswegen, weil es kein protestantische Äquivalent gibt!), die immer dazu führen, daß unsere zugezogenen Mitbürger einfach länger „Zu Hause“ bleiben und nur wir Blöden, deren Zu Hause nun einmal Berlin oder die Berliner Straßen sind - genau dort wo jetzt geblitzt werden, die Zeche bezahlen sollen. Warum wird mal wieder nur die arme Sau zur Sanierung unserer Stadt herangezogen, und eben gerade nicht die, die es sich eigentlich leisten könnten? Was ist dafür der Grund, oder besser: Der Hintergrund?

Ich bin der Meinung, jeder richtige Berliner hat weder bei Schnee, noch bei Blitzeis und schon gar nicht während des S-Bahn Chaos die Stadt zu verlassen. Was ist denn das für eine Einstellung? Wenn sich damals, nach dem Krieg, die ganzen Trümmerfrauen aus dem Staub gemacht hätten, wer hätte denn dann hier sauber gemacht? Und jetzt sag nicht, du wärst nicht verantwortlich für Schnee, Eis oder S-Bahn Chaos! Waren die Trümmerfrauen etwa verantwortlich für die Trümmer? Das Problem ist, damals wie heute, daß eben nur Verantwortungslose die Trümmerstadt verlassen. Der gemeine Berliner Käferfahrer (siehe Foto) kann das beispielsweise nicht!

Aber das ist alles nichts Neues. Es setzt nur die Entwicklung der letzten Monate und Jahre sowohl in unserem Land als auch in unserer Stadt fort. Egal, ob Fünfzig-Cent Regelung am Flughafen Tegel oder S-Bahn Chaos. Immer soll, Bestenfalls für denselben, Dümmstenfalls für schlechteren Service, mehr gezahlt werden. Im Allerblödesten Fall bist du sogar noch der Dumme, der die Kohle für andere eintreiben soll. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, daß es völlig egal ist, ob fünfzig Cent pro Fahrt ab Tegel, oder fünfzehn Euro für fünf km/h zu schnell auf Berliner Straßen! Insbesondere dann, wenn einige Mitbürger gar nicht in der Stadt sind. Und letztendlich sind die von DEN Grünen geplanten dreißig km/h für das gesamte Stadtgebiet nicht nur irrsinnig, sondern DIE Lizenz zur weiteren Abzocke!

Im Nachbarkiez / Lichtenberg

Fotos&Text TaxiBerlin

PS: Ein Dank geht an Frau Generator, die mich nicht nur in ihrem Blog erwähnt, sondern mich dort (wie es sich gehört!) HERR TAXI BERLIN nennt. Da können sich andere mal was abschneiden …

Kommentare:

  1. Es wird ja eh gelöscht: GEBLITZT WIRD, WER ZU SCHNELL FÄHRT! Wenns Dir nicht passt, dann lasse es! Himmelherrgottnocheins.

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  2. Warum denn immer gleich den Herrn herbeizitieren? (Mein Gott, es ist nur 'ne Story!) Wahrscheinlich auch zugezogen ...

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  3. Lieber Herr taxiberlin, vielleicht war meine Spontanreaktion etwas heftig, und mit dem Herrn hab ich auch gar nichts am Hut. Dieses reflexhafte "Abzocke", wann immer ein Blitzer oder das Ordnungsamt auftaucht, ist aber albern. Schließlich gibt es kaum ein anderes negatives Erlebnis im Leben, das leichter zu vermeiden ist, ohne langfristig auf irgendwas verzichten zu müssen.

    P.S. Nein, nicht zugezogen, sondern gebürtige Berlinerin, derzeitiger Aufenthalt leider im westdeutschen Ausland...

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