03.01.2011

ICH WEISS NICHT WAS SOLL ES BEDEUTEN

Kalifornien / USA

Daß ich neuerdings immer so früh aufwache?! Gestern war es gegen acht Uhr und heute bereits um sechs. Ich vermute, das hängt mit meiner Reise nach New York zusammen. Deswegen habe ich gerade mal nachgerechnet und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Achtmal werde ich noch wach, heißa dann ist Abreisetach … (Oder so ähnlich!?)

Meine Gastgeberin Layne Mosler, alias TaxiGourmet, weilt gerade noch in Kalifornien, wo sie ihre Familie besucht und von wo sie mir obiges Bild geschickt hat, aufgenommen auf der Farm eines Freundes der Familie. Der Freund soll auch noch einen Esel haben, der aber nicht mit auf’s Bild wollte. Naja, wie das eben so ist mit Eseln …

Gestern habe ich meine Oma besucht, die dieses Jahr neunzig wird und in Marienfelde wohnt. Für ihr Alter ist sie ganz gut beieinander. Sie kommt auch weitestgehend alleine klar. Wie wir wohl erst mit neunzig drauf sind?! Wenn wir es denn erleben …

Meine Oma ist, das kann ich ohne zu übertreiben sagen, ein Berliner Original und Westberliner Urgestein in Personalunion. Zu Mauerzeiten wohnte sie noch in Neukölln am Hermannplatz, wo auch meine Westberliner „Care“-Pakete herkamen. Nach dem Mauerfall habe ich in der Volksbankfiliale Kottbusser Damm Ecke Weserstraße meine einhundert Mark Begrüßungsgeld in Empfang genommen und gegenüber bei Karstadt auf den Kopf geklopft.

Seitdem ist viel Wasser die Spree runter geflossen. Meine Oma hat ihren Kiez verlassen und ist nach Marienfelde gezogen. Aus Karstadt sei das KaDeOs, das „Kaufhaus des Ostens“, geworden, wie ein Fahrgast neulich meinte. Und Neukölln ist eigentlich wie Istanbul, nur daß Istanbul nicht so türkisch ist, wie ein Freund bereits vor Jahren richtig festgestellt hatte.

Am Prenzlauer Berg sieht es nicht anders aus – nur umgedreht! Da haben auch viele Berliner, vorzugsweise ältere, ihren angestammten Kiez verlassen. Vor allem Hintergrunzler aus Süddeutschland haben sich seit Ende der Neunziger dort breit gemacht. Ihr Grunzen ist vorzugsweise an Berliner Gerichten zu vernehmen, wenn es um die Schließung von Clubs, Floh- oder Wochenmärkten geht.

In ihrem Jahresrückblick schreibt Layne Mosler alias TaxiGourmet, daß sie sich („Trotz alledem!“ – Anmerkung TaxiBerlin) in Berlin verliebt hat. Sie plant sogar dieses Frühjahr längere Zeit nach Berlin zu kommen. Aber vorher, in genau acht Tagen, fliege ich erst einmal nach New York, und ich befinde mich in einem Dilemma, was Berlin angeht. Was soll ich Layne sagen? Was ihr raten? Ich hatte ihr bereits per e-mail vorgeschlagen, dann, wenn sie hier ist, gemeinsam „zurückzuschlagen“, was sie grundsätzlich für eine gute Idee hielt. Ich bin mir da aber gar nicht mehr so sicher und vielleicht ist das letztendlich der Grund, warum ich nicht mehr schlafen kann und der mich solche Beiträge verfassen lässt …

Foto TaxiGourmet / Text TaxiBerlin

PS: Vor kurzem wurde ich von Fahrgästen gefragt, warum meine Funkzentrale neuerdings, und nicht nur an den Feiertagen, bei der Annahme von Vorbestellungen explizit darauf hinweist, daß die Vorbestellung unverbindlich ist und es keine Garantie gibt, ob auch wirklich ein Taxi kommt. Mir ist dieser Umstand neu und den genauen Grund weiß ich bisher selbst nicht. Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß jemand von den Hintergrunzlern aus Süddeutschland wegen einem Taxi, das nicht oder nicht pünktlich vor ihrer Tür stand, vor Gericht gezogen ist und dort vielleicht sogar noch „Recht“ bekommen hat. Also eine reine Vorsichtsmaßnahme? Und wenn dem so wäre? Ich weiß es wirklich nicht! Was soll das alles bedeuten? Und vor allem: Wo soll es hinführen?

PSPS: Ich glaub, ich leg mich besser nochmal hin ...

Kommentare:

  1. Anonym1/27/2011

    Meine erste Puppe erreichte mich per Care- Paket 1964 in Neukirchen (BRD) von meiner Großtante Hedwig aus Grevesmühlen (DDR). Was wäre ohne Bigi aus mir geworden? sunny

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  2. Hallo Sunny! Interessante Geschichte! Und eine berechtigte Frage! Was wäre wohl ohne Bigi aus Dir geworden? Was denkst Du? Gruß aus'm Kiez!

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