25.12.2010

ZERO TOLERANCE IN DISNEYLAND

In Vorbereitung auf meine New York Reise im Januar habe ich Freunde interviewt, die schon mal dort waren, Bücher studiert und mir Reportagen auf DVD angesehen, um zu erfahren, was mich in Big Apple erwartet. Im Gegensatz zu den ganzen Italienern, Franzosen und Spaniern, die in den letzten Jahren auch immer öfter in mein Berliner Taxi stiegen, weiß ich gerne vorher Bescheid, wie viel Trinkgeld der New Yorker Cab-Driver und ein Kellner zu kriegen haben.

Alles andere, was so in den Reisführern drin steht, weiß man entweder schon, oder es interessiert einen gar nicht erst. So auch mit New York. Was interessiert mich, daß man Manhatten in den neunziger Jahren angefangen am Time Square mittels „Facelift“ in ein „Disneyland“ verwandelt und der Bürgermeister durch seine „Zero Tolerance“ die Innenstadt gesäubert hat?

Ehrlich gesagt Null, soweit es nicht auch eine gewisse Bedeutung für mein Berlin hat, wo mein zu Hause und nicht nur mein Zweitwohnsitz ist. Meine Stadt ist irgendwie auch dabei, sich in ein großes Disneyland zu verwandeln, auch wenn es bisher (zum Glück!) noch keinen „Masterplan“ gibt. Das könnte sich mit Renate Künast als Bürgermeisterin ändern. Ich sage nur „Tempo dreißig“! Wer sagt denn, daß es immer ein Bürgermeister sein muss …

Bei „Zero Tolerance“ muss ich sofort an die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig und natürlich an ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin denken. Den sein Buch will ausgerechnet ein Hamburger Kollege in Thailand am Strand "endlich zu Ende lesen", zumindest laut Süddeutscher Zeitung vom 16.Dezember, Thema „Reise“. (S. 32)

Weshalb der Hamburger Kollege an asiatischen Gestaden erfahren will, warum sich Deutschland abschafft, erschließt sich mir nicht wirklich. Trotzdem kann ich die Süddeutsche, und insbesondere das Feuilleton, nur wärmstens empfehlen. Verglichen mit dem Berliner Provinzgeschriebsel und der BILD-Zeitung für Abiturienten aus Hamburg, kommt sie noch recht erfrischend daher.

Doch zurück zu meinem New York Trip. Im Prinzip habe ich nichts gegen „Zero Tolerance“. Das praktiziere ich in meiner Taxe ja auch – zumindest mehr oder weniger. Auf jeden Fall gilt hier die Regel: „Wer mir dumm kommt, der fliegt raus.“ Eigentlich habe ich nur etwas gegen „Disneyland“ in Berlin. Und genau deswegen fliege ich über den großen Teich! Ich möchte herausfinden, wie man das schlimmste verhindern kann, wenn es dafür nicht schon zu spät ist …

Text TaxiBerlin

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