08.12.2010

Der ehrliche Künstler vom Boxhagener Platz


COPYRIGHT BY JAN M. PETERSEN


Manch einer behauptet, dass DIE WAHRHEIT out oder zumindest überbewertet ist. Man ist geneigt, demjenigen Recht zu geben, passt es doch wunderbar in die heutige Zeit, wo nahezu jeder jeden bescheißt, und derjenige schon deswegen für ehrlich gehalten wird, weil er entweder etwas weniger oder einfach nur weniger erfolgreich dabei ist, andere zu bescheißen. Das gilt übrigens für alle! Am meisten gefährdet ist und bleibt aber der Künstler, der, wie wir wissen, mitunter alles tut, nur um irgendwie berühmt zu werden.

Ich kenne einen Künstler, bei dem ist das anders! Nach dem ist sogar schon eine Straße benannt, obwohl der noch gar nicht mal tot ist. Nein, der Mann ist noch nicht mal berühmt! Wer es nicht glaubt, ich meine das mit der Straße, schaut einfach im Stadtplan nach. Die Jan-Petersen-Straße verläuft zwischen der Lea-Grundig und der Raoul-Wallenberg-Straße in Marzahn.

Bekannt ist er aber schon, der Jan M. Petersen, laut seiner Visitenkarte in Berlin, Bombay, Tokyo, Wien, Istanbul, London und Friedrichshain. Und das, weil er sich in SEINER KUNST eines Stilmittels bedient, welches selbst für die hiesige KUNST-Scheiße, Verzeihung -Szene (ein Freudscher Lapsus!), einmalig ist. Obwohl das, oder besser: gerade weil das, also das Stilmittel, dessen er sich bedient, eigentlich nichts Besonderes ist. Vielleicht macht es ihn, Jan M. Petersen, aber gerade deswegen so einzigartig. Manch einer wird nun ungläubig den Kopf schütteln, aber es gibt ihn wirklich, und sogar in dieser Stadt, unter uns, den Künstler, dessen wichtigstes Stilmittel schlicht und einfach DIE WAHRHEIT ist.

Kann sich das heutzutage überhaupt jemand vorstellen? Ich meine, da wird sich verbogen, lauwarmer Proseco zu vergammelten Häppchen angeboten, angemalte Ostereier von Kritikern mit Mundgeruch zu genialen Kunstwerken erklärt, oder gar eine leere Ausstellungswand als Lebenswerk des Künstlers bestaunt, während zur gleichen Zeit Jan M. Petersen seine einfache aber ehrliche Kunst unter freiem Himmel an den Mann und vor allem an die Frau bringt, und das bei jedem Wetter! Deswegen spricht der Künstler DER WAHRHEIT entsprechend von einer TOTALKUNDENBETREUUNG, selbstverständlich durch ihn selbst.

Unter dem Deckmäntelchen KUNSTKAUFHAUS OST, was natürlich Blödsinn ist, weil der Mann aus’m Westen kommt, verkauft Jan M. Petersen wenn man so will DIE WAHRHEIT. Und wenn ich DIE WAHRHEIT sage, dann meine ich auch DIE WAHRHEIT! Mit der kenne ich mich schließlich aus. Spätestens seit der Entwicklung der Straßen- und Wegelehre, der einzigen, wenngleich nicht anerkannten Wissenschaft, die aber, im Gegensatz zu allen sogenannten Wissenschaften nicht in Glaubensbekenntnissen endet, sondern eineindeutig und jederzeit und von jedem überprüfbar, und somit DIE WAHRHEIT ist. Genauso wie bei Jan M. Petersen, der SEINE KUNST, dessen wichtigstes Stilmittel DIE WAHRHEIT ist, die er deswegen unter das Motto: „KUNST ist Trickbetrug“ gestellt hat, und die, also SEINE KUNST, gleichfalls eineindeutig ist, weil auch gilt: „Trickbetrug ist eine KUNST“!

Wenn man bei Jan M. Petersen mal von der kleinen Imagelüge mit dem Ossi und auch davon absieht, dass er sich in seiner Kunst gelegentlich des kyrillischen bedient, dessen er aufgrund seiner Herkunft aus’m Westen aber gar nicht mächtig ist, also mal abgesehen von all diesen durchaus berechtigten Kritikpunkten, ist er der einzige ehrliche Künstler den ich kenne, und wahrscheinlich sogar der ehrlichste Künstler der Republik.

Und deswegen mache ich hier, ohne dass ich selbst irgendetwas davon hätte, Werbung für ihn und seinen Stand am Boxhagener Platz, oder eben nur BOXI, wie der aus’m Kietz den Platz im Friedrichshain liebevoll nennt. Jeden Sonntag findet ihr dort Jan M. Petersen und sein KUNSTKAUFHAUS OST an der Krossener Straße, und ich fordere euch hiermit auf: Kauft beim ehrlichsten Künstler der Republik! Kauft, wenn ihr unbedingt KUNST kaufen müsst, beim Trickbetrüger! Um aber auch an dieser Stelle bei DER WAHRHEIT zu bleiben, muss gesagt werden, dass Jan M. Petersen lange Zeit bei mir, dem idealen Nachmieter seiner Atelierwohnung, in der Schuld stand. Genau genommen so lange, bis ich begann in seiner Schuld zu stehen, weil er mich neben sich auf dem BOXI wann immer ich will MEINE KUNST verkaufen lässt. Diese Zeilen sind somit nicht nur eine Hommage an den einzig WAHREN Jan M. Petersen, die auch von euch hoffentlich als solche verstanden werden, sondern wir sind uns nun auch endgültig quitt – Jan und ich.

Hans Joachim Motz, der Therapeut meines Vertrauens, nach dem auch schon eine Straße in Schöneberg benannt ist, obwohl der gar nicht aus Berlin sondern aus Halle an der Saale kommt, ist vom WAHRHEITS-Gehalt DER KUNST nicht überzeugt. Von ihm stammt die Erkenntnis: KUNST IST NEUROSE - eine Grundwahrheit der Psychologie zwar, die mittlerweile in jedem Therapiehandbuch für Künstler steht, die aber nicht so im Raum stehen gelassen werden kann. Wofür bezahlen wir schließlich unsere Therapeuten, wenn wir ihnen nicht auch gelegentlich widersprechen?

DIE PSYCHOTHERAPIE IST DAS EIGENTLICHE ÜBEL, WEIL SIE VORGIBT DIE NEUROSE HEILEN ZU KÖNNEN! Dem kann selbst von Herrn Motz nicht widersprochen werden. Er gibt aber zu bedenken, dass jemand, der in DER WAHRHEIT, also außerhalb DER NEUROSE, lebt, DER KUNST nicht bedarf. Genau deswegen bin ich nicht einfach Künstler oder nur Therapeut sondern Taxifahrer geworden, weil Taxifahrer letztendlich die ideale Kombination von Künstler und Therapeut ist, allerdings mit Ortskenntnissen!

DIE KUNST von Jan M. Petersen wird von einigen ihm wohl gesonnenen Kritikern richtigerweise als Gebrauchs-KUNST bezeichnet, die man für DIE WAHRHEIT nehmen, oder eben als KUNST missbrauchen kann. Aber wissen diese Kritiker auch, dass genauso wie Hippokrates es in seinem Eid formulierte, die Genesung nur aus dem Patienten selbst, die Heilung DER NEUROSE in DER KUNST ebenfalls nur aus DER KUNST heraus erfolgen kann? Ich weiß es nicht! Was ich aber weiß, ist, dass Jan M. Petersen mit Lehrsätzen wie: ICH SEHE ETWAS, WAS DU NICHT SIEHST UND DAFÜR BEZAHLST DU MICH! einen nicht hoch genug zu schätzenden Beitrag zur Genesung DER KUNST leistet. Diese, wenngleich in der KUNST-Scheiße (kein Freudscher Lapsus!) noch nicht anerkannte, WAHRHEIT, sollte meiner Meinung nach nicht nur in allen KUNST-Ausstellungen, sondern auch in den Wartezimmern sämtlicher Therapeuten dieser Welt hängen.

Text TaxiBerlin

Kommentare:

  1. Schön, dass man hier wieder kommentieren kann. Ich lese schon geraume Zeit mit und der eine oder andere Beitrag ist es wert gelobt zu werden.

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  2. Anonym8/31/2009

    ich bin so froh, dass es dich gibt. denn ohne das alles hier wäre der planet nur halbsobunt. DER TRICKBETRÜGER

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  3. Danke, Danke! Glaubt mir, ich tue mein Bestes! Ich könnte allerdings besser sein, wenn ich mich mehr darauf konzentrieren würde ...

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  4. Anonym9/07/2009

    Die Konzentration ist der Fallstrick der Perfektion.

    Intuition ist das Auge der Wahrheit.

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  5. Danke für den Hinweis! Dem ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen.

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