06.12.2010

"ALARMZUSTAND" = AUSNAHMEZUSTAND + KRIEGSRECHT

Deutsche Medienfuzzis (Frage: "Was willst du später mal machen?" - Antwort: "Irgendwas mit Medien!") haben mal wieder einen neuen Begriff erfunden, und zwar den des "Arlamzustandes". Gemeint sind diesmal nicht drohende Selbstmordattentäter, die unsere Weihnachtsmärkte bedrohen, sondern die Antwort des spanischen Staates auf die massenweise Krankschreibung seiner Fluglotsen.

Sieht man genauer hin, verbirgt sich hinter dem in Deutschland so genannten "Alarmzustand" in Spanien nichts weiter als der Ausnahmezustand plus Kriegsrecht. Den streikenden Fluglosten hätten nämlich lange Haftstrafen gedroht, wenn sie nicht umgehend wieder die Arbeit aufgenommen hätten. Das ganze trotz ärztlich attestierter Arbeitsunfähigkeit! "Wilde Streiks" sehen glaube ich anders aus.

Wann wäre denn schon passiert, wenn Fluglotsen, in Spanien übrigens Staatsdiener, wirklich in den Ausstand getreten wären? Ein paar Deutsche wären mal wieder auf Malle hängen geblieben, die hier aber gar keiner vermisst hätte, und eine Handvoll Vietnamesen wären nicht abgeschoben worden, die aber auch schon ewig keine unverzollten Zigaretten hinterm Supermarkt angeboten hatten. Die ganzen Klimaflüchtlinge kommen eh mit dem Boot.

Etwas mehr arbeiten für etwas weniger Geld hört sich erstmal nicht so toll an. Aber muss der Staatsdiener bei bis zu 350.000€ im Jahr deswegen gleich zum Arzt gehen? Und was passiert eigentlich mit dem, wenn sein Patient morgen schon wieder auf Arbeit erscheint, obwohl der doch eigentlich die ganz Woche noch arbeitsunfähig sein sollte?

Interessieren würde mich auch noch, wie sich unsere Staatsdiener in einer ähnlichen Situation verhalten hätten!? Und der deutsche Staat erst?! Wahrscheinlich hätte der denen nochmal so 'ne Art "Buschzulage" hinterher geworfen, damit die sich nicht direkt krank schreiben lassen. So ein ärztlicher Attest zählt doch hierzulande noch was, oder?

Text TaxiBerlin

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