07.11.2010

VON MENSCHENRECHTEN UND MENSCHENPFLICHTEN


Überall gibt es Rechte und Pflichten. Hartz Vier Bezieher haben sie. Und sogar Migranten. Die will man nicht nur fördern, sondern gelegentlich auch etwas von ihnen fordern. Was genau, darüber streitet man sich nun nach Jahren des politisch korrekten Multikulti Gelabere.

Im Jahre Null nach T.S. finden plötzlich sogar die Grünen harte Worte für Migranten. Der Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen C.Ö. fordert ganz und gar "eine republikanische Integration in unsere Gesellschaft unter dem Dach des Grundgesetzes".

Es wird aber noch besser. In der Partei Die Grünen war bisher nicht ganz klar, ob eine andere kulturelle Prägung auch dann zu achten sei, wenn sie im Widerspruch zum Grundgesetz steht. Hierzu wird nun klargestellt: "Bei der Akzeptanz der Grundrechte und der Freiheit anderer gibt es für uns Grüne keinen kulturellen Rabatt."

Willkommen in der Realität! Manch einer braucht eben etwas länger ...

Aber zurück zum eigentlichen Thema: Menschenrechte sind die einzigen Rechte, die angeblich immer und überall eingefordert werden können, ohne daß es eine Art Menschenpflicht dazu, sozusagen als Gegenstück, oder besser: als Voraussetzung, die erfüllt sein muss um Menschenrechte geltend zu machen, gäben würde.

Kommt das jemandem komisch vor? Mir schon! Warum sollte es irgendetwas ohne Gegenleistung geben? Das gab's doch noch nie!

Dem von mir geschätzte französische Autor M.H., übrigens einer der wenigen zeitgenössischen Autoren, der wirklich etwas zu sagen hat, ist dieser Widerspruch bereits vor Jahren aufgefallen und er hat sich wie folgt dazu geäußert, womit ich meine kleine Reihe mit Zitaten von M.H. abschließe.

Und es genügt ebenfalls, sich die anhaltende Beliebigkeit der „Sozialvertrags“-Theorien ins Gedächtnis zu rufen, die sich zum einen auf die Fiktion freier Individuen stützen, deren Existenz jener des Kollektivs vorausginge, und zum anderen auf den – sich daraus ableitenden – Begriff der von jeder Pflicht entkoppelten „Menschenrechte“.

Michel Houellebecq "Ich habe einen Traum" (Neue Interventionen)

Text davor TaxiBerlin

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