27.11.2010

TÖDLICHER UNFALL AUF DER FRANKFURTER ALLEE


Ich fange seit einiger Zeit immer etwas früher an, was den Vorteil hat, daß ich dann auch früher Feierabend machen kann. In der Woche stelle ich meist vor Mitternacht ab, am Wochenende will ich spätestens um vier Uhr im Bett liegen und im Idealfall auch schon schlafen.

Beim Taxifahren trifft der blöde Satz "Je später der Abend, desto schöner die Gäste" leider nicht zu. In der Regel verwandeln sich die Gäste nämlich in Patienten, was allerdings wohl auch mit meiner abnehmenden Konzentration bezüglich persönlicher Probleme anderer im Allgemeinen, und um die nach Mitternacht im Besonderen, zurückzuführen ist.

Als ich gestern gegen 15Uhr meine Schicht begann, war ich noch hellwach. Die erste Fahrt sollte zum Hauptbahnhof gehen und führte mich über die Frankfurter Allee stadteinwärts. Die Gegenrichtung war komplett gesperrt und Höhe NETTO gab es bereits eine Menschentraube, die auf die gegenüberliegende Fahrbahn glotzte.

Was es da zu sehen gab? Eine leblose Person, die gegen dem aufkommenden Wind von mehreren Personen verzweifelt versucht wurde abzudecken. Und was noch? Im Vorbeifahren sah ich, daß Weichteile, vermutlich Gehirnmasse, rings um die leblose Person auf der Fahrbahn verteilt waren.

Kein schöner Start in eine Schicht. Das Bild ging mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Obwohl eigentlich schon Wochenende, stellte ich noch vor Mitternacht ab. Ich hatte genug gesehen.

Text TaxiBerlin

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