06.11.2010

NEUSCHREIB


Der Gemüsehandel wird, übrigens nicht nur in Deutschland, gemeinhin weit unterschätzt. Jüngst erst vom Vorstand der Deutschen Bundesbank T.S., weswegen der auch zurückgetreten ist, zurücktreten musste, oder gar zurückgetreten wurde(?), ... auf jeden Fall getreten wurde!

Dabei gehen vom Gemüsehandel bisher ungeahnte Impulse für die Neue Deutsche Schriftsprache, kurz NEUSCHREIB, aus.Warnte G.O. in 1984 noch vor dem NEUSPRECH (DoppeltGut usw. ...), kommt das NEUSCHREIB nun ganz unerwartet daher, und wird dementsprechend bis zum heutigen Tag von niemandem wirklich wahr genommen. Warum eigentlich?

Menschen rechnen am ehesten mit dem Erwartbaren, also mit dem NEUSPRECH. Beim NEUSCHREIB wird, im Gegensatz zum NEUSPRECH, die Aussprache nicht oder nur geringfügig geändert, weswegen das NEUSCHREIB bis jetzt kaum Beachtung findet. Und das, obwohl sich die Bedeutung des Wortes, genauso wie beim NEUSPRECH, fundamental ändert!

Vier Beispiele:

1. Der Weißkohl hat keine Eltern im herkömmlichen Sinne, weswegen aus ihm richtigerweise der Waiskohl wird.

2. Der große Bruder vom Kohlrabi ist der Kohlrubi. Man erkennt ihn an seiner Rubinroten Farbe.

3. Den Löwenzahn bereitet man am Besten mit Sahne zu, weswegen er neuerdings LöwenSahn geschrieben wird. Dies ist sozusagen die höhere Schule des NEUSCHREIB. Sie wird in Zukunft Bücher komplett überflüssig machen - in diesem Fall Kochbücher.

4. Was es mit dem RomaSalat auf sich hat, erschließt sich mir allerdings ehrlich gesagt nicht wirklich. Müssten dafür vorher nicht zumindest die Sinti befragt werden? (Nicht, daß die sich wieder benachteiligt fühlen!) Oder eigentlich sogar alle Menschen? Immerhin heißt Roma Mensch! (Und was ist eigentlich mit demjenigen, der kein Roma ist?)

(Ist der automatisch ein Unmensch, wie der, der diese Schilder verbrochen hat?!)

Fotos&Text TaxiBerlin

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