26.10.2010

P.S.


"Ich hätte in diesem Buch gerne häufiger konkrete Namen von betroffenen Personen genannt, die in hochkriminelle Machenschaften verstrickt waren oder sind und die in aller Regel deshalb noch nie verurteilt worden sind. Doch bei der heutigen Presserechtsprechnung ist das nicht mehr möglich. Als Autor muss ich diese offensichtliche Zensur hinnehmen, will ich nicht hohe Strafen bezahlen oder im Gefängnis landen. Sie als Leser, die zu Recht konkrete Aufklärung einfordern, haben darunter zu leiden, weil Ihnen deshalb in diesem Buch auch ein Stück Wahrheit vorenthalten werden musste. Diese Zensur, exekutiert von einschlägig bekannten Pressegerichten, bedient die Interessen der Organisierten Kriminalität ...

Wenn ... von der Organisierten Kriminalität bezahlte Richter in Osteuropa sagen, der einflussreiche Mafiaboss, häufig ein angesehener Konzernchef, sei unschuldig, folgen Pressegerichte in Deutschland treudeutsch diesen geschmierten Erkenntnissen. Richter und Staatsanwälte auf der Gehaltsliste der Mafia - nicht nur in Osteuropa oder Südamerika ist das durchaus selbstverständlich - kann sich ein Richter am Landgericht in Berlin oder Hamburg anscheinend nicht vorstellen.

Häufig sind es die immer gleichen Richter, die heute in Deutschland über die Pressefreiheit bestimmen. Anscheinend sind sie bei den politischen Justizbehörden so angesehen, dass man sie bisher schalten und walten lässt. Oder will man die Repräsentanten der Mafia und ihre Helfershelfer schützen? Das will ich mir noch nicht so recht vorstellen. Aber praktisch ist heute genau das in Deutschland der Fall."

Zitiert aus dem Nachwort von "Gangsterwirtschaft - Wie uns die organisierte Kriminalität aufkauft". Geschrieben hat das Buch Jürgen Roth, Jahrgang 1945, einer der wenigen investigativen Journalisten in Deutschland. Mehr erfährt der interessierte Leser hier und dort.

Text TaxiBerlin

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