06.08.2010

Wenn Reiche freiwillig spenden


Was hat das zu bedeuten? Geht's denen zu gut, haben die plötzlich Angst oder sollte es wirklich Einsicht sein, wenn in Amerika Reiche freiwillig auf nicht ganz unerheblich Summen zugunsten der Allgemeinheit verzichten wollen?

Und was soll aus mir werden, der es gerade noch den Reichen nehmen wollte um es den Armen (Flaschensammlern) zu geben? Was kann ich dann überhaupt noch tun? Ich muss letztendlich auch an mich denken!

Gut, das Problem haben andere auch. Komisch, daß mir als erstes ausgerechnet sämtliche Gutmenschen dieser Welt einfallen. Was wird mit denen, wenn plötzlich deren Hauptfeind Nummer eins, früher sagte man wohl Klassenfeind, von heute auf morgen ausfällt.

Das hinterlässt ein Loch, von Manko kann man ja blöderweise nicht reden. Was soll der Helfende machen, wenn keiner mehr da ist, dem geholfen werden kann? Und vor allem, wenn man weiß, daß jeder Helfer am wenigsten sich selber helfen kann.

Es könnte sein, daß die ganzen Gutmenschen gegenseitig aufeinander losgehen. Stell dir einfach mal vor, den ganzen Media-Spree Gegner würde plötzlich der Feind abhanden gehen, weil der sein ganzes Geld der Stadt Berlin spendet?

Wahrscheinlich würden die Gegner in ihrer Orientierungslosigkeit alle in die Wirtschaft gehen oder Rechtsanwälte werden. Wollen wir das wirklich? Ich meine, ich würde schon klarkommen. Hatte ja schon erwähnt, daß auch ich die Reichen erleichtern wollte.

Aber wenn ich an die Perspektivlosigkeit der ganzen Gutmenschen denke, frage ich mich doch, ob ich die daraus resultierende Instabilität unseres gesamten Gesellschaftssystems, in deren Folge nur die Rollen vertauscht sein werden, wirklich möchte?

Wer es noch nicht begriffen haben sollte: Wenn plötzlich böse Menschen zu guten werden, müssen zwangsläufig genauso viele Gutmenschen zu bösen werden, was für den einzelnen nur jede Menge Stress bedeutet und am finalen Gleichgewicht der Kräfte aber nichts ändert.

Also ich will das nicht! Ehrlich gesagt hoffe ich, daß unsere Reichen so reich bleiben wie sie sind und mir dieser Stress erspart bleibt. Aber ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand auf mich hört.

Die Dummheit der Menschen ist bekanntermaßen unendlich. Schließlich haben ja auch jede Menge FDP gewählt, obwohl sie gar nicht genug verdienen, um von den geplanten Steuerersparnissen zu profitieren.

Manchmal bleibt einem eben nur beten ...

Text TaxiBerlin

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