06.08.2010

"Nach Hause fahren" (Teil I)


Wenn Zugezogene aus dem Prenzlauer Berg und Mitte diese Worte verwenden, dann meinen sie nicht, daß sie in diese von ihnen besetzten Stadtbezirke von Berlin fahren. Nein, in diesem Fall fahren sie in die Käffer und Kleinstädte, in denen sie aufgewachsen sind und die sich in der Regel in Süddeutschland befinden. In den meisten Fällen leben dort noch ihre Eltern, die ihnen die vergleichsweise preiswerte Eigentumswohnung in Berlin bezahlt haben, bei denen sie dann aber, wenn sie "nach Hause gefahren sind", mit ihren alten Kinderzimmern Vorlieb nehmen müssen.

Soweit sind das allseits bekannte Fakten und eigentlich nicht der Rede wert. Jetzt habe ich mir einmal die Mühe gemacht und das Internet befragt, was ihm zum Thema "nach Hause fahren" einfällt. Hier nun einige, zugegeben willkürlich zusammengestellte, Fundstücke:

Da gibt es offensichtlich ein Taschenbuch von Stefan Rehberger mit dem interessanten Titel "Weihnachten nach Hause fahren", welcher wie die Faust aufs Auge zu passen scheint. Zu meiner Überraschung musste ich dann noch feststellen, daß es sich in dem Buch wirklich um genau die von mir erwähnten Zugezogenen im Prenzlauer Berg und Mitte handelt. Aber deswegen gleich ein Buch kaufen, dessen "Held" in den meisten Rezensionen als "Vollidiot" beschrieben wird?

Erwähnen möchte ich noch, daß der selbe Autor ein weiteres Buch mit dem einprägsamen Namen "Träum weiter" geschrieben hat, in dem es aber wohl auch wieder nur um Zugezogene im Prenzlauer Berg und Mitte und deren Luxusproblemchen geht. Schade - ich hatte mehr erwartet.

Wird leider auch fortgesetzt ...


Text TaxiBerlin

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