27.08.2010

HOCHZEIT AS USUAL


Neulich war ich zu einer Hochzeit eingeladen. Ich meine eine richtige Hochzeit. Mit zweihundert Gästen, Livemusik und einer Feier über das ganze Wochenende. Anfangs machte ich mir Sorgen, für wie viele Jahre sich das Brautpaar und deren Eltern sich dafür verschulden müssen.

Bis mir irgendwann mal jemand vorrechnete, wie das mit den Finanzen hier läuft. Das Brautpaar vereinbart mit dem veranstaltenden Restaurant einen Pauschalpreis pro Person, wo alles drin enthalten ist. Dazu muss man wissen, daß es hier durchaus üblich ist, bei Hochzeiten seinen Selbstgebrannten auf den Tisch zu stellen.

Nehmen wir an, der ausgehandelte Preis pro Person liebt bei zwanzig Euro. Das macht bei zweihundert Personen viertausend Euro. Der Trick bei der Sache ist nun, daß ausschließlich Geld geschenkt wird. Im Schnitt vierzig Euro pro Nase, was bei zweihundert Gästen achttausend Euro sind.

Zieht man nun die Ausgaben für Brautkleid, Anzug und Schuhe von eintausend Euro ab, bleibt immerhin noch ein Gewinn von dreitausend Euro. Heiraten ist somit keine Sache mehr, wobei man in Bulgarien arm wird, sondern ganz im Gegenteil: Ein lohnendes Geschäft!

Das Problem ist allerdings, daß man sich genauso wie bei uns, vor der nächsten Hochzeit wieder scheiden lassen muss. Ob sich das dann das allerdings noch rechnet mit dem Heiraten, da fehlen mir im Moment die genauen Zahlen.

Text TaxiBerlin

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