18.08.2010

DER SUPERMARKT UM DIE ECKE


Komme gerade vom Supermarkt um die Ecke. Dorthin gehe ich immer, meist irgendwann im Laufe des Nachmittags, wenn es draußen wegen der Hitze nicht mehr auszuhalten ist. Im hiesigen Supermarkt, dessen Namen ich wegen Schleichwerbung und so nicht verraten möchte, gibt es nämlich eine saugut funktionierende Klimaanlage, oder eben KLIMATIK, wie der Eingeborene das Teil nennt.

In Sachen Supermarkt ist der Ort hier zweifellos eher über- als unterversorgt. Alle auch in Berlin gängigen Ketten sind vertreten, und noch mehr. Selbst der Österreicher hat es sich nicht nehmen lassen, mitten im Zentrum so eine Einkaufshölle hinzubauen. Hauptzielgruppe sind übrigens die Bulgaren, die im Ausland ihr Geld verdienen. Der gemeine HIERGEBLIEBENE bringt seine Kröten eher in hiesigen Cafes durch.

Genau zu dem Ösi im Zentrum gehe ich, wenn ich es draußen bei Temperaturen von knapp vierzig Grad nicht mehr aushalte. Wenn ich ehrlich sein soll, empfinde ich die natürlich nur von mir so genannte Hölle immer eher als kühle Tropfsteinhöhle, von der es hinterm Ort in den Bergen sogar eine richtige gibt, was mir aber gerade bei der Hitze immer zu weit ist.

Wenn ich einmal im Supermarkt bin, muss ich natürlich auch immer etwas einkaufen. Das gebietet einfach der gute Geschmack. Meist ist es Bier, das in riesigen Eisschränken für mich bereitsteht. Der Einheimische trinkt seinen RAKIJA und im Normalfall was alkoholfreies dazu. Obwohl man insgesamt aber sagen kann, daß der Bulgare an sich schon ein Allestrinker ist.

Das wird auch durch die Tatsache unterstrichen, daß es nicht nur in diesen riesigen Eisschränken von dem Supermarkt mit der sauguten Klimaanlage, sondern auch außerhalb, sozusagen im Rest des kleinen Landes, eine große Auswahl an trinkbaren Biersorten gibt. Die meisten von ihnen stehe als große Plastikflasche im XL oder sogar XXL Format zum Kauf bereit.

Ich finde diese großen Flaschen prinzipiell toll. Bereits vor Jahren im Amiland bin ich nicht an ihnen vorbeigekommen. Obwohl man dort immer aufpassen musste, wo und wann man die Plärre trinkt, vom anschließenden Wasserlassen ganz zu schweigen. Diese Probleme sind hier allesamt unbekannt. Hinzu kommt, daß die meisten Biersorten sogar trinkbar sind. Woran das liegt?

Erst einmal am Wasser. Das ist viel weicher als beispielsweise in Deutschland. Probleme mit Kalk an Haushaltsgeräten sind hier komplett unbekannt. Hinzu kommen von Natur aus ökologische Inhaltsstoffe. In Bulgarien gibt es kaum Industrie. Und dann sollen nach dem Mauerfall viele hiesige Brauereien alte, aber bewährte, Technik aus Deutschland geholt haben.

Sekunde, muss schnell zum Kühlschrank, mein Bier holen ... PROST! НА ЗДРАВЕ! ... Hmmm, nicht schlecht ...

Zum Bier habe ich mir Erdnüsse gekauft. Der Bulgare bevorzugt ja eher Sonnenblumenkerne, aber Erdnüsse lässt er glaube ich zum Bier durchgehen. Heute habe ich mir zum ersten mal überhaupt nicht geschälte Erdnüsse gekauft. In den meisten Fällen werden ausschließlich geschälte gesalzene Erdnüsse angeboten. Und nun merke ich gerade, daß deren äußere Schale ebenfalls gesalzen ist.

Auch nicht schlecht ...

Ein kleines Detail hatte ich bisher gar nicht erwähnt. Mein Supermarkt um die Ecke verfügt nicht nur über eine gutgehende Klimaanlage, sondern geht einem auch nicht mit irgendwelchen nervigen Werbedurchsagen auf die Eier wie die gesamte Konkurrenz im Ort.

Jetzt, nach dem dritten Bier und einer halben Tüte ungeschälter gesalzener Erdnüsse kann ich ja den Namen meines Supermarktes nennen. Ist doch keine Schleichwerbung, wenn ich meinen Lesern verrate, wohin ich jeden Nachmittag vor der Hitze fliehe. Und wenn schon, ist sowieso nur ein privater Blog, den wie all die anderen privaten Blogs ja sowieso kein Schwein ließt: BILLA

Text TaxiBerlin

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