11.08.2010

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN


Das erste Bürgergeld, auch bedingungsloses Grundeinkommen genannt, wurde weltweit erstmals im Januar 2008 in Otjivero, einem Dorf mit knapp eintausend Einwohnern, einhundert Kilometer von Hauptstadt Windhoek in Namibia entfernt, eingeführt. Obwohl überwiegend positiv eingeschätzt, wurde in Deutschland kaum darüber berichtet, was verwunderlich ist, wo es doch gerade hier viele Befürworter dieser Idee gibt.

Ich möchte keine eigene Beurteilung des Projektes abgeben, dazu liegen mir nicht genügend Informationen vor, sondern lediglich auf einige Punkte die Aufmerksamkeit lenken, die ich für wichtig erachte. An erster Stelle sei der Stichtag für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens genannt. Das Bürgergeld bekam nur, wer an einem geheim gehaltenen Datum im Ort registriert war, um zu verhindern, daß Verwandte und Bekannte nach Otjivero strömen.

Das Projekt war von vornherein zeitlich begrenzt und die monatliche Auszahlung sollte Ende des vergangenen Jahres auslaufen. Seither ist mehr als ein halbes Jahr vergangen, und komischerweise erfährt man so gut wie nichts darüber, was mit den Bewohnern von Otjivero seither geschehen ist.

Sicherheit scheint es zumindest zu geben, was das Schicksal Lena Nanus, einer Teilnehmerin des Projektes in Otjivero, angeht. Sie hat sich rechtzeitig von ihrem bedingungslosen Grundeinkommen von monatlich einhundert Namibia Dollar für dreihundert eine Ziege gekauft, die, so wurde ihr versprochen, auch dann noch Milch gibt, "wenn kein Geld mehr vom Himmel fällt."

Text TaxiBerlin

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