01.07.2010

Praxis Dr. Ücker

Nassauische Straße / Wilmersdorf

Ich bin nicht krank und muss auch nicht zum Arzt. Ich hatte einen Tipp bekommen, wo es leere Flaschen gäbe wie Sand am Meer, und zwar auf einem Hinterhof. Früher konnte ich mir meine ganze Wohnung mit Sperrmüll vom Hinterhof einrichten. Heute bin ich froh, wenn ich dort noch ein paar leere Flaschen finde, die ich abgeben kann.

Diese Entwicklung finde ich jetzt nicht so schlimm. Schließlich ist meine Wohnung einmal eingerichtet und ich bin nicht der Typ, der ständig neue Tapeten braucht. Ich erwähne das auch nur, weil es in Berlin viele Zugezogene gibt, die immer noch nicht wahrhaben wollen, daß sie einfach zu spät gekommen sind, weil die besten Jahre nämlich definitiv vorbei sind.

Das Problem, vor dem ich hier stand, war allerdings früher schon das Selbe: Wie rein kommen ins Haus und somit in den Hinterhof mit den Pfandflaschen? Gut, ich könnte irgendwo klingeln und mein Anliegen vortragen. Mit etwas Glück würde man mir vielleicht auch öffnen. Aber die Aktion kann immer auch nach hinten losgehen, wenn nämlich ein Hund auf mich gehetzt wird bevor ich überhaupt eine Flasche eingesackt habe.

Nun kommen mir meine Hinterhauserfahrungen aus besseren Zeiten zugute. Und da die besten Zeiten vorbei sind, kaum noch etwas Brauchbares in Berliner Hinterhöfen zu finden ist und ich, was das Flaschen sammeln angeht, sowieso drauf und dran bin alles hinzuschmeißen, kann ich hier in aller Öffentlichkeit publik machen, was es mit der Praxis Dr. Ücker auf sich hat.

Die Praxis gibt es wirklich in diesem Haus. Aber der Arzt heißt nicht Dr. Ücker. Die Klingel Dr. Ücker ist auch gar keine Klingel, sondern ist der Knopf für den Tür-Dr.ücker!

Der Tipp war übrigens nicht mehr aktuell. Die Pfandflaschen waren schon weg. Da war wohl jemand vor mir da. Geklaut wird eben nicht nur bei den Taxifahrern!

Foto & Text TaxiBerlin

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