13.07.2010

Ins Freibad geh ich nicht

Und das jetzt nicht etwa deswegen, weil neulich alle siebentausend Besucher eines Freibades in Neukölln dieses verlassen mussten – ob sie wollten oder nicht. Der Grund war übrigens eine kleine Schlägerei unter Freunden. Aber was macht man nicht alles – seinen Gästen zuliebe.

Mir kann das nicht passieren. Ich bin eher der Typ, der an den See fährt. Gerade habe ich eine Bademöglichkeit in einer Bucht ganz in meiner Nähe entdeckt. OK, duschen sollte man auf jedem Fall nach dem Bad, und am besten zu Hause.

Dafür kann es mir aber nicht passieren, daß ich wegen eventueller Meinungsverschiedenheiten „konkurrierender Familienclans mit Migrationshintergrund“, die eine „Massenschlägerei am Beckenrand“ lostreten, den Ort verlassen muss.

Der Grund ist ganz einfach: Es gibt keinen Beckenrand. Und selbst das ganze Areal bietet kaum Platz für mehr als fünfzig Personen – also keine Chance für Großfamilien.

Nicht erst seit gestern sondern bereits seit langer Zeit meide ich Großveranstaltungen mit mehr als fünfzig Personen. Das hat weniger mit meiner latent vorhandenen Klaustrophobie zu tun als vielmehr mit der Einführung des T€uro.

Die ganze Geschichte ist zu lang für diesen Blog. Vielleicht schreibe ich ja mal ein Buch drüber. Auf jeden Fall erklärt dieser Umstand sowohl, warum ich nicht ins Freibad sondern lieber an den See fahre, als auch, warum ich früher als einsamer Wolf Taxi gefahren bin und heute als alter Wolf, der langsam grau wird, Flaschen sammle.

Ich mag einfach keine Massen um mich herum und brauche sie auch nicht, wie manch anderer.

Ich habe nichts gegen Großfamilien. Ganz im Gegenteil. Ich bedaure ihre Zerstörung durch die Moderne zutiefst. Aber deswegen würde ich trotzdem nicht mit meinem ganzen Familienclan ins Freibad gehen, selbst wenn ich ihn hätte. Und das hat jetzt nichts damit zu tun, daß ich sowieso lieber an den See und nicht ins Freibad gehe.

Text TaxiBerlin

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