23.06.2010

Am Fensterkreuz

Kastanienallee / Prenzlauer Berg

Gottes Sohn hing bis gestern gemütlich am Kreuz in Gottes Küche. Gott selbst hatte bereits vor dem Hartz-IV-ozid (Superlativ von Genozid, Suizid und Gentrifizierung) an den Ureinwohnern des Prenzlauer Berges den Kiez & Berlin verlassen und die Altbauwohnung in der Kastanienalle Jesus vermacht. Einige behaupteten daraufhin, daß Gott tot wäre, aber in Wahrheit wurde er nur vergessen. Für die meisten von Euch ist das lange her.

Noch vor kurzem behaupteten einige, ER (GOTT) wäre ihnen im Prenzlauer Berg erschienen: Religiöse Irre, die mit ihren Visionen besser zum Arzt müssen. Auch Dichtern, denen jeder Stoff recht ist. Oder einfach nur Prenzl-Berg Wixern, die immer Vater und Sohn verwechseln. Zwar schuf ER (Gott) ihn (Jesus) nach seinem Bilde, ist aber einfach vom Vater durch drei zwanziger Nägel zu unterscheiden. Das ist sogar jedem Fucking Tourist bekannt.

(Der langhaarige Penner mit dem stacheligen Ökokopfschmuck hätte gegen die Räumungsklage Rechtsmittel einlegen können – aber gegen Dummheit kämpften bereits Gottväter vergebens.)

Judas war es nicht, der lebt ja in Hell(ers)Dorf. Ich verrate Euch wies war: Die Zeiten sind gottlos, kein Mieter kann sich mehr ein eigenes Kreuz leisten, brave Schwaben klauen heilige zwanziger Nägel, und so bleibt dem Letzten der Gerechten im Prenzlauer Berg nur noch ein Strick vom Bauhaus (Wenn´s gut werden soll!) - und das Fensterkreuz.

Foto & Text TaxiBerlin

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