14.01.2010

Keine Sterne für Söldner

Daß mein Fahrgast ein Sternekoch ist, stellt sich erst am Ende der Fahrt heraus. Nicht jeder, der zum Gendarmenmarkt will, ist schließlich gleich automatisch ein Starkoch, auch wenn er einem am Kuh’damm einsteigt.

Auch er ist genervt von den ganzen Leuten, die im Schneckentempo vor sich hin schleichend die linke Spur blockieren. Von fahren kann da nun wirklich keine Rede sein! Für die Frage, ob es an den Winterreifen liegt, welche die Schleicher sich eventuell gespart haben, bleibt keine Zeit. Mein Fahrgast ist bereits zum nächsten Thema übergegangen.

Eigentlich ist es aber noch dasselbe Thema: Leute, die einem immer nur im Weg rumstehen und einfach nur nerven. Die Rede ist von den Zugezogenen! Auch wenn die ansonsten zu nix taugen, Material für Gespräche bieten sie mehr als einem lieb ist. Er sei zwar auch nicht in Berlin geboren, aber so ein Gewese wie diese Neuberliner habe er damals in Westberlin nicht gemacht, was ich ihm ungeprüft abnehme. Ein Berliner, wie man sich ihn wünscht, denke ich bei mir. Ein klarer Fall von gelungener Integration!

Zum Schluss kommen wir dann auf seinen Job zu sprechen. Der mache ihm immer noch Spaß, schließlich sei die Ausbildung zum Koch in Berlin gut und produziere ausreichend sowohl qualifizierter als auch motivierter Köche. Auf jeden Fall arbeite er lieber mit Leuten von hier zusammen, als mit den um die Welt tingelnden "Kollegen", die Berlin nur als Eintrag in ihrem Lebenslauf missbrauchen.

„Die ganzen Söldner, die taugen doch alle nix!“, schloss er seinen ganz persönlichen Erfahrungsbericht ab.

Text TaxiBerlin

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