10.01.2010

Erst gar nicht ignorieren

Sagt man in Wien, wenn man etwas nicht ernst nimmt. Das ganze natürlich im breiten Wiener Dialekt. Das habe ich heute von meinem Fahrgast ab Tegel erfahren. Aber woher wusste der, also mein Fahrgast, dass das genau mein Thema ist. Ich rede vom angeblichen Transponderzwang am Flughafen. Ich meine, wer so ein Ding hat, und deswegen vom Fahrgast ab Flughafen fünfzig Cent für die Flughafengesellschaft eintreiben muss, der ist doch irgendwie selbst dran schuld. Oder etwa nicht?! Zumindest fand mein Fahrgast das! Auf jeden Fall freute der sich über die Tatsache, dass ich ihm mit der fünfzig Cent Abzocke nicht auf dem Sack gehen würde.

Wenn man abzocken will, dann aber richtig, fand er – mein Fahrgast aus Wien. Da fängt man nicht bei fünfzig Cent an, klärte er mich auf. Aber auch nicht bei vier Euro nicht eingegebener Kurzstrecke, erlaubte ich mir anzumerken. „Auf keinen Fall!“, stimmte er mir zu. Zum Abschied riet er mir: „Erst gar nicht ignorieren“, nachdem er den Fahrpreis (ohne TXL-Abzocke!) um den Preis einer Kurzstrecke mit der Bemerkung: „für den Tee“, aufgerundet hatte.

Nun sitze ich beim Bier, schreibe diesen Text und vergesse für einen Moment, dass der Wiener den Berliner, wenn der ihm nicht passt, auch schon mal „Piefke“ nennt. So hat nun jeder seine eigene Sichtweise und Wortwahl, und wie sagt der Berliner so schön und richtig: „Erst jarnich ignorieren!“.

Text TaxiBerlin

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