24.08.2016

DER URSPRUNG DER BERLINER KREATIVBUTZE


Taxi vor Butze

Der Begriff "Kreativbutze", den ich vor einiger Zeit nicht nur häufig verwendet habe, sondern der auch auf mich (Oder war es doch ein Fahrgast? Egal!) zurückgeht, ist leider etwas in Vergessenheit geraten, ohne dass ein jeder sich unter "Kreativbutze" etwas vorstellen kann. Was "kreativ" ist, weiß natürlich jeder, gerade in Berlin, der "Stadt der Kreativen". Aber wer weiß schon, was eine "Butze" ist? Das kleine Bulgarien, das Land nicht nur meines Vertrauens, sondern auch meiner Auszeit, kann ohne Übertreibung als Erfinder der "Butze" bezeichnet werden. Hier ist die Hochzeit der "Butze" allerdings vorbei, die war in den Neunzigern, welche in Berlin "Die Wilden" genannt werden. Was die Berliner "Kreativbutze" angeht, die ganz klar auf die bulgarische "Butze"zurückgeht, kann man ohne Übertreibung sagen, dass Berlin der bulgarischen Zeit hinterherläuft. Hier stehen die meisten "Butzen" (Foto Hintergrund), in denen früher alles verkauft und gekauft (die eigene Großmutter inclusive) wurde, bereits schon wieder leer. Keine Ahnung, ob das jetzt wichtig ist für die zahlreichen Berliner "Kreativbutzen", aber sollte jemand nach Bulgarien kommen, weil er eine original bulgarische "Butze" sucht, die einem hier förmlich nachgeworfen werden, darf er nicht "Butze" sagen, schon gar nicht "Kreativbutze", denn kreativ sind hier alle und kreativer als in Berlin auf jeden Fall. Also falls wirklich jemand kommen sollte, weil er (zu Recht!) scharf ist auf eine original "Butze" aus den Neunzigern, der muss nach einem "Pavillon" oder noch besser nach einem "Pavillionche" (Verkleinerungsform von "Pavillon") suchen - er wird hundertprozentig fündig!

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08.08.2016

ALLES HAT EIN ENDE


Endestraße / Wannsee / früher Zehlendorf / heute Steglitz-Zehlendorf

Alles hat ein Ende, und in Berlin hat das Ende sogar eine Straße. Meine Auszeit steht vor der Tür, und eigentlich wollte ich mal wieder in die Türkei fahren, um genau zu sein mit dem Auto nach Istanbul. Daraus wird nun nichts, was nicht an dem verrückten Verkehr in der Metropole am Bosporus liegt. Bevor es gleich losgeht Richtung Balkan noch dies an die Adresse der uns Regierenden: Machen sie Schluss mit ihrer Appeasement-Politik und verabschieden sie ein Gesetz zur Zuwanderung, das diesen Namen verdient. Übernehmen sie endlich Verantwortung für ihr Tun und delegieren sie diese nicht weiterhin an andere. Die Türkei unter Erdogan hat in Europa nichts verloren.

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07.08.2016

HENKEL SATURN


Wahlwerbung / Falkenseer Chaussee / Spandau

Warum es dieses farbenfrohe Wahlplakat vom Berliner Innensenator nur in Spandau zu sehen gibt, obwohl er seine Video-Technik doch viel lieber im Friedrichshain verkauft, bleibt sein Geheimnis. Um seine Zukunft muss sich Frank Henkel jedenfalls keine Sorgen machen, denn das Plakat gilt auch als Bewerbung. Sollte es nach der Wahl im September nicht mehr für die Politik reichen, wird Frank Henkel einer von diesen schleimigen Technik-Berater bei Saturn.

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WOHNEN IN BERLIN


Liebigstraße / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Das mit dem "Wohnen im Grünen" in der Stadt hatten sie sich doch etwas anders vorgestellt. Gut, dass der nette Makler mit den falschen Zähnen es nicht "Leben an der Brandmauer" genannt hat, leuchtet ihnen ein. Aber für diesen Ausblick auch noch zahlen, nein Danke! Jetzt geht es vor Gericht, und ein kleines Schmerzensgeld sollte wohl auch drin sein, wozu hat man schließlich jahrelang Jura studiert.

PS: Manche Menschen passen immer noch mehr auf beim Handtaschenkauf als beim Kauf einer Immobilie.

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06.08.2016

NEUE MODEN


Heute mal ein Sammelthema, und zwar "Neue Moden". Ich weiß nicht, wer es außer mir mitbekommen hat, oder sollte ich mal wieder der letzte sein, der es erfährt? Auf jeden Fall ist es nun wohl endgültig vorbei mit dem russischen oder wegen mir auch osteuropäischen Akzent à la Kaminer. Damit ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen. An seine Stelle ist diese schlimme englische Mundart getreten, ja genau die mit den zwei Kaugummis im Mund. Manch einer wurde sie in die Wiege gelegt, andere müssen sie sich mühsam erarbeiten. Es soll sich aber lohnen, und es sind auch noch jede Menge Blumentöpfe da, die ein neues zu Hause suchen. Wichtig ist, dass der englische Akzent so stark ist, dass keiner mehr genau sagen kann, ob man wirklich deutsch spricht, oder doch schon englisch, was auch völlig egal ist, weil es gar nicht darum geht, verstanden zu werden. Frauen sollen davon mehr betroffen sein als Männer, aber die will der Mann ja sowieso nicht verstehen, zumindest nicht wirklich. Ich kann die komische Aussprache leider nicht vormachen, aber ich denke, wenn du ein Mann bist, weißt du, was gemeint ist.

Eine andere Sache ist jetzt vielleicht auch nicht mehr ganz taufrisch. Möglicherweise ist es auch nur ein Randgruppenthema, das eigentlich keinen wirklich interessiert bzw. an das sich keiner herantraut. Ich hatte schon einmal darüber berichtet, dass es am Handwaschbecken auf der kostenpflichtigen Toilette neben der Pilotenbude, wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer am Flughafen Tegel von Insidern liebevoll genannt wird, gelegentlich zum Stau kommt, weil sich manch einer in ihm seine Füße wäscht. Das mit dem Füße waschen im Handwaschbecken hängt mit dem Glauben zusammen. Wie genau, soll an dieser Stelle keine Rolle spielen, das kann jeder bei Interesse im Selbststudium für sich herausfinden. Fakt ist, dass es immer mehr Kollegen gibt, die auf dem Parkplatz regelmäßig gen Mekka beten. Früher waren es vielleicht eine Handvoll, die sich in unregelmäßigen Abständen und oft auch ganz ohne Hilfsmittel in der südöstlichsten Ecke zum Gebet trafen. Heute hat jeder zweite einen kleinen Teppich dabei, den er, auch aus Platzmangel in der Ecke, nun zwischen den Wagen ausrollt. Das interessante dabei ist, dass immer mehr junge Fahrer unter den Betenden sind. Kollegen also in einem Alter, in dem die Leute ansonsten lieber mit ihrem Smartphone rumspielen, Party machen oder beim Chillen danach sind. Da ich gegen Smartphones, das ewige Party machen und auch gegen das Chillen danach, wer mich kennt, weiß das, etwas habe, kann ich es nur begrüßen, wenn sich junge Leute von heute auch mal mit was anderem beschäftigen.

Zum Schluss noch etwas ganz anderes. Da muss ich zugeben, das ist wirklich ein alter Hut. Es geht um Leute, die für ein Taschengeld, ein klein wenig Aufmerksam oder etwas ähnlich Bescheuertem alles tun. Wie gesagt, nichts wirklich Neues. Solche Leute gab es immer, und wird es, so lange es den Menschen gibt, wohl auch immer geben. Aber irgendwie ist es mit den Jahren schlimmer geworden, oder ich empfinde es nur so. Das kann natürlich auch sein. Mein Gefühl ist jedenfalls, dass die Leute früher "nur" Dreck gegessen haben, um irgendwie beachtet zu werden, heute aber schon Scheiße fressen.

05.08.2016

AUSZEIT IM TAXI


Auszeit-Auto

Es gibt mehrere Gründe, warum ich Taxi fahre. Der wichtigste ist, das wird mir immer klarer, dass ich im Taxi meine Ruhe habe. Nichts gegen Fahrgäste, was wäre das Taxifahren ohne Fahrgäste? Obwohl, ohne Fahrgäste wäre Taxifahren noch schöner als es mit ihnen ist, aber wer kann es schon auf Dauer aushalten: das noch "Schönere"?!? Viele, auch Fahrgäste, bekommen die größten Probleme, wenn es am Schönsten ist. Sie machen dann irgendeinen Mist, um das Schöne nicht aushalten zu müssen. Das mag sich irre anhören, und ist es auch, ist aber meine langjährige Erfahrung auf der Straße.

Wo wir einmal beim Schönen sind: Das Schönste für mich beim Taxifahren ist meine Auszeit, die gerade mal wieder ansteht. Mit der Auszeit habe ich auch jahrelange Erfahrungen, und ich kann dir sagen: Lieber einmal lang als dreimal kurz, die Rede ist vom Verreisen. Oft ist es so, gerade bei Flugreisen, dass man noch gar nicht richtig angekommen ist, da muss man schon wieder weg. Deswegen empfehle ich, auch meinen Fahrgästen, Fußwanderungen, denn nur dort wo man zu Fuß war, war man wirklich.

Für meine Auszeit brauche ich, das mag widersprüchlich klingen, ein Auto, denn ohne Auto ist man in meiner Auszeit ein Nichts. Und da ich selbst nur einen Drahtesel mein Eigen nenne, musste ich auch dieses Jahr los, um einen passenden Wagen für meine Auszeit zu finden. Er darf auf keinen Fall zu neu oder gar zu chic sein, denn dann passiert es regelmäßig, dass ich sogleich ohne Auto dastehe, weil man mir meinen fahrbaren Untersatz wortwörtlich unterm Hintern weggeklaut hat. Obiger Mercedes, eine ehemalige Taxe, erscheint mir ein optimaler Kompromiss. Den wird mir einerseits so schnell keiner klauen, andererseits sieht er so aus, dass auch einige Fusswanderungen für mich abzusehen sind ...

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04.08.2016

IM TAXI MIT GEORGE ORWELL


Auf den Sprachmüllhaufen mit ihm, ihr, es ... ?

Ein immer wiederkehrendes Thema bei mir im Taxi ist die Sprache, und zwar die deutsche, auch wenn vielen das erstmal als Anachronismus erscheinen mag, da bekanntermaßen immer mehr Menschen nach Berlin kommen, um hier, nein nicht deutsch, sondern englisch zu lernen. Nichts gegen englisch, immerhin die Sprache von Shakespeare, Oscar Wilde und auch von George Orwell. Letztgenannter hat "Farm der Tiere" und "1984" geschrieben, aber auch "Erledigt in Paris und London". Bis nach Berlin ist George Orwell nicht gekommen, dafür das Orwellsche "Neusprech" aus "1984", das heute unter dem Begriff "Geschlechtergerechte Sprache" firmiert. "Geschlechtergerechte Sprache" klingt erstmal gut, das tut "Neusprech" aber auch, wenn "Neusprech" nicht sogar besser klingt, weil "neu" immer besser ist, vor allem als "gerecht".

Hinter "Geschlechtergerechter Sprache" verbirgt sich nicht mehr, aber auch nicht weniger, als die Sprache "geschlechtsneutral" zu machen, jeder Hinweis auf welches Geschlecht auch immer soll nach Möglichkeit unterbunden werden. Ich will ein Beispiel machen, damit es klarer wird. Die Begriffe "Vater" und "Mutter" sind, das hat man neulich erst herausgefunden, ganz klar diskriminierend. Warum sie wen diskriminieren, das verstehen viele nicht, was daran liegt, dass sie alt sind und die Erkenntnis wie gesagt neu. "Vater" und "Mutter" heißen neuerdings, kein Scheiß jetzt, "Elter 1" und "Elter 2", wobei noch geregelt werden muss, ob der "Vater" "Elter 1" und die "Mutter" "Elter 2" ist, weil das wäre nun wirklich diskriminierend. Es wird also "spannend" bleiben, bescheuert ist es ja schon.

Als nächstes soll nichts geringeres als die "Heilige Schrift", also das "Wort Gottes" umgeschrieben werden. Was Gott dazu sagt, ist bisher nicht bekannt. Es ist davon auszugehen, dass er "not amused" ist. Ich meine, welcher Autor freut sich, wenn sein Buch umgeschrieben wird. Obwohl, jetzt wo ich darüber nachdenke, fallen mir sogleich ein paar ein, deren Bücher man besser umschreiben sollte, um sie überhaupt lesen zu können. Bei der Bibel geht es an erster Stelle um "Mann" und "Frau", die Gott nach seinem Ebenbild schuf, für die man neue Begriffe finden muss. Sicherlich keine leichte Aufgabe, und vielleicht hätte man erstmal mit was leichterem anfangen sollen. Beispielsweise mit den "Victory-Zigaretten" aus "1984", die es aber schon geben soll, wie ich gerade von meinem Fahrgast erfahre ...

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03.08.2016

PLAN B


"Gehen tun sie beide nicht ..."

"Plan B" heißt eine Taxifirma im Friedrichshain, aber die ist nicht verlangt, wenn Griechenland aktuell einen "Plan B" fordert, sollte die Türkei keine Flüchtlinge mehr zurücknehmen, weil es, und so sieht es im Moment aus, keine Visafreiheit für Türken bei der Einreise in die EU bis Oktober geben wird. Solche und ähnliche Themen werden bei mir im Taxi diskutiert, und natürlich darf mal wieder jeder alles sagen. Das, was es in der Sache zu sagen gibt, fiel in diesem Fall sehr knapp aus, dafür aber einhellig. Genau genommen war es folgende Gegenfrage, auch das ist bei mir im Taxi erlaubt: "Wie war eigentlich Plan A?" Aber auch das ist nichts wirklich Neues. Bertolt Brecht, der zu seinem Theater am Schiffbauerdamm seinerzeit nicht mit dem Taxi gefahren ist sondern laufen konnte, denn er wohnte nur in der Chausseestraße, hat es in seiner "Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens" vor knapp 100 Jahren so formuliert: "Drum mach nur einen Plan, sei ein großes Licht, und mach noch einen zweiten Plan, gehen tun sie beide nicht." Der Ehrlichkeit halber muss dazu gesagt werden, dass selbst ein Stadtplan nie richtig fertig ist, ein Navi aber auch nicht. Sollte ich irgendwann mal eine eigene Taxifirma aufmachen, werde ich sie "Der unendliche Plan" nennen.

01.08.2016

WAHLEN IN ZEITEN DES DEMOKATIEDEFIZITS


* Wahlempfehlung

Auch Menschen, die dafür bekannt sind, viel dummes Zeug zu reden, können manchmal etwas richtiges sagen. Das ist in der Politik nicht anders wie im Taxi. Gleichzeitig ist es ausgesprochen perfide, aber immer auch ein Hinweis darauf, dass wir es uns nie zu einfach machen sollten beim Beurteilen anderer Menschen. Doch zurück zum aktuellen Geschehen in Berlin. Am Wochenende wurde begonnen die Stadt mit Wahlwerbung zu pflastern, denn am 18. September wird mal wieder gewählt in Berlin, und selbst als Taxifahrer muss man aufpassen, dass man nicht zu sehr abgelenkt wird von den ganzen Phrasen, die uns da mal wieder präsentiert werden allerorts.

"Henkel + Müller räumen", also Bürgermeister und Innensenator, ist keine Phrase, sondern eine Wahlempfehlung vom Balkon eines ganz normalen Wohnhauses in der Rigaer Straße und wird deswegen auch keine Berücksichtigung bei der Wahl finden. Überhaupt wären Wahlen längst verboten, wenn sie wirklich was ändern würden. Und so wird es wohl auch nach dem 18. September so weiter gehen wie bisher. Die Stadt wird wie gehabt ausverkauft werden, Privathäuser werden in drei Wochen hochgezogen, öffentliche Straßen dafür in drei Jahren repariert und die letzten Berliner werden im Taxi gesessen haben.

So gesehen ist das mit dem Demokratiedefizit gar nicht so verkehrt, auch wenn es - mal wieder - der Verkehrte sagt. Aber auch das ist nichts wirklich Neues. Denn selbst als der Richtige was gesagt hat, wollte es schon keiner hören: "Der Parlamentarismus, das heißt die öffentliche Erlaubnis zwischen fünf politischen Grundmeinungen wählen zu dürfen, schmeichelt sich bei jenen vielen ein, welche gern selbständig und individuell scheinen und für ihre Meinung kämpfen möchten. Zuletzt aber ist es gleichgültig, ob einer Herde eine Meinung befohlen oder fünf Meinungen gestattet sind. - Wer von den fünf öffentlichen Meinungen abweicht und beiseite tritt, hat immer die ganze Herde gegen sich." (Friedrich Nietzsche, "Abseits")

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31.07.2016

HEUTE JEDOCH NICHT ...


Ich wollte nur kurz bescheid sagen, dass ich heute zu keiner Demonstration fahre und auch nicht live zugeschaltet werde.

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30.07.2016

TAXIBERLIN ALS TEETRINKER


Milchzapfsäule

Seit einiger Zeit trinke ich Tee. Man weiß ja nie, was noch kommt, und gegen die Vielweiberei habe ich schließlich auch nichts - ganz im Gegenteil. Wer das Eine will, muss das Andere mögen. Vorher habe ich wie jeder andere auch Kaffee getrunken. Den Kaffee haben die Türken nach Europa gebracht, als sie neulich Wien belagerten, was sie gleich zwei Mal taten. Einmal 1529 und dann noch einmal 1683. Beide Male war die Belagerung vergeblich. Beim zweiten Mal sah es besonders schlimm um Wien aus. Der Kaiser selbst hatte die Stadt gar schon verlassen, obwohl der Sultan ihn zuvor noch höflichst gebeten hatte zu bleiben: "Vor allem befehlen wir Dir, in Deiner Residenzstadt Wien uns zu erwarten, damit Wir dort Dich köpfen können."

Dass es nicht dazu gekommen ist, verdankt der Kaiser und vielleicht ganz Europa den Polen. Das musst Du dir mal vorstellen - ausgerechnet denen! Obwohl, bei aller Ehre, ganz alleine waren die Polen nicht. Sie hatten noch ein paar Litauer im Schlepptau. Die Türken mussten dann ganz schnell weg aus Wien und haben dabei ihren Kaffee liegen lassen, den sie damals tranken und den auch Du heute trinkst. Das Kaffee trinken hat den Türken später Atatürk, der Vater aller Türken, verboten. Seither trinken sie Tee. Jener Atatürk hat übrigens auch das Kopftuch verboten, aber das nur nebenbei. Selbst hat Atatürk "Raki", den türkischen Anisschnaps, getrunken.

Doch zurück zu mir: Meinen Tee trinke ich am Liebsten englisch, also mit Milch. Diese Freiheit nehme ich mir. Und da, also in Sachen Milch, gibt es etwas Neues zu berichten, deswegen überhaupt dieser Beitrag. Da unsere Bauern keinen Bock mehr haben, ihre gute Milch zum Schleuderpreis zu verkaufen, hat der erste von ihnen jetzt einen Milchautomaten in der Tankstelle meines Vertrauens aufgestellt. Jeden Morgen kommt er nun mit seiner Kuh "Marie" vorbei, setzt sich hinter den Automaten, um sie dort zu melken. Abends kommen die beiden dann noch mal, aber da sitze ich bereits im Taxi. Vor dem Automaten gibt es immer eine lange Schlange, denn es hat sich schnell herumgesprochen, dass da endlich mal einer richtige Milch anbietet. Man soll die Milch, und damit möchte ich für heute zum Schluss kommen, auch noch für den Kaffee nehmen können.

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29.07.2016

DIE TAXIFAHRER HALSABSCHNEIDER


Neue Nachrichten erreichen uns gerade aus China, und natürlich, wie sollte es anders sein, keine guten. Obwohl, so neu sind die schlechten Nachrichten nun auch wieder nicht. Es geht einmal mehr um Uber, dem Taxi-Halsabschneider aus Amerika, der sich in China mit dem chinesischen Konkurrenten "Didi Chuxing" einen erbarmungslosen Preiskampf liefert. Opfer ist, wie sollte es anders sein, mal wieder der Taxifahrer, wenngleich der chinesische - noch! Allerdings wird das, was heute in China angesagt ist, übermorgen auch hierzulande Mode sein. Einen kleinen Vorteil hat die Sache mit China: Der neueste Scheiß aus Amerika stinkt sonst immer gleich "next day" auch bei uns.

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JETZT NEU: TAXI VIEW


Heißer Scheiß aus Amerika

Alles, was es heute in Amerika gibt, wird es morgen auch bei uns geben, beispielsweise einen Trump als Kanzlerkandidaten. Das ist nicht schön, aber die Wahrheit. Bevor es so weit ist, gibt es erstmal "Taxi View" im Taxi. Wie in allen New Yorker Yellow-Cabs schon seit langem, so geht neuerdings auch in einigen Berliner Taxen ein Monitor direkt vor der Nase des Fahrgastes an, wenn er in ein Taxi einsteigt. Was es auf dem Monitor zu sehen gibt? Natürlich Werbung! Was sonst? Im Unterschied zu New York hat die Werbung in Berliner Taxen zwar keinen Ton, kann dafür aber auch nicht abgeschaltet werden. Das ist insbesondere Nachts, wenn der Fahrgast nur noch seine Ruhe haben möchte, ärgerlich und nervig. Es sollen sich auch schon Fahrgäste darüber beschwert haben, natürlich beim Fahrer, obwohl der am allerwenigsten dafür kann. Selbst der Fahrer kann die Werbung nicht stoppen, zumindest versicherte mir das ein Kollege gestern am Flughafen Tegel. Ich selbst habe kein "Taxi View" im Taxi und würde meinem Chef auch davon abraten. Da mein Chef meist auf mich hört, ist davon auszugehen, dass es auch in Zukunft in seinen Taxen keine sinnlose Werbung zu sehen geben wird, selbst wenn er dadurch auf eine kleine Nebeneinnahme verzichtet. Ich weiß, es gibt jede Menge Leute, auch unter den Kollegen, wohl eher "Kollegen", die für Geld oder kleine Geschenke alles tun. Das macht die Sache nicht besser, ganz im Gegenteil. Die Kohle, die ein Taxiunternehmer kassiert, weil sich Fahrgäste in seinen Taxen Werbung ansehen müssen, steht, und damit möchte ich für den Moment enden, eigentlich auch nicht dem Unternehmer sondern dem Fahrgast zu, und zwar als Schmerzensgeld.

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AM ANFANG WAR DAS GEDICHT


Gut, am Anfang war das Wort. Aber dann kam schon das Gedicht und das war von Böhmi. Danach kam der Putsch und der war so schlecht wie das Gedicht. Was jetzt kommt, interessiert uns nicht wirklich, denn wir hatten unseren Spaß und schließlich hält uns der Verrückte die Flüchtlinge vom Hals. Was wir aus der Geschichte lernen sollten, ist, dass schlechte Gedichte verheerende Wirkungen haben können.

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28.07.2016

MIT DEM TAXISCHEIN AUF DER ÜBERHOLSPUR


Leider verpasst ...

Immer wieder kommt mir zu Ohren, dass Taxifahrer wie die Idioten fahren sollen. Da ich kaum Taxi fahre, also als Fahrgast, kann ich das leider nicht beurteilen. Ich selbst fahre mein Taxi wie ein Rentner, so dass sich die Leute eher darüber beschweren, dass ich zu langsam als zu schnell fahre. Das Wort Idiot ist, jetzt wo ich darüber nachdenke, in dem Zusammenhang auch schon mal gefallen. Das ist aber lange her und seitdem bin ich eher noch langsamer geworden. Das war auch der Grund, warum meine Begleitperson und ich den freien Eintritt zur Rennbahn in Hoppegarten letzten Sonntag verpasst haben, obwohl mich das Rennen interessiert hätte. Jetzt nicht das von den Pferden, sondern das von den Kollegen, wohl eher "Kollegen", in der "Fastlane".

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