23.02.2017

NACH DER BALKANISIERUNG DIE ISLAMISIERUNG


Dass da Tausende hinrennen, wenn Sänger aus der Türkei kommen und die Stimmung gut ist - geschenkt. Dass es darüber hinaus kaum kritische Stimmen gibt, immerhin leben ein paar mehr Türken und türkischstämmige Menschen hierzulande, ist dagegen schon reichlich merkwürdig. Am Samstag, also einen Tag vor dem Autokorso, konnte man im Tagesspiegel nachlesen, woran das eventuell liegen könnte: "Es steht außer Zweifel, dass in Ditib-Moscheen tätige Imame Informationen über Gläubige der eigenen Gemeinde gesammelt und diese denunziert haben." Dazu muss man wissen, dass Imame Staatsdiener sind, also des türkischen Staates, von diesem bezahlt und offensichtlich zu Spitzeldiensten benutzt werden. Aber es wird noch besser. In Westdeutschland werden neuerdings Lehrer, die sich kritisch über die Lage in der Türkei äußern, von ihren Schülern gefilmt. Der Grund ist ein Treffen Ende Januar in verschiedenen türkischen Konsulaten, an denen auch Imame teilgenommen haben, wo "die Teilnehmer dazu angehalten wurden, den Generalkonsulaten jede Kritik an der türkischen Regierung, die in NRW-Schulen beobachtet wird, zu melden." So viel zum Thema "Meinungsfreiheit" und auch zu "Religion ist Privatsache". Die von mir immer mal wieder ins Spiel gebrachte Balkanisierung ist dagegen 'ne Lachnummer.

Text TaxiBerlin

20.02.2017

AUTOKORSO IN BERLIN


Zuerst dachte ich, es wäre eine türkische Hochzeitsgesellschaft, die da am Landwehrkanal vorm Sheraton Hotel (früher Esplanade) an mir vorbeizog. Um die Türkei ging es schon, aber nur um einen weiteren Journalisten, der dort gerade im Knast sitzt. Das Übliche also. In dem Zusammenhang finde ich es wichtig, das meine ich ernst, dass der türkische Ministerpräsident endlich mal zu uns kommt, um seinen Landsleuten das geplante Präsidialsystem zu erklären. Viele haben das nämlich bis heute nicht verstanden oder fühlen sich von unseren Medien völlig verkehrt informiert. Hier ein paar Statements von nach der Veranstaltung, die immerhin mehr als 10 Tausend Menschen besucht haben sollen: "Durch das Präsidialsystem wird alles besser", "Erdogan ist das Beste, was der Türkei je passiert ist. Er hat dafür gesorgt, dass wir unsere Religion frei ausüben dürfen" und auch das noch: "Immer ein schönes Event, hier kommen meist Sänger aus der Türkei, die Stimmung ist gut". Alles gut und auch schön. Und ich will auch gar nicht daran herumkritisieren, dass das alles Aussagen von Frauen waren. Ich wollte eigentlich nur sagen, auch weil die Türkei weit weg ist, dass ich mir einen ähnlichen Beitrag mit tollen Bildern von einem anderen Event gerne auch in Dresden gewünscht hätte, wo die Leute einfach mal sagen, was ihnen hierzulande so gut gefällt.

Text TaxiBerlin

VON DEUTSCHEN SCHÄFERHUNDEN UND TÜRKISCHEN TAXIFAHRERN


Um Marilyn wissendes Hündchen

Die Fahrt ging vom Flughafen in Tegel nach Blankenburg. Meine Fahrgäste, ein Ehepaar in den Sechzigern, wohnen dort in einer Laubenkolonie. Im Vorgarten wartete bereits ein ausgewachsener Schäferhund auf die Heimkommenden. Dass er bei ihrer Ankunft gar nicht bellte, fiel mir erst auf, als die beiden sozusagen synchron meinten, dass er das nur bei türkischen Taxifahrern machen würde. Kaum losgefahren fiel mir ein, dass es Kneipen in Berlin gibt (und neuerdings auch Privatpersonen), die bei ihrer Taxibestellung angeben, sie hätten einen Hund dabei, obwohl sie gar keinen Hund haben. Der Grund ist, dass diese Kunden, warum auch immer, ihre Beweggründe und auch deren Bewertung sollen uns an dieser Stelle nicht interessieren, keinen türkischen Taxifahrer wünschen. Dazu muss man wissen, dass der Hund im Islam, ganz ähnlich übrigens im Judentum, als unrein gilt, weswegen türkische Taxifahrer diese Fahrten in der Regel ablehnen. Doch zurück zu unserem Deutschen Schäferhund in Blankenburg, der beim türkischen Kollegen anschlägt, was ich dem Ehepaar ungeprüft glaube. So etwas denkt man sich nicht aus. Klar, das Tier, in dem Fall der Hund, denkt nicht. Aber kann es nicht sein, dass das Tier nicht denkt, weil das Tier alles weiß?!

Foto&Text TaxiBerlin

19.02.2017

SCHICHTBEGINN oder GELD IST NICHT ALLES


einmal Hohen Neuendorf mit "drive-trough" bei McDoof's

Ob ich auch nach Hohen Neuendorf fahre, wollten die beiden Teenager am Ring-Center in der Möllendorffstraße von mir wissen. Ich fahre überall hin, sagte ich. Ich bin 'ne richtige Nutte, dachte ich. Sie müssten auf dem Weg dann noch zu McDoof's. Auch das kein Problem. Für Geld zieh ich mir auch diese Ausdünstungen gerne noch rein, so lange ich es nicht essen muss. Ihr Fraß kostete 20, die Fahrt 60 - Trinkgeld gab's keins. Aber hey, Geld ist nicht alles. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Der Mensch hat auch noch Seele. Bevor ich's vergesse: Auf dem Rückweg gab's in Frohnau dann gleich noch 'ne Anschlussfahrt zum Flughafen Tegel. Diesmal keine Teenager sondern erwachsene Menschen. Die wollte weiter nach Goa wegen Joga. Man kann auch in Berlin ohne Ende Joga machen, und nach Indien muss auch niemand mehr, dafür gibt es schließlich den Balkan. Aber auf mich hört ja keiner, auch nicht bei mir im Taxi. Und so bin ich nach nur einer Stunde zwar nicht auf'n Balkan aber immerhin nach Tegel gefahren. (Für die Geld alles ist: Nochmal knapp 30 plus Tip!)

Text TaxiBerlin

18.02.2017

PERMANENTE ENGAGIERTE BETROFFENHEIT


Heute reicht es nicht mehr, einfach nur betroffen zu sein. Nein, heutzutage muss man engagiert betroffen sein. Dabei ist es völlig egal, worum es geht. Es ist vielmehr so: Je banaler das Problem, umso betroffener muss man sein. Aber genau das, also dieses permanente engagierte betroffen sein, macht das Leben so anstrengend, was den meisten nicht klar ist. Mir ist es klar, weswegen ich immer mehr Pausen von dieser permanenten engagierten Betroffenheit brauche. Deswegen dieser Beitrag, aber nicht nur. Es geht hier auch um Grundsätzliches: Warum ich überhaupt Taxi fahre. In meinem Taxi bin ich, zum Glück muss man sagen, bedingt durch mangelnde Kundschaft, alles hat seinen Preis, die meiste Zeit allein. Dieses allein sein hat dazu geführt, dass ich seit einiger Zeit Selbstgespräche führe, was schon wieder ein anderes Thema ist. Mittlerweile bin ich überzeugter Selbstgesprächler, so viel möchte ich verraten. Jedenfalls hilft mir so das Taxifahren, mir diese permanente engagierte Betroffenheit vom Leibe halten kann. Das ist nicht so einfach, wie sich das jetzt anhört. Ganz im Gegenteil, das ist richtig Arbeit. Arbeit, die sich aber lohnt, wenngleich nicht finanziell. Das kann ich auf jeden Fall sagen. Aber hey, Geld ist nicht alles, der Mensch hat bekanntlich auch noch Seele. Ich guck gleich mal, mit mir selbst redend, in meinem Taxi, wo die abgeblieben ist.

Text TaxiBerlin

16.02.2017

DOOF BLEIBT DOOF


TaxiBerlin First

Alle wollen neuerdings nur noch Zweiter sein. Sie finden es witzig, sich noch dümmer zu generieren als der amerikanische Präsident. Dabei ist es gar nicht witzig, sondern einfach nur doof. Das ist wohl auch der Grund, warum es funktioniert, denn die meisten Menschen sind einfach nur doof. Insbesondere hierzulande, weswegen ich sie Dumme Deutsche nenne. Ich glaube nicht, dass etwas so doof sein kann, dass es schon wieder witzig ist. Doof ist immer nur doof und wird auch in Zukunft immer nur doof sein. Deshalb möchte ich nie Zweiter sondern immer nur Erster sein - und bin es auch! (Foto)

Foto&Text TaxiBerlin

13.02.2017

BEFÖRDERUNGSPFLICHT MIT BILDUNGSAUFTRAG


TaxiBerlin als "perfekter Schwiegersohn" mit Bildungsauftrag

Dass ein Taxi ein öffentliches Verkehrsmittel ist, das wissen die meisten noch, auch dass wir als Taxifahrer die Beförderungspflicht haben. Dass wir darüber hinaus als Taxifahrer und Lenker eines öffentlichen Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht auch einen Bildungsauftrag haben, das wissen selbst viele Kollegen nicht. Deswegen gehe ich mit gutem Beispiel voran, ziehe auch schon mal meinen alten Konfirmationsanzug an und mache auf "perfekten Schwiegersohn" - alles nur der Bildung wegen! Was damit im Detail gemeint ist, das erfährst du aus der heutigen Printausgabe der Berliner Zeitung, die gerade auch Online gegangen ist. Wer mehr darüber wissen möchte, und das willst du, muss sich noch bis zum 3.März gedulden. Dann gibt es die nächste Sendung, es ist immerhin schon die Neunte, von "Hier spricht TaxiBerlin", auf Pi-Radio, in Berlin auf der 88.4, in Potsdam ist das die 90.7 und auch im Internet. Dort wird TaxiBerlin dann auch seinem Bildungsauftrag nachkommen.

Wage nicht es zu verpassen!

PS: Es stimmt wirklich, ich höre zu Weihnachten auf dem Ku'damm immer "eine Weihnachts-CD" - aber wirklich nur EINE, und zwar diese hier!

12.02.2017

AB 14 UHR WIRD JETZT ZURÜCK GETALKT


Typische Small-Talk-Frage:
Ist es die "echte" oder die "orijinale"?

Ich habe es durchgezogen: Drei Lesungen an drei Tagen, genau genommen waren es Abende. Vielleicht liegt es daran, weil nicht der Abend sondern die Nacht meine Zeit ist, dass ich nach drei Lesungen am Abend sagen kann, dass Lesungen einfach nicht mein Ding sind. Zum Glück musste ich nicht alleine lesen. Ich habe mir den Job mit einem ollen Kumpel aus Sofia geteilt. Das Schlimmste, das muss ich der Ehrlichkeit halber sagen, ist aber gar nicht das Lesen, sondern der Small Talk danach, und manchmal auch davor. Der Small Talk ist im Prinzip nicht schlimmer wie der im Taxi, das ist auch wahr. Leser (und auch Zuhörer in Lesungen) sind letztendlich auch nur Fahrgäste. Nur ist so eine Taxifahrt irgendwann einmal zu Ende, dann wird bezahlt und gut ist. Wenn es gut gelaufen ist, hast du dem Fahrgast zuvor noch ein paar Dinge sagen lassen, die er bisher noch nie jemandem gesagt hat und wohl auch niemand anderem sagen wird. Nicht so nach einer Lesung. Dort erzählen die Leute immer nur das, was sie schon tausendmal erzählt haben, und was ich demzufolge auch schon tausendmal gehört habe, weswegen ich es ihnen eigentlich besser erzählen könnte, wenn sie mich denn lassen würden. Aber nein, nach einer Lesung muss man die Leute auch mal reden lassen. Und weißt du auch warum? Genau! Die Leute sollen ja noch mein Buch kaufen. Aber dieses Zuhören, das ist jetzt keine Übertreibung, ist so anstrengend, dass ich nach nur drei Lesungen beschlossen habe, es nun doch wieder mit dem Taxifahren zu versuchen. Gleich geht es los, da bin ich wieder "on the road". Und bitte, liebe Leute, wenn ihr bei mir einsteigt, verschont mich mit eurem Small Talk. Erzählt es jemand anderem. Mein Bedarf ist für den Rest des Jahres gedeckt, möglicherweise für's nächste Jahr gleich mit. Aber seid auch gewiss, dass ich im Notfall einfach "Zurück-Small-Talken" werde, denn das habe ich auf meinen Lesungen gelernt.

Foto&Text TaxiBerlin

11.02.2017

VERLEGT INS OLYMPIASTADION


Was TaxiBerlin macht wenn er Nichts macht

Fürs Olympiastadion ist es leider etwas zu kurzfristig, und natürlich ist es auch ein klein wenig übertrieben. Aber wer unsere letzte Show von "Sofia-Berlin-Chicago" heute in Charlottenburg noch miterleben will, der sollte sich langsam auf den Weg machen, denn die beiden vergangenen Shows, gestern im Hohen Fläming und vorgestern im Prenzlauer Berg (ihr merkt schon - wo wir sind ist oben!) waren so gut besucht, da kamen die Zuhörer sogar zahlreicher als wir. Los geht es jetzt gleich um 18 Uhr in der Textil-Kunst-Galerie "Cankova" in der Windscheidstr. 12, wie gesagt, in Charlottenburg. Ein paar Restkarten sind, so weit wir informiert sind, noch erhältlich. Mit Büchern sieht es dagegen schlecht aus, denn die nachgeordertern Exemplare werden wohl bis heute Abend nicht eintreffen. Trotzdem lohnt es sich zu kommen, Thomas Frahm und TaxiBerlin haben an ihrer Performance zwei Tage und auch Nächte lang gefeilt und gehobelt, und wir sind wirklich (realy!) willens jeden (also auch dich!) zu entertainen.

Foto&Text TaxiBerlin

09.02.2017

KEIN TAXI FÜR TAXIBERLIN


Kurz vor Zehn in Berlin

Heute war es mal wieder so weit, das Jahr so gut wie rum, da wollte auch ich mal wieder Taxifahren, und zwar als Fahrgast. Aber was musste ich da erleben? Genau das: Kein Taxi für TaxiBerlin! Und dabei hatte ich bei der Funkzentrale von mir hier um die Ecke angerufen. Woran es lag, dass kein Taxi verfügbar war heute kurz vor Zehn? An der "Fruit-Logistica"! Ja, die gibt es wirklich, und sie, also die Frucht-Logistik-Messe, läuft offensichtlich wie jedes Jahr sehr gut. Dabei geht es mir gar nicht ums Taxi-, sondern ums Buchgeschäft, in dem ich neuerdings mein Heil suche. Ich will natürlich, dass du heute pünktlich zu meiner Lesung kommst, und das könnte mit dem Taxi, wie ich am eigenen Leib erfahren musste, eng werden. Sowieso ist es besser, du kommst mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen, denn du willst ja noch mein Buch kaufen. Es kostet übrigens nur 9,95€, und möglicherweise gibt es sogar noch einen kleinen Lesungsrabatt ...

Lass dich überraschen!

Foto&Text TaxiBerlin

05.02.2017

"SOFIA-BERLIN-CHICAGO: BULGARIEN BEGUCKT SICH DEN WESTEN"


Thomas Frahm und TaxiBerlin in Sofia

Das Berliner Taxi-Geschäft ist wie erwartet im Keller, jetzt muss jeder Taxifahrer sehen, wo er bleibt. Da ist mir eingefallen, dass ich ja auch noch Herausgeber bin, und dass ich nur mein Buch verkaufen muss, um irgendwie über die Runden zu kommen. Keine Sorge, das Buch ist nicht von mir, sondern von Aleko Konstantinow, einem klassischen bulgarischen Autoren des 19. Jahrhunderts. Ich bin "nur" der Herausgeber. Aber auch "nur" Herausgeber sein, ist gar nicht so einfach. Dreißig Verlage haben "mein" Buch abgelehnt. Die Absage eines großen Münchner Verlages, der namentlich ungenannt bleiben soll, umreißt das Problem: "Wir haben in den vergangenen Jahren viele Leser von Werken aus kleinen, unbekannteren Literaturregionen dieser Welt verloren, sodass uns auch im Fall von Konstantinow der Mut fehlt." Auch wenn ihm der Mut fehlt, so ist er doch ehrlich, oder versucht es zumindest zu sein. Der Wahrheit näher als der Verlag aus München kommt Kurt Wolff, der u.a. Franz Kafka verlegt hat: "Man verlegt entweder Bücher, von denen man meint, die Leute sollen sie lesen, oder Bücher, von denen man meint, die Leute wollen sie lesen. Verleger der zweiten Kategorie zählen für uns nicht - nicht wahr?"

Ein Verleger der ersten Kategorie nach Kurt Wolff ist Thomas Frahm, darüber hinaus Autor, Übersetzer, Bulgarienkenner und mittlerweile auch Freund von TaxiBerlin. Dass ich Thomas Frahm für meine drei Lesungen mit dem Titel "Sofia - Berlin - Chicago" in der kommenden Woche gewinnen konnte, ist ein wahrer Glücksfall, immerhin geht es für mich ums blanke Überleben. Eigentlich geht es aber um Aleko Konstantinow und seine Reise zur Weltausstellung nach Chicago im Jahre 1893, wovon "Nach Chicago und zurück" handelt, das nun erstmals auf Deutsch vorliegt. Konstantinows "Reisenotizen" sind ein früher "Roadmovie" und der erste Reisebericht eines Bulgaren aus der Neuen Welt überhaupt, die vom Autor aufmerksam beobachtet, kritisch hinterfragt und erfrischend aktuell beschrieben wird. Sollte es wirklich möglich sein, dass es bereits damals in den Vereinigten Staaten genauso lief wie in Bulgarien? Auch ob es heute in den USA vielleicht sogar schlimmer ist als auf dem Balkan versuchen Thomas und ich auf unseren drei Lesungen mit dem schönen Untertitel "Bulgarien beguckt sich den Westen" herauszufinden. Das solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen, schließlich geht es dabei um nichts Geringeres als ums blanke Überleben - und nicht nur meins.

Das erste Mal kannst du uns bereits am Donnerstag, den 9.Februar, um 20Uhr in der "Kurt-Tucholsky-Bibliothek" in der Esmarchstraße 18 im Prenzlauer Berg lauschen. Am nächsten Tag, den 10.Februar, sind wir ab 19Uhr im Landgasthof "Moritz" in Rädigke zu hören, um Tags drauf schon wieder in Berlin zu sein, und zwar um 18Uhr in der Textil-Kunst-Galerie "Cankova" in der Windscheidstr.12 in Charlottenburg. Alle Termine findest du auch auf dieser Seite vom Wieser Verlag aus Klagenfurt. Neben Aleko Konstantinows "Nach Chicago und zurück" wird es, so viel kann ich verraten, auch um die Bücher von Thomas Frahm gehen, einem Verleger der ersten Kategorie nach Kurt Wolff. Zu den von Thomas Frahm herausgegeben Büchern, die man lesen sollte, gehören "Ein Deutscher in Bulgarien", "Oh, Bulgarien" und "Heiliger Buchstabe, heillose Zeiten". Letzterem sind folgende Zeilen eines Textes von dem Theaterautor Stanislav Statiev (1941-2000) entnommen, wo sich Bulgaren auch einmal selbst begucken: "In der Schule haben wir gelernt, dass ein Staat existiert, wenn eine Nation existiert, die sich aus irgendeiner nationalen Idee heraus vereinigt hat. Was ist unsere nationale Idee? Nach Amerika auszuwandern?"

Foto&Text TaxiBerlin

04.02.2017

ENTWARNUNG FÜR SCHLAUBERGER


Vorsicht: Schlauberger von links

200.000 Kunden haben in den USA ihr Konto beim Fahrdienst Uber gelöscht. Uber, für alle die das nicht kennen, ist der neueste Scheiß aus Amerika, wo Leute für lau Taxi fahren und sich gleichzeitig gut fühlen können, weil sie an der ach so geilen Sharing Economy partizipieren, die ganz nebenbei Uber reicher und ehrliche Taxifahrer verarmen lässt. Genau diese ehrlichen Taxifahrer haben heute vor einer Woche gegen das neue Einreisegesetz der Trump Regierung protestiert und eine Stunde lang den New Yorker Flughafen bestreikt, während Uber weiter fuhr und seinen Kunden sogar die üblichen Aufschläge erlassen hat. Das fand die politisch korrekte Crowd der sozialen Netzwerker nicht OK, weswegen wie gesagt immerhin 200.000 User ihren Uber Account samt App von ihrem Smartphone gelöscht haben, was gar nicht so leicht sein soll, glaubt man dem Internet. Für diese Schlauberger gibt es jetzt jedenfalls Entwarnung. Laut Uber kann ein gelöschtes Konto innerhalb von drei bis vier Wochen komplett reaktiviert werden. Spätestens wenn sie das nächste mal in einem Taxi und nicht in einem Uber sitzen und einen korrekten Fahrpreis bezahlen sollen, wird das wohl der Fall sein.

Foto&Text TaxiBerlin

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #8 - EIN NACHTRAG


Kein Grund den Kopf ins Heu zu stecken

Wie angekündigt, hat mich bei meiner gestrigen Sendung "Hier spricht TaxiBerlin", es war immerhin schon die achte, mein alter Kollege Heiko aus dem Taxisandkasten vertreten, und ich muss sagen, er hat das ausgesprochen gut gemacht. Heiko war zwar im letzten Jahr mein erster Studiogast, aber Studiogast sein und eine Sendung moderieren sind zwei verschiedene paar Schuhe. Heiko ist da, und das muss ihm erstmal jemand nachmachen, absolut ins kalte Wasser gesprungen. Wir haben uns ein paar Tage vor der Sendung nur ganz kurz (maximal fünf Minuten) am Telefon unterhalten - das war's! Schön fand ich beispielsweise Heikos expliziten Hinweis ganz am Anfang, der zugegeben etwas chaotisch war, was bei einem fliegenden Wechsel an der Sprechgarnitur nicht ausbleibt, dass die Sendung auch für all die sei, die mit dem Taxifahren am liebsten aufhören wollen, denn davon gibt es jede Menge. Mit Heiko im Studio war Sunny, die vor vielen Jahren für dieselbe Firma im Friedrichshain gefahren ist, die es schon lange nicht mehr gibt. Taxifahren ist ein schnelllebiges Geschäft. Sunny jedenfalls hat mit ihrer direkten und unkomplizierten Art viel zum Gelingen der Sendung beigetragen. Vielen dank euch beiden!

Foto&Text TaxiBerlin

03.02.2017

RADIO AN - OHREN AUF


Es lohnt sich!

Gleich geht sie los, die achte Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin". An der Sprechgarnitur heute ausnahmsweise nicht TaxiBerlin, sondern dessen Kollege Heiko, der erste Clubfahrer Berlins. Was das Thema der Sendung und wer der Gast im Studio ist - das weiß auch ich nicht. Was ich weiß, ist, dass Kollege Heiko ein großer Musikkenner ist, auf dessen Musikauswahl man gespannt sein darf. Los geht es um genau 21Uhr, also in Kürze, und zwar auf Pi-Radio, in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam die 90.7 und im Internet als Live-Stream. Don't miss it!

Foto&Text TaxiBerlin

KENNE DEINEN FEIND - KNOW YOUR ENEMY


Uber-Headquarter, San Francisco, Market Str.

Travis Kalanick, Uber-Chef und Feind aller ehrlichen Taxifahrer, hat, so erfahre ich gerade, ein Beraterteam von Trump verlassen, was mit dem Einreiseverbot zusammen hängen soll. Mein erster Gedanke war, dass Kalanick sich wahrscheinlich sorgt, dass er dadurch nicht mehr genug Uber-Fahrer hat. Wer einmal in Amerika war, der weiß, dass dort die meisten "HiWi-Jobs", dazu gehört auch "Uberfahren" (nicht verwechseln mit "überfahren"!), von Einwanderern erledigt werden. Doch dabei stimmt das gar nicht. Kalanick soll, auch das erfahre ich soeben, vom Beraterteam zurückgetreten sein, weil es Aufrufe in den sozialen Netzwerken gegeben haben soll, Uber wegen Kalanicks Mitarbeit im Beraterteam von Trump zu boykottieren, was ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, weil dann müsste man ja im Taxi den vollen Fahrpreis zahlen. Aber wer ist dazu schon noch bereit in Amerika, wo keiner mehr sagt, er würde Taxi, sondern alle nur noch Über fahren, insbesondere auch die von den sozialen Netzwerken.

Text TaxiBerlin