06.12.2016

"DENKEN - FÜHLEN - HANDELN"


"... sich nicht mit einfachen, billigen Phrasen abspeisen lassen ..."

Meine Suche nach "Denken - Nachdenken - Handeln" für "Mein Wunschzettel" führte mich zu "Denken - Fühlen - Handeln", was nicht nur kostengünstiger, weil umsonst, sondern vermutlich auch inhaltlich besser ist. Das liegt vor allem am alleinigen Darsteller Hans-Joachim Maaz, der mir bereits vor einiger Zeit im Taxi saß, und der wie ein guter alter Märchenonkel daherkommt, dabei aber wirklich etwas zu sagen hat. (Das muss man erstmal hinkriegen!) Beispielsweise meint Maaz, dass derjenige, der sich heute keine Sorgen macht, nicht normal sein kann. Mit anderen Worten: Er stellt unsere Welt, besser: wie man sie uns einredet, dass sie sei, vom Kopf auf die Füße.

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"2015 KANN, SOLL UND DARF SICH NICHT WIEDERHOLEN"


Ist leider auch wahr ...

Was den Satz (Titel) angeht, so kann ich sowohl Angela Merkel, die mir bisher noch nicht im Taxi gesessen hat, als auch dich beruhigen. Wie soll sich 2015 auch wiederholen, wo wir doch schon lange 2016 haben und bald bereits 2017 ist. Der Satz hätte viel kürzer sein können: "2015 wird sich nicht wiederholen." Dann wäre Zeit gewesen, ihn mit Inhalt zu füllen. So ist er einfach nur eine inhaltleere Floskel, sagt nichts aus, tut keinem weh, geht da rein und dort raus, und ist morgen schon wieder vergessen. Obwohl, ein paar waren wohl doch nicht ganz zufrieden in der Christlichen Einheitspartei. Immerhin sank die Zustimmung für Mutti auf unter neunzig Prozent, was bedeutet, dass man langsam anfangen kann die Tage rückwärts zu zählen.

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TAXIBERLIN RADIOWELTPREMIERE AM FREITAG


Verpass es nicht!

Am Freitag ist es wieder so weit, da gibt es die sechste Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin - Die freie Stimme der mobilen Welt" auf Pi-Radio. Natürlich wird neben dem Thema, das alle interessiert, und zwar Liebe im Taxi, das bevorstehende Fest der Liebe und auch die Feindesliebe eine Rolle spielen, aber auch das damit verbundene Ende des Jahres und möglicherweise Europas wenn nicht gar der Welt. Außerdem verraten wir exklusiv, warum der gute alte Robert Zimmermann (besser bekannt als Bob Dylan) sich seinen Preis nicht persönlich abholt. Vorher wird nur noch rasch der Berliner Stadtplan vorgelesen, genauer gesagt seine Straßen, denn das hat noch nie jemand getan, weswegen es höchste Zeit wird, bevor es zu spät ist. Überhaupt sollte jeder selbst überlegen, was er unbedingt noch tun wollte auf Erden. Es kann sein, dass es die letzte Chance ist, dies noch in die Tat umzusetzen - wer weiß. Was ich weiß, ist, dass neben mir noch Layne alias TaxiGourmet, Autorin und Kollegin aus New York, der Fotograf von Oz und Steffen, ein Taxifahrer und Kollege aus Berlin als Gast im bescheidenen Kellerstudio in Mitte sein werden. Los geht es am Freitag zur Prime-Time um 21 Uhr, in Berlin unter 88,4 und in Potsdam unter der 90,7 oder auch im Internet als Live-Stream.

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05.12.2016

ME AND MY SMARTPHONE AUF DER JAGD


Zugegeben, ich habe noch keins, aber das dürfte sich jetzt ändern. So ein Smartphone ist offensichtlich eine smarte Sache. Du kannst damit spielen und ganz nebenbei 12 Leute (also richtige Menschen, die haben wirklich gelebt - von den außerdem 89 Verletzten rede ich gar nicht) ins Jenseits befördern und bekommst nur dreieinhalb Jahre, von denen du wahrscheinlich nur zwei absitzen musst. Das Spiel, das unbedingt auch auf meinem Smartphone sein muss, heißt "Dungeon Hunter 5". Falls mir das jemand besorgen kann, das wäre wirklich ganz toll. Das mit dem Smartphone kriege (kommt von Krieg) ich alleine hin. Dann kann es nach Weihnachten auch schon losgehen mit der Jagd. In mein Visier, so viel kann ich verraten, sind aber keine ahnungslosen Fahrgäste, sondern Fahrradfahrer mit vor Verkehrslärm schützenden Kopfhörern und auf Smartphones starrende Fußgänger.

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WAS JEDER TAXIFAHRER WEIß


Endlich erfahre ich, was jeder Taxifahrer weiß, und zwar aus der Zeitung. Dort steht, dass jeder Berliner Taxifahrer wisse, wann die Philharmonie zu Ende sei und trotzdem dieses psychologische Experiment in der Herbert-von-Karajan-Straße veranstalte. Das mit dem Ende der Philharmonie ist klar, nur das mit dem psychologischen Experiment, über das hätte ich gerne mehr erfahren ...

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04.12.2016

MIR GEHT ES WIE MESUT


Du wirst lachen, aber mir geht es echt wie Mesut - also dem Fußballer, und nicht dem Taxifahrer! Auch mir war nicht bekannt, dass man auf Einkommen so etwas wie eine Abgabe bezahlt. Bei mir liegt das daran, dass ich so gut wie kein Einkommen habe, und wo nichts ist, kann bekanntlich auch nichts abgezogen werden. Zumindest bezahle ich keine Steuer. Gut, Mehrwertsteuer schon, obwohl ich mich auch von der gerne befreien lassen würde. (Weiß vielleicht jemand, wie das geht?) Ich habe nur von einem viel, und das ist freie Zeit. Wenn es auf freie Zeit eine Steuer gäben würde, dann wäre ich ziemlich am Arsch, das kannst du mir glauben. Ich weiß gar nicht, wo mein Konsum dann hinginge, denn der ist jetzt schon im Keller. OK, das mit dem "kein Konsum" stimmt nicht ganz, denn beim Flohmarkt-Konsum bin ich ganz vorn. Aber das zählt nicht - glaube ich. Was zählt, ist, dass ich viel Zeit (beispielsweise zum Nachdenken) habe, aber keine Kohle um neue Sachen zu kaufen, und damit bin ich extrem gefährlich, und zwar für das System. Deswegen kann ich nicht nur, nein soll ich sogar weg. Also genauso wie Mesut. Oder auch Christiano. Den konnte ich auch noch nie leiden.

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03.12.2016

"ANGELA MERKEL IST DIE GRÖSSTE POPULISTIN"


Diese Aussage ist nicht von mir. Hans-Joachim Maaz, der mir vor einiger Zeit im Taxi saß, ist mir zuvor gekommen. Wer ihn nicht kennt: Hans-Joachim Maaz ist Psychotherapeut und Autor zahlreicher Bücher, wie beispielsweise "Der Gefühlsstau" und "Die narzisstische Gesellschaft", was dich natürlich nicht interessiert. Denn du bist nur aufgeschreckt, weil jemand den Begriff Populist im Zusammenhang mit der Person Angela Merkel nennt, du aber bisher nur so genannte Rechts-Populisten kanntest. Was genau ist aber ein Populist? Kannst du den Begriff definieren? Also ich nicht. Meine Beobachtung ist nur, dass man gerne die als Populisten bezeichnet, mit denen man sich inhaltlich nicht auseinandersetzen möchte. Bei Frau Merkel ist das im Prinzip genauso - nur umgedreht. Sie möchte dem Land etwas geben. Aber was genau? Weißt du es? Ich kann mich da nur wiederholen: Ich weiß es nicht. Gerade, aber nicht nur, als Taxifahrer ist es wichtig zu wissen, wohin die Reise/Fahrt denn gehen soll. Vielleicht hast du es noch nicht bemerkt, aber unser Land steckt in einer tiefen Krise. Aber nicht nur unser Land, nein, unsere gesamte Lebensweise des ständigen Konsumierens und des permanten Wachsens steht auf dem Prüfstand. Angela Merkel scheint davon nichts zu wissen. Für sie gibt es nur ein "Weiter so". Irgendwie ist es ein Déjà-vu, das sieht auch Hans-Joachim Maaz so, und wie vor knapp dreißig Jahren. Fällt mir in dem Zusammenhang ein: Waren Honecker & Co eigentlich Populisten? Auf jeden Fall waren sie eines: Zu früh dran! Denn damals gab es das Wort (auch so ein schöner Begriff) "systemrelevant" noch nicht. Hätte es damals bereits existiert, auch Honecker & Co hätten niemals abtreten können, denn sie waren extremst systemrelevant.

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02.12.2016

HIER SPRICHT TAXIBERLIN # 6


Hier fährt er, dort spricht er

Heute in einer Woche ist es wieder so weit, da gibt es die nächste Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin - Die freie Stimme der mobilen Welt". Und weil es unsere sechste Sendung ist, geht es da natürlich auch um den Sex, aber nicht nur. Weitere Themen werden das bevorstehende Fest der Liebe, das damit verbundene Ende des Jahres und das mögliche Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen, sein. Neben meiner Co-Pilotin Layne, Taxikollegin und Autorin aus New York (eigentlich aus Kalifornien) wird Steffen, ein Taxikollege aus Berlin, mit uns im Studio sein. Den Verkehr dort regelt wie immer unser Zauberer von Oz, dessen Ansagen bereits jetzt legendär sind, aber nicht etwa, weil ihm regelmäßig unsere Namen entfallen, denn Namen sind bekanntlich Schall und Rauch. Los geht es am nächsten Freitag, den 9. Dezember 2016, zur Prime-Time um 21 Uhr. Du kannst dabei sein, entweder als Anrufer oder auch einfach nur als Zuhörer, und zwar auf Pi-Radio in Berlin unter 88.4 und in Potsdam unter 90.7 oder hier im Internet Live-Stream. Wir freuen uns auf dich!

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"DIE GEDANKEN DER ANDEREN"


Es ist eigentlich Schade, dass ich nicht mehr in die Kneipe gehe. In Cafés gehe ich schon lange nicht mehr. Obwohl ich dort, wenn es da nicht diese komischen Kaffees geben würde, sicherlich stundenlang sitzen könnte. Ich könnte da sitzen und, nein, nicht andere Menschen beobachten, sondern mir meine Gedanken machen. Das ist nämlich wichtig, dass man sich seine eigenen Gedanken macht und nicht die der Anderen. Die meisten machen sich ja nur fremde Gedanken und geben diese dann als die ihren aus. Gut, die Gedanken sind frei, und so soll es auch bleiben. Aber wenn uns die freien Gedanken daran hindern, uns unsere eigenen Gedanken zu machen, dann stimmt doch irgendwas nicht, oder? Naja, auf jeden Fall könnte ich, wenn ich wie gesagt noch in Kneipen und Cafés gehen würde, genau über "Die Gedanken der Anderen" (Der Titel ist von mir!) jede Menge schreiben. Das überlasse ich nun Anderen. (Also anderen Anderen!) Ich beklage mich nicht darüber. Dafür habe ich keine Zeit. Die brauche ich, um mir meine eigenen Gedanken zu machen, und zwar bei mir im Taxi.

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01.12.2016

FAHRGÄSTE GIBT ES . . .


Taschen auch ...

Kinder hat er keine. Schuld daran ist der demographische Wandel. Das ist klar. Wie soll das auch gehen mit Kindern, wo er doch heute katholisch und hetero, gestern Jude und Gay, vorgestern Buddhist und bi und morgen Moslem mit vielen Frauen ist? Und überhaupt. Gibt es dafür nicht die Flüchtlinge. Besser dagegen, also gegen den demographischen Wandel. Der ist natürlich schlimm, dieser Wandel. Aber die Flüchtlinge haben ja auch Schlimmes durchgemacht. Und dafür dürfen sie schließlich auch hierbleiben. Da werden sie ja wohl mal was machen können für unser Gemeinwohl und gegen den demographischen Wandel, wenn sie uns schon nicht lieben ...

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30.11.2016

ENDE NOVEMBER GEDANKEN


Heute ist der letzte Tag im November, der traurige Monat ist also fast vorbei. Ich persönlich fand ihn jetzt gar nicht so traurig. Sieht man mal davon ab, dass zweimal Flohmarkt ausfiel, was für mich immer eine große Herausforderung darstellt, so brachte der November für seine Verhältnisse doch ziemlich viel Sonne. Zumindest habe ich so meine Bedenken, dass es im Dezember in dieser Angelegenheit wesentlich besser laufen wird. Klar, da ist immerhin Weihnachten, der Lichtblick am Ende des Jahres. Aber bis dahin, oder genauer: bis kurz davor, werden die Tage noch kürzer, als sie es  jetzt schon sind. Ich habe mir bereits vor vielen Jahren eine Tageslichtlampe zugelegt - aus Amerika. Die hilft wirklich. Den JahresEndBlues kenne ich seither nur noch vom HörenSagen. Klar, die Tage sind deswegen für mich auch nicht länger, und auch ich muss Nachts im Taxi das Licht einschalten. Aber schlechte Laune habe ich beispielsweise gar nicht mehr. Ganz im Gegenteil! Ich könnte eigentlich permanent Luftsprünge machen, und manchmal mache ich das auch - sogar im Taxi. Das kommt extrem gut an. Gut, nicht bei allen Fahrgästen. Komischerweise gerade die jüngeren unter ihnen tun sich mit meinen Luftsprüngen meist schwer. Junge Menschen machen heute keine Luftsprünge mehr. Das ist zumindest meine Erfahrung. Aber die Alten, die leben mitunter richtig auf bei mir im Taxi. Das solltest du mal sehen! Die sind dann kaum noch unter Kontrolle zu halten. Ich weiß, das ist schwer vorstellbar, wenn man die Alten nur von außen kennt. Aber glaubst du im Ernst, dass die wirklich so sind, wie sie sich geben? Mit Sicherheit nicht! Die verstellen sich nur. In Wirklichkeit sind die meisten (nicht alle) jung geblieben in ihrem tiefsten Inneren. Das muss man nur freilegen - ist ja bei den Jungen nicht anders. (Das Einfache, was schwer zu machen ist.) Wobei, wenn ich's mir Recht überlege, ist das bei den Jungen oft schwieriger als bei den Alten. Die jungen Leute sind heute oft schon so erwachsen. Gut, das war schon immer so, aber so extrem nun auch wieder nicht. Aber wer kann das schon so genau beurteilen? Jedenfalls hoffe ich sehr, dass die Jungen mit dem Alter wieder jünger werden - so wie die Alten.

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29.11.2016

ENDLICH WIEDER WEIHNACHTSMARKT . . .


Bist du auch so einer, der gerne auf Weihnachtsmärkte geht? Oder gehörst du gar zu denen, die mit ihrem Auto immer bis zum Glühweinstand vorfahren müssen? Also ich persönlich mache mir nichts aus Weihnachtsmärkten, obwohl auch ich weiß, dass immer mehr Menschen genau deswegen nach Berlin kommen. Beispielsweise aus Skandinavien, wo es keine Weihnachtsmärkte gibt. Vielleicht besser: noch nicht gibt. Der Kapitalismus ist da ja sehr erfinderisch. Oder liegt es daran, dass die Menschen immer dümmer werden? Aber egal, mein Ding sind Weihnachtsmärkte jedenfalls nicht. Ich gehe lieber zum Flohmarkt, und nicht nur, weil es den ganzjährig gibt. Der November ist in Sachen Flohmarkt immer ein echt harter Monat für mich. Das liegt daran, dass da der Flohmarkt regelmäßig an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden wegen irgendwelchen kirchlichen Trauertagen ausfällt. Da soll mir noch mal jemand sagen, dass Religion Privatsache sei. Auf jeden Fall hatte ich letzten Sonntag in Sachen Flohmarkt einiges nachzuholen. Um genau zu sein, litt ich bereits unter einem "Shopping-Stau", falls den außer mir noch jemand kennt. Aber als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, dass es am vergangenen Sonntag auf dem Flohmarkt genauso voll war wie auf dem Weihnachtsmarkt, nein, jetzt wird da auf dem Flohmarkt auch noch Glühwein angeboten. Das musst du dir mal vorstellen: Glühwein auf dem Flohmarkt! Wahrscheinlich wird der Wein von kleinen Flöhen gemacht. Fehlt nur noch, dass sich das rumspricht und die ersten auch hier mit ihrer Scheiß-Karre bis zum Glühweinstand vorfahren.

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28.11.2016

KURZSTRECKENSTREIK


Nein, es sind keine Taxifahrer, die die Kurzstrecke auf den Berliner Straßen bestreiken würden. Das wäre ja noch schöner. Es geht um die Kurzstrecke in der Luft. Genau genommen sind es Piloten der Lufthansa, die morgen zwischen 0:01 und 23:59 Uhr nur die Langstrecke anbieten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich jetzt fragen soll, warum ich Taxifahrer und nicht Pilot geworden bin.

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KEIN THEMA


Meist kommt mir das, was meine Fahrgäste erzählen, interessanter vor als das, was man so im Internet oder in der Zeitung liest, was auch einfach daran liegen kann, dass bestimmte Themen bei mir im Taxi gar keine Rolle spielen. Beispielsweise Trump. Der kommt bei mir im Taxi gar nicht vor. Obwohl, heute gab es da eine Ausnahme. Eine junge Studentin aus Amerika war zur Wahl-Party an der FU gewesen, und die soll ganz gut gewesen sein, was immer das heißen mag. Von den heute bekannt gewordenen illegal abgegebenen Stimmen wusste sie schon nichts mehr. Mit denen kannte sich ein anderer Fahrgast aus, allerdings betraf es nicht die in den USA in der Vergangenheit, sondern die in der Zukunft hierzulande. Mein Fahrgast war felsenfest davon überzeugt, dass die Trump Kopie vom Bosporus bei uns wählen oder zumindest mitwählen würde nächstes Jahr. Wie das gehen solle, das würden wir, ganz das Original, dann schon sehen ...

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25.11.2016

"MEIN WUNSCHZETTEL"


Das Fest der Liebe steht vor der Tür und was viele nicht wissen, ist, dass man auch seine Feinde lieben soll. Auch deswegen möchte ich in Sachen Feindesliebe mit gutem Beispiel voran gehen. Ich tue dies am heutigen "Schwarzen Freitag" nicht in böser Absicht, sondern ganz im Gegenteil in der Hoffnung, dass ihr viele Dinge, die auf "Mein Wunschzettel" stehen, möglichst preiswert bekommt. Mein Wunsch wäre es, dass "Mein Wunschzettel" komplett abgearbeitet wird.

"Mein Wunschzettel" ist natürlich nicht meiner, das dürfte spätestens jetzt auch dem Letzten klar sein, sondern ist der vom "Armen Sascha" oder auch "Poor Sash", dem Kollegen, wohl besser "Kollegen", aus Marzahn, aber eigentlich aus Stuttgart. Ohne mich in Details zu verlieren, ist es so, dass ich dem "Kollegen" Sash (englische Aussprache, wie immer es ausgesprochen werden mag, ich weiß es nicht, aber darauf legt er Wert) immer nur helfen wollte, sowohl früher als auch jetzt, auch weil er mich irgendwann einmal um meine Hilfe gebeten hatte. Er wollte damals weniger politisch korrekt sein in seinen Texten - ein aussichtsloses Unterfangen. Darüber hinaus sollte man wissen, dass der "Arme Sascha" sich in chronischen Geldschwierigkeiten befindet, böse Zungen nennen seine Lebensumstände auch prekär, weswegen er immer wieder auf die verrücktesten Ideen der Geld-Akquise verfällt. Auf diesem Gebiet ist "Poor Sash" wirklich kreativ, wenngleich es sich in der Regel nur um Klein- und Kleinsbeträge handelt, aber immerhin. Besser als nüscht.

Der "Arme Sascha" steht mit seinen finanziellen Sorgen nicht alleine da. Nein, immer mehr Menschen können von ihrer Hände Arbeit nicht leben. Nicht alle bräuchten allerdings, so wie er, einfach nur mehr zu arbeiten, um sie loszuwerden. Das muss der Wahrheit wegen auch gesagt sein. Wahrscheinlich ist es die viele arbeitsfreie Zeit, die den "Armen Sascha" auf die unmöglichsten Ideen kommen lässt, das ist aber nur eine Vermutung. Neulich zum Beispiel, da hat "Poor Sash" einen persönlichen Verlust erlitten, und da ist er auf die Idee gekommen, diesen ganz demokratisch auf uns alle zu verteilen.

Auch hier liegt der "Arme Sascha" voll im Trend. Es ist kein Geheimnis, dass die Schere auch deswegen auseinander geht, weil Gewinne privatisiert, Verluste aber sozialisiert werden. Nur, wer Unterstützung von Amts wegen haben möchte, sollte auch einen Antrag stellen, und dieser sollte dann bitte sehr auch vollständig sein. Insbesondere wenn man wie der "Arme Sascha" Geld haben möchte, muss man dem Amt verraten, wie viel Kohle man braucht. Darauf habe ich mir erlaubt "Poor Sash" hinzuweisen, aber es kam wie es kommen musste: Schuld ist immer der Überbringer der Nachricht.

Deswegen sind diese Zeilen auch nicht an den "Armen Sascha" gerichtet, sondern an euch. Bitte erfüllt nun endlich seine Wünsche, er hat es wirklich verdient, also unser Mitleid, denn lange genug hat er gebettelt, und sogar einen Wunschzettel erstellt. Du findest ihn im Internet, wo sonst, oder eben hier bei mir. Der Wunschzettel vom "Armen Sascha" heißt, wie sollte es anders sein, einfache Menschen haben einfache Bezeichnungen, einfach nur "Mein Wunschzettel".

"Mein Wunschzettel" vom "Armen Sascha", auch bekannt als "Poor Sash" enthält immerhin 19 (neunzehn) Wünsche (oder sollte ich besser Items sagen?), was ganz ordentlich ist, wie ich denke. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich mich mit Wunschzetteln nicht auskenne und auch selber keinen mein Eigen nenne, was aber nicht heißt, dass ich keine Wünsche habe oder gar bescheiden wäre - das nicht! Eher das Gegenteil ist der Fall, aber das nur nebenbei.

Nun kann ich hier nicht alle 19 (neunzehn) Wünsche des "Armen Saschas" aufzählen, das wäre der Feindesliebe dann doch zu viel. Ich habe mich entschlossen 3 (drei) Wünsche auszuwählen, auch damit du die prekären Lebensumstände kennst, in denen "Poor Sash" lebt, aber nicht leben muss, damit du weißt, wessen Wünsche du erfüllst.

Da haben wir als erstes die "Multifunktionsboxen", auch als Tupperware bekannt, im Vorteilspack, was 5 (fünf) Stück sind, so der Wunsch vom "Armen Sascha". Dazu muss man wissen, dass "Poor Sash" seit langem Schwierigkeiten hat sein Gewicht zu halten, weswegen er möglichst stündlich größere Mengen Süßigkeiten zu sich nehmen muss. Dazu die "Multifunktionsboxen", von denen für den Anfang 5 (fünf) gewünscht sind. Sie kosten nur 5,99 Euro und sind am heutigen "Schwarzen Freitag" eventuell noch preiswerter zu haben.

Der "Arme Sascha" hat aber nicht nur nichts zu Essen, sondern auch nichts anzuziehen, was fast genauso schlimm ist, weswegen er auf Kleiderspenden angewiesen ist. Auf Nummer sicher gehst du dabei mit schwarzer Umstandskleidung. Demzufolge müssen natürlich auch seine Schuhe schwarz sein, und da es des "Armen Saschas" "Standardschuhe" nicht mehr gibt, muss er "rumtesten" - der Ärmste. Immerhin kosten die von ihm gewünschten Unisex-Sneaker nur 37,20 Euro (ein Schnäppchen!), und heute vielleicht sogar noch weniger.

Der letzte Wunsch in meinem Beitrag zur Feindesliebe, auch der letzte auf des "Armen Saschas" "Mein Wunschzettel", ist ein Buch, wer hätte das gedacht. Aber nicht irgendeins, sondern "Denken-Nachdenken-Handeln"! Im Untertitel heißt es "Triviale Einsichten, die niemand befolgt". Der Kommentar von "Poor Sash" lautet: "ich bin ein guter Kandidat, mich da zu verbessern ;)", was ich bestätigen kann. Ich erlaube mir hinzuzufügen, dass ich mich darüber sehr freuen würde, wenn der "Arme Sascha" sich da verbessern würde, immerhin hatte er mich ja ursprünglich um Hilfe in dieser Angelegenheit gebeten, weswegen ich ihm das Buch am Besten selber schenke.

PS: Nach eigenen Angaben kannst du dem "Armen Sascha" auch damit helfen, wenn du dich, falls du dir selbst etwas kaufen möchtest, darauf über seinen Link hin klickst. Wie genau das geht, kann ich dir nicht sagen, Ich weiß nur, dass es bei A****n ist und - mit etwas Glück - auch am heutigen "Schwarzen Freitag" funktioniert.

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