23.04.2017

FREITAG 21UHR: HIER SPRICHT TAXIBERLIN #11


Anflug der Studiogäste auf den Flughafen Tegel (TXL)

Am Freitag den 28.April ab 21 Uhr ist es wieder so weit, da gibt es die elfte Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin". Du kannst dabei sein, wenn TaxiBerlin als einzig verbliebener aktiver TaxiBlogger nicht nur seine internationalen Gäste empfängt (wer das ist, wird noch nicht verraten), sondern darüber hinaus auch aus dem Berliner Stadtplan vorliest. (Das Telefonbuch haben schon viele vorgelesen - den Stadtplan vor TaxiBerlin noch niemand!) Denn, und das wissen viele nicht: das Taxi ist nicht nur ein öffentliches Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht, sondern wir als Taxifahrer haben auch einen Bildungsauftrag. Diesem kommt TaxiBerlin Live und ohne lästige Werbeunterbrechungen auf "Pi-Radio" nach, in Berlin auf der 88.4, in Potsdam ist es die 90.7 und auch im Internet als Live-Stream.

Foto&Text TaxiBerlin

DER BESTE SEX FINDET IMMER IM KOPF STATT


Der beste Sex findet immer im Kopf statt, wer kennt ihn nicht, diesen Satz. Ich zumindest kannte ihn, als letzte Nacht jemand ihn bei mir im Taxi einfach mal gelassen aussprach. Was ich nicht wusste, war, dass der Satz weiter geht, zumindest laut meinem Fahrgast. Geht es nach ihm, und im Taxi geht es immer um den Fahrgast, wobei es auch da Ausnahmen gibt, die aber nur diese Regel bestätigen, na jedenfalls meinte ein Fahrgast letzte Nacht, dass der Satz vollständig so lautet: Der beste Sex findet immer im Kopf statt - immer mit jemand anders.

Text TaxiBerlin
Meinung FahrGast

21.04.2017

KRITIK DER KRITIK DER KRITIK


Maxim Biller, ein deutschsprachiger Autor mit jüdischen Wurzeln, beklagt sich in der Zeit, die ich aufgrund zahlreich vorhandener Zeit immer öfter bei mir im Taxi lese, in seinem Artikel "Zurzeit bin ich nicht so gerne jüdischer Schriftsteller in Deutschland" über seine Kritiker von der Süddeutschen, der Frankfurter Allgemeinen, der Zeit Online und vielen anderen mehr, die seinen "bisher jüdischten und persönlichsten" Roman Biografie kritisiert, oder, wie der Autor es sieht, nicht verstanden haben. Mir ist ehrlich gesagt egal, ob einer Jude, Moslem oder Christ ist, ich halte mich da an den Alten Fritz, dass jeder nach seiner Facon selig werden soll, wenn er denn ehrlich ist. Bestimmt gab es das schon mal, dass ein Autor seine Kritiker in einer Kritik kritisiert hat, mir will im Moment bloß partout keiner einfallen. Nachdem Biller seinen Kritikern Unverständnis vorwirft ("wurde von der Literaturkritik nicht im Ansatz verstanden"), stellt er sich die Frage, ob nicht noch mehr dahinterstecken könnte, beispielsweise böse Nazis, in dem Fall die Eltern der Kritiker, weswegen die Kritiker selbst einfach nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, "dass sie von jemandem geliebt wurden, der auch Hitler liebte". Das scheint dem ein oder anderen heute etwas weit her geholt, dabei ist es das gar nicht, denn schon "Die Unfähigkeit zu Trauern" von Alexander Mitscherlich beschäftigt sich mit genau diesem Thema, auch wenn das schon ein paar Jahre her ist. Ob die Kritiker aus diesem Grund zu Tätern wurden, indem sie das Buch von Maxim Biller kritisierten, lässt sich schwer sagen. Was man sagen kann, ist, dass es keine Kollektivschuld gibt. Schuld ist immer individuell. Doch nun zum Höhepunkt der Kritik der Kritik, und der ist erreicht, als Maxim Biller sich selbst mit Bob Dylan vergleicht, von dem, im Gegensatz zu ihm, auch keiner genervt sei. Da muss man Maxim Biller, der nicht auf dem neuesten Stand ist, nun wirklich mal kritisieren. Vielleicht hätte er es einfach 'ne Nummer kleiner versuchen und sich mit Wolf Biermann vergleichen sollen, der ebenfalls jüdischer Abstammung ist. Obwohl, wenn ich's mir recht überlege, sind von dem auch schone einige genervt, und zwar extremst. Dabei trägt er, genauso wie Bob Dylan, sein jüdisch sein gar nicht vor sich her, sondern versucht einfach nur ehrlich zu sein.

Kritik TaxiBerlin

18.04.2017

TAXIBERLIN ALS DEALER MIT BAUCHLADEN


Es stimmt wirklich: Ich bin ein totaler Comercial Guy. Ich denke immer nur ans Geld machen. Das Taxifahren ist dagegen etwas, was mich davon ablenken soll. So eine Art Therapie, wenn du so willst, die aber nicht richtig funktioniert, zumindest nicht bei mir. Das ist leider auch die Wahrheit. Und deswegen bin ich auf die irre Idee gekommen, und zwar jetzt zu Ostern, da hatte ich mal wieder viel Zeit in meinem Taxi, beides, also den Kommerz und das Taxifahren miteinander zu verbinden. Ich weiß, das hört sich im ersten Moment komplett bescheuert an, aber eben nur im ersten Moment.

Die Idee ist nicht neu, und sie ist auch nicht von mir. Die Idee habe ich vom "Eisernen Gustav" geklaut. (Auch das gehört immer zum "Geld machen" dazu - das "Klauen"!) Den "Eisernen Gustav" gab es wirklich, sein richtiger Name war Gustav Hartmann, er war ein Kollege aus Wannsee, und man nannte ihn deswegen den "Eisernen", weil er mit seiner Droschke am dortigen S-Bahnhof immer bis zur letzten Bahn durchgehalten hat, um auch die Fahrgäste aus dieser zusammen mit seinem Wallach "Grasmus" noch nach hause zu bringen. Damals wohnten die Menschen, die in Berlin lebten, noch zu hause.

Irgendwann hat es den "Eisernen Gustav" gereicht. Das war die Zeit, als immer mehr Taxen ein Automobil waren. Das fand der "Eiserne" und sein Wallach "Grasmus" nicht gut. Deswegen hat er mit seiner Pferdedroschke eine Protestfahrt gemacht: Von Berlin nach Paris und zurück. Gestartet ist er übrigens am Brandenburger Tor (wo sonst?), wo er auch gleich seine ersten selbstgemachten Postkarten verkaufte, mit denen er seine Reise nach Paris finanziert hat. Gustav Hartmann war, wenn man so will, auch ein totaler Comercial Guy. So wie ich. 

Denn mein Taxi ist neuerdings nicht nur ein Taxi, sondern auch ein kleiner Bauchladen. Mein wichtigstes Angebot dort sind, das ist keine Überraschung, Postkarten aus eigener Produktion. Hinzu kommen wechselnde Angebote wie Bücher, Mitschnitte meiner Radio-Shows, Papiertaschentücher (ganz wichtig!) und stilles Wasser (immer gut!). Das Basisangebot sind aber meine Postkarten, die gibt es immer. Im Moment sind es folgende von mir persönliche fotografierten 7 Motive, die alle eine eigene Geschichte haben. Wer nicht an den Geschichten interessiert ist, kann trotzdem die Postkarten kaufen. Er muss auch nicht Taxi fahren, sondern schreibt ganz einfach eine e-mail an: 

taxi.berlin(ät)gmx.de

"Die Schwanzlose Gesellschaft"

"Taxi Berlin #7"

"Taxi Berlin #1"

"Kindertagesstätte"

"Support"


"Das Ende"

Text&Angebot TaxiBerlin

17.04.2017

DER EIERHALTER © - JETZT WIEDER IM ANGEBOT


"Der Hodenhalter"© von TaxiBerlin

Pünktlich zum Osterfest ist der von mir entwickelte Eierhalter, auch als Hodenhalter bekannt, wieder im Angebot. Das Tragen des Eierhalters, der auch Hodenhalter genannt wird, ist eine vorbeugende Maßnahme für alle die, die noch beabsichtigen sich auf natürlichem Wege fortzupflanzen. Vor der Entwicklung des Eierhalters, der offiziell Hodenhalter heißt, war genau dies immer mehr zu einem ernsten Problem geworden. Das lag daran, dass die Funktionalität der männlichen Hoden oder Testis (umgangssprachlich auch einfach nur Eier) bedingt durch enge Kleidung in Verbindung mit viel sitzender Tätigkeit, beispielsweise vor dem Computer oder eben auch im Taxi, immer mehr beeinträchtigt war. Dazu muss man wissen, dass die männlichen Hoden oder Testis bei einer Betriebstemperatur von 35 Grad Celsius optimal arbeiten, und eben nicht bei der sonst üblichen Körpertemperatur von 37 Grad Celsius. Die optimale Betriebstemperatur wird dadurch erreicht, dass die männlichen Hoden (umgangssprachlich auch einfach nur Eier) durch den von mir entwickelten Hodenhalter auf die notwendige Distanz auf den mit 37 Grad Celsius für einen optimalen Betrieb der männlichen Keimdrüsen und primären Geschlechtsmerkmale übertemperierten Rest-Körper gehalten werden. Der Hodenhalter, umgangssprachlich auch einfach nur Eierhalter, ist, wie eingangs erwähnt, jetzt wieder im Angebot, das heißt, du kannst ihn bei mir im Taxi käuflich erwerben, allerdings nur als Postkarte. Das hat den Vorteil, dass die erheblich preiswerter sind (ein richtiger Hodenhalter ist da in Handarbeit gefertigt praktisch unbezahlbar), und du dir mit meiner Postkarte als Bauanleitung deinen eigenen Hodenhalter sprich Eierhalter basteln kannst. Der ist dann zwar "nur" ein Nachbau, aber immer noch besser als gar kein Eierhalter, der hoch-offiziell Hodenhalter heißt ...

PS: Bestellungen gerne auch per mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

Patent&Werbung TaxiBerlin

DIE ZEIT LESEN


Zeit gibt es derzeit reichlich im Taxi, zum Beispiel auch um die Zeit zu lesen, obwohl die Zeit kein wirklich Taxi-kompatibles Format hat. Aber man hat wie gesagt Zeit und Berlin ist flach, so dass der nächste Fahrgast sich immer schon einige Zeit vorher am Horizont abzeichnet, bevor er einem ins Taxi steigt. Und das ist die Wahrheit. Nur, was musste ich neulich in der Zeit lesen? Es gäbe da eine private und unabhängige Friedensorganisation, so weit so gut, die ihren Sitz in einer Villa am Genfer See in der Schweiz hat. Wahrscheinlich würde ich jetzt noch überlegen, was an diesem Satz nicht stimmen könnte, wenn da nicht plötzlich ein Fahrgast am Horizont aufgetaucht wäre.

Text TaxiBerlin

16.04.2017

DAS ENDE VON GENDER


Während alle bereits der morgigen Auferstehung des Heilands entgegenfiebern, kommt eine andere "Frohe Botschaft" in mein Taxi rein. Ausgerechte in Skandinavien, wo das "Gender-Mainstreaming" erfunden wurde, macht man ihm nun schon wieder dem Garaus. Woran das liegt, konnten mir weder meine Fahrgäste, noch meine Fahrgästinnen erklären. Zwischen den Zeilen, also "intellegere" (intelligent), hieß es: "mangels wissenschaftlicher Fundierung" ...

Text TaxiBerlin

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Kein "Menschenfreund"

"Man muss die Menschen lieben" - das sagt nicht der Heiland, sondern ein Taxifahrer, der davon überzeugt ist, ein "Menschenfreund" zu sein, zu einem, der noch überlegt, ob er Taxifahrer wird. Alle Menschen zu lieben, immer und überall, stelle ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Um ganz ehrlich zu sein, es würde meine Kräfte übersteigen, das ist die Wahrheit. Aber nicht nur das. Meine Erfahrung auf der Straße ist, dass einer, der vorgibt, die Menschen zu lieben, manchmal richtig böse werden kann, wenn er mal nicht von ihnen zurückgeliebt wird. Und dem, der noch überlegt, ob er Taxifahrer werden will oder nicht, sage ich: Werd einer und dann sieh weiter. Also sprach TaxiBerlin

15.04.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Aller kommt wieder - nur anders

Jesus ist nicht gekommen, um den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. So steht es bei Matthäus 10.34. Später sollen welche mit Teppichmesser geflogen sein, aber das ist auch nicht gut gegangen. Was spricht gegen Seziermesser, um unter die Oberfläche zu gehen? Nur Oscar Wilde: "Wer unter die Oberfläche dringt, tut dies auf eigene Gefahr." - Ich aber sage dir, das Risiko ist es allemal wert. Geh unter die Oberfläche, gebrauche deinen gesunden Menschenverstand, deine Herzensbildung und ein Seziermesser. Also sprach TaxiBerlin

14.04.2017

DIE MUTTER ALLER BOMBEN NOCHMAL



388.888,89 Dollar plus x pro Kopf

Während ich mit meinem Taxi, einem Toyota Hybrid, meinen bescheidenen Anteil leiste die Umwelt zu schützen und unsere Welt zu erhalten, werfen andere einfach mal so 'ne Riesenbombe ab. OK, Afghanistan ist jetzt nicht gerade um die Ecke bei mir. Das ist wohl wahr. Aber alleine der Sprengkörper von dem Teil hat mehr als 14 Millionen Dollar gekostet. Wie viele Hybrid- oder wegen mir auch Elektro-Autos hätte man damit bauen können? Aber es kommt noch besser: Nur 36 Terroristen sollen durch die größte aller Bomben getötet wurden sein. Das sind, wenn man das mal ausrechnet, 388.888,89 Dollar pro Kopf nur für den Sprengkörper. Hinzu kommen noch Flug-, Material- und Lohnkosten. Dabei ist noch nicht mal sicher, dass das auch alles Terroristen waren. Fragen kann man sie nicht mehr, und einen ordentlichen Prozess hat es zuvor auch nicht gegeben. Hier galt also nicht: Im Zweifel für den Angeklagten. Gut, das galt für unseren Jesus, der heute vor ein paar Jahren ans Kreuz genagelt wurde, auch nicht wirklich. Dem wurde immerhin noch der Prozess gemacht, wo er sich aber zu dem, was man ihm vorwarf, mehr oder weniger nicht geäußert hat, was wohl auch zu seiner Kreuzigung beigetragen hat. So gesehen ist es schon ein gewisser Rückschritt, wenn man gleich bombardiert und gar nicht mehr fragt.

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Text TaxiBerlin

13.04.2017

IM TAXI MIT DER MUTTER ALLER BOMBEN


oder wenigstens TaxiBerlin

Ausgerechnet kurz vor Ostern, wo unser aller Jesus ans Kreuz genagelt wurde, setzen die Amerikaner ihre größte Bombe, auch "Mutter aller Bomben" genannt, gegen den IS, auch bekannt als "Terrormiliz Islamischer Staat", in Afghanistan ein, wo unsereiner immer dachte, dass es den nur in Syrien und Umgebung gibt. Also wenn ihr mich fragt: Ich find's Schade. Gerne hätte ich die Mutter aller Bomben vorher bei mir im Taxi, oder noch besser bei mir in der Sendung gehabt. Da hätte man in Ruhe noch mal über alles reden können. Aber sie musste wohl weg, die gute Mutter aller Bomben, immerhin ist sie bereits 2003 entwickelt worden und somit "in die Jahre" gekommen. Außerdem wurde es auch langsam Zeit, dass die Amerikaner mal aufräumen und Platz machen - für neue Bomben.

Foto&Text TaxiBerlin

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Big Brother Is Watching You - But TaxiBerlin Is Listening To You

Weil die Überwachung von Internet und Telefon nichts bringt, kein einziger Anschlag konnte verhindert werden, müssen jetzt Kameras her, diesmal in den öffentlichen Raum. Das Taxi ist ein öffentliches Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht, weswegen wir Taxifahrer auch den Bildungsauftrag haben, auch wenn das kaum jemand weiß. So gesehen kommt das Taxi für eine Überwachung mit Kamera absolut in Frage. Bisher scheint es in meinem Taxi noch keine solche Kamera zu geben, aber wer weiß das schon so genau. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Big Brother sie vielleicht beobachtet, aber ich ihnen garantiert ganz genau zuhöre, und wenn sie einmal wissen wollen, was sie gerade gesagt haben, sie mich gerne fragen können.

Foto&Text TaxiBerlin

12.04.2017

DAS DRITTE HOCHHAUS



BBC World "Live"

Es stimmt wirklich, was ich gestern schrieb: Ein drittes Hochaus ist am 11. September 2001 in New York eingestürzt, nicht nur die Zwillingstürme, in die die beiden Flugzeuge hinein geflogen waren. Das dritte Hochhaus, das gegen 17:20 Uhr Ortszeit einstürzte, war das World Trade Center 7, auch "Salomon Brothers Building" genannt. Was auch stimmt, ist, dass die BBC dessen Einsturz vorhergesagt hat, wobei "vorhergesagt" nicht ganz das richtige Wort ist. Es war mehr eine Ankündigung. Aber wie dem auch sei, auf jeden Fall stand das Gebäude noch, man sieht es im obigen Original-Video (kein Fake!) im Hintergrund, als die BBC bereits berichtete, dass es eingestürzt sei.

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Text TaxiBerlin

11.04.2017

IM TAXI MIT DOKTOR DANIELE GANSER


Normalerweise weiß man nicht, wer einem da ins Taxi steigt. Manchmal erfährt man es Jahre später. Aber gut, das ist ja im richtigen Leben auch nicht anders. Ich meine, wer weiß denn schon, dass am 11. September 2001 nicht zwei, sondern drei Hochhäuser eingestürzt sind, wobei in das dritte gar kein Flugzeug hinein geflogen ist, dafür aber sein Einsturz bereits bekannt gegeben wurde, als es noch stand, das ganze übrigens von der BBC. Der mir da vor knapp zwei Jahren im Taxi saß, und wo ich jetzt dahinter gekommen bin, wer das gewesen sein könnte, ist nicht von der BBC. Er ist nicht mal Brite sondern Schweizer, weswegen er auch diesen liebenswerten Akzent mit der Wiedererkennungsganrantie hat. Wobei man dazu sagen muss, dass im richtigen Leben nichts garantiert werden kann, ganz im Gegenteil. Halbwegs sicher scheint zu sein, dass der Historiker aus der Schweiz mindestens drei Vorträge hierzulande gehalten hat, die man sich alle im Internet ansehen kann. Was es mit dem dritten Hochhaus auf sich hat, das am 11. September eingestürzt ist, obwohl gar kein Flugzeug reingeflogen ist, und worüber die BBC bereits berichtete, als es noch stand, das erfährt man aus dem Vortrag, den der Schweizer Historiker an der Universität Tübingen gehalten hat, dem zwei weitere im Berliner Kino Babylon folgten. Nach einem davon muss mir der Herr Doktor wohl ins Taxi gesprungen sein. Zumindest erinnere ich mich an einen jungen Mann mit Schweizer Akzent, der mich am Rosa-Luxemburg-Platz heran gewunken hat. Ich erinnere mich weiter, dass er mich auf meinen Wagen ansprach, weil der immerhin ein Hybrid ist, was er sehr lobenswert fand. Aus dem Vortrag habe ich nun erfahren, dass er selbst komplett auf erneuerbare Energien umgestiegen ist. Natürlich möchtest du wissen: Warum und Weshalb. Das ist verständlich. Aber das würde jetzt zu weit führen. Am besten du hörst es dir selber an.

Text TaxiBerlin

10.04.2017

"WEGHITLERN"


Kinderspielplatz / Krossener Straße Ecke Knorrpromenade
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Das Schöne am Taxifahren ist, dass man ständig dazu lernt. Meist sind es Straßen, wo man noch nie war, in denen aber Fahrgäste wohnen. Mitunter sind es aber auch einzelne Wörter, die man noch nie zuvor gehört hat. Neulich zum Beispiel, da hat ein Fahrgast Argumente des anderen entwertet, und zwar unter Zuhilfenahme eines spontanen Nazivorwurfs. Unbewiesen natürlich - einfach so. Das muss man sich mal vorstellen, wozu Menschen alles in der Lage sind. Das ganze soll übrigens "weghitlern", ein neues deutsches Verb, genannt werden.

Foto&Text TaxiBerlin