20.01.2017

EINE BALKANISCHE BAUERNREGEL


Wie bereits erwähnt, befinde ich mich gerade in Amerika, um alte Balkanische Bauernregeln auf ihre Allgemeingültigkeit zu prüfen. Bei meiner Recherche bin ich darauf gestoßen, dass vor ziemlich genau 750 Jahren ein Bauer bulgarischer Zar war. "Ivailo der Schweinehirt" ist sein Name, er hatte zuvor erfolgreich einen Bauernaufstand, den ersten in Europa, geleitet, um danach Maria, die Frau des vorherigen Zaren, zu heiraten. Seine Regentschaft, so die Geschichte, dauerte zwei Jahre, und zwar von 1277 bis 1279. Es gibt also allen Grund zur Hoffnung, auch an einem solchen Tag wie heute, vorausgesetzt dass Balkanische Bauernregeln auch heute noch ihre Gültigkeit besitzen.

Text TaxiBerlin

STELL EINEN ESEL AUF UND ER WIRD GEWÄHLT!


Aber stimmt es wirklich?

Der wahre Grund, warum ich gerade als Gastarbeiter auf Maggies Gulag aushelfe, sind weder die fehlenden Taxifahrgäste in Berlin, nicht mein Bademantel Modell "Zigeuner", in dem ich gereist bin, auch nicht UBER, dessen Headquarter in San Francisco ich einen Besuch abstatten wollte, und schon gar nicht Trump, der, so wie es aussieht, heute in sein Amt eingeführt wird. Der wahre Grund für meine Gastarbeitertätigkeit in Amerika ist, alte balkanische Weisheiten auf ihre Allgemeingültigkeit zu prüfen. Dass Trump sich selbst aufgestellt hat, ändert, so denke ich, nichts an der Gültigkeit der alten balkanischen Bauernregel: "Stell einen Esel auf und er wird gewählt!" - ganz im Gegenteil. Ist es doch vielmehr "Das selbe Lied mit neuer Stimme", was ebenfalls eine Weisheit vom Rande Europas ist. Anfang Februar schon werde ich auf gemeinsamen Lesungen mit dem von mir geschätzten Balkanexperten, Übersetzer, Autor, Kollegen und Freund Thomas Frahm über meine Reise Bericht erstatten. Jeder, der auch einmal den Westen durch die balkanische Brille betrachten möchte, sollte sich jetzt bereits den 9., den 10. oder wegen mir auch den 11. Februar frei halten. "Save the date" for our unique crazy and funny show "Sofia - Berlin - Chicago" - more details comming soon.

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18.01.2017

ALS GASTARBEITER AUF MAGGIES GULAG



Der "Maggies Gulag" Song

Ich bin nicht nur wegen dem Bademantel Modell "Zigeuner" in Amerika, auch nicht wegen UBER und schon gar nicht wegen Trump. Ich bin als Arbeiter in Amerika, auch wenn ich offiziell gar nicht arbeiten darf hier. Deswegen nennen wir das Ganze besser "Erfahrungsaustausch", was es auch irgendwie trifft. Wer meinen Blog regelmäßig ließt, weiß, dass ich nicht nur Taxifahrer, sondern auch Gulagmanager bin. Meist ist mein Taxi mein kleiner Gulag, am Rande Europas habe ich noch einen großen. Nun ist es so, dass es immer gut ist, einmal die andere Seite kennenzulernen. So suchen wir beispielsweise noch einen bekennenden Taxihasser oder zumindest jemanden, der viel Taxi fährt, damit er uns in unserer Radiosendung (die nächste ist am 3.Februar) einmal darüber berichten kann. Ich bin jetzt gerade dabei und mache die Erfahrung, wie es ist, wenn man selbst in einem Gulag arbeitet. Schön ist das nicht, das kannst du mir glauben. Arbeit gibt es, das sage ich meinen Leuten auch immer, für das ganze chinesische Volk. Immerhin gibt es regelmäßig zu essen. Manchmal werden wir auch durch die Gegend gefahren, meist zum Baumarkt, um Material zu kaufen. Und diese Fahrten sind für mich ehrlich gesagt das Größte. Aber nicht etwa, weil es auf dem Baumarkt auch mal andere Frauen zu sehen gibt. Nein, es ist deswegen das Größte, weil Maggie, die unseren kleinen Gulag leitet und eigentlich Virginia heißt, eine verdammt gute Fahrerin ist, und es nichts Größeres für einen Taxifahrer gibt, als einmal von einer verdammt guten Fahrerin durch die Gegend gefahren zu werden.

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16.01.2017

CALL OR TAKE BUT NOT A TAXI


Ein Fossil von vorgestern

Nachdem man mich gestern bei UBER nicht reingelassen hat, habe ich viel Zeit, beispielsweise zum Fernsehen. Und da habe ich mir gestern Abend einen unmöglichen Film angesehen, mit unwahrscheinlich schlechten Schauspielern und einer schier unglaublichen Story. Es ging irgendwie ums Heiraten, was an sich mein Ding ist, gerade in Amerika. Die jungen Leute im Movie hatten aber, wie nur allzuoft die jungen Menschen heutzutage, keinen Plan. Der angehende Bräutigam wusste zum Beispiel nicht, dass seine Braut in Spe gar nicht von ihm, sondern von seinem besten Freund, den er natürlich zu der Hochzeit eingeladen hatte, entjungfert wurden war. Ich frage mich, worüber junge Leute heute noch sprechen, insbesondere vorm Heiraten, wenn das Wichtigste im Leben unausgesprochen bleibt. Wahrscheinlich, welches dumme Tattoo sie sich als nächstes auf ihre blöden Körper stechen lassen. Auf jeden Fall, und darum geht es in meinem Leben, wurde in diesem bescheuerten Film auch Taxi gefahren. Und wie das in Amerika so ist, geht hier keiner zum Taxistand, weil es den nämlich gar nicht gibt, außer vielleicht am Flughafen und vor den größeren Hotels. In Amerika, und das war das einzig Interessante an dem ansonsten total beknackten Film, ruft man heute kein Taxi mehr. Nein, meine lieben Landsleute und guten Europäer, ich muss es euch leider sagen, in Amerika ruft man heute ausschließlich ein UBER.

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14.01.2017

ZU BESUCH BEI UBER


UBER-Headquarter, SanFran, Market Str.

Was gestern die Blume im Haar war, ist heute der Bademantel, den man unbedingt tragen sollte, wenn man nach San Francisco kommt. Das kann ich ohne Übertreibung sagen. Im Bademantel zu fliegen ist wahrlich nichts Besonderes mehr. Wer lange nicht geflogen ist, dem beschreibe ich kurz meine Mitreisenden im eidgenössischen Flieger: Hinter mir saß ein junger Mann im Muskel-Shirt, vor mir ein Pärchen im Schlabber-Look mit Jogging-Hose und neben mir eine nur mit einem BH bekleidet Dame. Letztere animierte mich wohl dazu, kurz vor der Landung den von mir entwickelten Hodenhalter anzulegen. Das führte wiederum dazu, so vermute ich zumindest, dass ich gleich mal meine Fingerabdrücke abgeben durfte (sowohl den Bademantel als auch den Hodenhalter konnte ich anbehalten). Fingerabdrücke, das sei noch hinzugefügt, musste nicht nur ich, sondern auch viele andere abgeben. Amerika ist hier Europa weit hinterher ...

Jetzt, wo sie meine Fingerabdrücke haben, kann mir nichts mehr passieren. Das muss man auch mal so sehen. Deswegen bin ich auch gleich direkt zum UBER-Headquarter in die Market Str. in SanFran. Ich denke, es ist wichtig, seine Feinde zu kennen. Außerdem schadet es nie, jemandem, den man man nicht leiden kann, auch zu sagen, dass man ihn nicht leiden kann. Aber wer mag das schon? So auch UBER! Zuerst dachte ich noch, dass es am Bademantel lag, den ich noch trug und auch immer noch trage, warum mich ein Migrant wie ich vom UBER-Eingang fernhielt. Fotos dürfte ich mache. Was ich nicht sollte, war, dem UBER-Gebäude zu nahe zu kommen. Und das lag wiederum daran, dass es sich um Privatgelände handelt, was, wenn man so will, in "Stein gemeißelt" ist, woraufhin mich wiederum der Migrant am Eingang hinwies. Hier scheint uns nun Amerika weit voraus zu sein:

TaxiBerlin unerwünscht

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12.01.2017

IM BADEMANTEL NACH AMERIKA


"Über den Wolken ... "

Anfang Januar ist nicht nur im Taxi Tote Hose, sondern auch im Flugzeug. Da kann jeder mit den Schweizern fliegen, also auch ich, weswegen im Flieger selbst dann schon wieder ganz schön was los ist. Ich bin ja nun schon etwas älter, habe die gute alte Zeit noch selbst miterlebt, als Fliegen noch etwas exklusives hatte. Ich habe es mir also nicht ausgedacht. Diese Exklusivität von früher hat es heute nicht mehr, das kann ich ganz klar sagen, ausser man gibt sich selbst eine gewisse Exklusivität. Genau das versuche ich derzeit, ich hatte es auch angekündigt, nachdem meine Silvesterschicht im Bademantel ein so großer Erfolg war. Diesen Beitrag schreibe ich exklusiv aus dem Schweizer Flieger, der gerade über Grönland fliegt, das auf Englisch Greenland heißt, was aber ganz in Schnee gehüllt ist. Ich sitze hier ganz entspannt in meinem frisch gewaschenen Bademantel Modell "Zigeuner" und erfreue mich an Schweizer Schokolade und der üblichen Italienischen Tiefkühlpasta der Holzklasse. Die Schweizer, so viel kann ich verraten, sind nicht nur in Sachen Bademantel, aber auch da, total neutral. Gespannt bin ich, ein klein wenig Angst habe ich auch, was die Amerikaner zu meinem Outfit sagen, insbesondere seitdem ich neuerdings selber einer bin. "Davon später mehr."

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11.01.2017

BERLIN IST MEIN BÜRO


Außenwerbung

Genau genommen ist nicht Berlin mein Büro, denn Berlin ist bereits Mutter und Vater, sondern mein Taxi. Und da sieht es im Moment ziemlich leer aus, sieht man mal von meiner Wenigkeit ab. Mit leeren Räumen ist es so, dass sie meist größer wirken als sie sind. Das ist eigentlich schon die ganze Geschichte meiner neuen Außenwerbung. Bisher hat noch niemand ein Problem damit gehabt, wie denn auch, bei der erwähnten Leere im Taxi, also von Fahrgästen. Ich sehe sie aber schon bildlich vor mir, und zwar die, die immer irgendwas zu sabbeln haben, obwohl sie gar nichts zu sagen haben, und nicht eine Sekunde Ruhe geben, selbst wenn sie alleine sind, weswegen sie immer mit irgendjemanden quatschen müssen, und sei es mit ihrem blöden Smartphone. Das wird eine harte Zeit werden, wenn es denn irgendwann wieder los geht im Taxi, für meine Fahrgäste meine ich.

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09.01.2017

ICH BIN BREITSCHEIDPLATZ


Ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass alle Welt "Charlie" sein wollte, um genau zu sein "Charlie Hebdo", die Satirezeitschrift aus Frankreich. Damals trugen nicht nur viele Leute ein T-Shirt mit dieser Aufschrift, sogar in Hollywood wurden welche gesichtet, sondern Hunderttausende gingen auf die Straße. Nach dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz haben diese Fünf dort demonstriert, wobei demonstriert nicht das richtige Wort ist. Sie haben nur demonstrativ fünf weiße Rosen dort abgelegt. Fünf weiße Rosen für zwölf Opfer. (Manche zählen auch den Attentäter zu den Opfern, dann wären es dreizehn.) Das war's. Keine Demonstration. Keine T-Shirts. Nichts.

Über den Attentäter wissen wir sehr viel. Dass er vierzehn Identitäten besaß, wie viele Geschwister er hat, wer seine Mutter ist und was sein Vater macht. Über die Opfer weiß man dagegen so gut wie nichts. Gut, dass das erste Opfer ein polnischer LKW-Fahrer war, daran erinnern sich die meisten noch. Aber wer weiß schon, dass unter den Opfern auch Personen mit tschechischer, ukrainischer, italienischer und israelischer Nationalität waren? Dass zwei der Opfer aus Brandenburg kamen? (Ein 32 Jahre alter Mann aus Brandenburg an der Havel und eine 53-Jährige Frau aus dem Landkreis Dahme-Spreewald.) Und wer weiß, ob Berliner unter den Opfer sind?

Für mich ist der Attentäter kein Opfer. Für mich ist er nur eine dumme und feige Drecksau, und ich hoffe, dass die 72 Jungfrauen seiner impotenten Seele keine Ruhe lassen im Paradies. Aber das wichtigste: Sollte einer dieser eierlosen Gesellen, die so gerne von Ehre reden, egal ob er aus dem Süden, Osten, Westen oder Norden kommt, oder von hier ist, in die Fußstapfen von Anis Arschloch treten wollen, so möge er sich vorher bei mir melden, damit wir das austragen können. Von Mann zu Mann. Wie es sich gehört. Ich hole dich auch mit dem Taxi von zu hause ab, wenn du keinen LKW hast.

PS: Mir ist es egal, wie du mich nennst. Es ist mir auch Schnuppe, ob Trauer und Wut gerade angesagt sind oder nicht. Berlin ist nicht nur meine Stadt - Berlin ist für mich Mutter und Vater. Und wer nicht traurig oder wütend ist, wenn im Schatten der Gedächtniskirche Unschuldige Opfer eines kranken Hirns werden, dann ist denen nicht mehr zu helfen und nicht mir. Nenn mich rechts, nenn mich Nazi. Pack mich in die Schublade, die dir gefällt. Du hast ja sonst nichts besseres zu tun. Es ist mir egal. I give a shit! Ich bleib so wie ich bin.

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07.01.2017

TOTE HOSE IM TAXI


Der Jahresanfang ist im Taxi nie der Hit, sieht man mal von Silvester ab. Meist hält sich das Geschäft noch eine Woche lang, dieses Jahr ist es direkt nach Neujahr abgebrochen. Gut, am Montag und auch am Dienstag sind noch drei oder vier Rentner aus dem Urlaub zurück gekommen. Ein oder zwei Mütter mit Kindern wurden noch im Taxi gesichtet. Das war's dann aber auch. Woran das liegt? Keine Ahnung!

Möglicherweise daran, wie die Feiertage dieses Jahr fielen, nicht nur Weihnachten sondern auch Silvester. Neujahr, offizieller Feiertag, fiel auf einen Sonntag, wo sowieso keiner arbeiten muss. Seit ein paar Tagen ist es Schweinekalt in Berlin, und trotzdem sind die Taxen leer. Die wenigen Leute, die sich auf der Straße rumtreiben, ziehen es vor zu laufen. Wahrscheinlich genießen auch sie den Winter mit seinen Minusgraden, auf die wir so viele Jahre verzichten mussten.

Das sind aber alles nur Vermutungen, die keiner beweisen kann. Klar dagegen ist, dass Putin höchst persönlich die Wahlen in Amerika manipuliert hat. Es gibt zwar keinen Zeugen und auch keine Beweise, trotzdem ist es so gewesen. Wie Putin, dieses kleine Männchen aus Moskau, Millionen von Wählern an die Wahlurne gebracht haben soll, die dort dann auch noch den verkehrten wählten, ist allerdings geheim. Das liegt vermutlich daran, dass Putin mit einer Kalaschnikow eingereist ist, die er den Leuten auf die Brust gelegt hat, was aber verboten ist, also die Einreise mit einer Kalschnikow.

Apropos Waffen: Werden denn nicht auch unsere Waffen nach Syrien verkauft (und nicht nur zum auf die Brust legen), und zwar von genau dem, auf den wir oft so stolz sind: "Dem Exportweltmeister"?!? Seit einiger Zeit verteilt der nun Pflaster, allerdings nur im Inland. Warum man die Pflaster nicht gleich mit den Waffen zusammen liefert, bleibt unklar. Es wird wohl die gleiche Geschichte wie mit dem Kinderüberraschungsei sein. Dass da Spielzeug drin ist, geht auch nur, weil es dafür eine Sondererlaubnis gibt, und die fehlt in diesem Fall.

Was hat das nun alles mit Taxifahren zu tun, fragst du dich völlig zu Recht. Ich will es dir sagen: Absolut nichts! Ich habe einfach zu viel Zeit. Im Taxi geht, wie eingangs beschrieben, im Moment gar nichts. Da bleibt viel Zeit zum Nachdenken. Konsumieren, was ich eigentlich sollte, kann ich nicht. Dazu fehlt mir die Kohle. Und genau das ist das Problem. Also jetzt nicht die fehlende Kohle, sondern die zahlreich vorhandene Zeit. Aber nicht deswegen, weil man sich da seine Gedanken macht. Nein, das ist normal. Das Problem ist, dass es oft die falschen Gedanken sind. Musst du mal drauf achten!

Text TaxiBerlin

06.01.2017

# 7 HIER SPRICHT TAXIBERLIN SPRICHT HIER 7 #


Heute im Studio

Auf der Straße ist gerade "Tote Hose". Die richtige Zeit also, um mal ins Studio zu gehen. Als Kollege Daniel, den ich bis dato nicht kannte, vor vier Wochen seinen Autoschlüssel abgab, um Dudelsack spielen zu lernen, konnte er nicht wissen, dass TaxiBerlin (also ich) einer der größten (wenn nicht gar DER größte) Manager von Dudelsackspielern in Berlin ist. Warum Daniel aufhört Taxi zu fahren und anfängt Dudelsack zu spielen, das erfährst du neben vielen anderem bei unserer ersten Probe, heute ab 21 Uhr auf Pi-Radio, in Berlin unter 88.4, in Potsdam auf der 90.7 und hier im Internet Live-Stream.

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05.01.2017

IDENTITÄTEN


Manchmal mache ich mir Sorgen, weil ich zwei Identitäten habe (eigentlich drei, aber das muss unter muss bleiben.) Gerade habe ich erfahren, dass das überhaupt kein Problem ist, was mich enorm beruhigt. Ganz im Gegenteil, zwei (wie gesagt: eigentlich drei) sind eigentlich viel zu wenig. Je mehr Identitäten man hat, desto mehr kann man machen. Das klingt logisch, ist aber nicht jedem klar. Viele denken da nur ans Abgrabbeln, oder mit einem anderen Wort an Sozialbetrug. Das sind aber nur die kleinen Geister, auch Kleingeister genannt. Ich jedenfalls denke da in ganz anderen Dimensionen. Also eigentlich nicht ich, sondern eine meiner Identitäten. Das muss man auseinanderhalten. Das ist wichtig, wenn man irgendwann mal dafür belangt werden soll, weil irgendeine Identität Mist gemacht hat, was mehr als unwahrscheinlich ist. Sollte es wider erwarten doch einmal dazu kommen, soll einfach jemand anders dafür gerade stehen - ich glaube das geht. Auch damit das nicht TaxiBerlin ist, dessen Texte auch du so gerne liest (oder?), brauche ich noch mehr Identitäten.

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HIER SPRICHT TAXIBERLIN # 7



"It's a long way ..."

Morgen ist es wieder so weit, da sind wir wieder auf Sendung. Wir, das sind Layne alias TaxiGourmet (Autorin und TaxiKollegin aus New York), der Fotograf von Oz an den Reglern und ich als TaxiBerlin. Für unsere siebente Sendung haben wir uns einen ganz besonderen Gast eingeladen, und zwar den (noch) Berliner Taxifahrer Daniel, den ich bisher nur einmal in meinem Leben getroffen habe, und das war irgendwann Ende letzten Jahres, genauer gesagt vor drei Wochen, und zwar im Büro unserer gemeinsamen Firma im Wedding (jetzt Neue Mitte), wo er den Schlüssel abgegeben hat. Seinen Schlüssel (es war nicht der Löffel!) hat Daniel deswegen abgegeben, weil er aufhört mit dem Taxifahren, das Ganze nach 13 Jahren im Fahrersitz. Warum Daniel aufhört (ob vielleicht etwas dramatisches passiert ist in seinem Taxi) und was er nun tun wird (es war von einem exotischen Instrument die Rede, das er erlernen will), das wird uns Daniel (so Gott will) alles morgen ab 21 Uhr auf Pi-Radio verraten. In Berlin ist das die 88.4, in Potsdam die 90.7 oder hier im Internet Live-Stream.

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04.01.2017

MEIN TAG DER BÜCHER (EIN NACHTRAG)


"Das Kuss-Experiment" (Werbung)

Das Wichtigste, das passiert mir nur all zu oft, habe ich gestern mal wieder vergessen, und zwar das Buch, das ich selbst gerade lese. Es geht da unter anderem um Lieder aus Persien, aber nicht nur. Das Thema des Buches ist, wenn ich es richtig verstehe, die Vielweiberei. Es heißt jedenfalls "Das Harem-Experiment" und geschrieben hat es eine Frau. Auf Seite 150 wird da nun dieses persisches Lied zitiert, das möglicherweise auch dich interessieren könnte: "Spricht einer schlecht von dir, so gib ihm den Ehrenplatz an deinem Hof; denn er ist der Anlass dafür, dass du dich bessern kannst. Ein Freund wird dir kaum die Wahrheit sagen; doch ein Feind hält sich nicht zurück."

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03.01.2017

MEIN TAG DER BÜCHER


Buch- und VHS-Spende am Flughafen Tegel

Heute war echt Tag der Bücher bei mir. Zuerst habe ich eins verschenkt (im Büro meiner Firma im Wedding, jetzt Mitte), dann eins am Flughafen Tegel gespendet (Foto), danach eins verborgt (an einen Kollegen am Bahnhof Friedrichstraße) und zum Schluss noch eins verkauft. Im Taxi, an eine junge Frau, aus Hamburg, die aber in Wien wohnt, weswegen sie genau die richtige für dieses Buch war. Ich hatte den Verkauf bereits hier angekündigt. Die Käuferin kannte den Autor, genauso wie sie wusste, wer gerade bei mir im Auto vom "Lost Highway" sang (Hank Williams), dieses Buch von Thomas Bernhard, das hatte sie aber noch nicht gelesen. Viel Spaß bei der Lektüre!

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BÖSE VORSÄTZE


Bei mir geht's anders lang!

Gute Vorsätze - wer hat sie nicht, gerade jetzt zu Jahresbeginn. Aber wer hat schon böse Vorsätze? Dabei gibt es das Gute nur, weil es auch das Böse gibt. Ich habe böse Vorsätze, und zwar im Taxi, und nur da. Wer hier keine Ahnung hat, kriegt 'ne klare Ansage oder fliegt raus, oder beides. Dumm stellen gilt nicht mehr. Beispielsweise diese elenden Trinkgeldverweigerer aus dem Süden unseres schönen Kontinents. Die sollen sich einen Stadtführer kaufen, wozu gibt es sie schließlich. Dort steht genau drin, wie viel man gibt, wenn der Service gut war. Und wer trotzdem keins gibt, kann gleich zu hause bleiben. Noch können wir uns unsere Besucher aussuchen, oder? Und unsere Fahrgäste auch! Eins kann ich jetzt schon sagen, auch wenn das neue Jahre keine drei Tage alt ist: Böse Vorsätze tun richtig gut.

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