30.05.2016

DER IRRE SCHILDERSTREIT VON SCHÖNEFELD


"Zeit zum Abschmatzen"

Alle fragen sich, was ist da bloß los in Berlin, warum können die keinen Flughafen eröffnen, und selbst vielen Berlinern sind die wahren Gründe nicht klar, warum sie immer noch mit dem Bus nach Tegel müssen, obwohl die Bahn nach Schönefeld, wie vieles andere auch, seit Jahren einsatzbereit ist. Dem Berliner Taxifahrer ist es vielleicht als einzigem Recht, dass er noch in Tegel stehen darf, bevor er mangels Laderechten in Schönefeld der gekniffene ist, weswegen Aufklärung über die wahren Ursachen für die jahrelangen Verzögerungen von seiner Seite eher nicht zu erwarten waren.

Andererseits ist der Taxifahrer einer der wenigen, oder sollte es zumindest sein, der sich mich Ge- und auch mit Verbotsschildern auskennt, denn die sind der wahre Grund, dass Schönefeld nicht öffnen kann, und nicht etwa, weil der Schutz vor "Brand" mangelhaft wäre, wie uns immer wieder eingeredet wird, denn dafür (besser: dagegen!) heißt der Flughafen, obwohl noch gar nicht offen, doch schon seit Jahren Flughafen Willy "Brand" International.

Erstmals gelangen hiermit Bilder (über und unter diesem Text) über den irren Schilderstreit von Schönefeld an die Öffentlichkeit. Auch dieser Job, der früher investigativen Journalisten vorbehalten war, bleibt heute am Berliner Taxifahrer hängen. Brandenburger Taxifahrer und ihre Interessenvertreter haben in Schönefeld kurzerhand "Kiss & Fly" Zonen eingerichtet, obwohl es doch der Berliner ist, der sich mit Zonen auskennt. Deswegen konnte das auch nichts werden mit den "Kiss & Fly" Zonen, obwohl man (frau auch!) sich dort, das soll der Wahrheit wegen erwähnt sein, immerhin eine Viertelstunde abschmatzen und, wer wollte, auch ablecken durfte - alles umsonst, oder auch kostenneutral, und ganz legal - versteht sich.

Nur heißt der Flughafen, zumindest offiziell, "Berlin/Brandenburg", auch wenn Berliner Taxen dort bestenfalls wohlgelitten sind, weil er sich außerhalb ihrer Stadtgrenze befindet, immerhin dürfen sie Fahrgäste zu ihm hinbringen. Die Viertelstunde, in der sich diese in der "Kiss & Fly" Zone auch im Berliner Taxi verabschieden können dürfen, hört sich, zugegeben, erstmal gut an. Wer aber weiß, wie lange ein Taxi am Flughafen auf den nächsten Fahrgast warten muss, der weiß auch, dass da eine Viertelstunde definitiv zu kurz ist.

Und deswegen möchte der Berliner Taxifahrer auch eine "F**k & Fly" anstelle der "Kiss & Fly" Zone, aber nicht etwa der Alliteration wegen, falls die jemand kennt. Das ist der Umstand, dass bei "F**k & Fly" beide Wörter mit F beginnen. Dieser Grund ist natürlich nur vorgeschoben! Es geht dem Berliner Taxifahrer um die eine Stunde, die er sich in der "F**k & Fly" Zone "bereithalten" darf, um Fahrgäste nach Berlin aufzunehmen, von denen es auch am neuen Flughafen so einige geben soll, und damit er dort nicht länger der "gef**kte" ist.

"Leider nur 15 Minuten - bisher!

Fotos&Text TaxiBerlin

24.05.2016

"MEINE EIER GEHÖREN MIR!"


Frankfurter Allee / früher Stalin-Allee
Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Woran es liegt, dass mehr Männer als Frauen bei mir einsteigen, kann ich nicht sagen. Was ich weiß, ist, dass ich mehr auf Frauen stehe. Andererseits kann man mit Männern, nicht mit allen, über Frauen reden. Manch einer behauptet sogar, dass man über das Weib nur zu Männern reden soll. Ich kann und will jetzt nicht das ganze Gespräch mit meinem Fahrgast wiedergeben, und ich weiß auch gar nicht, wie wir auf das Thema kamen, aber die Frage, warum unsere Zeit so arm an Phallussymbolen ist, die konnte auch ich nicht beantworten. Woran ich mich erinnern konnte, war, dass ich in der Türkei, genauer gesagt in Istanbul, schon mal Postkarten gesehen hatte, viele Jahre ist es her, auf denen kleine Götter mit Riesen-Penissen zu sehen waren. Die Riesen-Penisse symbolisierten Fruchtbarkeit, genauso wie der Brunnen auf dem Arnswalder Platz im Prenzlauer Berg, an dem wir gerade vorbeifuhren, der allerdings, warum auch immer, besser bekannt als Stierbrunnen ist. Und da müssen wir irgendwie auf die Eier gekommen sein, die der Stier noch hat, sonst wäre er ein Ochse, und von denen mein Fahrgast behauptete, das sie ihm gehören, was mich an einen anderen Spruch erinnert, ich glaube der war von Frauen, aber wie ging der jetzt gleich noch mal ... ?

23.05.2016

"TOO OLD TO DIE YOUNG"


"Too Old To Die Young" - das stand auf seinem T-Shirt, aber nicht oben auf der Brust, sondern am unteren Rand, wo ich es nicht gesehen hätte, wenn es in der Hose gesteckt hätte, zu diesem Zweck stand es nämlich dort. Dafür war in der Hose aber kein Platz mehr, der war besetzt, von den vielen Bieren, die der Träger des T-Shirts an diesem Nachmittag getrunken hatte, was ärgerlich war - so oder so.

Ärgerlich insbesondere deswegen, weil ich einmal mehr abgelenkt wurde vom wirklich wichtigen beim Taxifahren, und er, also der T-Shirt Träger, schon hinter mir Platz genommen hatte, bevor ich ihm erklären konnte, warum das besser nichts wird mit uns beiden. Nichts gegen Dicke, sie sind in der Mehrheit, viele sind es schon, und noch mehr werden es. Letztendlich auch eine wichtige Zielgruppe beim Taxifahren, mit der man es sich besser nicht verscherzt.

Nun ist es aber so, eine üble Laune unserer sonst lieben Natur, dass Dicke gerne und viel schwitzen, insbesondere wenn die Temperaturen steigen, wogegen nichts einzuwenden wäre, wenn dann nicht alles, also wirklich alles, rauskommen würde, was sie so getrunken, gefressen - Verzeihung: gegessen, und auch geraucht haben, und zwar aus jeder einzelnen Pore ihrer Haut, die nun mal, leider muss man sagen, durch ihre Körperfülle unnötig aufgebläht wurde.

Obwohl er in meinem Taxi hinten Platz genommen hatte und alle Fenster geöffnet waren, gestern war schließlich Sommer, ich meine Nase in den Fahrtwind hielt oder es zumindest versuchte, war ich mir nicht sicher, ob ich diese Fahrt auch bis zum Schluss würde machen können. Es lag nicht nur am Geruch, wie man so schön sagt, sondern auch am Brennen in meinen Augen - allerdings nicht vom Fahrtwind.

Nur, was waren die Alternativen? Ihn an die frische Luft setzen? Oder ganz und gar einem Kollegen ins Taxi? Vielleicht einem Dicken - das wäre ein Spass! Das müsste man echt mal bringen! Am Besten mit einem Spruch auf den Lippen: Du, ich glaube, der passt besser zu dir ...  Aber jetzt mal im Ernst: Wem ist gedient, wenn dem Fahrer schwummrig wird, oder auch nur schwarz vor Augen, er plötzlich zusammensackt auf dem Fahrersitz, beide Hände am Lenkrad?

Bis in die kleine Straße, wo mein Dicker wohnte, habe ich es nicht geschafft, wollte es auch nicht - viel zu gefährlich! Die letzten 500 Meter konnte er laufen, war sowieso nur 'ne kurze Tour. Laufen hat noch niemandem geschadet, das sagte ich ihm, und auch, dass er sich mal wieder waschen sollte, was er auch versprach. Humor haben sie jedenfalls, die Dicken, aber was bleibt ihnen auch anderes übrig, nachdem sie schon zu alt geworden sind, um früh zu sterben ...

22.05.2016

ICH BIN 'NE RICHTIGE NUTTE


Ich bin 'ne richtige Nutte, ich lass jeden an mich ran, manchmal auch drei oder vier. Gleichzeitig - Versteht sich! Die können stinken, wie sie wollen, ich muss sie bedienen. Ich muss mir auch all ihre geistigen Ausdünstungen anhören, was meist noch viel schlimmer ist als ihre körperlichen. Dass sie des öfteren in fremden Zunge sprechen, macht die Sache nicht besser. Schlimmer ist nur noch der Gesprächsmüll, den sie regelmäßig in Mono in ihre Smartphones absondern, auch wenn die zweite Stimme fehlt, oder vielleicht gerade deswegen ...

21.05.2016

"DU HÄLTST DIE KLAPPE!"


"Du hältst die Klappe!" - das waren seine Worte, mit denen er mich auf den Prozess vorbereitete, in dem er mich vertrat. Das ist einige Jahre her, es ging eigentlich um Nichts, nur um einen "Punkt", den ich als Taxifahrer alles andere als gebrauchen konnte. Nun ist er tot, die Rede ist von Rechtsanwalt Andreas Just, dem Berliner Anwalt für Taxifahrer, der selbst am Liebsten Motorrad fuhr. Gestern habe ich es erfahren, vom Schwarzen Brett neben der Pilotenbude, wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer am Flughafen Tegel liebevoll genannt wird, die Trauerfeier ganz in der Nähe von diesem dürfte gerade zu Ende gehen. Mein Prozess wurde damals eingestellt, die Richterin konnte mich auf dem Foto, welches die von mir begangene Ordnungswidrigkeit beweisen sollte, nicht erkennen, angeblich weil ich ein "Allerweltsgesicht" habe. Auf Anraten meines Anwalts sagte ich damals laut: "Danke, Frau Richterin!" Heute sage ich, ohne dass mir das jemand sagt: "Danke, Rechtsanwalt Just. Ruhe in Frieden!"

ANTANZEN MIT TAXIBERLIN


Es gibt auch Finderlohn!

Der Frühling ist da, der Mai-Bock angestochen, dazu noch Féte de la Hastunichtgesehn - wann sollte die richtige Zeit zum Antanzen sein, wenn nicht jetzt? Da ich bei mir im Taxi das ganze Jahr über tanze, ich schmeiße dafür auch schon mal die Stühle raus, bin ich bestens auf's Antanzen vorbereitet. Neulich zum Beispiel, es war glaube ich am Kottbusser Tor, da wollte mich schon mal einer antanzen. Der wusste natürlich nicht, mit wem er's zu tun hat - wie denn auch?! Auf jeden Fall war es so, dass der Antänzer sich danach gewünscht hat, mich nie angetanzt zu haben. Seine "Tanzkarte" (oder war es seine?) liegt übrigens immer noch bei mir im Taxi rum. Nur für den Fall, dass er sie noch braucht ...

Foto&Text TaxiBerlin

19.05.2016

LITERATUR AM ARBEITSPLATZ


Stillleben mit Toilettenpapier

Die Toilette, genauer: der Ganz zur Toilette, ist ein großes Thema für jeden Taxifahrer, letztendlich aber für jeden, der irgendwie kreucht und fleucht oder eben fährt, auch wenn es nicht unbedingt von jedem gerne angefasst wird, ich meine das Thema. Für einen Taxifahrer als jemand, der mobil ist, ist der Arbeitsplatz das Taxi und nicht das Büro, weswegen manche Taxifirmen gar keine Toilette haben, weil sie oft auch gar kein Büro haben, alles natürlich aus Kostengründen und nicht etwa aus Böswilligkeit. Ich habe das große Glück, für eine Firma zu arbeiten, die noch eine Toilette hat, was heute, wie gesagt, nicht mehr selbstverständlich ist. Das ist aber noch nicht alles! Die Toilette meiner Firma hat sogar ein Fenster mit einem dazugehörigen Fensterbrett, auf dem immer ein Buch liegt. Meine Firma, das kann ich ohne Übertreibung sagen, ist eine für Leute, die schreiben und vor allem auch lesen können. Im Moment liegen auf dem Fensterbrett Schillers Briefe in der "Nationalausgabe", das erwähne ich nur für die Spezialisten unter meinen Lesern.

Übermorgen, also am 21. Mai, wenn das Autorennen auf der Karl-Marx-Allee stattfinden wird, ich berichtete an dieser Stelle darüber, schrieb Schiller unter anderem folgendes an Freund Goethe:

Der Ueberbringer dieses, H. Michaelis aus Strelitz ist der Verleger meines MusenAlmanachs. Wenn Sie ihm einige Augenblicke widmen wollten, so würde ich Sie bitten, mit ihm und unseren Freund Meyer zu deliberieren, ob aus den Beyträgen, die Sie zu dem Almanach bestimmt haben (die Epigramme mit eingeschlossen) nicht einige Stoff zu Vignetten geben, die vielleicht Meyer skitzieren würde. Die Gewohnheit fodert dergleichen Verzierungen, und hier weiß ich keinen Stoff dazu.

Auch wenn wir den Kollegen Schiller am Ende etwas ratlos sehen, so müssen wir - durchaus mit ganz viel Wehmut - zu Kenntnis nehmen, dass damals, also vor ziemlich genau 220 Jahren, noch richtig was los war, da wurde noch deliberiert und man sprach über Epigramme und Vignetten ... nein, nicht die fürs Auto - mein Gott!

Foto&Text TaxiBerlin

18.05.2016

VON TAXIGIRLS UND TAXAMETERN


Wer weiß eigentlich, wo der Begriff Taxi seinen Ursprung hat? Genau, beim Taxameter, d.h. von einem in einer Droschke befindlichen Gebührenmesser pro Fahrstrecke, auch Fahrpreisanzeiger oder eben Taxameter bzw. Taxi-Uhr. Das erste Taxameter, erfunden von Friedrich Wilhelm Gustav Bruhn, soll übrigens, das ist keine Überraschung, 1897 in Stuttgart zum Einsatz gekommen sein. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde aus Taxameter einfach nur Taxi und bezeichnete die Droschke, dann schon Kraftdroschke, selbst.

Ein Taxigirl ist ein Mädchen, das man mieten kann, angeblich nur um eine bestimmte Zeit mit ihr zu tanzen. Böse Zungen behaupten allerdings, dass es sich dabei um Prostituierte handelt. Die zweite Frau von Henry Miller, sie hieß glaube ich June, war beispielsweise ein solches Taxigirl, die mit ihren Einnahmen dafür sorgte, dass sie zusammen mit ihrem Mann in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts mehrere Monate in Paris Urlaub machen konnte.

Wer weiß nun, was aus dem Taxigirl geworden ist? Hm, das ist auf jeden Fall schwerer zu beantworten als die Frage nach dem Taxi. Eine Möglichkeit ist, dass, analog zu Taxi und Taxameter, aus Taxigirl einfach nur Girl wurde. Das würde allerdings bedeuten, dass alle Girls heute eigentlich Taxigirls sind oder es zumindest einmal waren ...

17.05.2016

"LIKE MICH AM ARSCH"



"Und dann das!"

Jahrelang habe ich an meinem Image als "Taxi-Diktator" gearbeitet - und dann das! Die Rede ist vom Video oben drüber von "Deichkind", die ich gar nicht kenne (so viel Strafe muss sein!). Ich meine, wo ich sage "Facebook-Freie-Zone", da sagen die einfach mal "Like mich am Arsch", das musst du dir mal vorstellen! Darüber hinaus sind in ihrem Video auch noch jede Menge Dickbäuchige zu sehen (vermutlich alles Taxifahrer), was ich mir nie wagen würde zu thematisieren. Und das aus gutem Grund, denn eigentlich geht es mir ganz genauso, auch ich verabscheue Sport. Obwohl - neulich habe ich mich im Fitness-Studio angemeldet, und jetzt überlege ich ernsthaft dort (also im Fitness-Studio) auch noch zu schreiben. Dranbleiben lohnt sich mal wieder ...

Video YouTube
Text TaxiBerlin

16.05.2016

CALL ME CALM EXCITED


Manchmal spreche ich auch türkisch ...

Immer wieder muss ich englisch sprechen in meinem Taxi, was schlimm genug wäre, wenn meine englischsprachigen Fahrgäste darüber hinaus nicht immer auch noch wissen wollten, wie ich denn heißen würde, wenn sie mich "How Are You?" fragen. Ich weiß immer gar nicht, was ich darauf sagen soll. Ich meine, egal was ich ihnen antworte, sie verstehen's ja eh nicht. Zumindest meinen Namen, den verstehen sie neuerdings, seitdem ich mir sozusagen einen englischen Künstlernamen zugelegt habe, und zwar "Calm Excidet". Für meine zahlreichen anglophoben Leser möchte ich ihn kurz erklären, das muss reichen für heute, immerhin ist Feiertag. Also "Calm" steht für ruhig, und wer mich kennt, der weiß, dass das stimmt. Das ist auch der Grund, warum ich Taxi fahre, weil ich im Taxi meine Ruhe habe, zumindest so lange keine Angelsachsen einsteigen. Warum die sich immer ausgerechnet in meinem Taxi anbrüllen müssen, ist mir bis heute ein Rätsel. Doch weiter mit meinem Künstler-Nachnamen "Excited", was bedeutet, dass ich, der ich "Calm" mit Vornamen heiße, mich wirklich, also "really" wirklich, wenn es denn mal ganz ruhig bei mir im Taxi ist, mich darüber tierisch aufregen kann.

15.05.2016

BECOME A BERLIN CABDRIVER BY ACCIDENT


Lange habe ich überlegt, welchen Beitrag ich zu dem Umstand leisten kann, dass immer mehr, insbesondere auch junge Menschen nach Berlin kommen, um hier englisch zu lernen (Stichwort: LEARNING ENGLISCH IN BERLIN), bis mir letzte Nacht (ich muss mal wieder den ein oder anderen PARTY PEOPLE & BLOODY TOURIST zu viel an Bord gehabt haben) die sowohl einfache als auch geniale Antwort kam. Genial ist BECOME A BERLIN CABDRIVER BY ACCIDENT, das soll kurz erklärt sein, alleine deswegen, weil niemandem in die Wiege gelegt wurde (ich kenne zumindest keinen), dass er später mal Taxifahrer wird, sondern alle Taxifahrer immer rein zufällig, also BY ACCIDENT, Taxifahrer geworden sind. Ob der Satz auch in der Rückübersetzung funktioniert, also dass jemand bei einem Unfall Taxifahrer in Berlin wird, kann ich nicht sagen. Wovon ich gehört habe, ist, dass sich ein Taxifahrer in die Frau verliebt hat, die ihm gerade hinten rein gefahren war, was aber schon wieder eine andere Geschichte ist ...

14.05.2016

"WOZU SIND KRIEGE DA ?"


Karl-Marx-Allee / früher Mitte / heute Neue Mitte

Alles fing damit an, dass ich neulich mal schnell zum Alex wollte. Das erste mal musste ich da am Frankfurter Tor umsteigen, immerhin nur in eine andere U-Bahn auf dem Gleis gegenüber. Am Strausberger Platz ging es dann ganz und gar raus aus der U-Bahn und rein in den Schienenersatzverkehr, sprich Bus, um sich mit diesem sogleich in den Dauer-Stau auf der Karl-Marx-Allee einzureihen. Der Stau dort ist neu und hängt mit der Tribüne und den vielen schweren Betonteilen zusammen, die dort gerade aufgebaut werden, und die mich spontan fragen ließen, ob schon wieder 40. Jahrestag ist.

Warum die U-Bahn in diesem Bereich nicht fährt, ob das mit den überirdischen Aufbauten zusammenhängt, die sehr schwer sind, da sehr viel Beton, kann ich nicht sagen. Immerhin bin ich letzte Nacht, mit dem Taxi fahre ich besser nicht am Tage, ich erwähnte das auch neulich hier, und ich will mich auch nicht übers Nachts arbeiten beklagen, ganz im Gegenteil, immerhin ist es die einzige Tageszeit, wo man überall halbwegs durchkommt, durchgekommen.

Der Grund für die Absperrungen auf der Karl-Marx-Allee in Sichtweite des Alexanderplatz ist nicht der 40. Jahrestag, auch wenn die Tribünen vielleicht von dort geborgt sind, sondern ein Autorennen. Das musst du dir mal vorstellen! Da verrottet seit Jahren die AVUS-Tribüne im schönen West-Berlin, weil dort keine Autorennen mehr stattfinden dürfen, und nun baut man mal kurzerhand in der Neuen Mitte eine Rennpiste auf, die am ehesten mit der von Monte Carlo vergleichbar ist, die auch mitten durch die Stadt verläuft.

Klar, ich selbst fahre auch Auto, und manchmal liefere ich mir auch ein Autorennen, versuche es aber seit einiger Zeit zu vermeiden, seitdem so viel passiert bei ihnen. Von Autorennen hält man sich besser fern! Eines von vielen Dingen, die mich die Straße gelehrt hat, und weswegen ich die Frage, wozu das Autorennen auf der Karl-Marx-Allee, das übrigens erst am nächsten Samstag, also genau heute in einer Woche, stattfinden wird, gut sein soll, hiermit weitergebe.

Foto&Text TaxiBerlin

13.05.2016

FORSICHT FINGSTEN


... bleibt besser zu Hause

Ostern ist kaum vorbei, da steht es auch schon wieder vor der Tür, das verlängerte Wochenende, von dem keiner weiß, was denn der Grund dafür ist, dass er schon wieder nicht arbeiten muss, was aber auch egal ist - Hauptsache frei! Bevor sich jetzt alle ins lange Wochenende verabschieden, soll noch rasch gewarnt werden, das erlaube ich mir aus jahrelanger Erfahrung zu tun, und zwar vor dem Pfingstochsen, für den bereits überall in der Stadt Stroh abgeworfen wurde, und insbesondere nachdem er an Männertag keinen Ausgang hatte, weil Frauentag war, ich berichtete darüber. Ochse übrigens, das wissen viele nicht, ist ein kastriertes männliches Exemplar, aber das nur nebenbei.

Was ist nun zu tun, wenn einem so ein Pfingstochse ins Taxi steigt? Erst einmal Ruhe bewahren, das ist das Wichtigste. Und dann natürlich irgendwann losfahren, das ist auch klar. Nur wohin? Sicher, er wird dir irgendwelche Fahrziele nennen, die du aber gleich wieder vergessen kannst, weil sie allesamt nichts taugen. Ganz ehrlich! Ich meine, jetzt mal im Ernst: Was will der Pfingstochse zu Hause? Oder in seiner Stammkneipe? Oder gar im Bordell? Für das eine ist es doch immer zu früh und für das andere zu spät. Ich denke, du verstehst.

Doch wo nun hin mit dem Typen? Oder sollten auch diesmal wieder Frauen unter ihnen sein, so wie neulich? Und wie heißen die dann, wenn sie kastriert sind. Verzeihung, das geht zu weit! Vielleicht sollten wir uns darauf einigen, dass die Frauen diesmal zu Hause bleiben, wirklich jetzt, also nicht nur so tun als ob! Es ist schließlich auch in deinem Interesse, wenn ich dir deinen Pfingstochsen nicht nach Hause bringe, nicht wahr?! Daran musst du auch mal denken!!! Wo du ihn finden wirst, deinen Pfingstochsen? Das ist ganz einfach! Natürlich da, wo das ganze Stroh ist ...

Foto&Text TaxiBerlin

12.05.2016

HEUTE HIGH NOON IM BUNDESTAG


Dass ich das noch erleben durfte, dafür hat es sich gelohnt, bis zum heutigen Tag immer brav mit dem Taxi weiter zu fahren. Da hat doch einer wirklich die Eier, Verzeihung, ich meine natürlich den Mut, das bewusste Gedicht über den bekannten Despoten, ich bitte nochmals um Verzeihung, es muss natürlich ehrenwerten Präsidenten heißen ... ist das möglicherweise gefährlich, was ich da gerade schreibe, ich meine für mich jetzt ...? Für dich natürlich nicht, das ist klar, du brauchst keine Angst zu haben, du kannst in Ruhe weiter lesen:

Also: Es soll ein sogenannter Hinterbänkler gewesen sein, jetzt wissen wir auch endlich, wozu wir sie im Bundestag sitzen haben, der es dort heute pünktlich um zwölf Uhr, oder "High Noon" wie der Anglophile sagt, in voller Länge zum Vortrag gebracht hat. Vermutlich ist sein Platz auf der Hinterbank bereits vakant, was aber ein anderes Thema ist. Wer's nicht glaubt, was er da heute verpasst hat, schaut hier!

Text TaxiBerlin

DAS QUIZ BEI TAXIBERLIN


Lange gab es kein Quiz bei TaxiBerlin, jetzt ist es wieder so weit. Musste in der Vergangenheit erraten werden, von wem das folgende Zitat ist, so ist das diesmal bekannt. Es ist von mir. Genau genommen ist es ein Kommentar, den ich für den Beitrag eines Kollegen, wohl eher "Kollegen", geschrieben habe, der trotz Drei-Tage-Woche gerade mit der Renovierung seines Flurs überfordert ist, und dies via Internet der Welt wissen ließ. Wer als erster weiß, von welchem "Kollegen" die Rede ist, dem winkt wie gehabt eine Kurzstrecke:

"Bewegungsarmut, Übergewicht, ungesunde Ernährung und Rauchen lassen den menschlichen Körper selbst bei der kleinsten Kraftanstrengung schon mal ganz schön alt aussehen. Hinzu kommt die Nachtarbeit, keine Frage, ich weiß wovon ich rede, ich arbeite auch eher Nachts. Aber du kannst sicherlich auch am Tage arbeiten, wenn du das willst, in den meisten Firmen geht das. Frag doch mal deinen Chef. Zur Not kann man auch die Firma wechseln, ist beim Taxifahren zum Glück nicht das Problem. Und vergiss nicht, so eine kleine Krise (Flurrenovierung) kann auch eine Chance sein. Ich drücke dir die Daumen. Kopf hoch!"