01.11.2014

HAPPY HALLOWEEN NACHLESE oder DIE STRASSE GIBT DIE ANTWORT (EINE SERIE)


U-Bahn / Boden / Detail

Was für eine Nacht! Zum Glück sind die Happy Halloween People alle mit den Öffentlichen gefahren. Wahrscheinlich konnten die sich wegen der teure Schminke und ihrer aufwendigen Kostümierung kein Taxi leisten. War auf jeden Fall die bessere Entscheidung, denn sonst hätte es passieren können, dass eine/r von ihnen im Taxi ihre/seine "Pizza macht" (Foto). Gut, auf dem Boden der U-Bahn sah das jetzt auch nicht gerade schön aus, schon gar nicht am frühen Morgen. Gerochen hat's übrigens gar nicht. Ich schreibe das jetzt nur, weil ich gestern das Thema Nahrung von heute hatte, die trotz rauchen zwar dick macht, ausgekotzt dafür aber geruchsneutral zu sein scheint.

Foto&Text TaxiBerlin

31.10.2014

HALLOWEEN IN OSTBERLIN


Schlange vor dem Halloween Sonderverkauf

Ich halte es an dieser Stelle ausnahmsweise mal mit Walter Ulbricht, der auch nicht verstanden hat, dass man jeden Dreck, nur weil er aus dem Westen kommt, kopieren muss. Wortwörtlich sprach er von der "Monotonie des Yeah, Yeah, Yeah oder wie das alles heißt", mit dem es Schluss zu machen gilt. Der Walter hatte es gut, er kannte noch nicht Halloween. Immerhin setzt sich mit dem heutigen Halloween eine alte DDR-Tradition fort: Schlange stehen in Ost-Berlin.

Foto&Text TaxiBerlin

DIE STRASSE GIBT DIE ANTWORT (EINE SERIE)


Raucher am Taxi festhaltend

Schwer zu sagen, ob an "Rauchen macht schlank" wirklich was dran war, oder ob es nur funktioniert hat, weil die Leute dran geglaubt haben. Fakt ist, und wieder einmal gibt uns die Straße die Antwort, dass es heute offensichtlich nicht mehr gilt. Oder warum steht das Taxi schief (Foto), wenn sich ein Raucher nur daran festhält? Ein Grund, warum "Rauchen macht schlank" gewirkt hat, das habe ich mir nicht ausgedacht, war, dass das Rauchen, also jede einzelne Zigarette, die Verdauung angeregt hat. Der Preis war allerdings, dass sich dadurch auch die Ausscheidung vermehrte, weswegen sich die Toilettengänge erhöhten, was aber kein Problem war, weil Raucher sowieso mehr Pausen machen. Ob das nun an der Nahrung liegt, dass das mit der Verdauungsanregung durch das Rauchen und in deren Folge mit der vermehrten Ausscheidung heute anders ist, bleibt (zumindest vorerst) eine offene Frage. Ich bin mir sicher, dass auch darauf die Straße eines Tages die Antwort geben wird.

Foto&Text TaxiBerlin

30.10.2014

DIE STRASSE GIBT DIE ANTWORT (EINE SERIE)


Was war die Frage?

Früher hat der Wind die Antwort gegeben, genauer gesagt geblasen. Heute gibt die Straße die Antwort, so ändern sich die Zeiten, was aber nicht heißt, dass die Antworten, die der Wind seinerzeit gegeben hat, heute nicht mehr gelten würden. Weit gefehlt! Auch heute braucht man keinen Wettermann, um zu wissen, woher der Wind weht. Und auch noch heute sollte man besser keinem Führer folgen, egal ob er Facebook oder sonstwie heißt, sondern auf die Parkuhr aufpassen, ob die denn auch geht, womit sich der Kreis zur Straße schließt, auf der das Parken und neuerdings das Blechen dafür auch in unserer Stadt immer mehr dazu gehört.

Weil die Straße, zumindest meiner Erfahrung nach, die Antwort auf so gut wie jede Frage hat (Wenn sie auf alle Fragen eine Antwort hätte, wäre die Straße ja Gott!), starte ich heute eine neue Serie, um auch Dich, der Du vielleicht noch neu in unserer Stadt bist, oder gar nur zu Besuch, Dich aber mit der Absicht trägst, bald ein neuer Neu-Berliner zu werden, an der Weisheit der Straße teilhaben zu lassen. Das Ganze ist auch noch kostenlos, also im Prinzip so wie früher. Ein bisschen Grips kann allerdings nicht schaden. Ich erwähne das nur, weil das heute nicht mehr selbstverständlich ist.

Doch nun endlich zur heutigen Antwort der Straße: "Berlin ohne Graffiti ist München" (Foto), die ich, hoffe ich zumindest, nicht näher erklären muss. Der ein oder andere Kleingeist wird sich jetzt fragen, was denn die Frage auf diese Antwort war. Und da der heutige Beitrag der erste ist, möchte ich auch diese Frage nicht unbeantwortet lassen. Genau genommen war es keine Frage, auf der die Straße in Form obigen Graffitis die Antwort gibt, sondern dieser Aufruf der Berliner Stadtreinigung (BSR): "Gemeinsam für einen sauberen Kiez", die (also die BSR) offensichtlich bereits von Kehrwochen-Gläubigen Neu-Berlin unterwandert ist.

Generell gilt für die gesamte Serie: Die Straße gibt oftmals auch Antworten auf Fragen, die noch niemand gestellt hat.

Foto&Text TaxiBerlin

29.10.2014

DAS ENDE DES ROLLKOFFERS


Kein Sperr-, sondern Baustellenmüll!

Der größte Feind des Taxis kommt nicht aus dem Internet, und auch nicht aus Amerika. Der größte Feind des Taxis ist und bleibt der Rollkoffer! Ich weiß das so genau, weil ich seit einiger Zeit selbst einen habe, mich aber kaum noch traue, ihn auszuführen. Es könnte nämlich das letzte Mal sein. Immer öfter enden Rollkoffer auf dem Sperrmüll, den es in Berlin gar nicht gibt. Vielleicht liegt das daran, dass viele Rollkoffer billige Chinakacke sind. So genau weiß das keiner. Es kann aber auch sein, dass es mittlerweile richtiggehende Banden gibt, die sich auf die Entführung von Rollkoffern spezialisiert haben. Wie gesagt, ich lasse meinen Rollkoffer vorsichtshalber zu Hause, und das kann ich auch nur jedem von Euch empfehlen!

Foto&Text TaxiBerlin

28.10.2014

BERLIN HAT HEUTE GEBURTSTAG


Dienstag 28.10.2014

Zum Glück gibt es die altehrwürdige BZ, die uns an den heutigen Geburtstag Berlins erinnert. Den eigenen Geburtstag vergisst kein Mensch, aber geht es um die Stadt, in der wir leben, sind einige doch ganz schön nachlässig. Das meine ich, wenn ich sage, dass es vielen insbesondere Neu-Berliner an Respekt vor ihrem zu Hause mangelt. Genau da scheint sich aber die Katze in den Schwanz zu beißen, denn die meisten Neu-Berliner sind in Berlin gar nicht zu Hause. Müssten sie sonst immerzu nach Hause fahren? Aber egal!
Wer heute einen Grund zum Feiern sucht, hat ihn gefunden. Lang lebe Berlin - unser aller zu Hause!

Foto&Text TaxiBerlin

DIE REIHEN LICHTEN SICH


... nicht nur im "Volkspalast"

Auch in der deutschen "Taxi-Blogger-Szene", soweit man hier überhaupt von einer "Szene" sprechen kann, lichten sich seit einiger Zeit die Reihen. Es gibt sicherlich wichtigeres, und die Welt wird davon nicht untergehen, aber sie sollte zumindest davon erfahren. Deswegen eine kleine Chronologie der Ereignisse, bei der ich zum besseren Verständnis (es soll Leute geben, die keinen einzigen Taxi-Blog kennen - das muss man sich mal vorstellen!) von hinten beginne:

Da gab es bis vor kurzem Torsten aus Paderborn, von vielen als ältester Taxi-Blog Deutschlands angesehen. Ich hab' das nicht kontrolliert, und nun ist es zu spät, denn Torsten fährt kein Taxi mehr. Torsten ist jetzt, wie er der Welt via Internet wissen ließ,  "telefonischer Kundenberater eines großen Energieversorgungsunternehmens" in Deutschland.
Was für ein Abstieg, wenn man bedenkt, dass Torsten einmal ein freier Mann war, wenngleich nur in Paderborn. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob ich ihm für seinen neuen Job wirklich "Alles Gute" wünschen soll, weswegen ich es sicherheitshalber unterlasse.

Dann gab es da noch den Klaus aus Berlin, ein schwäbischer Preusse oder ein Preusse aus Schwaben, wer weiß das schon so genau. Klaus soll zwar noch Taxi fahren, hat aber neulich völlig überraschend beschlossen mit dem Bloggen (erstmal?) aufzuhören, weil es ihm keinen Spass mehr macht. Genau genommen war vom fehlenden "Fun" die Rede. (Oder war es doch die fehlende Aufmerksamkeit?)
Nun gut, das Leben ist nicht nur "Fun" (und manch einer wird auch gerne mal übersehen), was sich bestimmt auch noch bis Klaus herumsprechen wird. Und die Fotos der Prominenten, die in seiner Taxe saßen und die Klaus, nicht ohne einen gewissen Stolz, der Internetgemeinde präsentierte, werde ich nicht vermissen.

Mir gehen Prominente, seien es nun Stars oder auch nur Sternchen, ehrlich gesagt am Allerwertesten vorbei, und das nicht etwa, weil sie sich ärgern, wenn man sie nicht erkennt. Die Wahrheit ist, dass ich viele einfach gar nicht kenne, weil sie mich nicht interessieren. Ich meine: Interessieren sie sich denn für mich? Also warum sollte ich mich dann für sie interessieren?!
Zum Glück gibt es immer wieder neue Kollegen, die mit dem Bloggen anfangen. Was diese vom Ausscheiden von Torsten, dem ehemals ältesten deutschen Taxi-Blogger, und dem (vorübergehenden?) Aussetzen von Klaus lernen können, ist sicherlich individuell. Ich kann nur versuchen, meine Überlegungen zu formulieren:

Das Wichtigste am Taxifahren ist nicht das Bloggen, und auch nicht der "Fun", sondern die Freiheit, dass man eben nicht der Sklave fremder Herren ist, und auch nicht des Mainstreams. Zusätzliche Bilder von Prominenten, die es bereits im Überfluss im Netz gibt, braucht kein Mensch. Ebenso diese klebrigen Taxi-Geschichten vorzugsweise über Klein- und Kleinstbeträge oder gar das Erbetteln von Aufmerksamkeit und Komplimenten.

Foto&Text TaxiBerlin

27.10.2014

FERIEN IN BERLIN


Und im Taxi

Der Oktober wäre gut gewesen bisher, meinte Kollege Z, wobei die Betonung auf "bisher" lag, was ich aber erst später begriff. Irgendwie sind nämlich die Schulferien dazwischen gekommen, so dass einige Neu-Berliner mal wieder "nach Hause" gefahren sind. Das einzige, was man da tun kann, ist, sich schon mal auf die nächste Generation (Foto) zu konzentrieren, damit wenigstens die in sich in den Ferien in Berlin und insbesondere auch im Taxi wohl fühlt.

Foto&Text TaxiBerlin

26.10.2014

VOM LUXUS DOOF ZU SEIN


Meine neue Werbung

Es muss wohl an meiner neuen Werbung gelegen haben, dass sich mein Fahrgast zu der Bemerkung hinreißen ließ, dass er sich am Wochenende den Luxus leiste, einfach mal doof zu sein, womit glaube ich Techno und Drogen gemeint waren. Wieso doof sein plötzlich ein Luxus ist, konnte er mir allerdings auch nicht erklären, dabei weiß doch jedes Kind, dass doof einfach nur doof ist. Immerhin verdiene er viel mehr als ich, da war er sich sicher. Aber was nützt ihm sein ganzes Geld, wenn er damit nur doof ist?

Erster Nachtrag: Was die Werbung angeht, so habe ich ein wenig geschummelt, denn die ist gar nicht von mir sondern von einer Bank - ausgerechnet ...

Zweiter Nachtrag: Das viele Geld verdient er übrigens, weil er unter der Woche hart arbeitet, was in der Logik meines Fahrgastes bedeutet, dass der, der nicht viel Geld hat, nicht hart arbeitet, weswegen er sich den Luxus des doof seins nicht leisten kann.

Dritter Nachtrag: Hier gibt es die Kunst zum Text!

Foto&Text TaxiBerlin

25.10.2014

NEUES VOM ALTEN FLUGHAFEN oder EIN ARSCHLOCH NAMENS TAXI


Nach dem Geschäft immer Hände waschen!

Was für ein Einstand nach zwei Monaten Auszeit. Ich könnte Romane über meine gestrige erste Nacht schreiben, weswegen ich mich in diesem Beitrag nur auf das Wichtigste konzentrieren kann, und das ist der Umstand, dass es am alten Flughafen Tegel eine neue Toilette gibt, allerdings nur für Taxifahrer, dafür aber, im Gegensatz zu früher, kostenneutral. Wahrscheinlich hat man deswegen am Häuschen für den Toilettenmann gespart, denn das ist das alte.

Aber nicht darüber hat sich Toilettenmann A. bei mir, in einem zugegeben etwas kryptischen deutsch, beklagt, sondern über die Unzulänglichkeiten, und zwar in seiner neuen Toilette, und das zu Recht. Erst einmal ist das Waschbecken zu klein (Foto). Taxifahrer haben große Hände, was offensichtlich nicht bekannt war. Die nächste "Baustelle" ist der Spender mit den Papierhandtüchern (Foto rechts), denn der "spendet" regelmäßig zu viele Tücher. Außerdem ist er an der verkehrten Seite angebracht. Er muss links (Foto links) sein, weil von rechts die Taxifahrer zum Händewaschen anstehen, der Papierkorb für die Handtücher sowieso links ist und es links an der Wand noch genügend freien Platz gibt.

Was war noch? Lass mich überlegen. Ach so, dass Problem mit dem Waschbecken und dem Spender für die Papierhandtücher existiert auch auf der Damentoilette. Das hat mir Toilettenmann A. sogleich und ohne anzuklopfen gezeigt, der auch ansonsten einen sehr serviceorientierten Eindruck auf mich machte, was unter anderem in dem kostenlos bereitstehenden Rosenwasser, allerdings nur vor der Herrentoilette, zum Ausdruck kommt. Dass er selbst im alten Toilettenhäuschen hocken muss, stört ihn wenig, denn er ist generell nur am Arbeiten, weswegen sich auch auf dem kleinen Tischchen neben dem bereitstehenden Rosenwasser sein Trinkgeld häuft.

Nun zu einem Ereignis, was schon ein paar Tage zurückliegt. Irgendjemand, genau genommen ein dummer Ami, soll wohl irgendwas von "Ein Arschloch namens Taxi" gesagt haben. Ich erwähne das an dieser Stelle, weil ich es auch am Flughafen Tegel erfahren habe, und zwar vom schwarzen Brett nur zwei Meter entfernt von der neuen Toilette und vielleicht drei Meter vom alten Toilettenhäuschen vom Toilettenmann A.

Nun ist allgemein bekannt, dass in Amerika nicht nur alles größer, sondern auch die Dummen dümmer sind. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Vielleicht noch soviel. Auch ich wurde schon einmal als Arschloch bezeichnet, und das nicht von irgendwem. Nein, es war sogar ein Kollege, genauer gesagt ein "Kollege". Der meinte das aber als eine Art Auszeichnung, zumindest habe ich es so verstanden. Manch einer weiß sich auch einfach nicht besser auszudrücken.

Also Kopf hoch Kollegen und auch "Kollegen"! Es gibt wirklich Wichtigeres, beispielsweise die Probleme vom Toilettenmann A. an der neuen Toilette am alten Flughafen in Tegel.

Foto&Text TaxiBerlin

24.10.2014

AUSZEIT ENDE


Berlin bleibt dreckig!

So hatte ich mir das Ende meiner Auszeit wahrlich nicht vorgestellt! Doch dazu später mehr. Erstmal ein Wort zu obigem Orange, das exakt der Farbe der Taxen in der Auszeit entspricht, soweit man in dem kleinen Land am Rande Europas überhaupt von "exakt" im deutschen Sinne sprechen kann. Das Orange der Auszeit hat eine gewisse Varianz und geht von Gelb über Orange bis hin zum Grün. Ordnung sieht definitiv anders aus.

Wenn ich das, also das mit der Ordnung, schreibe, heißt das noch lange nicht, dass ich ein Ordnungsfanatiker bin - Gott bewahre! Ich meine, jetzt mal ehrlich, deswegen sind wir doch nach Berlin gekommen, weil hier eben nicht alles so sauber und ordentlich ist wie in Stuttgart oder München. Sonst hätten wir doch gleich dorthin gehen können. Naja, vielleicht auch nicht, weil man versteht die ja gar nicht - und will sie auch gar nicht verstehen.

Doch zurück zu Berlin und unserem geliebten Kiez ("Keiner ist gemeiner als der Friedrichshainer!"), der sich bis vor einiger Zeit, ähnlich wie die Auszeit, irgendwie am Rand befand, und zwar unseres schönen Landes. Aber was muss ich jetzt lesen? Mein Kiez soll plötzlich sauber werden! Wo kommen wir denn da hin? Wer einen sauberen Kiez haben will, der soll doch bitte sehr in Stuttgart oder München bleiben! Oder haben die dort etwa gar keinen Kiez? Sind das am Ende vielleicht ganz arme Menschen ... ?

Foto&Text TaxiBerlin

23.10.2014

AUSZEIT TAXI


Bei Nacht

Auch am Rande Europas gibt es Taxen, das ist keine Überraschung, und wenn ich wollte, könnte ich morgen schon einen Taxischein haben. Alles kein Problem, sondern nur eine Frage der Kontakte. Sicherlich spielt auch Geld eine Rolle, aber nicht die wichtigste, und auch nicht sofort. Bezahlt wird auch hier oft später, und solange nix bezahlt ist, gilt: Wessen Schein ich hab, dessen Lied ich sing.

Auch das nichts Neues unter der Sonne. Gewöhnungsbedürftig ist vielleicht die hiesige Taxi-Farbe, denn die ist Orange! Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich lieber in Berlin und nicht am Rande Taxi fahre, obwohl sich das, wie gesagt, relativ problemlos einrichten ließ. Die Betonung liegt dabei, denke ich, auf "relativ", und sicherlich spielt auch eine Rolle, dass ich nicht singen kann ...

Foto&Text TaxiBerlin

20.10.2014

KACK E? KACKE!


Lebensgefühl am Rande

Die Sprache in der Auszeit am Rande Europas, ich erwähnte das bereits, ist eine Herausforderung. Trotzdem lohnt es, zumindest von Zeit zu Zeit, sich etwas näher mit ihr zu beschäftigen. Und das nicht nur, um sich von den "Bloody Tourists" abzugrenzen. Am Besten erklärt sich das Ganze vielleicht an einem Beispiel. Die auch am Rande übliche Frage nach dem Befinden "Kack e?" (Wie geht es?) enthält bereits die Antwort: "Kacke!". Also wenn das nicht genial ist, dann weiß ich auch nicht ...

Foto&Text TaxiBerlin

WO DIE KRÄMERSEELE WOHNT


"Hotel Billich" / irgendwo am Rande Europas

Die Krämerseele wohnt nicht etwa im Wedding, wie manch einer vermuten würde, und auch nicht in Marzahn, sondern irgendwie überall und nach dem Motto: "billich - willich!". Für den Taxifahrer hat das den Vorteil, dass er sofort weiß, wo er nicht hinzufahren braucht. Die Krämerseele allerdings, und das ist die andere Seite der Medaille, darf sich über nichts beklagen, denn der Name des Hotels (cheap = billich) ist zugleich Programm ...

Foto&Text TaxiBerlin

15.10.2014

WO WIR WOHNEN


Vorderseite

Offensichtlich sind viele Leute von Berlin gelangweilt, zumindest erkläre ich mir damit das rege Interesse an meinem Angebot, doch mal eine Schnupperwoche im Gulag mit Ausblick einzulegen. Vermutlich ist das sogar DIE Lösung, um, was potentielle Taxi-Diktatoren angeht, frühzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen. Bevor ich mich aber endgültige entscheide, möchte ich noch kurz zeigen, wie der Gulag mit Ausblick überhaupt aussieht, bisher hatte ich mich ja nur auf den Ausblick beschränkt. Sicherlich, die Vorderseite (Foto oben) macht nicht gerade einen einladenden Eindruck, aber das soll sie auch nicht. Übrigens, die Person in weiß ist nicht etwa der Gärtner, sondern ein angehender Taxi-Diktator bei der Gartenarbeit. Das ist nicht dasselbe!

Sie, also die Vorderseite, dient genau genommen nur der Abschreckung und wird deswegen auch gerne als „Potjemkinsches Dorf“ bezeichnet, falls damit noch jemand etwas anfangen kann. Wie alles im Leben, so hat auch so ein Block seine zwei Seiten. Die Rückseite (Foto unten), das kann keiner bestreiten, sieht dagegen schon wieder so normal wie Berlin aus. Ich weiß nicht, ob ich es extra betonen muss, aber im Gulag mit Ausblick gibt es natürlich keine Waschmaschine und schon gar keinen Trockner, sondern nur Handwäsche.

Rückseite


Erster Nachtrag: Besonders clever zu sein Glaubende fragen, ob sie im Gulag mit Aussicht ihr Handy bzw. ihr Smartphone benutzen dürfen. Das geht natürlich nicht, und zwar aus dem einfachen Grund, da es Dank der Berge Null Netz gibt. Da der Gulag mit Aussicht darüber hinaus Handyfreie Zone ist, werden alle Handys und Smartphones sofort eingezogen.

Zweiter Nachtrag: Den Donnerbalken gibt es nicht mehr. Er wurde wegen dem plötzlichen aber nur kurzfristigen Wintereinbruch verheizt. Dafür gibt es einen Spaten.

Dritter Nachtrag: Im richtigen Winter gibt es anstelle des Spatens zwei Pfähle, ein Seil, eine Säge und einen Hammer, um auf Toilette gehen zu gehen. Als Vorbild dient das sibirische Klo.

Fotos&Text TaxiBerlin

13.10.2014

NO TAXI FOR YOU



Die sechste Woche ist fast vorbei, womit die für eine Auszeit absolut notwendigen vierzig Tage erreicht sind. Der ein oder anderer wird sich fragen, was ich hier treibe und ob ich zu viel Geld habe. (Letzteres fragen sich übrigens nur Krämerseelen.) Aber ich möchte auch hier, genauso wie in meinem Taxi in Berlin, ehrlich Rede und Antwort stehen.

Nein, ich habe nicht viel Geld, und schon gar nicht zu viel. Was ich aber ausreichend habe, ist Zeit. (Ich weiß, das passt für eine Krämerseele, für die Zeit immer nur Geld ist, nicht zusammen. Das ist aber nicht mein Problem.) Bleibt die Frage, was ich hier mache.

Dazu muss ich etwas ausholen. Der ein oder andere erinnert sich, dass ich vom New Yorker Suppen-Nazi (es gibt ihn wirklich!) inspiriert bin, dessen Suppen zu den besten in Big Apple gehören. Suppe bekommt aber nur der, der sich anständig anstellt (beim Suppen-Nazi gibt es immer eine lange Schlange), dabei nicht flirtet und schon gar nicht küsst (wen auch immer!), seine Bestellung kurz und bündig vorträgt, möglichst passend bezahlt, und (das ist das wichtigste!) keine dummen Fragen stellt, beispielsweise warum er diesmal kein Brot zur Suppe bekommt. Da kann es nämlich passieren, dass der Suppen-Nazi (zu recht!) richtig sauer wird. Im dümmsten Fall bekommt derjenige sein Geld zurück und muss dafür natürlich die Suppe dalassen. Im allerdümmsten Fall folgt noch ein Suppen-Verbot („no soup for you!“) vom Suppen-Nazi persönlich für eine bestimmte Zeit, beispielsweise für eine ganz Woche.

Was hat das nun mit mir zu tun? Ich bin, ich sagte das bereits, nicht nur von den Suppen begeistert, sondern auch vom, zugegeben etwas strengem aber gerechten Regime, des New Yorker Suppen-Nazis, weswegen ich mich bereits vor einiger Zeit als Taxi-Diktator in Berlin etabliert habe, dessen NO TAXI FOR YOU! schon jetzt ein Europaweites Markenzeichen ist.

Nun ist es aber so, so viel kann ich verraten, dass dieses NO TAXI FOR YOU! auch gelernt sein will. Das sagst Du nicht einfach mal so zu deiner Kundschaft. Das findet die nämlich nicht witzig! Und doch muss es auch sein – zumindest gelegentlich, weswegen ich hier dieses Trainingslager, ich nenne es liebevoll „Gulag mit Ausblick“ (Foto), ins Leben gerufen habe, wo, wer will und genug Zeit hat, sich zum Taxi-Diktator ausbilden lassen kann.

Dabei ist die viele Zeit, die die Ausbildung in Anspruch nimmt, nicht das einzige Problem, zumindest für die meisten Zeitgenossen. Zu der vielen Zeit kommt nämlich hinzu, dass es kein Internet gebt, oder so gut wie keins. Einmal in der Woche dürfen meine Schützlinge ins fünf Kilometer entfernte Dorf, um im verstaubten Büro des Dorfschulzen für eine halbe Stunde ins Internet zu gehen. 

Außerdem, und das dürfte für viele ein weiteres Problem darstellen, gibt es kein Auto! Aber, und das ist die gute Nachricht, man kann auch ohne Auto mobil sein (Foto). Nach sieben Wochen brauchen meine Stützlinge nur noch dreißig Minuten ins Dorf, womit sich ihre Zeit im Internet auf sage und schreibe eine Stunde pro Woche erhöht hat.

Dass es kein Auto in meinem „Gulag mit Ausblick“ gibt, hat natürlich noch andere, weit wichtigere Gründe. Die wichtigste Erfahrung ist zweifellos die, dass man auch ohne Automobil mobil sein kann, und darüber hinaus seine Umgebung (und somit auch sich selbst!) viel intensiver wahrnimmt. Mindestens genauso wichtig ist, dass die angehenden Taxi-Diktatoren genau dieselbe Erfahrung machen wie ihre Fahrgäste nach dem NO TAXI FOR YOU!, und zwar dass sie laufen müssen. Ich finde nämlich, aber das ist nur meine persönliche Meinung, dass Laufen weitgehend unterschätzt wird, und vielen vielen Menschen nur anempfohlen werden kann, auch und eben vielen Fahrgästen.

Ich kann mir vorstellen, dass sich jetzt der ein oder andere fragt, ob nicht auch er mal ein paar Tage in meinem „Gulag mit Ausblick“ verbringen könnte. Grundsätzlich kann diese Frage mit JA beantwortet werden. Vorher solltest Du dich aber fragen, ob Du wirklich für den Gulag geeignet bist. Und damit meine ich nicht nur, dass Du viel Zeit mitbringen musst, denn die Ausbildung zum Taxi-Diktator ist hart und langwierig. Außerdem gibt es weder Netz noch fahrbarem Untersatz. Dass es kein Bad und auch keine Toilette, sondern nur einen Donnerbalken und zum Duschen den Gartenschlauch gibt, hatte ich glaube ich noch gar nicht erwähnt, oder?


Solltest Du jetzt immer noch Interesse haben, den „Gulag mit Ausblick“ kennenzulernen, so richte bitte eine ausführliche Bewerbung an die bekannte e-mail Adresse. Vielleicht gibt es ja bald mal ein paar „Schnupperwochen“ für angehende Taxi-Diktatoren, ich schließe es zumindest nicht kategorisch aus. Mein kleiner privater „Gulag mit Ausblick“ befindet sich übrigens noch in Europa, wenngleich am Rande, ich erwähnte das bereits, und der Ausblick (nochmal Foto) ist auf das Gebirge, welches der gesamten Halbinsel seinen Namen gibt. Man erreicht den Gulag sogar von Berlin (SXF) aus in weniger als zwei Stunden ganz „easy“ für wenig Geld – aber das nur als Info für alle Krämerseelen.

Mobil ohne Auto
Fotos&Text TaxiBerlin

08.10.2014

STRASSENBENUTZUNGSGEBÜHR IN DER AUSZEIT


Auszeit / Verkehrsschilder / Vignette nur für Gespanne

Normalerweise, also in der Vergangenheit, haben wir Deutsche wahlweise vom Russen oder vom Ami gelernt. Das mit dem Russen hat sich erledigt, oder auch nicht, und ob man beim Ami von einer Wahl sprechen kann, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall orientieren wir uns, wenn es um die staatlich legalisierte Wegelagerei geht, eher an unseren europäischen Nachbarländern, was prinzipiell in Ordnung ist. Nun wird in der Auszeit immer wieder gerne behauptet, dass der Kontinent, und allen voran Deutschland, zur Abwechslung auch mal was von ihr lernen könnte. Ausgerechnet vom armen Bruder irgendwo am Rande, werden sich jetzt viele fragen, und das zu Recht, aber gleichzeitig zu Unrecht – wie das halt im Leben so ist.

Ich möchte das kurz anhand der Straßenbenutzungsgebühr erklären, die hier, wie in vielen anderen Ländern auch, einfach nur Vignette heißt. Sie ist Tage-, Wochen-, Monats- oder wahlweise (hier hat man wirklich die Wahl!) gleich fürs ganze Jahr zu entrichten, und gilt, zumindest vorerst, und das könnte jetzt auch für dich interessant sein, weil man sich in Deutschland schwer tut, eine Ausnahmeregelung für die eigene Bevölkerung durchs EU-Parlament zu bekommen, nur für Pferdegespanne (Foto!).

Dabei ist nicht wichtig zu wissen, warum es hier diese Ausnahmeregelung gibt (Sie betrifft übrigens nicht nur für alle PKWs ((nochmal Foto!!)), sondern auch sämtliche LKWs!), sondern wie die Auszeit-Menschen es geschafft, damit in Brüssel durchzukommen.


Nachtrag: Da TaxiBerlin noch ein wenig in der Auszeit ist, bleibt er natürlich an der Geschichte dran und kann bereits jetzt ankündigen, dass es in Sachen Straßenschilder noch einige phänomenale Ideen gibt, die unter Umständen auch bald auf deutschen Straßen für ein wenig Aufregung sorgen könnten. Dranbleiben lohnt!

Foto&Text TaxiBerlin

05.10.2014

WAHLEN IN DER AUSZEIT


Auszeit-Wahlplakat (bearbeitet) / Kleingedrucktes:
„Der Kauf und Verkauf von Stimmen ist ein Verbrechen“

Auch in der Auszeit, einem kleinem Stück Land am Rande Europas, wird gewählt, und zwar heute. Das wird den ein oder anderen überraschen, ging es doch lange genug auch ohne diese lästige Wählerei. Immerhin bietet so eine Wahl immer auch die Möglichkeit, zu dem Nichts, das ein jeder hier so hat, etwas hinzuzuverdienen. Und genau dem soll jetzt der Riegel vorgeschoben werden. Ausgerechnet von den Parteien, die zur Wahl stehen, und zwar unabhängig ihrer politischen Ausrichtung. Dazu muss man wissen, dass im allgemeinen Verständnis der Auszeit-Bürger, jeder (und zwar ausnahmslos!), der sich zur Wahl stellt, ein Bandit ist.

Das hängt nun wiederum damit zusammen, dass das Stück Auszeit, wie gesagt: ein Land am Rande Europas, so klein ist, dass eine persönliche Bereicherung der zur Wahl stehenden Person und seines Clans als gegeben hingenommen wird. (Man kennt sich halt ...) Früher galt in der Auszeit: Stell einen Esel auf und er wird gewählt. Heute ist das anders. Wenn ich ehrlich sein soll, liegt sogar ein klein wenig Spannung in der Auszeit-Luft. Denn es ist immer noch nicht klar, welcher Bandit die Wahl denn nun für sich entscheiden wird. Dabei, und das ist das eigentlich Neue, bekommt nicht automatisch der größte Bandit auch die meisten Stimmen. So einfach ist es nun auch wieder nicht! Wer gewinnen will, muss auch hier gut aussehen und darüber hinaus, ähnlich unseren Fußball-Artisten, mindestens drei zusammenhängende Sätze vor der Kamera aufsagen können.

Apropos: Ich weiß nicht, ob es einer von meinen Lesern gesehen hat, das Fußballspiel letzten Mittwoch zwischen Real Madrid und dem Auszeit-Meister. Auch wenn das Endergebnis 2:1 für Real lautete, war der Auszeit-Meister durchaus ein gleichwertiger Gegner. Das schmeichelhafte Resultat verdankt Real einzig und allein dem schottischen Schiedsrichter, der nicht gegeizt hat mit Strafstößen für Real. Genau genommen hat er zwei geben müssen. Das lag daran, dass der Auszeit-Torwart den ersten Elfer von Ronaldo (oder wie der heißt) gehalten hat. Der Grund dafür war wiederum, weil Ronaldo (oder wie der heißt) mit „Messi, Messi“ Rufen in der Auszeit begrüßt wurde, was natürlich nur aus Unkenntnis der Auszeit-Bürger über den weltschönsten Fußballer geschehen konnte.

Die eigentliche Überraschung kam aber auch hier zum Schluss, genauer gesagt nach dem Spiel, und zwar als der Torschütze des Auszeit-Meisters, ein kleiner, gut aussehender Brasilianer, im Interview plötzlich in der Auszeit-Sprache antwortete, die eigentlich so kompliziert ist, dass sie kein Ausländer lesen, geschweige den sprechen kann. (Wenn Du mir nicht glaubst, dann versuch selbst das Kleingedruckte des obigen Wahlplakates zu entziffern!)

Der Auszeit-Fußball-Meister, das nur am Rande, soll übrigens einem Auszeit-Banditen gehören. Man kennt das ja vom englischen Chelsea. Komischerweise steht dieser Bandit nicht zur Wahl, zumindest nicht offiziell. Der hätte nach diesem Spiel gegen Real und nach dem 2:1 gegen Liverpool zwei Wochen zuvor in England, aber vor allem nach dem Interview seines kleinen Brasilianers, meiner bescheidenen Meinung nach, die besten Chancen gehabt die heutige Wahl in der Auszeit zu gewinnen.

Letztendlich (wie überall, und nicht nur in der Auszeit!) ein klassisches Umverteilungsproblem, bei dem es, wie bei allen Wahlen, darum geht, zu entscheiden, wer oder was das kleinere Übel ist. Übersetzt in die Sprache der Auszeit heißt das: Welcher Bandit gibt von dem, was er zusammengeklaubt hat, das meiste an die zurück, die er zuvor beklaut hat. (Das ist auch deswegen wichtig, weil, wie eingangs beschrieben, des kleinen Mannes Verdienstmöglichkeiten bei der Wahl erstmals offiziell beschnitten wurden.) Dabei gibt jeder, was er kann: Der eine sieht toll aus oder kann einfach nur gut reden, der andere gibt Geld, und der dritte Brot und Spiele Fußball.


Nachtrag: Das mag für Deutsche Ohren alles erst einmal weit weg klingen, und ist es ja auch, denn gewählt wird, ich erwähnte es bereits, am Rande Europas. Aber gibt es nicht auch in unserem schönen Land im Herzen Europas und selbst in Berlin den Zeitgenossen (Gemeint ist nicht der Flaschensammler, sondern die Flasche!), der für Geld alles tut? (Und wenn ich alles sage, dann meine ich auch alles!) Und wenn dem so ist, ist es dann nicht auch so, dass diese Zeitgenossen auch hier mal wieder zu spät kommen? (Wie sie übrigens immer zu spät kommen!) Dem kleine Nebenverdienst, auch wenn er nur am Wahltag eintreibbar war, ist (zwar nur offiziell, dafür aber definitiv!) leider der Riegel vorgeschoben worden. Wie immer auch die Wahl am Rande Europas ausgehen wird, der heutige Tag dürfte bereits jetzt für manch einen ein Trauertag sein, auch (und gerade) im Herzen Europas.

Foto&Text TaxiBerlin