23.04.2014

TAXI- UND SENIORENTAGE IM ARTEMIS


Schön, wenn auch mal was bleibt, wie es ist …

Sonntag und Montag sind bekanntlich die Tage, wo Senioren und Taxifahrer zum halben Preis ins Artemis reinkommen. Warum Taxifahrer mit Senioren, ein einmaliger Vorgang, in einen Topf geworfen werden, ist nicht bekannt. Ob die fünfzig Prozent auf den Eintritt auch gelten, wenn der besagte Tag wie Ostermontag ein Feiertag ist, entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis. Bekannt ist dagegen, wo sich obige überdimensionale Holzskulptur befindet. Und zwar nicht etwa im Artemis, sondern im Foyer vom Hotel Conorde in der Augsburger Straße, das seit zwölf Tagen Sofitel Kurfürstendamm heißt.

PS: Die Toiletten des Hotels sind übrigens links von der Skulptur, die sich wiederum, wenn man reinkommt, rechter Hand befindet, und sind nicht nur für Taxifahrer und Senioren sondern für alle völlig umsonst!

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22.04.2014

AUF DER SUCHE NACH EINEM NEUEN ZU HAUSE


fündig geworden ...

Gut, es geht auch ohne Daunen-Schlafsack und Iso-Matte, aber dann ist der Boden der S-Bahn schon recht hart. Dort eignet sich übrigens am Besten die Ring-Bahn, weil die im Prinzip immer in eine Richtung fährt, was für den Schlafrhythmus viel besser ist, als wenn die S-Bahn, wie sonst üblich, ständig hin- und her pendelt.

Was die Zeit angeht, so ist in der Ring-Bahn das Wochenende den Werktagen vorzuziehen. Da hält sich der Publikumsverkehr, zumindest im Moment noch, in Grenzen. Blöd ist nur, wenn Du am Wochenende, so wie ich, arbeiten musst. (Gut, ich muss nicht arbeiten, Taxifahren ist ja eher so ein Hobby von mir.)

Was auf jeden Fall immer gut ist, egal ob Werktag oder Wochenende, ist das richtige Schuhwerk (Foto), getreu dem Motto: Angst hab ich keine, aber flinke Füße ...
Foto&Text TaxiBerlin

21.04.2014

NEUES VON DER REGULIERUNGSFRONT oder WARUM ICH KEINE WEITERBILDUNG ZUM VIP FAHRER MACHE


Zentraler Busbahnhof (ZOB) / Messedamm / früher Charlottenburg / heute Charlottenburg-Wilmersdorf

Obiges Schild am ZOB, wo ich lange nicht war, erregte gestern meine Aufmerksamkeit. Die Betonung liegt dabei auf "erregen" oder genauer "sich erregen". Was soll dieser Scheiß? Erst einmal kann man dort sowieso nur so fahren, wie es die Pfeile anzeigen! Wie denn sonst? Etwa im Uhrzeigersinn? Mach das mal! Dann sollen, zumindest laut Schild, rechts Zubringer halten oder gar parken dürfen! P steht für parken, oder hat sich daran schon etwas geändert? Und wer oder was ist mit Zubringer gemeint?

Dazu muss man wissen, daß sich genau dort, wo das Schild ganz Deutsch regulieren will, schon lange eine Taxihaltestelle befindet. Die Betonung liegt hier auf halten, und eben nicht parken! Taxen wollen, sind sie im Dienst, immer nur fahren und nur notgedrungen, beispielsweise an einer roten Ampel, halten, und schon gar nicht parken - das nur zum Verständnis! Obige Taxihaltestelle am ZOB erstreckt sich übrigens, und das schon immer, auch auf die rechte Seite, wo laut Schild Zubringer parken dürfen sollen.

Was hat das jetzt mit der Ausbildung zum VIP Fahrer zu tun? Von der Seite, die diese völlig überflüssige Ausbildung in Berlin ins Leben gerufen hat, unsere sogenannten Interessenvertreter, übrigens dieselben, die auch die hiesige Ortskundeprüfung abnehmen, wird argumentiert, daß sie an der bestehenden Prüfung, und somit auch an der Ausbildung zum Taxifahrer in Berlin, nichts ändern können, weil das Sache des Bundes wäre. Und gegen den Bund und seine Gesetze könne man nichts machen.

Was für'n Scheiß (der nächste!), und was für'n Armutszeugnis unserer sogenannten Interessenvertreter! Lieber mache ich 'ne sinnlose Weiterbildung, wo ich nochmal was verdienen kann, als am Grundübel etwas zu ändern, welches darin besteht, daß Du die Prüfung zum Taxifahrer bestehen kannst, ohne beispielsweise überhaupt irgendwelche Gesetze zu kennen, auch ohne zu wissen, wie Du eine Quittung richtig ausstellst, und sogar ohne der deutschen Sprache mehr als rudimentär mächtig zu sein - kannst Du in der deutschen Hauptstadt Taxifahrer werden.

Und die sogenannten Interessenvertreter können nichts tun - das musst Du dir mal vorstellen! Wahrscheinlich stecken sie auch hinter obigem Schild, um ihren minderbemittelten Prüflingen auf die Sprünge zu helfen, vorausgesetzt sie finden überhaupt zum ZOB. Manch einer hat sich ja schon am Miniflughafen in Tegel verfahren. Ich erfahre gerade, daß unsere sogenannten Interessenvertreter obiges Schild nicht zu verantworten haben. Wenn sie es hätten, wäre es nämlich mehrsprachig, damit es auch alle Berliner Taxifahrer verstehen können …

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20.04.2014

WAHRLICH, ER IST AUFERSTANDEN


Überraschung im Taxi

Eigentlich wollte ich heute nicht schreiben. Aber nun muss ich. Ich hatte gestern bereits darüber geschrieben, daß der Heiland kein Single war sondern 'ne Frau hatte. Daß die mir nun Nachts noch in die Taxe steigen würden, damit konnte doch keiner rechnen.

Was ich von den beiden erfuhr, könnte auch Dich interessieren. Ihre Hochzeitsreise haben sie, also Jesus und seine Olle, nach Bulgarien gemacht, wo er auch seinen Esel verkauft hat. Das würde Sinn machen, wenngleich ich es in der Eile nicht überprüfen konnte. (Nach Bulgarien übrigens deswegen, weil nur wenig Geld da war und die Feier auch noch bezahlt werden musste.)

In Berlin wohnen sie übrigens im Sofitel. Daß genau dieses Sofitel bis letzte Woche noch ganz anders hieß, wollten sie mir natürlich nicht glauben - Ungläubige! Zum Glück hatte ich ein Beweisfoto, das sie überzeugte. Als kleines Extra, neben Geld für die Fahrt und Trinkgeld, gab's dafür obiges goldene Kalb Ei.

Den ein oder anderen wird jetzt interessieren, was der Heiland nun für 'ne Frau hat. Sie hat auf jeden Fall ein hübsches Gesicht und weibliche Formen. Auch ist sie kein Kind von Traurigkeit. Vielleicht ein bisschen einfach gestrickt, was aber kein Nachteil sein muss.

Das nächste Paar kam direkt aus der Kirche, wo der Pfaffe schön gesungen haben soll, was wohl das Beste an der protestantischen Messe ist. Die sahen das goldene Ei neben dem Taxameter und wollten natürlich wissen, was es damit auf sie hat. Komischerweise war es für sie keine Überraschung, daß Jesus kein Single ist.

Nur darüber, was Jesus für'n Mensch ist, gingen die Meinungen auseinander. Sie meinte, daß er ein ganz normaler Typ ist. Er war sich sicher, daß er genau das nicht ist. Ich kann dazu leider nichts sagen, weil ich mich mal wieder (siehe oben) zu sehr auf die Frau konzentriert hatte …

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JESUS WAR DOCH NICHT SINGLE


Und das ist auch kein Gay-Gedächtnisbaum

Das Geschäft gestern war wie erwartet schlecht. Aber ich will mich nicht beklagen. Ich habe gerade so viele gute Bücher und auch Papyrus - für mich könnte immer Karfreitag sein. Die Party People sehen das erwartungsgemäß anders. Einen Tag keine Party, und schon sie sind fix und fertig. Verstehen die Welt einfach nicht mehr. Als ob sie jemals die Welt verstanden hätte …

Womit ich beim eigentlichen Thema wäre. Forscher haben herausgefunden, daß der Heiland gar kein Single war sondern 'ne Frau hatte. Was das jetzt mit Dir zu tun hat? Es gibt eine Neue Frohe Botschaft! Jesus war kein "Kostverächter", und das da oben ist somit auch kein Gay-Gedächtnisbaum. Aber was ist es dann? Gute Frage! Ich würde es einfach wieder nur als Hinweis darauf nehmen, daß der, der Ostern mit den Eiern spielt, Weihnachten die Bescherung hat.

Die Idee, daß Jesus mit 'ner Frau unterwegs gewesen sein könnte, ist nicht ganz neu, und stammt aktuell von einer Papyrus-Rolle, die sich vor wenigen Tagen als echt erwiesen hat. Gut, vieles wurde uns schon als echt angekündigt, was sich wenig später als plumpe Fälschung herausstellte. Diese Möglichkeit besteht natürlich immer.

Aber nehmen wir mal an, daß das, was da gerade herausgefunden wurde, egal ob es stimmt oder nicht, sich wirklich durchsetzt. Was es da plötzlich für Perspektiven gäbe?! Ich könnte mir beispielsweise ein ganz neues Partner-Portal mit dem schönen Namen "Christus & Co" vorstellen. Auch Tampons der Marke "Frau Jesu" oder so.

Bleibt noch die Frage, ob Jesus verheiratet war oder ganz und gar Kinder hatte. Das würde natürlich nochmal ganz neue Möglichkeiten eröffnen. Ich imaginiere schon "Heiraten wie der Heiland" als Angebot einer pfiffigen Heiratsagentur. Als nächstes kämen dann Windeln, Milch und Dosenfutter …

Wohl dem, der jetzt die Zeichen der Zeit erkennt!

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19.04.2014

PULSIERENDES LEBEN - PULSIERENDER TOD


Markeineke Markthalle / Bergmannstraße / früher Kreuzberg / heute Friedrichshain Kreuzberg

"Pulsierendes Leben" - OK! Aber was ist denn bitte sehr "Pulsierender Tod"? Und dann auch noch von Berliner Malerpoeten! Ich kenne nur eine Person, dessen Leben auch nach dem Tod noch pulsierte, und der war weder Maler noch Poet sondern Zimmermann.

Überhaupt arbeitete er ganz ohne Stipendium. Ich komme drauf, weil es heutzutage Leute geben soll, die mehr Zeit auf ihre Förderanträge als auf ihre Arbeit verwenden. Einige denken sogar, daß sie mit einer Förderung endlich Kunst machen könnten.

Was den "Pulsierenden Tod" angeht, so bin ich gleich auf den nahe gelegenen Friedhof geeilt, um meinen besten Freund Dietrich danach zu fragen, der dort begraben liegt. Aber er konnte mir aber auch nichts dazu sagen …

PS: Dietrich, Du fehlst!
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18.04.2014

UND, WAS MACHST DU SO ZU OSTERN?


Ausstellung und Konferenz in Berlin

Erst einmal muss klar sein, daß es, zumindest in Berlin, nicht "an" sondern "zu" Ostern heißen muss, genauso wie "zu" und nicht "nach" Hause richtig ist. Darüber hinaus kann ich Dich, zumindest was meine Person angeht, beruhigen. Ich bin arbeiten. Ich weiß, ich weiß, die Geschäfte laufen schlecht. Ich aber sage Dir: Nicht die Geschäfte sind schlecht, sondern Dein Buch nicht gut. So einfach ist das! Doch nun zu Dir. Du weißt noch nicht, was Du Ostern in der Stadt machen sollst? Da weiß ich Rat! Ich empfehle obige Ausstellung mit Konferenz. Natürlich nicht ohne Hintergedanken. Ist schließlich Ostern. Vielleicht kannst Du bei der Gelegenheit ein für allemal klären, ob der Heiland nach erfolgreicher Kreuzigung wirklich auferstanden sein kann. Na, das wär' doch mal was …

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17.04.2014

WOHNST DU NOCH ODER VEGETIERST DU SCHON?


Stalin-Allee/ jetzt Karl-Marx-Allee / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Nach der "Shisha to go!" von gestern zurück zum Ernst des Lebens. Ich weiß nicht, wie Du wohnst, aber ich bin mit meiner Wohnsituation ganz zufrieden. Gut, es ist kein Altbau im klassischen Sinne mit den hohen Decken, und vor kurzem wurde auch noch mein Treppenhaus saniert. Dafür bin ich aber auch der Einzige, der dieses Treppenhaus benutzt. Die andere Seite vom Seitenflügel steht leer, weil (Gott sei Dank!) kein Geld zum weiter Sanieren da ist. NOCH nicht muss man sagen, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Eigentümer, der nicht nur mit im Haus lebt, sondern auch im Haus geboren wurde, nicht mehr ist, und irgendwelche Heuschrecken über die Immobilie herfallen. (Ist immerhin Friedrichshain!) Aber ich will mich nicht beklagen, ganz im Gegenteil, denn ich habe vorgesorgt. Ich habe nämlich einen phantastischen Daunen-Schlafsack mit dem tollen Namen "Touch The Cloud" plus eine sich selbstaufblasende Iso-Matte (obwohl ich die gar nicht bräuchte!), denn ich hab ja mein Taxi und muss deswegen nicht gleich auf der Straße schlafen. Ich weiß nicht, wie Du es siehst, aber ich fühle mich wie ein richtiger Glückspilz.

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16.04.2014

AUCH ZUM MITNEHMEN ...


Dinge, die die Welt nicht braucht

Entsprungen, ich vermute es, nein, ich bin mir sicher, irgendeiner Berliner Kreativbutze. Irgendwo muss sie ja herkommen, die ganze heiße Luft, die in der Hauptstadt produziert wird. "Ist mir egal!" höre ich schon den ein oder anderen Kollegen sagen, "Hauptsache die kommen mir damit nicht in die Taxe!" Ich aber sage Dir: "Der Tag wird kommen, an dem Du dich schämen wirst, Berliner zu sein!"

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15.04.2014

BON BON BERLIN


Diskreter Hinweis

Ob ich die "Bon Bon Bar" kennen würde. Ja, klar - die ist am Stutti! (gemeint ist Stuttgarter Platz am Bahnhof Charlottenburg*) Die beiden sahen gar nicht aus wie irgendwelche Stipperinnen. Nee, nicht das Strip-Lokal am Stutti! Die "Bon Bon Bar", die sie meinten, wäre in der Torstraße. Das passte mir auch besser. Was sollte ich am Stutti?! Außerdem war es von Wilmersdorf aus weiter nach Mitte als zum Bahnhof Charlottenburg.

Früher wären sie nie mit der Taxe in den Club gefahren, aber auch sie sind älter geworden. Wem sagten sie das?! Um vom leidigen Thema Alter wegzukommen, fragte ich sie, ob diese "Bon Bon Bar" nicht auch so ein "Hipster-Ofen" wäre, wie die meisten neuen Läden in der Torstraße. Das konnten sie mir nicht sagen, weil sie den Begriff "Hipster-Ofen" nicht kannten. Ich musste mal wieder richtige Aufklärungsarbeit leisten.

"Hipster-Öfen" sind erstmal schwer zu lokalisieren. Von außen sehen sie nach nichts aus. Im besten Fall gehst du an ihnen vorbei. Solltest du sie trotzdem finden, macht sich bei dir als Finder ein Gefühl des Stolzes breit, was Grundvoraussetzung für das Hineinkommen in den "Hipster-Ofen" ist. Dabei ist gar nicht wichtig, worauf du Stolz bist, ob auf deinen Scheiß-Job oder nur auf deine verschissene Karriere, solange du es nur richtig verpackst ...

Am Fahrziel angekommen, bestätigte sich meine Vermutung. Die "Bon Bon Bar" ist ein "Hipster-Ofen"! Das besondere an der "Bon Bon Bar" in der Torstraße ist, daß sie direkt neben der neuen "Kontaktbörse" liegt, worauf ich die beiden Mädels zum Abschied noch aufmerksam machte: "Falls es im 'Hipster-Ofen' nichts wird, geht zum Geldautomaten nebenan, dort werdet ihr auf jeden Fall fündig."

Artig, wie es sich für Wilmersdorfer Witwen Mädels gehört, bedankten sie sich für den Tip. Wahrscheinlich konnte ich mir deswegen nicht verkneifen, sie noch vor den Verbrennungen der unvermeidlichen Ausdünstungen zu warnen - im "Hipster-Ofen".

(* für alle Hipster)

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14.04.2014

EIN NEUER TREND IN BERLIN


Mit dem Rollkoffer ins Theater

"Taxifahren könnte so schön sein, wenn es keine Fahrgäste gäbe" - mit solchen und ähnlich irren Gedanken im Kopf begann ich mein Wochenende auf den Berliner Straßen und Plätzen. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, daß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, daß es ausgerechnet an diesem Wochenende mit Fahrgästen äußerst mau aussehen sollte.

Ich war auf jeden Fall noch frohen Mutes, wollte einfach mal meine Ruhe haben und endlich meinen neuesten Roman zu Ende lesen, weswegen ich mich in der dunkelste Ecke von Berlin in der Schumannstraße vor dem Deutschen Theater und auch den Kammerspielen postierte. Anderen Kollegen muss es ähnlich gegangen sein, oder hatten sie bereits alle Hoffnung "fahren lassen"?, auf jeden Fall bildete sich hinter mir eine Schlange von leeren Taxen.

Kann man in dieser Stadt nicht einmal in Ruhe sein Buch lesen, ohne daß daraus gleich ein Happening wird? Nach einer knappen Stunde kam der Kollege direkt hinter mir, ausnahmsweise war es mal kein Fahrgast!, und nervte mit der Frage nach dem Veranstaltungsende. Nachdem ich ihm sagte, daß ich überhaupt keine Ahnung hätte, ob heute überhaupt eine Vorstellung wäre, fuhr er wutentbrannt los und nahm zum Glück gleich alle anderen Kollegen mit.

Endlich hatte ich wieder meine Ruhe und schaffte sogar einige Seiten zu lesen. Plötzlich standen zwei junge und auch dynamische Frauen mit einem Rollkoffer bei mir am Fenster und fragten, ob ich auch Taxi fahren würde oder nur zum Lesen hier wäre. OK, meinte ich, ich wolle mal nicht so sein, ist ja schließlich das schwache Geschlecht, weswegen ich auch ganz alleine den Rollkoffer irgendwo hinten ins Taxi warf.

Nachdem ich schon auf meinem Weg Richtung Prenzlauer Berg war, fiel mir plötzlich ein, daß die aus dem Theater und nicht aus 'nem Flieger kamen. Aber warum hatten sie dann einen Koffer dabei, und noch dazu einen Rollkoffer? - dem schlimmsten Feind eines jeden Taxifahrers! Zum Glück hatten es die beiden auch noch geschafft, irgendwie im hinteren Bereich meines Taxis Platz zu nehmen, so daß sie mir sogleich Rede und Antwort stehen konnten.

Also das mit dem Rollkoffer wäre ein ganz neuer Trend, den sie jetzt gerade erfunden hätten. Dabei spielt das Design des Rollkoffers keine unerhebliche Rolle, das sollte nämlich zum Stück passen, in das man den Rollkoffer natürlich unbedingt mitnehmen müsse. Ihn einfach an der Garderobe abzugeben, wäre total uncool. Ich musste sofort an die ganzen Idioten denken, die immer mit ihrem Scheiß Fahrrad samt Anhänger über den Flohmarkt latschen müssen und wie das nervt.

Ob sie nicht ähnliche Erfahrungen mit den anderen Besuchern gemacht hätten? Angeblich nicht! Ganz im Gegenteil: Der Neidfaktor, nicht selbst auf die Idee mit dem Rollkoffer gekommen zu sein, stand bei den anderen im Vordergrund. - Hm, natürlich war ich stolz, auf so unverhoffte Weise bei der Geburt eines neuen Trends dabei gewesen zu sein. Aber, ganz ehrlich gesagt, war ich auch froh, bald darauf in einer anderen dunklen Ecke meine Lektüre fortsetzen zu können …

PS: Das Stück hieß übrigens "Alltag und Extase" und soll auch ohne Rollkoffer ganz passabel sein.

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12.04.2014

WENN WITZE WAHR WERDEN


Augsburger Str. / früher Augsburger Str. / heute Augsburger Str.

Hatte ich gestern Morgen noch meine Witze über die unendlichen Umbenennungen von Berliner Hotels gemacht, war es bereits am Abend mal wieder so weit. Schlimmer als den Berliner Taxifahrer, der sich den ganzen Quatsch "nur" merken muss, trifft es da noch den Berlin-Besucher. Der legt sich Abends ahnungslos im Hotel Concorde in der Augsburger Straße ins Bett - und wacht am nächsten Morgen im Sofitel Berlin Kurfürstendamm auf.

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11.04.2014

DIE POLITISCH KORREKTEN HOTELS


Natürlich Bio …

Mehr gibt es darüber eigentlich gar nicht zu schreiben. Vielleicht noch soviel: Bio hatte früher nur 'nen Bahnhof, aber dafür 'ne eigene Sendung im Fernsehen. Daß der jetzt die Sendung gegen Hotels eingetauscht hat, war mir auch neu. Aber man lernt eben nie aus. Insbesondere auch was Hotels in Berlin angeht. Heute heißen sie so und morgen so. Da kommt man manchmal gar nicht hinterher. An das "Park Inn" am Alex haben sich mittlerweile wohl alle gewöhnt. Das hieß früher übrigens "Forum-Hotel", wegen der "Forum-Schecks" - kennt die noch einer? Aber gut, das ist eine andere Geschichte. Bin gespannt, wie lange olle Bio seine Hotels hat. Vielleicht heißen die morgen auch schon wieder ganz anders. Wer weiß das heute schon?!?

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10.04.2014

DAS LIFESTYLE MAGAZIN DER NEUEN MITTE


Doppel-"Pack"

Genau genommen sind es zwei. Eins auf Englisch (oben) und das andere auf Deutsch. Das auf Englisch ist (noch) umsonst, das auf Deutsch kostet fünf Euro, die ich natürlich nicht bezahlt habe. Ich brauche kein Life-Style-Magazin, und schon gar nicht aus der Neuen Mitte. Ich brauche nur das Foto für meinen Blog. Wer jetzt neugierig geworden ist und auch mal ein Life-Style-Magazin der Neuen Mitte in seinen Händen halten will, findet es in einen der zahllosen Hotels an der Friedrichstraße. Mit etwas Glück sogar umsonst, möglicherweise als kleine Reminiszenz an früher, als Geld (noch) keine Rolle spielte, weil man für Geld nichts bekam. Ansonsten bleibt mir nur der Hinweis, daß es richtigerweise heißen muss: BERLIN WAS DIFFERENT

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09.04.2014

PERVERSE WERBUNG IN BERLIN


Bikini Berlin Werbung (Detail)

Was soll sich bitte sehr diese ältere Dame noch NEUES KAUFEN außer vielleicht einen Sarg? Also jetzt mal im Ernst! Vielleicht einen BIKINI? (Immerhin ist das die aktuelle Werbung für das neue BIKINI BERLIN gegenüber der Gedächtniskirche.) Und bitte komm mir jetzt nicht damit, ich hätte was gegen alte Leute. Das Gegenteil ist der Fall! (Ich schreibe das, weil ich mich, wenn ich so alt wäre wie die Dame, von der Werbung zu Recht verarscht fühlen würde!) Als wenn es nicht schon schlimm genug ist, daß sich immer mehr Menschen über Geld und Konsum definieren. Nein, jetzt müssen auch noch alte Leute für die dazugehörige Werbung herhalten. Einfach ekelhaft!

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08.04.2014

EINFACH GESTRICKT


 Handlungsanweisung mit Kleingedrucktem (Werbung/Detail)

Ich bin ja eher so ein Typ, Leute die mich kennen, werden das bestätigen, der immer das Gegenteil von dem macht, was man ihm sagt. Sagst Du mir beispielsweise: Tu DIES!, mache ich garantiert DAS. Deswegen gerate ich gelegentlich auch mit meinen Fahrgästen in Konflikt. Ich meine, wer sollte besser wissen als ein alter Taxi-Hase wie ich, der seit zwanzig Jahren auf den Berliner Straßen unterwegs ist, wo meine Fahrgäste hingehören? (jetzt mal im Ernst!) Die wollen aber immer besser wissen, wo sie hinwollen (und gar nicht hingehören!).

Gut, das ist jetzt nicht soo kreativ von mir und letztendlich auch beherrschbar. Du musst einfach sagen: Tu DAS!, dann mache ich garantiert DIES. Einige Fahrgäste haben das auch schon kapiert und sagen beispielsweise zu mir: Fahr uns nach Friedrichshain, wenn sie nach Steglitz wollen. Nun gibt es aber auch einfach gestrickte Leute, die machen immer genau DAS, was Du ihnen sagst. Möglicherweise kennst Du sogar nur solche Leute, oder bist ganz und gar selber so jemand, so daß ich es Dir gar nicht erklären muss.

Ich mache es trotzdem. Man kann nie wissen, wozu es gut ist. Beispielsweise ich sage: Schreib über Geld!, dann schreibst Du über Geld. Oder, nehmen wir mal an, ich sage: Schreib über Kleingeld!, dann schreibst Du über Kleingeld. Das ist aber langweilig, sagst Du? Aber warum liest Du es dann. - Sorry, ich wollte Dich, meinen letzten Leser, jetzt nicht auch noch vergraulen. Manchmal muss ich mich einfach aufregen. Normalerweise mache ich das ja in meiner Taxe. Aber oft ist das eben nicht genug. Dann muss es raus, koste es was es wolle … Und wenn es der letzte Leser ist.

Doch zurück zu den Mitmenschen unter uns, die, sagen wir mal, etwas einfach gestrickter sind. Klar, so welche muss es auch geben - keine Frage! Einer muss schließlich den ganzen Dreck konsumieren. Blöd ist nur, daß die einfach Gestrickten, die immer genau das tun, was man ihnen sagt, allzuoft den Ton angeben. Und deswegen habe ich jetzt eine tolle, geradezu geniale Idee, ihnen das Maul zu stopfen. Du willst jetzt wissen WIE? Sag einfach zu ihnen: Friss Scheiße!, und warte was passiert …

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WEITERBILDUNG VIP FAHRER


= super geil?

Ich hatte schon darüber berichtet, daß mein Chef der Meinung ist, er wäre mir weisungsberechtigt. Das stimmt natürlich nicht! Sonst könnte ich mir ja gleich einen Job suchen, wie Du ihn hast, oder? Aber jetzt nicht sauer sein. Auch ich muss mir Dinge vorschreiben lassen, beispielsweise wo ich hinzufahren habe. Und das auch noch vom Fahrgast - das musst Du Dir mal vorstellen!

Das war wohl auch der Grund (meine Verzweiflung muss sehr groß gewesen sein), daß ich einer Weiterbildung zum VIP Fahrer zugestimmt habe. Irgendeine Art von Kooperation musste ich meinem Chef schon vortäuschen. In der Praxis fahre ich natürlich auch weiterhin dorthin, wo ich hin will - ist ja klar!

Doch nun zur Weiterbildung. Ich will nicht alle Details erwähnen, dazu fehlt mir die Zeit, aber auch das Verständnis. Was ich verstanden habe, ist der Unterschied zwischen "super geil" und "sehr sehr geil". Was, Du kennst ihn nicht? Dann hast Du leider in meinem VIP-Hipster-Ofen-Taxi nichts verloren …

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07.04.2014

MONTAGS STAMMTISCH


Also ich nicht!

Montags wurde früher bei uns gebadet. Heute ist nichts mehr mit baden. Das liegt meistens daran, daß ich gar keine Wanne habe. Manchmal aber auch daran, daß ich, so wie heute, zum Stammtisch gehe. Ausgerechnet ich, wo ich gar kein Stammtisch-Typ bin. Eigentlich bin ich eher ein Anti-Stammtisch-Typ. Aber wenn der Stammtisch, und vor allem das, was da besprochen wird, so in der Kritik steht, konnte ich nicht anders. Alles, was dem Gutmenschen nicht passt, ist "Stammtisch" - selbst wenn es gut ist. (Ist Dir das schonmal aufgefallen?) Wenn etwas vom Stammtisch kommt, was der Gutmensch gut findet, dann ist es der "Volksmund", der das sagt. (Musst Du mal drauf achten!) Ich muss jetzt leider los ...

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FASHION STORE SÜNDE IM FRIEDRICHSHAIN


Wühlisch- Ecke Gärtnerstraße / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Der/die/das PECCATO, auf deutsch SÜNDE, gibt es nach eigenen Angaben bereits acht Jahre im Kiez, was ich nicht kontrolliert habe, obwohl ich viel länger im Kiez lebe. Was ich weiß, ist, daß da, wo die SÜNDE heute neu zu Hause ist, lange Zeit ein "Laden für Heimtiere" war. Nicht, daß ich jetzt irgendetwas gegen die SÜNDE hätte - ganz im Gegenteil! Durchaus mit etwas Stolz in der Stimme und leicht geschwellter Brust wage ich zu behaupten, einer der größten SÜNDER vor dem HERRN zu sein - zumindest südlich der Frankfurter Allee.

Wer es nicht glaubt - das sind die ersten Zeilen meiner aktuellen Autobiografie: Ich, ein Sündiger unter den Menschen, ward geboren in dem Dorf Berlin. Mein Vater hieß Papa und meine Mutter Mama, und sie gaben mir meinen ersten Namen: Taxis. Als ich drei Jahre alt war, starb meine Mutter, und mein Vater nahm eine andere Frau; die war böse und neidisch. Von ihr hatte er einen Sohn. Sie aber sorgte nur für ihr Kind und stieß mich immer fort. Mit neun Jahren lernte ich lesen und schreiben. Vorher konnte ich nicht in die Schule gehen, weil ich meist kränklich und schwach war. In der Schule zeigte ich großen Fleiß und Scharfsinn und lernte bald das einfache Lesen. Die Schule beendete ich als Jahrgangsbester, weswegen ich als einziger die Laufbahn des (damals noch) Taxeurs einschlagen durfte.

OK, so viel zu mir. Ich muss jetzt aufpassen, daß mir der sprichwörtliche rote Faden nicht abhanden kommt, denn in diesem Beitrag sollte es gar nicht um mich gehen, sondern um den "Fashion Store" SÜNDE, den es, wie gesagt, nach eigenen Angaben, bereits acht Jahre im Kiez geben soll, wovon ausgerechnet ich (Berliner Taxeur und Bester seiner Jahrgangs!), nichts mitbekommen haben soll. Nehmen wir aber mal an, das stimmt, was die sagen. Was hat es nun zu bedeuten, wenn aus einem "Laden für Heimtiere" plötzlich ein "Fashion Store" wird? Und wo sind all die Heimtiere geblieben? Vielleicht sollte ich mal bei TierTaxi anrufen …

Hm, wie komme ich jetzt bloß raus aus dieser Geschichte? (Grübel, grübel und studier …) Ah ja, vielleicht so: Den "Fashion Store" SÜNDE gibt es nun schon acht Jahre im Kiez (was ich wie gesagt nicht kontrolliert habe, wo wir aber an dieser Stelle einmal der Eigenwerbung der SÜNDE Glauben schenken) und soll trotzdem plötzlich wieder NEU sein! Was will uns die SÜNDE damit sagen, außer daß sie sämtliche Haustiere WEGGENTRIFIZIERT hat? Ich denke, der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Geschichte sind die acht Jahre, die es die SÜNDE jetzt schon im Kiez gibt. Nimm das Datum der Neueröffnung der SÜNDE, also heute, und schlage acht Jahre drauf, dann weißt Du ganz genau, wann Deine Zeit im Kiez abgelaufen ist.

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06.04.2014

NOCHMAL BURN OUT


Auch immer öfter im Taxi ...

"Burn Out" trifft mein Krankheitsbild nicht ganz. Genau genommen ist es auch keine Krankheit sondern eine Handvoll von Symptomen, unter denen ich leide. Hm, wie soll ich das jetzt erklären oder ganz und gar nennen? Etwas, was es noch gar nicht gibt! Auf jeden Fall ist es was NEUES und ich bin sozusagen Patient Nummer EINS!

Die Beschwerden äußern sich wie folgt: Ich sitze in meiner Taxe, lese ein Buch, und ein Fahrgast kommt und stört, was an sich noch nichts besonderes wäre. Jetzt kommt aber hinzu, daß der Fahrgast nicht nur nervt und Scheiße aussieht, was man gerade noch ertragen könnte, aber NEIN, er hat auch nur Scheiße im Hirn!

Gut, ich will es mir nicht zu einfach machen. Es liegt auch an mir! Und zwar daran, daß die Bücher, die ich im Taxi lese, immer besser werden, weswegen mir meine Fahrgäste immer nerviger vorkommen, was aber auch ein allgemeiner Trend ist. Auch außerhalb des Taxis geht die Schere immer weiter auseinander: Reiche werden immer reicher, Dumme immer dümmer, Hässliche immer hässlicher, Blöde immer blöder, Rückgratlose immer rückgratloser (den Stock im Arsch bitte nicht mit dem Rückgrat verwechseln!) usw …

Diese generelle Entwicklung läuft nun, wie gesagt, den Büchern, die ich in meiner Taxe lese, zuwider, denn die werden immer besser. Aber was soll ich nun tun? Soll ich deswegen jetzt wieder blödere Bücher lesen? Ich weiß, das wäre nicht schwer, die Buchläden und auch das Internet sind voll davon.

Ich weiß eine bessere Lösung: Ich akzeptiere meine Symptome und lerne mit ihnen zu leben, um irgendwann besser damit umgehen zu können. Bleibt noch die Frage, wie die neue Krankheit, deren Patient Nummer EINS ich bin, heißen soll. Dabei geht es gar nicht um mich, mein Fall ist sowieso hoffnungslos, sondern um zukünftige Patienten. Auf jeden Fall muss es eine Abkürzung sein! Wie wäre es mit: GiK? (Großes im Kleinen) oder GiM? (Globales in Miniatur) oder …

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05.04.2014

VIP KUNDEN HÄNDERINGEND GESUCHT . . .


VIP-Kunde / Werbung / Detail

Monthy Python hätte seine helle Freude an den sogenannten Interessenvertretern für Berliner Taxen und Taxifahrer. In ihrem "Leben des Brian" gibt es nur die "Judäische Volksfront" und die "Volksfront von Judäa", die sich gegenseitig bekämpfen. Was die erwähnten sogenannten Interessenvertreter in Berlin angeht, so habe ich den Überblick verloren, wie viele es aktuell sind. Reichen die fünf Finger einer Hand noch aus? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht!

Trotzdem ist es zwei oder drei von ihnen vor einiger Zeit gelungen, gemeinsam eine neue Sau durchs Dorf mit dem Namen Berlin zu treiben, was an sich schon eine Meldung wert wäre. Die Rede ist von der Ausbildung zum sogenannten VIP-Fahrer. Kann sich noch einer daran erinnern, worum es dabei ging, außer daß reiche Geschäftsleute und teure Hotels mit der Aktion angesprochen werden sollten? Also ich nicht!

Jetzt ist das eingetreten, womit jeder rechnen konnte, der bis drei zählen kann. Die Aktion droht im Sande zu verlaufen, wie so viele vor ihr, weil es einfach keine Nachfrage gibt. Wie auch? Die Mehrheit unserer Kunden wäre schon froh, wenn ihr Taxifahrer der deutschen Sprache mächtig ist, den Weg zum Alex auch ohne Navi findet und sich am Flughafen Tegel nicht verfährt. Das sollte allerdings, soviel Zeit muss sein, in die Grund- und nicht in irgendeine Zusatz-Ausbildung gehören.

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04.04.2014

KONTAKTBÖRSE GELDAUTOMAT


Hipster-Ofen / Torstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Irgendwas ist immer. Entweder wollen sie nur 'ne Kurzstrecke, oder ich muss 'ne Quittung ausstellen oder ich soll erstmal zum nächsten ATM fahren. Anfangs hab ich mich dumm gestellt. ATM? What's this? Never heard! Aber das geht jetzt nicht mehr. Weil ich ja, auch Dank Presse, Funk und Fernsehen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich denen wirklich dankbar sein soll, mittlerweile so bekannt bin, daß die Leute ganz genau wissen, was ich alles so weiß und auch, was ich nicht weiß.

ATM ist also die angelsächsische Abkürzung für Geldautomat. Was sie genau bedeutet, weiß ich bis heute nicht, spielt an dieser Stelle aber auch keine Rolle. Anfangs dachte ich noch, die Leute wollen nur zum Geldautomaten, weil sie Geld bräuchten. Das stimmt aber gar nicht. Jetzt weiß ich es besser. Die Geldautomaten sind die Kontaktbörsen von heute. So passiert es regelmäßig, daß die Leute nicht nur mit Geld sondern auch mit weiteren Fahrgästen im Gepäck zum Taxi zurückkehren.

Du glaubst mir nicht? Dann probier es selbst aus und mach die Probe aufs Exempel! Fahr am besten noch heute Abend mit 'nem Taxi zum nächsten Geldautomaten und ich garantiere Dir, Du wirst die Nacht nicht alleine verbringen. OK, vielleicht sollte ich mit Garantieren vorsichtig sein. Natürlich spielt auch Dein Aussehen 'ne Rolle. Daran hat sich leider nichts geändert. Also vielleicht doch besser vorher nochmal in den Spiegel schauen …

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TIRED OF TAXI


Einfach inspirierend …

Alles fing heute, wie so vieles im Leben, ganz harmlos am. Ich sagte meinem Chef, daß ich, nachdem ich schon so lange für ihn fahre, mehr Prozente haben wolle. Er, nicht dumm, schlug mir vor, wenn ich mehr Kohle haben möchte, einfach mehr zu arbeiten. Aber genau das will ich ja nicht, sondern im Gegenteil: Weniger arbeiten für die selbe Kohle. Dann wurde die Sache ernst. Mein Spannemann, nennen wir ihn Stephan, meinte mein Chef, ginge demnächst zur Kur. Dann könnte ich nicht nur, nein, dann müsste ich sogar mehr arbeiten. Immerhin ist er der Chef und mir als solcher weisungsberechtigt.

Jetzt musste ich mir was einfallen lassen, was mir aber nicht schwer fiel. Immerhin bin ich Berliner und Taxifahrer (Wer ist mehr?), und mindestens einem von beiden fällt immer was ein. Ich erklärte meinem Chef kurzerhand, daß ich ausgebrannt bin (in Fachkreisen auch "Burn Out"), und ich mir deswegen auch schon Aufkleber für seine Taxe in Eigenproduktion habe machen lassen. Inspiriert bin ich übrigens von obigem Aufsteller vor einer Lokalität bei mir im Kiez. Wer es jetzt ganz genau wissen willen, der Text auf meinen Aufklebern lautet: No Quittung, No Kurzstrecke, No Geldautomat.

Foto&Text TaxiBerlin

03.04.2014

DIE POSTKARTENSERIE IM TAXIBERLIN


Postkarte / Motiv / Graffito

Die Idee ist nicht neu, selbst im Taxi nicht. Der Eiserne Gustav, alias Gustav Hartmann, der mit seiner Berliner Droschke nach Paris und zurück gemacht ist, hat diese Fahrt auch durch den Verkauf von Postkarten aus eigener Herstellung finanziert. Sicherlich hatte Gustav andere Motive als ich (oben), aber es war eben auch 'ne andere Zeit! Auf die Idee mit der Serie kam übrigens gestern ein Fahrgast, genau genommen eine Fahrgastin, wahrscheinlich war sie auch Feministin …

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02.04.2014

DER BERLINER TAXI BLOG: TAXI BLOG BERLIN


Blog im Glück

Du möchtest wissen, warum Deine Seite im Internet bei der Suche mittels Stichworten nicht ganz oben auftaucht sondern eher weiter hinten. Dann bist Du hier richtig. Die Antwort ist ganz einfach. Du hast Deine Seite nicht optimiert. Natürlich weißt Du das bereits, Du bis ja nicht dumm. Aber wie optimierst Du Deine Seite, oder genauer gesagt: Die Suche nach Deiner Seite. Du kannst natürlich andere fragen, die ihre Seite bereits optimiert haben, oder ganz und gar einen Seitenoptimierer engagieren. Das kostet aber Geld, das Du nicht hast. Einfacher und kostengünstiger ist, wenn Du es so machst wie ich. Du schreibst einen Beitrag für Deine Seite, so wie ich gerade, und setzt im Titel die Schlagworte ein, mit denen man Deine Seite finden soll. Dann musst Du nur noch ein paar Zeilen darüber schreiben, worum es bei Deiner Seite geht, also beispielsweise ums Taxifahren in Berlin, wo Du seit zwanzig Jahren unterwegs bist und wie sich die Stadt seitdem verändert hat; wie blöd Berliner, Berlin-Besucher, Neu-Berliner und "Kollegen" sind; was es mit Party People auf sich hat, und wieso sie außer Party machen und chillen danach gar nichts können; warum ganz aktuell jede Fahrt erstmal zum ATM aka Geldautomat, der "Kontaktbörse" von heute, geht; und fertig ist Deine optimierte Seite im Internet.

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01.04.2014

DIE POLITISCH KORREKTE ZIGEUNERSAUCE


Italienische Feinkost / Mariendorfer Damm / Tempelhof

Daß ich sie ausgerechnet in einem italienischen Feinkostladen in Tempelhof fand, die Zigeunersauce, war letztendlich keine Überraschung. (Ist übrigens kein Aprilscherz!) In meinem Taxi läuft ja bereits seit einiger Zeit eine Umfrage, wie die Zigeunersauce von morgen heißen könnte. Du wirst es nicht glauben, aber die Sache ist gar nicht so einfach. "Sinti-und-Roma-Sauce" wurde bisher zwar am häufigsten genannt, hat aber kaum reelle Chancen auf Umsetzung. Wahrscheinlicher ist da schon eine Variante von "Gypsy-" oder "Gitano-Sauce", allerdings nur solange, bis der Deutsche die politisch korrekte Diskussion um die Zigeunersauce im gesamten germanischen und auch romanischen Sprachraum bestimmt, was angesichts seiner politischen und wirtschaftlichen Stärke in Europa nur eine Frage der Zeit ist.

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31.03.2014

DIE QUALLENZECKE ODER ZECKENQUALLE


Aber was?

Die Qualle vom Ostaquarium ist eigentlich eine Zecke, die immer und überall am Geld klebt. Nahezu täglich schreibt sie darüber, am liebsten über Klein- und Kleinstbeträge. Sie möchte einmal mit dem Schreiben so viel Kleingeld machen, um davon leben zu können. Daß sie, die Zeckenqualle oder Quallenzecke, böse Zungen nennen sie auch Aufmerksamkeits- oder Medienhure, partout nicht ins Fernsehen will, liegt aber nicht etwa daran, daß es dort keine Kohle gäbe, sondern ausschließlich daran, daß die Quallenzecke oder Zeckenqualle so aussieht wie sie eben aussieht ...

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30.03.2014

DER PHALLUS VON FRIEDRICHSHAIN


Ostkreuz / früher Rostkreuz / Friedrichshain

Neulich bekam ich eine Ansichtskarte aus Istanbul. Die Schreiberin beklagte sich, dort regelrecht von Phallus-Symbole umzingelt zu sein. Dazu muss man wissen: auf der Vorderseite der Postkarte war die Blaue Moschee mit ihren Sex 6 (sechs) Minaretten zu sehen.

Unsere Stadt ist dagegen, man kann schon sagen, eher Phallus-Arm. Das ist aber keine Überraschung. Hiesige Männer sind dafür bekannt, keine Eier zu haben. Und wo keine Eier, da auch kein Phallus. Das hängt mit den Hormonen zusammen.

Umso überraschter war ich, direkt vor meiner Haustür auf dieses ausgesprochene Riesenexemplar zu stoßen. Ich würde sogar so weit gehen, und ihn als Über-Phallus bezeichnen. Bin schon gespannt, was aus ihm wird. Ich bin mir fast sicher, daß eines Tages jemand ohne Eier aber mit viel Geld darin wohnen wird.

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29.03.2014

DER POLITISCH KORREKTE BIO SEX


Alkoholfrei? Nein, Danke!

Sex ohne Alkohol, egal ob im Bett oder "on the beach", ist wie kopulieren ohne zu ejakulieren. Einfach langweilig …

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28.03.2014

WATER UND WOMAN IM NEUEN WASCH PARK


Adresse wird nicht verraten …

Es ist eine lange Geschichte und ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wo genau ich anfangen soll. Obwohl ein überzeugter Nichtschwimmer entwickelte ich vor einige Zeit eine gewisse Affinität zum flüssigen Element. Mein Focus, das ist keine Überraschung, ist dabei die innere Anwendung. Seit nunmehr eineinhalb Jahren bin ich anerkannter Wasser-Snob, zumindest in Kalifornien. Der Grund dafür war, das sei kurz erklärt, daß ich im Blind-Test Leitungswasser, billiges und teures Mineralwasser eindeutig auseinanderhalten konnte. (Du glaubst, das ist einfach? Mach das erstmal selbst!)

Damit war dann allerdings auch eine gewisse Grenze erreicht, zumindest was die innere Anwendung angeht. Der nächste Schritt war logischerweise die äußere Anwendung. Das dürfte auch Dir einleuchten. Daß ein sauberer Taxifahrer ein sauberes Taxi braucht, ist auch klar. Und warum nicht beides miteinander verbinden! Blieb noch die Frage: Wie? Zum Glück eröffnete just in dem Moment ein neuer Wasch-Park bei mir an der Ecke. Dort verbringe ich seither jede freie Minute. Natürlich immer mit meinem Taxi. Warum nicht mit meiner Frau? Du bist mir ein rechter Einfaltspinsel!

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