24.10.2014

AUSZEIT ENDE


Berlin bleibt dreckig!

So hatte ich mir das Ende meiner Auszeit wahrlich nicht vorgestellt! Doch dazu später mehr. Erstmal ein Wort zu obigem Orange, das exakt der Farbe der Taxen in der Auszeit entspricht, soweit man in dem kleinen Land am Rande Europas überhaupt von "exakt" im deutschen Sinne sprechen kann. Das Orange der Auszeit hat eine gewisse Varianz und geht von Gelb über Orange bis hin zum Grün. Ordnung sieht definitiv anders aus.

Wenn ich das, also das mit der Ordnung, schreibe, heißt das noch lange nicht, dass ich ein Ordnungsfanatiker bin - Gott bewahre! Ich meine, jetzt mal ehrlich, deswegen sind wir doch nach Berlin gekommen, weil hier eben nicht alles so sauber und ordentlich ist wie in Stuttgart oder München. Sonst hätten wir doch gleich dorthin gehen können. Naja, vielleicht auch nicht, weil man versteht die ja gar nicht - und will sie auch gar nicht verstehen.

Doch zurück zu Berlin und unserem geliebten Kiez ("Keiner ist gemeiner als der Friedrichshainer!"), der sich bis vor einiger Zeit, ähnlich wie die Auszeit, irgendwie am Rand befand, und zwar unseres schönen Landes. Aber was muss ich jetzt lesen? Mein Kiez soll plötzlich sauber werden! Wo kommen wir denn da hin? Wer einen sauberen Kiez haben will, der soll doch bitte sehr in Stuttgart oder München bleiben! Oder haben die dort etwa gar keinen Kiez? Sind das am Ende vielleicht ganz arme Menschen ... ?

Foto&Text TaxiBerlin

23.10.2014

AUSZEIT TAXI


Bei Nacht

Auch am Rande Europas gibt es Taxen, das ist keine Überraschung, und wenn ich wollte, könnte ich morgen schon einen Taxischein haben. Alles kein Problem, sondern nur eine Frage der Kontakte. Sicherlich spielt auch Geld eine Rolle, aber nicht die wichtigste, und auch nicht sofort. Bezahlt wird auch hier oft später, und solange nix bezahlt ist, gilt: Wessen Schein ich hab, dessen Lied ich sing.

Auch das nichts Neues unter der Sonne. Gewöhnungsbedürftig ist vielleicht die hiesige Taxi-Farbe, denn die ist Orange! Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich lieber in Berlin und nicht am Rande Taxi fahre, obwohl sich das, wie gesagt, relativ problemlos einrichten ließ. Die Betonung liegt dabei, denke ich, auf "relativ", und sicherlich spielt auch eine Rolle, dass ich nicht singen kann ...

Foto&Text TaxiBerlin

20.10.2014

KACK E? KACKE!


Lebensgefühl am Rande

Die Sprache in der Auszeit am Rande Europas, ich erwähnte das bereits, ist eine Herausforderung. Trotzdem lohnt es, zumindest von Zeit zu Zeit, sich etwas näher mit ihr zu beschäftigen. Und das nicht nur, um sich von den "Bloody Tourists" abzugrenzen. Am Besten erklärt sich das Ganze vielleicht an einem Beispiel. Die auch am Rande übliche Frage nach dem Befinden "Kack e?" (Wie geht es?) enthält bereits die Antwort: "Kacke!". Also wenn das nicht genial ist, dann weiß ich auch nicht ...

Foto&Text TaxiBerlin

WO DIE KRÄMERSEELE WOHNT


"Hotel Billich" / irgendwo am Rande Europas

Die Krämerseele wohnt nicht etwa im Wedding, wie manch einer vermuten würde, und auch nicht in Marzahn, sondern irgendwie überall und nach dem Motto: "billich - willich!". Für den Taxifahrer hat das den Vorteil, dass er sofort weiß, wo er nicht hinzufahren braucht. Die Krämerseele allerdings, und das ist die andere Seite der Medaille, darf sich über nichts beklagen, denn der Name des Hotels (cheap = billich) ist zugleich Programm ...

Foto&Text TaxiBerlin

15.10.2014

WO WIR WOHNEN


Vorderseite

Offensichtlich sind viele Leute von Berlin gelangweilt, zumindest erkläre ich mir damit das rege Interesse an meinem Angebot, doch mal eine Schnupperwoche im Gulag mit Ausblick einzulegen. Vermutlich ist das sogar DIE Lösung, um, was potentielle Taxi-Diktatoren angeht, frühzeitig die Spreu vom Weizen zu trennen. Bevor ich mich aber endgültige entscheide, möchte ich noch kurz zeigen, wie der Gulag mit Ausblick überhaupt aussieht, bisher hatte ich mich ja nur auf den Ausblick beschränkt. Sicherlich, die Vorderseite (Foto oben) macht nicht gerade einen einladenden Eindruck, aber das soll sie auch nicht. Übrigens, die Person in weiß ist nicht etwa der Gärtner, sondern ein angehender Taxi-Diktator bei der Gartenarbeit. Das ist nicht dasselbe!

Sie, also die Vorderseite, dient genau genommen nur der Abschreckung und wird deswegen auch gerne als „Potjemkinsches Dorf“ bezeichnet, falls damit noch jemand etwas anfangen kann. Wie alles im Leben, so hat auch so ein Block seine zwei Seiten. Die Rückseite (Foto unten), das kann keiner bestreiten, sieht dagegen schon wieder so normal wie Berlin aus. Ich weiß nicht, ob ich es extra betonen muss, aber im Gulag mit Ausblick gibt es natürlich keine Waschmaschine und schon gar keinen Trockner, sondern nur Handwäsche.

Rückseite


Erster Nachtrag: Besonders clever zu sein Glaubende fragen, ob sie im Gulag mit Aussicht ihr Handy bzw. ihr Smartphone benutzen dürfen. Das geht natürlich nicht, und zwar aus dem einfachen Grund, da es Dank der Berge Null Netz gibt. Da der Gulag mit Aussicht darüber hinaus Handyfreie Zone ist, werden alle Handys und Smartphones sofort eingezogen.

Zweiter Nachtrag: Den Donnerbalken gibt es nicht mehr. Er wurde wegen dem plötzlichen aber nur kurzfristigen Wintereinbruch verheizt. Dafür gibt es einen Spaten.

Dritter Nachtrag: Im richtigen Winter gibt es anstelle des Spatens zwei Pfähle, ein Seil, eine Säge und einen Hammer, um auf Toilette gehen zu gehen. Als Vorbild dient das sibirische Klo.

Fotos&Text TaxiBerlin

13.10.2014

NO TAXI FOR YOU



Die sechste Woche ist fast vorbei, womit die für eine Auszeit absolut notwendigen vierzig Tage erreicht sind. Der ein oder anderer wird sich fragen, was ich hier treibe und ob ich zu viel Geld habe. (Letzteres fragen sich übrigens nur Krämerseelen.) Aber ich möchte auch hier, genauso wie in meinem Taxi in Berlin, ehrlich Rede und Antwort stehen.

Nein, ich habe nicht viel Geld, und schon gar nicht zu viel. Was ich aber ausreichend habe, ist Zeit. (Ich weiß, das passt für eine Krämerseele, für die Zeit immer nur Geld ist, nicht zusammen. Das ist aber nicht mein Problem.) Bleibt die Frage, was ich hier mache.

Dazu muss ich etwas ausholen. Der ein oder andere erinnert sich, dass ich vom New Yorker Suppen-Nazi (es gibt ihn wirklich!) inspiriert bin, dessen Suppen zu den besten in Big Apple gehören. Suppe bekommt aber nur der, der sich anständig anstellt (beim Suppen-Nazi gibt es immer eine lange Schlange), dabei nicht flirtet und schon gar nicht küsst (wen auch immer!), seine Bestellung kurz und bündig vorträgt, möglichst passend bezahlt, und (das ist das wichtigste!) keine dummen Fragen stellt, beispielsweise warum er diesmal kein Brot zur Suppe bekommt. Da kann es nämlich passieren, dass der Suppen-Nazi (zu recht!) richtig sauer wird. Im dümmsten Fall bekommt derjenige sein Geld zurück und muss dafür natürlich die Suppe dalassen. Im allerdümmsten Fall folgt noch ein Suppen-Verbot („no soup for you!“) vom Suppen-Nazi persönlich für eine bestimmte Zeit, beispielsweise für eine ganz Woche.

Was hat das nun mit mir zu tun? Ich bin, ich sagte das bereits, nicht nur von den Suppen begeistert, sondern auch vom, zugegeben etwas strengem aber gerechten Regime, des New Yorker Suppen-Nazis, weswegen ich mich bereits vor einiger Zeit als Taxi-Diktator in Berlin etabliert habe, dessen NO TAXI FOR YOU! schon jetzt ein Europaweites Markenzeichen ist.

Nun ist es aber so, so viel kann ich verraten, dass dieses NO TAXI FOR YOU! auch gelernt sein will. Das sagst Du nicht einfach mal so zu deiner Kundschaft. Das findet die nämlich nicht witzig! Und doch muss es auch sein – zumindest gelegentlich, weswegen ich hier dieses Trainingslager, ich nenne es liebevoll „Gulag mit Ausblick“ (Foto), ins Leben gerufen habe, wo, wer will und genug Zeit hat, sich zum Taxi-Diktator ausbilden lassen kann.

Dabei ist die viele Zeit, die die Ausbildung in Anspruch nimmt, nicht das einzige Problem, zumindest für die meisten Zeitgenossen. Zu der vielen Zeit kommt nämlich hinzu, dass es kein Internet gebt, oder so gut wie keins. Einmal in der Woche dürfen meine Schützlinge ins fünf Kilometer entfernte Dorf, um im verstaubten Büro des Dorfschulzen für eine halbe Stunde ins Internet zu gehen. 

Außerdem, und das dürfte für viele ein weiteres Problem darstellen, gibt es kein Auto! Aber, und das ist die gute Nachricht, man kann auch ohne Auto mobil sein (Foto). Nach sieben Wochen brauchen meine Stützlinge nur noch dreißig Minuten ins Dorf, womit sich ihre Zeit im Internet auf sage und schreibe eine Stunde pro Woche erhöht hat.

Dass es kein Auto in meinem „Gulag mit Ausblick“ gibt, hat natürlich noch andere, weit wichtigere Gründe. Die wichtigste Erfahrung ist zweifellos die, dass man auch ohne Automobil mobil sein kann, und darüber hinaus seine Umgebung (und somit auch sich selbst!) viel intensiver wahrnimmt. Mindestens genauso wichtig ist, dass die angehenden Taxi-Diktatoren genau dieselbe Erfahrung machen wie ihre Fahrgäste nach dem NO TAXI FOR YOU!, und zwar dass sie laufen müssen. Ich finde nämlich, aber das ist nur meine persönliche Meinung, dass Laufen weitgehend unterschätzt wird, und vielen vielen Menschen nur anempfohlen werden kann, auch und eben vielen Fahrgästen.

Ich kann mir vorstellen, dass sich jetzt der ein oder andere fragt, ob nicht auch er mal ein paar Tage in meinem „Gulag mit Ausblick“ verbringen könnte. Grundsätzlich kann diese Frage mit JA beantwortet werden. Vorher solltest Du dich aber fragen, ob Du wirklich für den Gulag geeignet bist. Und damit meine ich nicht nur, dass Du viel Zeit mitbringen musst, denn die Ausbildung zum Taxi-Diktator ist hart und langwierig. Außerdem gibt es weder Netz noch fahrbarem Untersatz. Dass es kein Bad und auch keine Toilette, sondern nur einen Donnerbalken und zum Duschen den Gartenschlauch gibt, hatte ich glaube ich noch gar nicht erwähnt, oder?


Solltest Du jetzt immer noch Interesse haben, den „Gulag mit Ausblick“ kennenzulernen, so richte bitte eine ausführliche Bewerbung an die bekannte e-mail Adresse. Vielleicht gibt es ja bald mal ein paar „Schnupperwochen“ für angehende Taxi-Diktatoren, ich schließe es zumindest nicht kategorisch aus. Mein kleiner privater „Gulag mit Ausblick“ befindet sich übrigens noch in Europa, wenngleich am Rande, ich erwähnte das bereits, und der Ausblick (nochmal Foto) ist auf das Gebirge, welches der gesamten Halbinsel seinen Namen gibt. Man erreicht den Gulag sogar von Berlin (SXF) aus in weniger als zwei Stunden ganz „easy“ für wenig Geld – aber das nur als Info für alle Krämerseelen.

Mobil ohne Auto
Fotos&Text TaxiBerlin

08.10.2014

STRASSENBENUTZUNGSGEBÜHR IN DER AUSZEIT


Auszeit / Verkehrsschilder / Vignette nur für Gespanne

Normalerweise, also in der Vergangenheit, haben wir Deutsche wahlweise vom Russen oder vom Ami gelernt. Das mit dem Russen hat sich erledigt, oder auch nicht, und ob man beim Ami von einer Wahl sprechen kann, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall orientieren wir uns, wenn es um die staatlich legalisierte Wegelagerei geht, eher an unseren europäischen Nachbarländern, was prinzipiell in Ordnung ist. Nun wird in der Auszeit immer wieder gerne behauptet, dass der Kontinent, und allen voran Deutschland, zur Abwechslung auch mal was von ihr lernen könnte. Ausgerechnet vom armen Bruder irgendwo am Rande, werden sich jetzt viele fragen, und das zu Recht, aber gleichzeitig zu Unrecht – wie das halt im Leben so ist.

Ich möchte das kurz anhand der Straßenbenutzungsgebühr erklären, die hier, wie in vielen anderen Ländern auch, einfach nur Vignette heißt. Sie ist Tage-, Wochen-, Monats- oder wahlweise (hier hat man wirklich die Wahl!) gleich fürs ganze Jahr zu entrichten, und gilt, zumindest vorerst, und das könnte jetzt auch für dich interessant sein, weil man sich in Deutschland schwer tut, eine Ausnahmeregelung für die eigene Bevölkerung durchs EU-Parlament zu bekommen, nur für Pferdegespanne (Foto!).

Dabei ist nicht wichtig zu wissen, warum es hier diese Ausnahmeregelung gibt (Sie betrifft übrigens nicht nur für alle PKWs ((nochmal Foto!!)), sondern auch sämtliche LKWs!), sondern wie die Auszeit-Menschen es geschafft, damit in Brüssel durchzukommen.


Nachtrag: Da TaxiBerlin noch ein wenig in der Auszeit ist, bleibt er natürlich an der Geschichte dran und kann bereits jetzt ankündigen, dass es in Sachen Straßenschilder noch einige phänomenale Ideen gibt, die unter Umständen auch bald auf deutschen Straßen für ein wenig Aufregung sorgen könnten. Dranbleiben lohnt!

Foto&Text TaxiBerlin

05.10.2014

WAHLEN IN DER AUSZEIT


Auszeit-Wahlplakat (bearbeitet) / Kleingedrucktes:
„Der Kauf und Verkauf von Stimmen ist ein Verbrechen“

Auch in der Auszeit, einem kleinem Stück Land am Rande Europas, wird gewählt, und zwar heute. Das wird den ein oder anderen überraschen, ging es doch lange genug auch ohne diese lästige Wählerei. Immerhin bietet so eine Wahl immer auch die Möglichkeit, zu dem Nichts, das ein jeder hier so hat, etwas hinzuzuverdienen. Und genau dem soll jetzt der Riegel vorgeschoben werden. Ausgerechnet von den Parteien, die zur Wahl stehen, und zwar unabhängig ihrer politischen Ausrichtung. Dazu muss man wissen, dass im allgemeinen Verständnis der Auszeit-Bürger, jeder (und zwar ausnahmslos!), der sich zur Wahl stellt, ein Bandit ist.

Das hängt nun wiederum damit zusammen, dass das Stück Auszeit, wie gesagt: ein Land am Rande Europas, so klein ist, dass eine persönliche Bereicherung der zur Wahl stehenden Person und seines Clans als gegeben hingenommen wird. (Man kennt sich halt ...) Früher galt in der Auszeit: Stell einen Esel auf und er wird gewählt. Heute ist das anders. Wenn ich ehrlich sein soll, liegt sogar ein klein wenig Spannung in der Auszeit-Luft. Denn es ist immer noch nicht klar, welcher Bandit die Wahl denn nun für sich entscheiden wird. Dabei, und das ist das eigentlich Neue, bekommt nicht automatisch der größte Bandit auch die meisten Stimmen. So einfach ist es nun auch wieder nicht! Wer gewinnen will, muss auch hier gut aussehen und darüber hinaus, ähnlich unseren Fußball-Artisten, mindestens drei zusammenhängende Sätze vor der Kamera aufsagen können.

Apropos: Ich weiß nicht, ob es einer von meinen Lesern gesehen hat, das Fußballspiel letzten Mittwoch zwischen Real Madrid und dem Auszeit-Meister. Auch wenn das Endergebnis 2:1 für Real lautete, war der Auszeit-Meister durchaus ein gleichwertiger Gegner. Das schmeichelhafte Resultat verdankt Real einzig und allein dem schottischen Schiedsrichter, der nicht gegeizt hat mit Strafstößen für Real. Genau genommen hat er zwei geben müssen. Das lag daran, dass der Auszeit-Torwart den ersten Elfer von Ronaldo (oder wie der heißt) gehalten hat. Der Grund dafür war wiederum, weil Ronaldo (oder wie der heißt) mit „Messi, Messi“ Rufen in der Auszeit begrüßt wurde, was natürlich nur aus Unkenntnis der Auszeit-Bürger über den weltschönsten Fußballer geschehen konnte.

Die eigentliche Überraschung kam aber auch hier zum Schluss, genauer gesagt nach dem Spiel, und zwar als der Torschütze des Auszeit-Meisters, ein kleiner, gut aussehender Brasilianer, im Interview plötzlich in der Auszeit-Sprache antwortete, die eigentlich so kompliziert ist, dass sie kein Ausländer lesen, geschweige den sprechen kann. (Wenn Du mir nicht glaubst, dann versuch selbst das Kleingedruckte des obigen Wahlplakates zu entziffern!)

Der Auszeit-Fußball-Meister, das nur am Rande, soll übrigens einem Auszeit-Banditen gehören. Man kennt das ja vom englischen Chelsea. Komischerweise steht dieser Bandit nicht zur Wahl, zumindest nicht offiziell. Der hätte nach diesem Spiel gegen Real und nach dem 2:1 gegen Liverpool zwei Wochen zuvor in England, aber vor allem nach dem Interview seines kleinen Brasilianers, meiner bescheidenen Meinung nach, die besten Chancen gehabt die heutige Wahl in der Auszeit zu gewinnen.

Letztendlich (wie überall, und nicht nur in der Auszeit!) ein klassisches Umverteilungsproblem, bei dem es, wie bei allen Wahlen, darum geht, zu entscheiden, wer oder was das kleinere Übel ist. Übersetzt in die Sprache der Auszeit heißt das: Welcher Bandit gibt von dem, was er zusammengeklaubt hat, das meiste an die zurück, die er zuvor beklaut hat. (Das ist auch deswegen wichtig, weil, wie eingangs beschrieben, des kleinen Mannes Verdienstmöglichkeiten bei der Wahl erstmals offiziell beschnitten wurden.) Dabei gibt jeder, was er kann: Der eine sieht toll aus oder kann einfach nur gut reden, der andere gibt Geld, und der dritte Brot und Spiele Fußball.


Nachtrag: Das mag für Deutsche Ohren alles erst einmal weit weg klingen, und ist es ja auch, denn gewählt wird, ich erwähnte es bereits, am Rande Europas. Aber gibt es nicht auch in unserem schönen Land im Herzen Europas und selbst in Berlin den Zeitgenossen (Gemeint ist nicht der Flaschensammler, sondern die Flasche!), der für Geld alles tut? (Und wenn ich alles sage, dann meine ich auch alles!) Und wenn dem so ist, ist es dann nicht auch so, dass diese Zeitgenossen auch hier mal wieder zu spät kommen? (Wie sie übrigens immer zu spät kommen!) Dem kleine Nebenverdienst, auch wenn er nur am Wahltag eintreibbar war, ist (zwar nur offiziell, dafür aber definitiv!) leider der Riegel vorgeschoben worden. Wie immer auch die Wahl am Rande Europas ausgehen wird, der heutige Tag dürfte bereits jetzt für manch einen ein Trauertag sein, auch (und gerade) im Herzen Europas.

Foto&Text TaxiBerlin