17.04.2014

WOHNST DU NOCH ODER VEGETIERST DU SCHON?


Stalin-Allee/ jetzt Karl-Marx-Allee / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Nach der "Shisha to go!" von gestern zurück zum Ernst des Lebens. Ich weiß nicht, wie Du wohnst, aber ich bin mit meiner Wohnsituation ganz zufrieden. Gut, es ist kein Altbau im klassischen Sinne mit den hohen Decken, und vor kurzem wurde auch noch mein Treppenhaus saniert. Dafür bin ich aber auch der Einzige, der dieses Treppenhaus benutzt. Die andere Seite vom Seitenflügel steht leer, weil (Gott sei Dank!) kein Geld zum weiter Sanieren da ist. NOCH nicht muss man sagen, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Eigentümer, der nicht nur mit im Haus lebt, sondern auch im Haus geboren wurde, nicht mehr ist, und irgendwelche Heuschrecken über die Immobilie herfallen. (Ist immerhin Friedrichshain!) Aber ich will mich nicht beklagen, ganz im Gegenteil, denn ich habe vorgesorgt. Ich habe nämlich einen phantastischen Daunen-Schlafsack mit dem tollen Namen "Touch The Cloud" plus eine sich selbstaufblasende Iso-Matte (obwohl ich die gar nicht bräuchte!), denn ich hab ja mein Taxi und muss deswegen nicht gleich auf der Straße schlafen. Ich weiß nicht, wie Du es siehst, aber ich fühle mich wie ein richtiger Glückspilz.

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16.04.2014

AUCH ZUM MITNEHMEN ...


Dinge, die die Welt nicht braucht

Entsprungen, ich vermute es, nein, ich bin mir sicher, irgendeiner Berliner Kreativbutze. Irgendwo muss sie ja herkommen, die ganze heiße Luft, die in der Hauptstadt produziert wird. "Ist mir egal!" höre ich schon den ein oder anderen Kollegen sagen, "Hauptsache die kommen mir damit nicht in die Taxe!" Ich aber sage Dir: "Der Tag wird kommen, an dem Du dich schämen wirst, Berliner zu sein!"

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15.04.2014

BON BON BERLIN


Diskreter Hinweis

Ob ich die "Bon Bon Bar" kennen würde. Ja, klar - die ist am Stutti! (gemeint ist Stuttgarter Platz am Bahnhof Charlottenburg*) Die beiden sahen gar nicht aus wie irgendwelche Stipperinnen. Nee, nicht das Strip-Lokal am Stutti! Die "Bon Bon Bar", die sie meinten, wäre in der Torstraße. Das passte mir auch besser. Was sollte ich am Stutti?! Außerdem war es von Wilmersdorf aus weiter nach Mitte als zum Bahnhof Charlottenburg.

Früher wären sie nie mit der Taxe in den Club gefahren, aber auch sie sind älter geworden. Wem sagten sie das?! Um vom leidigen Thema Alter wegzukommen, fragte ich sie, ob diese "Bon Bon Bar" nicht auch so ein "Hipster-Ofen" wäre, wie die meisten neuen Läden in der Torstraße. Das konnten sie mir nicht sagen, weil sie den Begriff "Hipster-Ofen" nicht kannten. Ich musste mal wieder richtige Aufklärungsarbeit leisten.

"Hipster-Öfen" sind erstmal schwer zu lokalisieren. Von außen sehen sie nach nichts aus. Im besten Fall gehst du an ihnen vorbei. Solltest du sie trotzdem finden, macht sich bei dir als Finder ein Gefühl des Stolzes breit, was Grundvoraussetzung für das Hineinkommen in den "Hipster-Ofen" ist. Dabei ist gar nicht wichtig, worauf du Stolz bist, ob auf deinen Scheiß-Job oder nur auf deine verschissene Karriere, solange du es nur richtig verpackst ...

Am Fahrziel angekommen, bestätigte sich meine Vermutung. Die "Bon Bon Bar" ist ein "Hipster-Ofen"! Das besondere an der "Bon Bon Bar" in der Torstraße ist, daß sie direkt neben der neuen "Kontaktbörse" liegt, worauf ich die beiden Mädels zum Abschied noch aufmerksam machte: "Falls es im 'Hipster-Ofen' nichts wird, geht zum Geldautomaten nebenan, dort werdet ihr auf jeden Fall fündig."

Artig, wie es sich für Wilmersdorfer Witwen Mädels gehört, bedankten sie sich für den Tip. Wahrscheinlich konnte ich mir deswegen nicht verkneifen, sie noch vor den Verbrennungen der unvermeidlichen Ausdünstungen zu warnen - im "Hipster-Ofen".

(* für alle Hipster)

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14.04.2014

EIN NEUER TREND IN BERLIN


Mit dem Rollkoffer ins Theater

"Taxifahren könnte so schön sein, wenn es keine Fahrgäste gäbe" - mit solchen und ähnlich irren Gedanken im Kopf begann ich mein Wochenende auf den Berliner Straßen und Plätzen. Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, daß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, daß es ausgerechnet an diesem Wochenende mit Fahrgästen äußerst mau aussehen sollte.

Ich war auf jeden Fall noch frohen Mutes, wollte einfach mal meine Ruhe haben und endlich meinen neuesten Roman zu Ende lesen, weswegen ich mich in der dunkelste Ecke von Berlin in der Schumannstraße vor dem Deutschen Theater und auch den Kammerspielen postierte. Anderen Kollegen muss es ähnlich gegangen sein, oder hatten sie bereits alle Hoffnung "fahren lassen"?, auf jeden Fall bildete sich hinter mir eine Schlange von leeren Taxen.

Kann man in dieser Stadt nicht einmal in Ruhe sein Buch lesen, ohne daß daraus gleich ein Happening wird? Nach einer knappen Stunde kam der Kollege direkt hinter mir, ausnahmsweise war es mal kein Fahrgast!, und nervte mit der Frage nach dem Veranstaltungsende. Nachdem ich ihm sagte, daß ich überhaupt keine Ahnung hätte, ob heute überhaupt eine Vorstellung wäre, fuhr er wutentbrannt los und nahm zum Glück gleich alle anderen Kollegen mit.

Endlich hatte ich wieder meine Ruhe und schaffte sogar einige Seiten zu lesen. Plötzlich standen zwei junge und auch dynamische Frauen mit einem Rollkoffer bei mir am Fenster und fragten, ob ich auch Taxi fahren würde oder nur zum Lesen hier wäre. OK, meinte ich, ich wolle mal nicht so sein, ist ja schließlich das schwache Geschlecht, weswegen ich auch ganz alleine den Rollkoffer irgendwo hinten ins Taxi warf.

Nachdem ich schon auf meinem Weg Richtung Prenzlauer Berg war, fiel mir plötzlich ein, daß die aus dem Theater und nicht aus 'nem Flieger kamen. Aber warum hatten sie dann einen Koffer dabei, und noch dazu einen Rollkoffer? - dem schlimmsten Feind eines jeden Taxifahrers! Zum Glück hatten es die beiden auch noch geschafft, irgendwie im hinteren Bereich meines Taxis Platz zu nehmen, so daß sie mir sogleich Rede und Antwort stehen konnten.

Also das mit dem Rollkoffer wäre ein ganz neuer Trend, den sie jetzt gerade erfunden hätten. Dabei spielt das Design des Rollkoffers keine unerhebliche Rolle, das sollte nämlich zum Stück passen, in das man den Rollkoffer natürlich unbedingt mitnehmen müsse. Ihn einfach an der Garderobe abzugeben, wäre total uncool. Ich musste sofort an die ganzen Idioten denken, die immer mit ihrem Scheiß Fahrrad samt Anhänger über den Flohmarkt latschen müssen und wie das nervt.

Ob sie nicht ähnliche Erfahrungen mit den anderen Besuchern gemacht hätten? Angeblich nicht! Ganz im Gegenteil: Der Neidfaktor, nicht selbst auf die Idee mit dem Rollkoffer gekommen zu sein, stand bei den anderen im Vordergrund. - Hm, natürlich war ich stolz, auf so unverhoffte Weise bei der Geburt eines neuen Trends dabei gewesen zu sein. Aber, ganz ehrlich gesagt, war ich auch froh, bald darauf in einer anderen dunklen Ecke meine Lektüre fortsetzen zu können …

PS: Das Stück hieß übrigens "Alltag und Extase" und soll auch ohne Rollkoffer ganz passabel sein.

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12.04.2014

WENN WITZE WAHR WERDEN


Augsburger Str. / früher Augsburger Str. / heute Augsburger Str.

Hatte ich gestern Morgen noch meine Witze über die unendlichen Umbenennungen von Berliner Hotels gemacht, war es bereits am Abend mal wieder so weit. Schlimmer als den Berliner Taxifahrer, der sich den ganzen Quatsch "nur" merken muss, trifft es da noch den Berlin-Besucher. Der legt sich Abends ahnungslos im Hotel Concorde in der Augsburger Straße ins Bett - und wacht am nächsten Morgen im Sofitel Berlin Kurfürstendamm auf.

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11.04.2014

DIE POLITISCH KORREKTEN HOTELS


Natürlich Bio …

Mehr gibt es darüber eigentlich gar nicht zu schreiben. Vielleicht noch soviel: Bio hatte früher nur 'nen Bahnhof, aber dafür 'ne eigene Sendung im Fernsehen. Daß der jetzt die Sendung gegen Hotels eingetauscht hat, war mir auch neu. Aber man lernt eben nie aus. Insbesondere auch was Hotels in Berlin angeht. Heute heißen sie so und morgen so. Da kommt man manchmal gar nicht hinterher. An das "Park Inn" am Alex haben sich mittlerweile wohl alle gewöhnt. Das hieß früher übrigens "Forum-Hotel", wegen der "Forum-Schecks" - kennt die noch einer? Aber gut, das ist eine andere Geschichte. Bin gespannt, wie lange olle Bio seine Hotels hat. Vielleicht heißen die morgen auch schon wieder ganz anders. Wer weiß das heute schon?!?

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10.04.2014

DAS LIFESTYLE MAGAZIN DER NEUEN MITTE


Doppel-"Pack"

Genau genommen sind es zwei. Eins auf Englisch (oben) und das andere auf Deutsch. Das auf Englisch ist (noch) umsonst, das auf Deutsch kostet fünf Euro, die ich natürlich nicht bezahlt habe. Ich brauche kein Life-Style-Magazin, und schon gar nicht aus der Neuen Mitte. Ich brauche nur das Foto für meinen Blog. Wer jetzt neugierig geworden ist und auch mal ein Life-Style-Magazin der Neuen Mitte in seinen Händen halten will, findet es in einen der zahllosen Hotels an der Friedrichstraße. Mit etwas Glück sogar umsonst, möglicherweise als kleine Reminiszenz an früher, als Geld (noch) keine Rolle spielte, weil man für Geld nichts bekam. Ansonsten bleibt mir nur der Hinweis, daß es richtigerweise heißen muss: BERLIN WAS DIFFERENT

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09.04.2014

PERVERSE WERBUNG IN BERLIN


Bikini Berlin Werbung (Detail)

Was soll sich bitte sehr diese ältere Dame noch NEUES KAUFEN außer vielleicht einen Sarg? Also jetzt mal im Ernst! Vielleicht einen BIKINI? (Immerhin ist das die aktuelle Werbung für das neue BIKINI BERLIN gegenüber der Gedächtniskirche.) Und bitte komm mir jetzt nicht damit, ich hätte was gegen alte Leute. Das Gegenteil ist der Fall! (Ich schreibe das, weil ich mich, wenn ich so alt wäre wie die Dame, von der Werbung zu Recht verarscht fühlen würde!) Als wenn es nicht schon schlimm genug ist, daß sich immer mehr Menschen über Geld und Konsum definieren. Nein, jetzt müssen auch noch alte Leute für die dazugehörige Werbung herhalten. Einfach ekelhaft!

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08.04.2014

EINFACH GESTRICKT


 Handlungsanweisung mit Kleingedrucktem (Werbung/Detail)

Ich bin ja eher so ein Typ, Leute die mich kennen, werden das bestätigen, der immer das Gegenteil von dem macht, was man ihm sagt. Sagst Du mir beispielsweise: Tu DIES!, mache ich garantiert DAS. Deswegen gerate ich gelegentlich auch mit meinen Fahrgästen in Konflikt. Ich meine, wer sollte besser wissen als ein alter Taxi-Hase wie ich, der seit zwanzig Jahren auf den Berliner Straßen unterwegs ist, wo meine Fahrgäste hingehören? (jetzt mal im Ernst!) Die wollen aber immer besser wissen, wo sie hinwollen (und gar nicht hingehören!).

Gut, das ist jetzt nicht soo kreativ von mir und letztendlich auch beherrschbar. Du musst einfach sagen: Tu DAS!, dann mache ich garantiert DIES. Einige Fahrgäste haben das auch schon kapiert und sagen beispielsweise zu mir: Fahr uns nach Friedrichshain, wenn sie nach Steglitz wollen. Nun gibt es aber auch einfach gestrickte Leute, die machen immer genau DAS, was Du ihnen sagst. Möglicherweise kennst Du sogar nur solche Leute, oder bist ganz und gar selber so jemand, so daß ich es Dir gar nicht erklären muss.

Ich mache es trotzdem. Man kann nie wissen, wozu es gut ist. Beispielsweise ich sage: Schreib über Geld!, dann schreibst Du über Geld. Oder, nehmen wir mal an, ich sage: Schreib über Kleingeld!, dann schreibst Du über Kleingeld. Das ist aber langweilig, sagst Du? Aber warum liest Du es dann. - Sorry, ich wollte Dich, meinen letzten Leser, jetzt nicht auch noch vergraulen. Manchmal muss ich mich einfach aufregen. Normalerweise mache ich das ja in meiner Taxe. Aber oft ist das eben nicht genug. Dann muss es raus, koste es was es wolle … Und wenn es der letzte Leser ist.

Doch zurück zu den Mitmenschen unter uns, die, sagen wir mal, etwas einfach gestrickter sind. Klar, so welche muss es auch geben - keine Frage! Einer muss schließlich den ganzen Dreck konsumieren. Blöd ist nur, daß die einfach Gestrickten, die immer genau das tun, was man ihnen sagt, allzuoft den Ton angeben. Und deswegen habe ich jetzt eine tolle, geradezu geniale Idee, ihnen das Maul zu stopfen. Du willst jetzt wissen WIE? Sag einfach zu ihnen: Friss Scheiße!, und warte was passiert …

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WEITERBILDUNG VIP FAHRER


= super geil?

Ich hatte schon darüber berichtet, daß mein Chef der Meinung ist, er wäre mir weisungsberechtigt. Das stimmt natürlich nicht! Sonst könnte ich mir ja gleich einen Job suchen, wie Du ihn hast, oder? Aber jetzt nicht sauer sein. Auch ich muss mir Dinge vorschreiben lassen, beispielsweise wo ich hinzufahren habe. Und das auch noch vom Fahrgast - das musst Du Dir mal vorstellen!

Das war wohl auch der Grund (meine Verzweiflung muss sehr groß gewesen sein), daß ich einer Weiterbildung zum VIP Fahrer zugestimmt habe. Irgendeine Art von Kooperation musste ich meinem Chef schon vortäuschen. In der Praxis fahre ich natürlich auch weiterhin dorthin, wo ich hin will - ist ja klar!

Doch nun zur Weiterbildung. Ich will nicht alle Details erwähnen, dazu fehlt mir die Zeit, aber auch das Verständnis. Was ich verstanden habe, ist der Unterschied zwischen "super geil" und "sehr sehr geil". Was, Du kennst ihn nicht? Dann hast Du leider in meinem VIP-Hipster-Ofen-Taxi nichts verloren …

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07.04.2014

MONTAGS STAMMTISCH


Also ich nicht!

Montags wurde früher bei uns gebadet. Heute ist nichts mehr mit baden. Das liegt meistens daran, daß ich gar keine Wanne habe. Manchmal aber auch daran, daß ich, so wie heute, zum Stammtisch gehe. Ausgerechnet ich, wo ich gar kein Stammtisch-Typ bin. Eigentlich bin ich eher ein Anti-Stammtisch-Typ. Aber wenn der Stammtisch, und vor allem das, was da besprochen wird, so in der Kritik steht, konnte ich nicht anders. Alles, was dem Gutmenschen nicht passt, ist "Stammtisch" - selbst wenn es gut ist. (Ist Dir das schonmal aufgefallen?) Wenn etwas vom Stammtisch kommt, was der Gutmensch gut findet, dann ist es der "Volksmund", der das sagt. (Musst Du mal drauf achten!) Ich muss jetzt leider los ...

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FASHION STORE SÜNDE IM FRIEDRICHSHAIN


Wühlisch- Ecke Gärtnerstraße / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Der/die/das PECCATO, auf deutsch SÜNDE, gibt es nach eigenen Angaben bereits acht Jahre im Kiez, was ich nicht kontrolliert habe, obwohl ich viel länger im Kiez lebe. Was ich weiß, ist, daß da, wo die SÜNDE heute neu zu Hause ist, lange Zeit ein "Laden für Heimtiere" war. Nicht, daß ich jetzt irgendetwas gegen die SÜNDE hätte - ganz im Gegenteil! Durchaus mit etwas Stolz in der Stimme und leicht geschwellter Brust wage ich zu behaupten, einer der größten SÜNDER vor dem HERRN zu sein - zumindest südlich der Frankfurter Allee.

Wer es nicht glaubt - das sind die ersten Zeilen meiner aktuellen Autobiografie: Ich, ein Sündiger unter den Menschen, ward geboren in dem Dorf Berlin. Mein Vater hieß Papa und meine Mutter Mama, und sie gaben mir meinen ersten Namen: Taxis. Als ich drei Jahre alt war, starb meine Mutter, und mein Vater nahm eine andere Frau; die war böse und neidisch. Von ihr hatte er einen Sohn. Sie aber sorgte nur für ihr Kind und stieß mich immer fort. Mit neun Jahren lernte ich lesen und schreiben. Vorher konnte ich nicht in die Schule gehen, weil ich meist kränklich und schwach war. In der Schule zeigte ich großen Fleiß und Scharfsinn und lernte bald das einfache Lesen. Die Schule beendete ich als Jahrgangsbester, weswegen ich als einziger die Laufbahn des (damals noch) Taxeurs einschlagen durfte.

OK, so viel zu mir. Ich muss jetzt aufpassen, daß mir der sprichwörtliche rote Faden nicht abhanden kommt, denn in diesem Beitrag sollte es gar nicht um mich gehen, sondern um den "Fashion Store" SÜNDE, den es, wie gesagt, nach eigenen Angaben, bereits acht Jahre im Kiez geben soll, wovon ausgerechnet ich (Berliner Taxeur und Bester seiner Jahrgangs!), nichts mitbekommen haben soll. Nehmen wir aber mal an, das stimmt, was die sagen. Was hat es nun zu bedeuten, wenn aus einem "Laden für Heimtiere" plötzlich ein "Fashion Store" wird? Und wo sind all die Heimtiere geblieben? Vielleicht sollte ich mal bei TierTaxi anrufen …

Hm, wie komme ich jetzt bloß raus aus dieser Geschichte? (Grübel, grübel und studier …) Ah ja, vielleicht so: Den "Fashion Store" SÜNDE gibt es nun schon acht Jahre im Kiez (was ich wie gesagt nicht kontrolliert habe, wo wir aber an dieser Stelle einmal der Eigenwerbung der SÜNDE Glauben schenken) und soll trotzdem plötzlich wieder NEU sein! Was will uns die SÜNDE damit sagen, außer daß sie sämtliche Haustiere WEGGENTRIFIZIERT hat? Ich denke, der Schlüssel zum Verständnis der ganzen Geschichte sind die acht Jahre, die es die SÜNDE jetzt schon im Kiez gibt. Nimm das Datum der Neueröffnung der SÜNDE, also heute, und schlage acht Jahre drauf, dann weißt Du ganz genau, wann Deine Zeit im Kiez abgelaufen ist.

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06.04.2014

NOCHMAL BURN OUT


Auch immer öfter im Taxi ...

"Burn Out" trifft mein Krankheitsbild nicht ganz. Genau genommen ist es auch keine Krankheit sondern eine Handvoll von Symptomen, unter denen ich leide. Hm, wie soll ich das jetzt erklären oder ganz und gar nennen? Etwas, was es noch gar nicht gibt! Auf jeden Fall ist es was NEUES und ich bin sozusagen Patient Nummer EINS!

Die Beschwerden äußern sich wie folgt: Ich sitze in meiner Taxe, lese ein Buch, und ein Fahrgast kommt und stört, was an sich noch nichts besonderes wäre. Jetzt kommt aber hinzu, daß der Fahrgast nicht nur nervt und Scheiße aussieht, was man gerade noch ertragen könnte, aber NEIN, er hat auch nur Scheiße im Hirn!

Gut, ich will es mir nicht zu einfach machen. Es liegt auch an mir! Und zwar daran, daß die Bücher, die ich im Taxi lese, immer besser werden, weswegen mir meine Fahrgäste immer nerviger vorkommen, was aber auch ein allgemeiner Trend ist. Auch außerhalb des Taxis geht die Schere immer weiter auseinander: Reiche werden immer reicher, Dumme immer dümmer, Hässliche immer hässlicher, Blöde immer blöder, Rückgratlose immer rückgratloser (den Stock im Arsch bitte nicht mit dem Rückgrat verwechseln!) usw …

Diese generelle Entwicklung läuft nun, wie gesagt, den Büchern, die ich in meiner Taxe lese, zuwider, denn die werden immer besser. Aber was soll ich nun tun? Soll ich deswegen jetzt wieder blödere Bücher lesen? Ich weiß, das wäre nicht schwer, die Buchläden und auch das Internet sind voll davon.

Ich weiß eine bessere Lösung: Ich akzeptiere meine Symptome und lerne mit ihnen zu leben, um irgendwann besser damit umgehen zu können. Bleibt noch die Frage, wie die neue Krankheit, deren Patient Nummer EINS ich bin, heißen soll. Dabei geht es gar nicht um mich, mein Fall ist sowieso hoffnungslos, sondern um zukünftige Patienten. Auf jeden Fall muss es eine Abkürzung sein! Wie wäre es mit: GiK? (Großes im Kleinen) oder GiM? (Globales in Miniatur) oder …

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05.04.2014

VIP KUNDEN HÄNDERINGEND GESUCHT . . .


VIP-Kunde / Werbung / Detail

Monthy Python hätte seine helle Freude an den sogenannten Interessenvertretern für Berliner Taxen und Taxifahrer. In ihrem "Leben des Brian" gibt es nur die "Judäische Volksfront" und die "Volksfront von Judäa", die sich gegenseitig bekämpfen. Was die erwähnten sogenannten Interessenvertreter in Berlin angeht, so habe ich den Überblick verloren, wie viele es aktuell sind. Reichen die fünf Finger einer Hand noch aus? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht!

Trotzdem ist es zwei oder drei von ihnen vor einiger Zeit gelungen, gemeinsam eine neue Sau durchs Dorf mit dem Namen Berlin zu treiben, was an sich schon eine Meldung wert wäre. Die Rede ist von der Ausbildung zum sogenannten VIP-Fahrer. Kann sich noch einer daran erinnern, worum es dabei ging, außer daß reiche Geschäftsleute und teure Hotels mit der Aktion angesprochen werden sollten? Also ich nicht!

Jetzt ist das eingetreten, womit jeder rechnen konnte, der bis drei zählen kann. Die Aktion droht im Sande zu verlaufen, wie so viele vor ihr, weil es einfach keine Nachfrage gibt. Wie auch? Die Mehrheit unserer Kunden wäre schon froh, wenn ihr Taxifahrer der deutschen Sprache mächtig ist, den Weg zum Alex auch ohne Navi findet und sich am Flughafen Tegel nicht verfährt. Das sollte allerdings, soviel Zeit muss sein, in die Grund- und nicht in irgendeine Zusatz-Ausbildung gehören.

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04.04.2014

KONTAKTBÖRSE GELDAUTOMAT


Hipster-Ofen / Torstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Irgendwas ist immer. Entweder wollen sie nur 'ne Kurzstrecke, oder ich muss 'ne Quittung ausstellen oder ich soll erstmal zum nächsten ATM fahren. Anfangs hab ich mich dumm gestellt. ATM? What's this? Never heard! Aber das geht jetzt nicht mehr. Weil ich ja, auch Dank Presse, Funk und Fernsehen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich denen wirklich dankbar sein soll, mittlerweile so bekannt bin, daß die Leute ganz genau wissen, was ich alles so weiß und auch, was ich nicht weiß.

ATM ist also die angelsächsische Abkürzung für Geldautomat. Was sie genau bedeutet, weiß ich bis heute nicht, spielt an dieser Stelle aber auch keine Rolle. Anfangs dachte ich noch, die Leute wollen nur zum Geldautomaten, weil sie Geld bräuchten. Das stimmt aber gar nicht. Jetzt weiß ich es besser. Die Geldautomaten sind die Kontaktbörsen von heute. So passiert es regelmäßig, daß die Leute nicht nur mit Geld sondern auch mit weiteren Fahrgästen im Gepäck zum Taxi zurückkehren.

Du glaubst mir nicht? Dann probier es selbst aus und mach die Probe aufs Exempel! Fahr am besten noch heute Abend mit 'nem Taxi zum nächsten Geldautomaten und ich garantiere Dir, Du wirst die Nacht nicht alleine verbringen. OK, vielleicht sollte ich mit Garantieren vorsichtig sein. Natürlich spielt auch Dein Aussehen 'ne Rolle. Daran hat sich leider nichts geändert. Also vielleicht doch besser vorher nochmal in den Spiegel schauen …

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TIRED OF TAXI


Einfach inspirierend …

Alles fing heute, wie so vieles im Leben, ganz harmlos am. Ich sagte meinem Chef, daß ich, nachdem ich schon so lange für ihn fahre, mehr Prozente haben wolle. Er, nicht dumm, schlug mir vor, wenn ich mehr Kohle haben möchte, einfach mehr zu arbeiten. Aber genau das will ich ja nicht, sondern im Gegenteil: Weniger arbeiten für die selbe Kohle. Dann wurde die Sache ernst. Mein Spannemann, nennen wir ihn Stephan, meinte mein Chef, ginge demnächst zur Kur. Dann könnte ich nicht nur, nein, dann müsste ich sogar mehr arbeiten. Immerhin ist er der Chef und mir als solcher weisungsberechtigt.

Jetzt musste ich mir was einfallen lassen, was mir aber nicht schwer fiel. Immerhin bin ich Berliner und Taxifahrer (Wer ist mehr?), und mindestens einem von beiden fällt immer was ein. Ich erklärte meinem Chef kurzerhand, daß ich ausgebrannt bin (in Fachkreisen auch "Burn Out"), und ich mir deswegen auch schon Aufkleber für seine Taxe in Eigenproduktion habe machen lassen. Inspiriert bin ich übrigens von obigem Aufsteller vor einer Lokalität bei mir im Kiez. Wer es jetzt ganz genau wissen willen, der Text auf meinen Aufklebern lautet: No Quittung, No Kurzstrecke, No Geldautomat.

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03.04.2014

DIE POSTKARTENSERIE IM TAXIBERLIN


Postkarte / Motiv / Graffito

Die Idee ist nicht neu, selbst im Taxi nicht. Der Eiserne Gustav, alias Gustav Hartmann, der mit seiner Berliner Droschke nach Paris und zurück gemacht ist, hat diese Fahrt auch durch den Verkauf von Postkarten aus eigener Herstellung finanziert. Sicherlich hatte Gustav andere Motive als ich (oben), aber es war eben auch 'ne andere Zeit! Auf die Idee mit der Serie kam übrigens gestern ein Fahrgast, genau genommen eine Fahrgastin, wahrscheinlich war sie auch Feministin …

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02.04.2014

DER BERLINER TAXI BLOG: TAXI BLOG BERLIN


Blog im Glück

Du möchtest wissen, warum Deine Seite im Internet bei der Suche mittels Stichworten nicht ganz oben auftaucht sondern eher weiter hinten. Dann bist Du hier richtig. Die Antwort ist ganz einfach. Du hast Deine Seite nicht optimiert. Natürlich weißt Du das bereits, Du bis ja nicht dumm. Aber wie optimierst Du Deine Seite, oder genauer gesagt: Die Suche nach Deiner Seite. Du kannst natürlich andere fragen, die ihre Seite bereits optimiert haben, oder ganz und gar einen Seitenoptimierer engagieren. Das kostet aber Geld, das Du nicht hast. Einfacher und kostengünstiger ist, wenn Du es so machst wie ich. Du schreibst einen Beitrag für Deine Seite, so wie ich gerade, und setzt im Titel die Schlagworte ein, mit denen man Deine Seite finden soll. Dann musst Du nur noch ein paar Zeilen darüber schreiben, worum es bei Deiner Seite geht, also beispielsweise ums Taxifahren in Berlin, wo Du seit zwanzig Jahren unterwegs bist und wie sich die Stadt seitdem verändert hat; wie blöd Berliner, Berlin-Besucher, Neu-Berliner und "Kollegen" sind; was es mit Party People auf sich hat, und wieso sie außer Party machen und chillen danach gar nichts können; warum ganz aktuell jede Fahrt erstmal zum ATM aka Geldautomat, der "Kontaktbörse" von heute, geht; und fertig ist Deine optimierte Seite im Internet.

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01.04.2014

DIE POLITISCH KORREKTE ZIGEUNERSAUCE


Italienische Feinkost / Mariendorfer Damm / Tempelhof

Daß ich sie ausgerechnet in einem italienischen Feinkostladen in Tempelhof fand, die Zigeunersauce, war letztendlich keine Überraschung. (Ist übrigens kein Aprilscherz!) In meinem Taxi läuft ja bereits seit einiger Zeit eine Umfrage, wie die Zigeunersauce von morgen heißen könnte. Du wirst es nicht glauben, aber die Sache ist gar nicht so einfach. "Sinti-und-Roma-Sauce" wurde bisher zwar am häufigsten genannt, hat aber kaum reelle Chancen auf Umsetzung. Wahrscheinlicher ist da schon eine Variante von "Gypsy-" oder "Gitano-Sauce", allerdings nur solange, bis der Deutsche die politisch korrekte Diskussion um die Zigeunersauce im gesamten germanischen und auch romanischen Sprachraum bestimmt, was angesichts seiner politischen und wirtschaftlichen Stärke in Europa nur eine Frage der Zeit ist.

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31.03.2014

DIE QUALLENZECKE ODER ZECKENQUALLE


Aber was?

Die Qualle vom Ostaquarium ist eigentlich eine Zecke, die immer und überall am Geld klebt. Nahezu täglich schreibt sie darüber, am liebsten über Klein- und Kleinstbeträge. Sie möchte einmal mit dem Schreiben so viel Kleingeld machen, um davon leben zu können. Daß sie, die Zeckenqualle oder Quallenzecke, böse Zungen nennen sie auch Aufmerksamkeits- oder Medienhure, partout nicht ins Fernsehen will, liegt aber nicht etwa daran, daß es dort keine Kohle gäbe, sondern ausschließlich daran, daß die Quallenzecke oder Zeckenqualle so aussieht wie sie eben aussieht ...

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30.03.2014

DER PHALLUS VON FRIEDRICHSHAIN


Ostkreuz / früher Rostkreuz / Friedrichshain

Neulich bekam ich eine Ansichtskarte aus Istanbul. Die Schreiberin beklagte sich, dort regelrecht von Phallus-Symbole umzingelt zu sein. Dazu muss man wissen: auf der Vorderseite der Postkarte war die Blaue Moschee mit ihren Sex 6 (sechs) Minaretten zu sehen.

Unsere Stadt ist dagegen, man kann schon sagen, eher Phallus-Arm. Das ist aber keine Überraschung. Hiesige Männer sind dafür bekannt, keine Eier zu haben. Und wo keine Eier, da auch kein Phallus. Das hängt mit den Hormonen zusammen.

Umso überraschter war ich, direkt vor meiner Haustür auf dieses ausgesprochene Riesenexemplar zu stoßen. Ich würde sogar so weit gehen, und ihn als Über-Phallus bezeichnen. Bin schon gespannt, was aus ihm wird. Ich bin mir fast sicher, daß eines Tages jemand ohne Eier aber mit viel Geld darin wohnen wird.

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29.03.2014

DER POLITISCH KORREKTE BIO SEX


Alkoholfrei? Nein, Danke!

Sex ohne Alkohol, egal ob im Bett oder "on the beach", ist wie kopulieren ohne zu ejakulieren. Einfach langweilig …

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28.03.2014

WATER UND WOMAN IM NEUEN WASCH PARK


Adresse wird nicht verraten …

Es ist eine lange Geschichte und ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, wo genau ich anfangen soll. Obwohl ein überzeugter Nichtschwimmer entwickelte ich vor einige Zeit eine gewisse Affinität zum flüssigen Element. Mein Focus, das ist keine Überraschung, ist dabei die innere Anwendung. Seit nunmehr eineinhalb Jahren bin ich anerkannter Wasser-Snob, zumindest in Kalifornien. Der Grund dafür war, das sei kurz erklärt, daß ich im Blind-Test Leitungswasser, billiges und teures Mineralwasser eindeutig auseinanderhalten konnte. (Du glaubst, das ist einfach? Mach das erstmal selbst!)

Damit war dann allerdings auch eine gewisse Grenze erreicht, zumindest was die innere Anwendung angeht. Der nächste Schritt war logischerweise die äußere Anwendung. Das dürfte auch Dir einleuchten. Daß ein sauberer Taxifahrer ein sauberes Taxi braucht, ist auch klar. Und warum nicht beides miteinander verbinden! Blieb noch die Frage: Wie? Zum Glück eröffnete just in dem Moment ein neuer Wasch-Park bei mir an der Ecke. Dort verbringe ich seither jede freie Minute. Natürlich immer mit meinem Taxi. Warum nicht mit meiner Frau? Du bist mir ein rechter Einfaltspinsel!

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27.03.2014

AUS DER HAUPTSTADT NICHTS NEUES


Karl Liebknecht Str. / früher Mitte / heute Neue Mitte

Nicht Neues aus der Hauptstadt: Baustelle an Baustelle - so weit das Auge reicht! Nicht mal Uncle Sam, der Weltgendarm, kann etwas gegen die Baustelle vor seiner Haustür tun. Ein weiterer Beweis dafür, daß die USA, einstige Weltmacht, definitiv im Niedergang begriffen sind. Sie können nicht mehr machen, als weiter nur blöde Burger für blöde Berliner und ihre blöden Besucher zu bauen.

PS: Wer mal eine Straße voller Baustellen besuchen möchte, ist in der Pettenkofer Straße im Friedrichshain bestens aufgehoben!

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26.03.2014

ADAC CONTRA TAXI


Hauseigene ADAC-Rollkoffer-Rache-Bande

Nachdem der ADAC als letzter verbliebener Interessenvertreter des Deutschen Autofahrers ausgefallen ist, war es keine Überraschung mehr, daß er auch noch dem hiesigen Taxigewerbe den Garaus machen will. Der ADAC tut dies auf eine seine sehr eigene, subtile Art und Weise, und zwar indem er versucht den Todfeind der Taxibranche - den Rollkoffer - an den Mann und vor allem an die Frau zu bringen. Welcher der Hauseigenen ADAC-Rollkoffer das Rennen im Hauseigenen ADAC-Ranking macht, entscheidet wie gehabt nicht der Rollkoffer-Käufer sondern die ebenfalls Hauseigene ADAC-Glaskugel.

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25.03.2014

DER HODENHALTER VON TAXIBERLIN ™


Gut Ding braucht Weile …

Heutzutage kann es nicht schnell genug gehen. Übrigens auch ein Grund dafür, warum es so viele schlechte Bücher gibt. Aber eben nicht der einzige. Oft liegt es einfach nur am Autor. Daß es nun ausgerechnet das Internet sein soll, von dem wir Geduld lernen können, wird den ein oder anderen überraschen. Da ich es im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib erfahren habe, erlaube ich mir, an dieser Stelle darüber zu schreiben.

Eine geradezu geniale Erfindung, die ich bereits vor drei Jahren gemacht habe, und für die mich viele ausgelacht haben, hat es nun auf Platz Eins bei Google geschafft. Die Rede ist vom HODENHALTER, den es sogar schon bei AMAZON zu kaufen gibt. Gott sei Dank! Es ist nicht meiner! Denn meine Erfindung ist für den richtigen Mann vom Balkan gedacht, der aber kein Geld hat. Der langweilige Deutsche hat zwar Geld, aber eben keine Eier. Das alte Lied …

Bevor ich jetzt vollends von der Spur abkomme, noch zwei weitere Hinweise in eigener Sache. Mein ganz persönlicher Favorit in Sachen Foto ist mein ENDE, was bei Google immerhin schon auf Seite Zwei gelistet ist, damit aber noch hinter TAXI ROM, wo es gleich zwei Bilder von mir auf Seite Eins geschafft haben. Bei allen dreien hat es allerdings etwas gedauert. Gut Ding braucht eben Weile …

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VERZWEIFELT UND DESPERATED IN BERLIN


Kann jedem passieren ...

Ostern steht vor der Tür. Zeit für einen Osterspaziergang. Spazierengehen, ein schönes deutsches Wort, daß sogar  auf dem Balkan bekannt ist, wird leider hierzulande weitgehend unterschätzt, was aber schon wieder ein anderes Thema ist, über das ich bei Gelegenheit mal schreiben werde. Zurück zu Ostern, wo nicht nur Spazieren gegangen sondern auch nach Hause gefahren wird. Ich weiß nicht, ob Du es auch schon bemerkt hast, aber es gibt mehr und mehr verzweifelte Zugezogen in der Stadt. Das könnte daran liegen, ist aber nur so 'ne Theorie von mir, daß sie nie in Berlin angekommen sind, geschweige denn sich hier zu Hause fühlen würden. Warum sie dann überhaupt hier sind, ist eine Frage, die erlaubt sein darf, auch in Zeiten von Denkverboten.

Ich lebe, das ist bekannt, sehr gerne in Berlin. Was weniger bekannt ist, ist der Umstand, daß ich hier gerne alleine bin, vor allem aber unabhängig, beispielsweise von anderen Menschen oder dem Geld anderer Menschen (egal, ob milde Gaben oder gar Stipendien!), insbesondere auch im Taxi. Ich habe, glaube ich zumindest, noch nie darüber geschrieben, wie sehr es mich nervt, daß mir wildfremde Leute vorschreiben dürfen, wie und wohin ich zu fahren habe. (Übrigens auch ein Grund, warum ich nur drei Tage die Woche arbeite. Mehr würde ich gar nicht aushalten!) Und als wenn das mit dem "wie" und "wohin" nicht schon schlimm genug wäre, muss ich auch noch an jeder roten Ampel anhalten und an jeder Baustelle zumindest langsamer fahren. Kinder, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie das nervt!

Ich schreibe das jetzt aber nicht, um Dein Mitgefühl oder gar Dein Mitleid zu erbetteln. Das überlasse ich anderen. Ich schreibe das, damit Du weißt, daß auch ich oft verzweifelt bin, in meiner Stadt - das musst Du Dir mal vorstellen! Und deswegen kann ich mir auch vorstellen, wie verzweifelt erst jemand sein muss, dessen Stadt gar nicht Berlin sondern München, Stuttgart oder Hastenichjesehn ist. Glaub mir, Unglücklicher, der Du kein Berliner bist, wie sehr ich Dein Leid und Deine Verzweiflung nachempfinden kann. Aber Du hast es auch gut, oder vielleicht sogar besser, denn Du kannst zumindest gelegentlich mal nach Hause fahren. Ich muss dagegen immer hier bleiben, weil hier ja mein zu Hause ist …

Foto&Text TaxiBerlin

24.03.2014

MEIN TAXI FÄHRT LIEBER NACH SCHÖNEFELD


Altes Leid auf neuen Aufklebern

Eine neue Initiative für die Offenhaltung vom Flughafen Tegel (TXL) hat sich gegründet. Von denen gibt es jetzt Aufkleber speziell für Taxifahrer, die an der "Pilotenbude" am derzeit einzig verblieben Hauptstadflughafen rumliegen. Neben flotten Sprüchen wie: "Eine Hauptstadt ohne Flughafen? Nirgendwo sonst auf der Welt, nur Berlin", gibt es auch altbackene wie oben: "Mein Taxi fährt lieber zum Flughafen Tegel." - Leider geht es meinem Taxi da ganz anders. Das fährt lieber nach Schönefeld. Noch lieber würde es dort sogar wieder laden dürfen und nicht leer in die (Haupt)-Stadt zurückfahren müssen, wohin sowieso nahezu alle ankommenden Fahrgäste in Schönefeld wollen. Derzeit sind die Fahrten von Schönefeld nach Berlin rein den Kollegen aus dem Landkreis ohne Berliner Ortskunde vorbehalten. Daran ändert leider auch nichts das weitere Offenhalten von Tegel, sondern einzig die Eingemeindung von Schönefeld!

Foto&Text TaxiBerlin

WENN'S MAL WIEDER ETWAS LÄNGER DAUERT ...


Bahnhof Alexanderplatz / früher Mitte / heute Neue Mitte

Zum Glück leben wir in einer Großstadt, wo immer was geht, oder besser: fährt! Und sollte mal nichts gehen (oder besser fahren?), gibt es ja noch den Zeitungskiosk mit den ganzen Gazetten. Aber was musste ich da letzten Donnerstag in "Die Zeit" auf Seite 48 lesen? Ausgerechnet von Moritz von Uslar, auch noch einem Adligen! Der behauptet doch in einem Interview mit Thilo S. wirklich folgendes: "Moment mal, Herr Sarrazin, der ungeheure Vorwurf gegen Sie, den praktisch jeder Taxifahrer in Berlin erhebt, lautet: Sie haben mit Ihren Büchern das gesellschaftliche Klima in Deutschland vergiftet."

Dazu kann ich folgendes sagen: Eine solche Umfrage unter Berliner Taxifahrern ist mir "praktisch" unbekannt. Wäre interessant zu erfahren, woher Herr von Uslar seine Zahlen nimmt? Von Sarrazin wird er sie ja wohl nicht geklaut haben, oder? Und wie kommt der Blaublütige überhaupt dazu, sich auf die Berliner Taxifahrer zu berufen? (Ich meine, das hat ja nicht mal Sarrazin gemacht!) Meine langjährige Erfahrung und Menschenkenntnis als Berliner Taxifahrer sagt mir, daß man spätestens dann, wenn sich der journalistische Pöbel in dieser Form versucht mit einem gemein zu machen, höllisch aufpassen muss, daß man dabei nicht selbst schmutzig gemacht wird.

Foto&Text TaxiBerlin

23.03.2014

WO DAS KINO VON MORGEN SCHON GESTERN WAR


Kino "International" / Karl-Marx-Allee / früher Mitte / heute Neue Mitte

Früher war, ich muss mich da leider wiederholen, vielleicht nicht alles besser, aber doch vieles anders, insbesondere auch in Berlin. Werbung spielte beispielsweise überhaupt keine Rolle, und schon gar nicht im Kino. Heute werden da ganze Werbefilme gezeigt, und das sogar aus Deutschland. (Wo war da eigentlich das Trashfilm-Kollektiv?) Früher glaubten die Leute wenigstens noch an den lieben Gott. Heute glauben sie an rein gar nichts mehr, was ein echter Rückschritt ist, weil an gar nichts glauben gar nicht geht. Aber woran glauben die Leute dann wirklich, wenn an gar nichts glauben gar nicht geht? An Gold machen aus Nichts? An Internet und Facebook? Oder doch nur ans schnöde Geld? Ich glaube ja, die Leute von heute glauben an Werbung, denn Werbung ist heutzutage das, was früher Religion und Ideologie zusammen waren, nur bunter …

Foto&Text TaxiBerlin