16.09.2014

DRITTES BILD AUS DER AUSZEIT - WO DAS LEBEN EINE EINZIGE PARTY IST


Warnung vor dem toten tanzenden Mann

Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich darüber schreiben darf, denn eigentlich ist es ein Geheimtip. Es gibt es wirklich: Das Land, wo das Leben eine einzige Party ist. Wo die Frauen nur am Singen sind und die Männer ständig tanzen müssen (auch auf der Straße!), so daß vor ihnen regelrecht gewarnt werden muss (Hinweisschild!). Warum ich keine Angst habe, daß schon morgen sämtliche Party People aus Berlin kommen, willst  Du wissen? Ich will es Dir sagen! Nach dem "Party machen" gibt es hier leider kein "Chillen danach", weil, und jetzt musst Du ganz tapfer sein, weil die Leute nach der Party hier einfach tot umfallen, was letztendlich auch eine Art von "Chillen danach" ist.

Foto&Text TaxiBerlin

07.09.2014

ZWEITES BILD AUS DER AUSZEIT


Arbeitsplatz (Entwurf)

Vieles geht mir derzeit durch den Kopf. Beispielsweise auch, wie meinen Arbeitsplatz im Taxi übersichtlicher gestalten könnte, sowohl für mich als auch für den Fahrgast. Ja, ich denke selbst in meiner Auszeit an die Arbeit und an den Kunden. Das mag manchen überraschen oder gar ausgedacht erscheinen, und trotzdem ist es die Wahrheit. Beispielsweise sollten Kreuze am Arbeitsplatz nie fehlen. Auch, falls es mit dem eigenen mal Probleme gibt, was beim Taxifahren wegen dem vielen sitzen schneller passiert als man denkt. (Übrigens ein ergiebiges Themas, das in den zahnzahllosen Taxitagebüchern im Internet völlig unterrepräsentiert ist.) Auch ein Hammer (rechts im Bild) kann nicht schaden. Man weiß nie, wozu man ihn mal gebrauchen kann. Zum Beispiel als Lebensretter, oder auch nur für den Fahrgast, um ihm bei Bedarf auf den Kopf zu hauen. Die Verbots- und Gebotsschilder sind sicherlich etwas Old-School, aber wer sagt denn, daß Retro nicht bald wieder modern wird. Alles kehrt schließlich wieder bzw. zurück, manchmal auch ein Fahrgast, oder eben der Taxifahrer aus seiner Auszeit. Bin dahin ist es aber noch etwas hin, ich bin ja gerade mal angekommen in ihr.

Foto&Text TaxiBerlin

05.09.2014

ERSTES BILD AUS DER AUSZEIT


So sieht's aus ...

Wie ich geschrieben habe, hatte ich kein Ziel für meine Auszeit. Ich ließ mich also, genauso wie beim Taxifahren, überraschen. Daß meine Auszeit in einem Quarantänecontainer (Foto) beginnen würde, davon hatte ich, das musst Du mir glauben, wirklich keine Ahnung. Am Anfang war ich ganz alleine in dem gelben Teil für Taxifahrer. Mittlerweile sind wir hier zu fünft, was an sich kein Problem ist. Nur, die anderen sind alle von der Konkurrenz aus dem Internet. Das musst Du dir mal vorstellen! Ich weiß gar nicht, wie ich sie ansprechen soll. Sind es nun Kollegen oder doch nur "Kollegen" oder vielleicht ganz und gar 'ne neue Spezies? Abgesehen davon verstehen wir uns ganz gut. Jeder von uns hat die üblichen Probleme: Familie, Frauen, noch mehr Frauen und irgendwann Kinder die Kindheit - wer kennt das nicht ... Zu essen gibt es übrigens genug, und auch zu trinken. Aber was das wichtigste ist: Jeden Tag bringt ein anderer den Müll raus - den seelischen!

Foto&Text TaxiBerlin

26.08.2014

ZEIT FÜR EINE AUSZEIT


Ohne Selfie!

Mein bester Freund hatte es mir vor langer Zeit prophezeit, und auch hier sollte er Recht behalten, wie er in vielen Dingen Recht behielt. Ich wusste das. Nur, wissen und wissen ist manchmal nicht dasselbe. Wenn das eigene Ego zu klein (nicht zu groß!) ist, fällt es oft schwer, unbequeme Wahrheiten anzunehmen, vor allem, wenn sie jemand anders ausspricht, bevor man sie selbst gedacht hat.

Unter anderem hat mir mein bester Freund vorhergesagt, daß der Tag kommen wird, an dem ich nicht mehr Taxifahren werde, weil es mich von dem abhält, was ich eigentlich machen will. Und dieser Tag ist heute. Um genau zu sein: mal wieder, denn es ist nicht meine erste Auszeit. Wenn ich's mir recht überlege, sind es vor allem die Auszeiten, warum ich Taxi fahre. Irgendwie war das bei mir aber schon immer so. Gearbeitet habe ich, soweit ich mich erinnern kann, nur für den Urlaub.

Das soll jetzt gar nicht negativ klingen - ganz im Gegenteil! Ich bin dem Taxifahren unendlich dankbar, und ich bin Berlin dankbar. Berlin, meine Stadt, ist für mich Mutter und Vater in Personalunion. (Sie gibt mir alles - so oder so!) Insbesondere mit diesem Jahr bin ich bisher ganz zufrieden. Erst hat die Berliner Zeitung über "Meine Woche" geschrieben, dann war ich beim Autopapst von Radio Eins zu Gast und zum Schluss gab's noch einen kleinen Film im RBB-Fernsehen über mich. Quantität ist aber nicht alles.

Was ich von meinen Auszeiten in der Vergangenheit gelernt habe, ist, möglichst wenig im Vorhinein darüber zu reden, weil "das darüber reden" bereits zuviel Energie raubt. Ich weiß, für die meisten ist heutzutage "das darüber reden" oft das wichtigste. Und ohne Selfie soll schon gar nichts mehr gehen. Mir ist das egal! Vor allem auch, nachdem ich mir ein paar Selfies angesehen habe ...

Auch das Reden über Geld stört, ganz einfach deswegen, weil die Sorge darüber oft völlig unbegründet ist. Und ein richtiges Ziel ist nur das, was man sowieso macht! Vor zwei Jahren war es beispielsweise eine Wanderung mit einem Esel quer durch Bulgarien - 750 Kilometer in 40 Tagen. Für meinen Esel, der mir auf meiner Wanderung meine Sachen getragen hat, habe ich meinen Berliner Drahtesel verkauft.

An erster Stelle gibt mir aber das Taxifahren Mittel und Möglichkeiten für solche Auszeiten. Vielleicht sollte ich besser dazu sagen: noch! Eine Auszeit ist aber kein Urlaub. Eine Auszeit sollte, das wusste bereits mein bester Freund, immer auch ein Ziel haben. Was diesmal das Ziel ist, das weiß ich ehrlich gesagt selbst noch nicht, aber mir wird schon was einfallen. Oder, wie meine Frau mit ihrem sonnigen Gemüt zu sagen pflegt: "You'll always find your way!"

Foto&Text TaxiBerlin

25.08.2014

HÄTTEST DU ES GEFUNDEN? (TEIL FÜNF)


Berliner Straße Nummer Fünf - nur welche?

Ein neuer Trend erobert Berlin! Wurde bisher dem Taxifahrer das iPhone nur gezeigt, damit dieser die dort aufgeschriebene Adresse ablesen kann, wird es neuerdings auch als Monitor genutzt, auf dem sich der Taxifahrer das Fahrziel (Foto oben und unten) ansehen soll. Für den erfahrenen Taxifahrer kein Problem! Eher eine seiner leichteren Aufgaben: Anhand eines Bildes (kann auch ein Selfie sein) das Fahrziel erkennen und ansteuern.

Manch ein Taxifahrer tut sich allerdings schwer damit. Bisher war er es gewohnt, an irgendwelchen Taxihalten rumzuhängen und darauf zu warten, daß die Fahrgäste zu ihm kommen. Und wenn die (also die Fahrgäste) schon zu ihm gefunden hatten, wussten die natürlich auch, wo sie hinwollen. Diese Zeit, auch wenn es einige noch nicht wahrhaben wollen, ist endgültig vorbei. Heute wird vom Taxifahrer erwartet, daß er den Fahrgast nicht nur abholt, sondern dann auch noch an sein Fahrziel bringt, daß der (also der Fahrgast) vielleicht (noch) gar nicht kennt, weswegen er dem Taxifahrer auch nicht bei der Strecke helfen kann. Das musst Du dir mal vorstellen - in solchen Zeiten leben wir!

Kein Problem, sagt der Taxifahrer, wozu habe ich Navi. Nur, mit Navi kann jeder! Aber genau von dem, also dem Jedermann, will er sich doch unterscheiden, oder? Wo bitte sehr ist seine Berufsehre, wo ist sie nur geblieben? Und wo der Unterschied, wenn er die Leute nichtmal abholt? Aber warum eigentlich nicht? Hat er wirklich nur Angst vor einer Fehlfahrt, die er seinen Kollegen problemlos zumutet, oder ist es eher seine Angst, daß er die Abholadresse und deswegen auch den Fahrgast gar nicht (oder nur nicht in einer angemessenen Zeit) findet, und weswegen der Fahrgast regelmäßig schon woanders drin sitzt, was man ihm nicht verdenken kann!?! Und welcher Kollege soll nach der Aktion mit der Fehlfahrt noch seine Appelle ernst nehmen, doch bitte sehr keine kurzen Fahrten abzulehnen?

Natürlich sitzt der Feind, der heute die Konkurrenz aus dem Internet heißt, in Amerika. Das war schon immer so! Und warum sollte sich daran etwas ändern? Es ist einfach auch mal schön, wenn sich Sachen nicht ändern! Ansonsten müsste man vielleicht noch seine eigenen Reflexe überprüfen, und das ist nun wirklich etwas viel verlangt. Aber ein bisschen kritisches Fegen vor der eigenen Tür und Fassen an die eigene Nase sollten doch drin sein.

Aber genau das fehlt bei der ganzen Debatte um (besser: gegen) die Konkurrenz aus Amerika. Auch kann ich nicht sehen, daß sich die unzähligen Interessenvertreter Berliner Taxifahrer und -unternehmer auch nur einen Millimeter angenähert hätten, obwohl immer noch Riesenprobleme (Stichwort: Laderechte am neuen Flughafen) vor der Tür stehen. Und, das muss in aller Klarheit gesagt sein, wer nicht mit einer Stimme sprechen kann oder will, weil er lieber sein eigenes Süppchen kocht, der hat es nicht besser verdient als unterzugehen und mit ihm die, deren Interessen er vorgibt zu vertreten.

Doch zurück zu unseren Fahrgästen und der Frage: Hättest Du es gefunden? Im fünften Teil meiner Serie geht es um die Hausnummer Fünf und zwar in der Berliner Straße, die der Fahrgast dem geneigen Taxifahrer auf seinem iPhone (Foto oben und unten) unter die Nase hält, an die dieser sich gerade aus genannten Gründen gefasst hat. Berliner Straßen gibt es in Berlin wie Sand am Meer. Nur, in welche will der Fahrgast? Dem erfahrenen Taxifahrer empfehle ich, sich in einem solchen Fall den Fahrgast mal ganz genau anzusehen. In welchen Stadtbezirk könnte der gehören? Nach Weißensee? Oder besser nach Pankow? Oder doch eher nach Wilmersdorf? Und was ist mit Hermsdorf, Heinersdorf, Tegel und Blankenfelde?

Am Ende geht es nicht nur ganz schnell, sondern ist es auch ganz einfach. Der Fahrgast will in die Berliner Straße Nummer Fünf nach Zehlendorf ...

In Zehlendorf

Foto&Text TaxiBerlin

GEHEIME ZEICHEN AM FLUGHAFEN TEGEL


Taxi vor Monitor und Menschen mit blauer Weste (verdeckt)

Am Flughafen Tegel gibt es Menschen mit blauen (früher gelben) Westen, die den Taxifahrern geheime Zeichen geben, zu welchem Terminal sie fahren sollen, weil dort Fahräste sind. Das ganze macht natürlich nur Sinn, wenn der Taxifahrer diese Zeichen auch versteht, die, soweit ich informiert bin, noch an keiner Taxischule der Stadt gelehrt werden. Deswegen dieser Beitrag, denn ich habe es mir bekanntermaßen zur Aufgabe gemacht, den Berliner Taxifahrer fit zu machen für die Gegenwart und gegen die Konkurrenz aus dem Netz.

Genau das ist aber auch gleich wieder mein Dilemma, denn wenn ich jetzt hier diese geheimen Zeichen erkläre, dann weiß die Konkurrenz natürlich auch davon. Deswegen nutze ich einfach die geheime Sprache der Taxifahrer, die der gemeine Netz-Konkurrent nicht versteht, nicht verstehen kann, weil sie viel zu komplex ist und der Konkurrent sowieso nur ein einfach strukturierter Mensch ist.

Vorsichtshalber verrate ich erstmal nur eine geheime Nachricht, man weiß ja nie, für die der Mensch mit der blauen (früher gelben) Weste gleich zwei Hände benötigt, so kompliziert ist die, und die im verschlüsselten Taxisprech lautet: fährstduAguckstduE!
(Für alle die, die diese geheime Nachricht jetzt nicht verstanden haben: Fahr einfach dahin, wo Fahrgäste sind!)

Foto&Text TaxiBerlin

24.08.2014

WAT FÜRN WOCHENENDE ...


Der Bus für alle schwere Fälle

Keine Ahnung, warum sich sämtliche Ballermänner und -frauen dieser Welt ausgerechnet diesen Monat die Türklinken Berliner Taxen in die Hand geben. Sicherlich, dieser Monat hat fünf Wochenenden (und nicht vier, wie sonst üblich!). Da muss die Trefferquote einfach rein mathematisch höher sein. Komisch ist deren Konzentration auf diesen Monat trotzdem, wo doch die schwersten Fälle neuerdings und nach Bier-Bike & Co sowieso mit dem Bus (Foto) fahren.

Foto&Text TaxiBerlin

23.08.2014

NOCHMAL MEINE NEUEN NACHBARN


Rausfallschutz muss sein ...

Ich weiß, die Nachbarn gehören normalerweise in keinen Taxi-Blog. Aber was bitte sehr ist denn noch normal hier in Berlin? Ich hatte über sie geschrieben, er voll der Ego-Softi und sie die dumme Super-Trulla. Kurz: meine neuen Nachbarn. Alles wäre nicht der Rede wert gewesen, wenn sie nicht permanent am offenen Hinterhoffenster gesessen hätten, um wahlweise ihre Beziehungsproblemchen zu diskutieren oder über Nichts mit dem Handy zu quatschen, beides ohne Punkt und Komma.

Mein Vermieter, er wohnt ebenfalls mit im Haus, hat prompt reagiert. Ich musste gar nichts sagen, was wohl auch daran lag, daß sich die beiden sowieso nur auf Probe (also für lau) bei ihm einquartiert hatten. Deswegen waren sie auch zur Monatsmitte aufgetaucht und nicht am Monatsanfang, wie das normalerweise der Fall ist. Den beiden soll es, so mein Vermieter, eigentlich ganz gut gefallen haben bei uns, auch weil sie wohl wegen der "super-tollen" Hinterhofakustik immer Zuhörer hatten.

Alles hätte also so schön können, zumindest für meine neuen Nachbarn, wenn mein Vermieter nicht ernstzunehmende Bedenken gehabt hätte, daß entweder die Trulla oder ihr Ego (am Besten natürlich beide zusammen) irgendwann mal aus dem Fenster fallen würden. Das Risiko wollte er nicht eingehen, und dafür extra 'ne Versicherung für's ganze Haus mit zwei Hinterhöfen abzuschließen - wer soll das bezahlen? Die neuen Mieter auf jeden Fall nicht, die haben ja nicht mal die Probezeit bezahlt, und sind pünktlich zum Monatsende, nachdem mein Vermieter ihnen die Sicherheitsgitter (Foto) eingebaut hat, wieder ausgezogen.

Von dieser Front gibt es also erstmal Entwarnung, was nicht selbstverständlich ist im Neuen Berlin. In diesem Sinne waren meine neuen Nachbarn keine professionellen Neu-Berliner, sondern voll die Amateure, die mal wieder beim verkehrten Ende gespart haben, und zwar beim Anwalt, was sich spätestens jetzt rächt. Die Gitter gegen's Rausfallen sind, Dank meinem Vermieter, auf jeden Fall eingebaut, und bleiben wohl (zumindest vorerst) auch drin ...

Foto&Text TaxiBerlin

HÄTTEST DU ES GEFUNDEN (TEIL VIER)


Nummer Vier - nur wo?

Teil Vier meiner neuen Serie ist eigentlich ganz leicht. Es ist auch nicht am anderen Ende der Welt, sondern nur kurz vor Hamburg. Die dortigen Bewohner sind im engeren Sinne zwar keine Berliner, benehmen sich aber wie solche und manchmal sogar noch schlimmer. Dann wollen sie von der Haustür abgeholt werden, und das mit Sack und Pack. Das musst Du dir mal vorstellen - solche Leute sind das!

Party People sind da natürlich viel leichter zu handeln. Da braucht man nur vorm Club rumzulungern und darauf zu warten, daß sie da irgendwann rausgekrabbelt kommen, was meistens zwischen fünf und sechs passiert, wo der Taxifahrer auch schon keinen Bock mehr hat. Wenn er Pech hat, sind die Party People auch schon abgegessen, völlig verstrahlt oder einfach nur schlecht drauf, weil sie von zwölf bis zwei vorm ersten Club mit den ganzen anderen Party Peolpe abhängen und um Einlass betteln mussten. Im dümmsten Fall kamen sie dort nicht rein, wobei die gar nicht soo Scheiße aussehen, weswegen sie noch zum nächsten Club mussten, wo das Spiel von Neuem begann, und was ihre Stimmung auch nicht gerade hebt.

Das kann dir mit denen, die sich früh um vier oder fünf mit Sack und Pack von der Haustür abholen lassen, nicht passieren. Gut, manchmal gibt es bei ihnen auch Streit, und zwar darüber, was alles mitgenommen werden soll und was besser nicht. Aber das sind Kleinigkeiten, wenn Du es mit dem vergeblichen Anstehen der anderen vergleichst. Und den Club, den findest Du auch so, weil da immer irgendwelche Party Peolpe hinwollen. Aber findest Du auch den Petzoldtweg Nummer Vier kurz vor Hamburg? Denn da wollen garantiert keine Party People hin, sondern nur die, die da wohnen. Zum Glück bestand bei denen Einigkeit darüber, wo sie hinwollen (und zwar zum Flughafen), was heutzutage nicht selbstverständlich ist. Aber vor allem waren sich die Bewohner vom Petzoldtweg Nummer Vier in Spandau sicher, daß ihre Blumenkästen (Foto unten) hier bleiben, sonst wär's noch richtig eng geworden in der Taxe.

Petzoldtweg Nummer Vier / kurz vor Hamburg

Foto&Frage TaxiBerlin

22.08.2014

"ICH LIEBE ES"


Ostbahnhof / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Mit "Ich liebe es" ist jetzt nicht der McDonald's am Ostbahnhof gemeint, und schon gar nicht davor abzuhängen. "Ich liebe es" vielmehr, wenn böse Menschen* das Richtige (um nicht Gutes zu bemühen) tun, indem sie einfach mal ein paar Filialen von denen schließen, auch wenn es am anderen Ende der Welt ist.

*"Böse Menschen haben keine Lieder." - Wie kommt es, daß die Russen Lieder haben? (Friedrich Nietzsche, "Götzendämmerung")

Foto&Text TaxiBerlin

HÄTTEST DU ES GEFUNDEN? (TEIL DREI)


Erich-Müller-Straße Nummer Drei / Rummelsburg / Lichtenberg

War Teil Eins noch mittelschwer und Teil Zwei sehr leicht, wird es nun richtig schwer. Wer weiß schon, wer Erich Müller war? Und wer würde die Erich Müller Straße finden? Jetzt mal ehrlich und Hand auf's Herz!

Meine neue Serie "Hättest Du es gefunden?" soll aber nicht nur frustrieren, sondern auch animieren, immer besser zu werden, und vor allem besser als die Konkurrenz. Gestern war ich im Kino, was ich nur deswegen erwähne, weil ich selbst dort abgeholt wurde, um pünktlich zum Filmstart in den Saal geleitet zu werden.

Unsere Kundschaft will oft auch abgeholt werden. Aus den unterschiedlichsten Gründen: mal ist ein schwerer Koffer der Grund, mal sind die Leute alt und mal einfach nur bequem. Abholen kannst Du aber nur, wenn Du die Abholadresse auch findest. Das klingt einfach, wird in der Praxis aber oft zum Problem, weil der Abholer die Adresse und somit den Fahrgast nicht ausfindig machen kann.

Die Abholadressen meiner neuen Serie habe ich mir nicht ausgedacht. Nein, die Abholadressen meiner Serie sind aus meiner täglichen Praxis gegriffen. Falls ich gelegentlich bei der Hausnummer schummle, dann nur, um die Anonymität der abzuholenden Personen zu wahren.

Übrigens, ich erwähnte es bereits, arbeite ich grundsätzlich nicht mit Navi. (Mit Navi kann jeder ...) Das ist für mich als Taxifahrer eine Frage der Ehre! Leider wird mein heißgeliebter "Autofahrer-Atlas" nicht mehr hergestellt, weil es den StadtINFO Verlag, der ihn gemacht hat, nicht mehr gibt. (Das Gerücht sagt, wegen dem Navi.) Meine letzte Ausgabe ist von 2004/2005, seitdem trage ich die neuen Straßen selber nach. So zum Beispiel auch die Erich-Müller-Straße.

PS: Der "Autofahrer-Atlas" vom StadtINFO Verlag ist ein absolutes Meisterwerk. Er enthält alles, was Du als professioneller Fahrer brauchst: sämtliche Hausnummern, Einbahnstraßen, Abbiegemöglichkeiten ... bis hin zu den festinstallierten Blitzern. Solltest Du das Glück haben, ihn nochmal irgendwo zu finden, dann schau ihn dir ganz genau an, oder nimm ihn am besten gleich mit!

PSPS: Ich erfahre gerade, dass ein Bulgare aus dem Ärmelkanal gefischt wurde, der nach Amerika segeln wollte, aber lediglich eine Straßenkarte von Southampton dabei hatte. Mit einem Atlas vom StadtINFO Verlag wäre das nicht passiert ...

Foto&Text TaxiBerlin

21.08.2014

LEIDER NICHT IN BERLIN MITTE ...


"reich aber doof"

Neulich machte mich ein Fahrgast auf eine kleine Galerie in Mitte aufmerksam, deren es viele, um nicht zu sagen zu viele gibt, die aber allesamt nicht der Rede wert wären, wenn es nicht in einer von ihnen direkt in den Hackeschen Höfen eine Kopie in 3D von Damien Hirsts "For the Love of God" geben würde. Lange habe ich überlegt, wie die Antwort auf dieses Machwerk aus Diamanten auf einem menschlichen Schädelknochen aussehen könnte. Gestern bin ich fündig geworden, allerdings nicht in Berlin, und schon gar nicht in Mitte, sondern in Pfaffendorf bei Fürstenwalde eine knappe Stunde östlich von Berlin.

Die Antwort auf "For the Love of God" heißt "reich aber doof" (Foto) und ist von keinem geringeren als dem Ehrlichen Künstler vom Boxhagener Platz alias Jan M Petersen und seinem Kunstkaufhaus-Ost, welches sich im besagten Pfaffendorf vor den Toren von Berlin befindet. Das Kunstwerk "reich aber doof", ein absolutes Meisterwerke des Künstlers, ist eine umgedrehte vergoldete Grabbelkiste, was schonmal sehr praktisch ist, die mit echten Plastikperlen aus Barbies Schmuckkästchen besetzt ist - ein absoluter Hingucker in jedem Ambiente!

Foto&Text TaxiBerlin

KENNT NOCH JEMAND BOLLE?


Bolle hat jetzt ein Ufer

Bolle sollte man als Berliner kennen, auch wenn der letzte seiner Art, also der Supermarkt, bereits vor einiger Zeit von uns gegangen ist. Ich komme drauf, weil ich selbst noch bei Bolle "einholen" war. Auf jeden Fall "hamse" jetzt dem ollen Bolle, nun nicht gerade ein Denkmal gesetzt, aber immerhin ein Ufer nach ihm benannt.

"Aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert ..."

Foto&Text TaxiBerlin

20.08.2014

HÄTTEST DU ES GEFUNDEN? (EINE SERIE)


Unter den Linden mit Pariser Platz und Brandenburger Tor / Berlin

Der Pariser Platz Nummer Zwei war auch wieder zu schwer, weil einige mit dem Hinweis auf das Brandenburger Tor nichts anzufangen wussten. Darunter sind wohl auch ein paar "Kollegen", auch wenn die sich nicht namentlich geoutet haben. Nichts gegen Taxifahrer, Gott behüte, bin ja selber einer. Wie überall, gibt es da sone und sone. Und dann gibt es noch die, die immer mehr als "nur" Taxifahrer sein wollen. Aber wie bitte sehr soll das gehen, wenn sie nicht mal richtige Taxifahrer sind?

Foto&Text TaxiBerlin

BLACK CAT AND WHITE CAT AND TAXI BERLIN


Berlin Taxi News vom letzten Samstag

Zugegeben, diesen Witz versteht nur der, der diesen Film gesehen hat. (Ehrlicherweise muss man dazu sagen, daß dem, der diesen Film nicht kennt, auch nicht mehr zu helfen ist.) Komischerweise wird im Englischen nicht zwischen Katze und Kater unterschieden, denn im Deutschen heißt der Film wie im Serbisch/Zigeunerischen Original "Schwarze Katze, Weißer Kater". (Den Kater kennt der Angelsachse nur als "Hangover", was an sich auch schon ein Witz ist.) Doch zurück zum Schwarzen Kater, der in der Gertraudenstraße Richtung Leipziger unterwegs ist, und vor dem der Berliner Taxifahrer gewarnt wird, als wäre er der leibhaftige Schwarze Peter, dabei will der doch nur Spielen, was auf dem Balkan das Tanzen, aber manchmal (wenn man nicht aufpasst) auch das Hochzeit machen meint ...

Foto&Text TaxiBerlin

19.08.2014

HÄTTEST DU ES GEFUNDEN? (TEIL ZWEI)


Pariser Platz Nummer Zwei / früher Mitte / heute Neue Mitte

Der Mariannenplatz Nummer Eins war zumindest für den Anfang offensichtlich etwas zu schwer. Gut gedacht ist eben nicht immer auch gut gemacht. Deswegen habe ich mir für den zweiten Teil meiner neuen Serie etwas wirklich einfaches einfallen lassen, und zwar den Pariser Platz Nummer Zwei. Der Pariser Platz, für alle, die keine oder nur geringe Ortskenntnisse haben, befindet sich direkt vor dem Brandenburger Tor. Der Platz dahinter heißt übrigens Platz des 18.März - aber das nur nebenbei.

Ich komme auf den Pariser Platz, weil er für alle interessant sein könnte, die zwar nicht wichtig sind, es aber gerne wären. Ein spezieller Service bietet eine Postanschrift am Pariser Platz an und liefert die Post, sollte es denn welche geben, an die eigentliche Adresse in sagen wir mal Hellersdorf oder wegen mir auch Marzahn. Den Service gibt es natürlich nicht umsonst, aber was tut mancher nicht alles, nur um irgendwie bekannt zu werden. Die Hausnummer Zwei kommt, soweit ich informiert bin, zwar nicht in Frage, aber Pariser Platz Nummer Vier A klingt jetzt auch nicht soo schlecht ...

Foto&Text TaxiBerlin

DAS ALTERNATIVE DANKE FÜR PARTY DENKMAL


Alternatives Danke für Party Denkmal (unvollendet)

So sieht es aus: Das Alternative Danke für Party Denkmal. Es musste unvollendet bleiben, weil dies Das definitive Danke für Party Denkmal ist, und zwar aus gutem Grund. Was oder besser Wem nutzt irgendeine Party, von der niemand was mitbekommt? Warum dann nach Berlin kommen, wenn kein Berliner Notiz von einem nimmt?

Mit den Taxifahrern ist das ganz ähnlich. Wer als Taxifahrer nicht wahrgenommen wird, der schreibt, im Normalfall im Internet und Dümmstenfalls übers Taxifahren. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, und viele haben schon wieder aufgehört, weil sie auch hier nicht wahrgenommen worden. Für den Fahrgast ist das auf jeden Fall besser, denn der will einen Fahrer, der fahren kann.

Klar, auch ich quatsche gelegentlich meine Kundschaft voll. Wenn ich's mir recht überlege, nicht nur gelegentlich. Aber bei mir ist das meine Art der Selbstverteidigung, bevor mich der Fahrgast vollquatscht. Natürlich habe ich dafür keinen Text vorbereitet, das geschieht spontan. Wo käme ich denn hin, wenn ich in meinem Taxi noch mich selbst zitieren würde. Bei den Fahrgäste komme ich übrigens gut an, insbesondere bei den weiblichen.

Du willst von mir lernen und wissen, warum ich bei den Frauen so gut ankomme? Da wäre es einfacher bei den Weibern nachzufragen. Zum Beispiel bei der reizenden Logopädin, die mit ihrem Harem letzten Samstag in den Asphalt-Club wollte. Auf Nachfrage sagte ich ihr, daß ich alleine schon den Namen des Clubs Scheiße finde, und daß er vom Klientel her gleich nach dem Felix kommt, der definitiv der bescheuertste Club der Stadt ist.

Was den Namen Asphalt-Club angeht, so teile sie als Logopädin meine Meinung. Die Musik soll aber gut sein, wenngleich immer noch nicht so gut wie bei mir im Taxi. Das bestätigte mir die junge Frau aus Kanada, eine Fahrt später, der ich daraufhin gleich die einliegende CD schenkte. (War übrigens eine original CD, aber das nur nebenbei.)

Worauf ich hinaus will, bevor ich völlig vom Thema abkomme, warum ich insbesondere bei Frauen (nicht bei allen!) so gut ankomme, ist der Umstand, daß ich keine heiße Luft absondere (früher sagte man auch "Süßholz raspeln"), sondern ganz direkt sage, was Sache ist. Warum genau dies die meisten Weiber gut finden, damit könnte ich mich ja mal in Zukunft beschäftigen ...

Foto&Text TaxiBerlin

18.08.2014

WAS SOLL DER TITEL SEIN: DER PHALLUS VON FRIEDRICHSHAIN ODER FINISH THE PHALLUS?


Ostkreuz / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Dem Phallus von Friedrichshain geht es Mittels Kran an den Kragen. Ich weiß, das gehört in keinen Taxi-Blog dieser Welt. Ich erwähne es auch nur, weil mich heute ein Fahrgast darauf aufmerksam gemacht hat, und was wäre das Taxigeschäft schließlich ohne seine Fahrgäste. Andererseits, eine Attraktion ist es schon, wenn einem Phallus, sei es auch nur symbolisch, der Garaus gemacht wird ...

Den Inhalt dieses Beitrags (es sollen in letzter Zeit immer mehr ausschließlich englischsprachige Besucher nach Berlin kommen) auf englisch zusammengefasst: "finish the phallus" (oder so ähnlich ...)

Foto&Text TaxiBerlin

HÄTTEST DU ES GEFUNDEN? (EINE SERIE)


Mariannenplatz Nummer Eins / früher Kreuzberg / jetzt Friedrichshain-Kreuzberg

Es ist schon ein Kreuz mit der Konkurrenz aus dem Netz, keine Frage. Aber alternative Halteplätze, wo der Kunde hinlaufen könnte, um bei ihr einzusteigen wie an einem Taxihaleplatz, scheint sie nunmal nicht zu haben, so daß ihre Fahrer ihren Kunden, der bekanntlich König ist, immer irgendwo abholen müssen. Wie gut hat es dagegen der Fahrer mit dem staatlich anerkanntem Taxi-Schein. Der kann gemütlich an seiner Taxihalte rumlungern und rauchend darauf warten, daß die Kundschaft zu ihm kommt. Daß er was gegen die Konkurrenz aus dem Internet hat, ist verständlich ...

Und deswegen starte ich heute eine neue Serie, wo sich der Taxifahrer selbst testen kann, wie gut seine Ortskenntnisse noch sind, die ihn irgendwann einmal die Ortskundeprüfung haben bestehen lassen, was ihn nun zum Inhaber eines P-Scheins (P für Personenbeförderung) oder auch Taxi-Scheins auf Lebenszeit macht, weswegen er nicht für die Konkurrenz fahren muss, für die er aber unter Umständen gar nicht fahren kann, weil er dann "Unsere Herrschaften" immer irgendwo abholen müsste, was er aber nicht macht, weil er manche Adresse gar nicht findet, und weswegen er lieber an seinem Taxistand rumhängt.

Hier wird der Taxifahrer sozusagen fit gemacht für die neue Zeit. Dann muss er in Zukunft nicht mehr nur über die böse Konkurrenz meckern, sondern kann sich auch mit ihr messen. Da aller Anfang bekanntlich schwer ist, beginnen wir mit einer harmlosen Adresse in Kreuzberg, die sich an der Grenze zu Friedrichshain befindet, so daß sie auch für den Taxifahrer aus dem Szene-Bezirk jenseits der Spree in Frage kommt. Es geht um den Mariannenplatz Nummer Eins! Hättest Du ihn gefunden? Aber nicht nur mit dem Finger auf dem Stadtplan! Und natürlich auch ohne Navi, versteht sich, denn Navi macht nicht nur doof, sondern verbietet sich auch für den Taxifahrer, der noch etwas Berufsehre im Leibe hat.

Zur Überprüfung Deines Wissens: Die Adresse Mariannenplatz Nummer Eins sieht so aus wie oben und Du kannst wirklich bis vor's Haus fahren. Kein Scheiß!

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DER EXTERNE FROMMS FIXATEUR


Holzmarktstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Ich war schon lange der Meinung, daß diese Fromms, Mondos oder nur Überzieher für den Rückscheibenwischer bei der Taxiwäsche völlige Augenwischerei sind. Seit heute weiß ich auch Warum. Weil einfach das wichtigste Teil fehlt, und zwar der Fixateur oder auch Halter, damit der Scheibenwischer nicht beschädigt oder gar abgerissen wird. Warum der ausgerechnet blau ist, kann ich dir allerdings nicht sagen. Irgendwas musst Du auch mal selbst herausfinden ...

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17.08.2014

ICH FAHR ALLES!


Der Nassmacher war'n Spassmacher!

Für den Außenstehenden mag das unwahrscheinlich klingen, insbesondere angesichts der Konkurrenz aus dem Netz, aber es gibt wirklich Taxifahrer, die keine Kneipen anfahren (unverbindlich schon gar nicht!), obwohl sie Nachts fahren, wo Kneipen das Hauptgeschäft sind. Es soll sogar Fahrer geben, die keine Aufträge annehmen, weil sie die Straße nicht finden. Schade um dem Taxi-Schein! Und Schade, daß die als Fahrer bei der Konkurrenz nicht in Frage kommen ...

Foto&Text TaxiBerlin

MEINE NEUEN NACHBARN


Definitives Party Buch - natürlich auf englisch

Das ist das definitive Party Buch. Nicht zu verwechseln mit dem Party Knigge, der eher ein Party Killer ist. Den gibt es erst ab Montag! Manche Leute brauchen aber weder Buch noch Party, sie stehen auch so immer im Mittelpunkt, oder versuchen es zumindest.

So zum Beispiel meine neuen Nachbarn. Plötzlich sitzen sie gegenüber am offenen Fernster, obwohl noch gar keinen Monatsanfang ist, und diskutieren ihre Beziehungsproblemchen. Er, sagt sie, soll endlich runterkommen von seinem Ego-Trip. Dabei sieht der so nett aus. Aber was sage ich immer: Die so nett aussehen, das sind die schlimmsten!

Er kam gar nicht zum Antworten, weil sie ständig telefonieren muss über ihren letzten Auftritt auf dem Katzenstrich (auf englisch Catwalk) mittels iPhone natürlich, welches sie mit ihren rot lackierten Fingernägeln festhält. Auf dem Katzenstrich war es übrigens "super toll", nur falls das jemand interessieren sollte. Ihren Typen scheint das nicht interessiert zu haben, denn der saß nicht mehr neben ihr am offenen Fenster. Naja, voll der Ego halt!

Sie sieht, das nur nebenbei, überhaupt voll Scheiße aus, so daß man davon ausgehen könnte, daß wenigstens sie OK wäre. Ist sie aber nicht! Nicht nur, daß sie Scheiße aussieht, nein, sie hat auch noch diese hohe und und leider auch ganz schlimme Püppchenstimme, die immer irgendwelchen Dünnsinn sagen muss.

Irgendwann muss aber auch eine gelernte Hysterikern mal Luft holen, und das war meine Chance. Ob sie neu hier wäre? Warum? wollte sie wissen. Solche Leute beantworten Fragen immer mit Gegenfragen. Ist dir das auch schonmal aufgefallen? Aber ich war vorbereitet: Weil es bis eben so schön ruhig war bei uns auf'm Hinterhof ...

Foto&Text TaxiBerlin

16.08.2014

WAS MACHT DER HOCHSITZ AUF DEM MITTELSTREIFEN?


Frankfurter Allee / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was der improvisierte Hochsitz auf dem Mittelstreifen der Frankfurter Allee im Szene-Bezirk Friedrichshain soll. Vermutlich ist es eine neue touristische Attraktion, von der außer mir nur noch der "Lonely Planet" weiß, und die nun durch mich schlimmen Finger weitere Bekanntheit erlangt.

Deswegen möchte ich die Gelegenheit nutzen, um ein Wort an dich zu richten, der Du dich mit dem Gedanken trägst, Berlin in nächster Zeit mit deiner Anwesenheit zu beglücken. Planst Du nur zu kommen, um hier Party zu machen, so höre auf einen Berliner Taxifahrer mit langjähriger Erfahrung: Die Clubs sind voll und Du kommst nicht rein!

"Party machen" machst Du besser zu Hause, dazu musst Du nicht extra nach Berlin kommen. Und "Chillen danach" sowieso - am besten in deinem Kinderzimmer! Willst Du aber mal den phantastischen Ausblick von dem Hochstand auf dem Mittelstreifen der Frankfurter Allee Richtung Alex und Fernsehturm (nicht großer Funkturm!) genießen, dann bist Du natürlich herzlich willkommen.

Vielleicht noch soviel: Mitnehmen kannst Du den Hochstand leider nicht, auch wenn der, das glaube ich dir aufs Wort, prima in dein Dorf passen würde, denn er ist angebunden. Dafür kannst Du aber vom Hochstand aus auf den Mittelstreifen pinkeln, denn der neue Knigge für Berlin Besucher verbietet nur das Pinkeln in Hauseingänge.

Ick wünsch uff jeden Fall: FF - Fiel Fernjüjen!!!

Foto&Text TaxiBerlin

DER KNIGGE FÜR BERLIN BESUCHER


Knigge statt Katastrophe

Es wurde auch Zeit, daß mal wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Diesmal ist es "Der Knigge für Berlin Touristen", der unter anderem lautes Grölen und das Pinkeln in Hauseingänge verbietet. Obwohl, je länger ich darüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Idee. Auch, das muss der Ehrlichkeit halber gesagt sein, weil ich die durchaus berechtigte Hoffnung habe, als anerkannter Taxi-Diktator mit hauseigenem Taxi-Gulag an der Ausarbeitung des "Kleinen Berliner Knigge für Fahrgäste" mitwirken zu dürfen. Denn nicht nur "Kreuzberg will sensiblere Touristen", sondern auch "TaxiBerlin will sensiblere Fahrgäste"!

Foto&Text TaxiBerlin

15.08.2014

GESTERN IM GARTEN


"Treptows Ruh" / früher Treptow / jetzt Treptow-Köpenick

Ich fahr überall hin, auch zum Garten. Normalerweise kommen die Leute vor zur Straße, aber nicht immer. Dann geht die Sucherei los. Zum Glück gab's ein wenig Licht in "Treptows Ruh". Und dann musste ich nur noch dem Grillgeruch folgen. Nebenbei sprangen gleich noch ein paar schöne Motive (Foto) für mich heraus. Wie ich schon sagte: Nie mit Blitz! Und was die Kleingärtner angeht: Endlich mal normale Leute, nach all den Party Piepels ...

Apropos: Piepel! Da hatte ich neulich im hunderter Bus eine schöne Begebenheit. Dazu muss man wissen, daß auf der hunderter Buslinie nur die fähigsten Fahrer eingesetzt werden. Irgendsoein Bloody Tourist stand ständig in der Tür, so daß der Busfahrer sie nicht schließen konnte. Der Typ verstand natürlich die Durchsagen des Fahrers nicht, daß er bitte sehr aus der Tür treten soll, damit er sie endlich schließen kann. Schade eigentlich, denn die dritte Durchsage war die beste: "Kann mal einer den Piepel rausschubsen?!?"

Foto&Text TaxiBerlin

MISSBRAUCH MIT BERLIN


Münzstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Es sind immer Menschen nach Berlin gekommen. Das ist nicht neu. Nur, und das ist der Unterschied zu heute, waren die Leute früher froh und auch dankbar, daß sie nach Berlin kommen durften und hier bleiben konnten. Du weißt nicht, wovon die Rede ist? Unwissender - du! Ich rede von den Vertriebenen, beispielsweise den Hugenotten, und ich rede von den Wehrdienstverweigerern, die zumindest in West-Berlin vom Bund verschont blieben.

Gestern hab ich irgendwo gelesen, daß jedes Schulkind in Deutschland nach Berlin kommen soll, um sich die Mauer anzusehen. Da müssen sie sich aber beeilen. Anschutz alias Sauerstoff-Arena und Co arbeiten bereits am Abriss, und was noch steht von der Mauer, ist bereits in deren Konzept eingearbeitet. Ich sage nur: Blick zur Spree und Wohnen im Todesstreifen. Viel Spaß übrigens dort und jede Menge Alpträume!

Was ich vermisse, und was ich zu Recht beklage, ist der mangelnde Respekt gegenüber Berlin - meiner Stadt. Berlin ist kein Spekulationsobjekt und keine Investitionsanlage, da bist du einfach verkehrt gewickelt. Berlin ist mein zu Hause. Nicht ich bin der Assi, sondern du! Steck dir deine Kohle in den Arsch, unter die Vorhaut oder sonstwohin, und verpiss dich einfach - du dumme Sau!

Foto&Text TaxiBerlin


14.08.2014

MEINE NEUE KAMERA


Auf die schwör ick

Der ein oder andere wird es schon bemerkt haben. Seit ein paar Tagen bin ich mit einer neuen Kamera unterwegs. Nicht, daß die alte schlecht gewesen wäre. Das nicht! Nur die neue ist eben besser. Auch, aber nicht nur, weil neue Kameras, ähnlich wie neue Besen, die besser kehren, immer die besseren Bilder machen.

Inspiriert zur neuen Kamera hat mich auch, das muss bei aller Eile gesagt sein, mein Freund und Kollege Holger Groß, der mir bereits vor einiger Zeit "Drive-By Shootings" vom Kollegen David Bradford aus New York geschenkt hatte. Vor wenigen Tagen sah ich einen kleinen Film über David und wie er arbeitet, den ich sehr inspirierend fand. Gestern nun fand ich sein Buch nochmal im Lieblingsantiquariat bei mir im Kiez, da hatte ich schon die neue Kamera.

OK, ich könnte jetzt schreiben, es ist die und die Kamera mit den und den Eigenschaften, was ich aber blöd finde, auch weil ich keine Werbung für eine Marke oder ein bestimmtes Modell machen will. Soviel möchte ich aber verraten: Die Kamera passt in die Hand, und zwar so, daß man sie selbst beim Fahren mit zwei Findern bedienen kann. Das Teil ist sozusagen immer einsatzbereit. Und, auch noch ganz wichtig, nie mit Blitz arbeiten!

PS: Gekauft hab ich die Kamera übrigens nicht im Laden, sondern auf'm Flohmarkt ... oder so was in der Art.

Foto&Text TaxiBerlin

"WO MUSS ICH HIN?"


Von sinnlosen Fragen zu sinnlosen Fahrzielen ...

"Wo muss ich hin?" ist eine allseits beliebte, aber man muss auch sagen bescheuerte Frage, die man als Taxifahrer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Nacht für Nacht gestellt bekommt. Im Moment ist es besonders schlimm, was wohl an den ganzen blöden Ballerman-Touris liegt, die sich gerade in der Stadt herumtreiben. Als Taxifahrer, der lange genug auf den Berliner Straßen unterwegs ist, habe ich es mir abgewöhnt, Fahrgästen irgendwelche Tips zu geben, und zwar aus dem einfachen Grund, um später nicht selbst als völlig bekloppt dazustehen. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, daß über Taxifahrer gesagt wird: "Wo hat dieser Idiot uns hingebracht?", obwohl der (also der Taxifahrer) am besten weiß, wo Leute eigentlich hingehören. Aber wer will das schon hören? Und deswegen fahre ich auch überall hin, wo meine Fahrgäste hinwollen, selbst wenn ich weiß, daß es eigentlich sinnlos ist.

PS: Obwohl, wenn ich's mir recht überlege, die Fahrten von einem Club zum anderen, wo sie auch wieder nicht reinkommen, überlasse ich gerne anderen ...

Foto&Text TaxiBerlin

13.08.2014

DER FLOHMARKT IST MEIN KADEWE


Auf dem Weg zur nächsten Bühne ...

Das Taxi ist, ich hatte das schonmal irgendwo geschrieben, nur eine meiner Bühnen. Eine weitere Bühne (neben Presse, Funk und Fernsehen, wo ich gelegentlich auftrete) ist der Flohmarkt. Und das nicht nur passiv als Konsument, sondern auch aktiv als Anbieter.

Es soll Leute geben, die wirklich glauben, erst das Internet habe Käufer und Verkäufer zusammengeführt. Das ist natürlich Quatsch! Waren haben schon immer ihren Weg gefunden, ganz ohne Werbung übrigens - und auch ohne Internet!

Das Internet dient lediglich, meine ich es gut mit meinen Mitmenschen, sage ich: der Demokratisierung; bin ich gemein, sage ich: der Verflachung. Verflachung meint hier übrigens Verdummung, denn auch der Dümmste findet etwas für sich im Netz, und selbst der Blödeste kann dort ein Bild von sich hochladen.

(Aber selbst das ist nicht wirklich neu! Glaubt man dem Volksmund, hat wer die größten Kartoffeln? Und wer f**** so gut?)

Doch zurück zum Flohmarkt, den es zum Glück noch zahlreich in unserer Stadt gibt. Das ist nicht selbstverständlich, insbesondere wenn man berücksichtigt, daß das mit dem Bauen hier noch einige Zeit so weitergehen wird. (Oder auch dort!)

(Wer weiß zum Beispiel noch, daß der große Parkplatz neben dem ehemaligen Tacheles in der Oranienburger mal ein Flohmarkt war?)

"Nachhaltigkeit" war und ist immer noch das Zauberwort, was alle im Munde führen, die nicht von gestern sein wollen, wobei die wenigsten sagen können, was genau denn dieses "nachhaltig" ist, und was daran neu sein soll. Wenn Du wirklich wissen willst, was "Nachhaltigkeit" ist, dann geh auf den Flohmarkt (bevor es zu spät ist!), denn etwas "nachhaltigeres" gibt es nicht.

(Alle Sachen gibt es schon. Nichts wurde extra hergestellt. Die Preise sind verhandelbar und das Geld bleibt im Kiez.)

Bald ist es nun wieder so weit, da wird der Flohmarkt zu meiner Bühne. Aus aktueller Erfahrung kann ich sagen, daß es schwer geworden ist, einen Platz zu bekommen, was verschiedene Gründe hat. Zum einen liegt es wohl am Wetter, das im Moment so schön ist, daß alle was zu verkaufen haben. Dann natürlich am Mangel an guten Flohmärkten mit einem hohen Anteil privater Anbieter.

Flohmärkte, auch das sagt die Erfahrung, haben leider die Tendenz mit zunehmendem Alter zu kommerzialisieren, d.h. voll zu werden von professionellen Händlern, die die Privatleute mehr und mehr verdrängen. Aber dann, das ist zumindest meine Meinung, muss ich nicht auf den Flohmarkt, sondern kann gleich ins Kaufhaus oder ins Internet gehen ...

Foto&Text TaxiBerlin

12.08.2014

REISENDE SOLL MAN NICHT AUFHALTEN ...


Bahnhof Friedrichstraße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Reisende soll man nicht aufhalten ... - das kannst Du dem Säufer zehnmal sagen. Das versteht der einfach nicht. Und deswegen ist es ihm auch scheißegal, wo seine leeren Flaschen stehen. Manchmal ist es aber auch ganz gut, wenn seine leeren Flaschen irgendwie im Weg zur leeren Taxe sind. Und zwar dann, wenn die Reisende mit ihrem Koffer beispielsweise vom Flughafen mit der Bahn kommt, und vom Bahnhof nur noch zum Hotel nebenan will. Dann kann sie bitte sehr dorthin auch laufen und nicht noch ein Taxi bemühen. So viel Stil, denke ich, kann man erwarten ...

Foto&Text TaxiBerlin