26.05.2018

DIE GEDANKEN SIND FREI


Gestern, ich fuhr gerade durch die geile Mitte, ertappte ich mich bei dem Gedanken, ob es nicht gut wäre, wenn Frau sich besser verhüllen würde. Gut, nicht jede. Aber es gibt schon die ein oder andere, die sich bei dem aktuellen Wetter so kleidet, dass sie den Mann aufreizt. Das ist an sich auch völlig in Ordnung, denn dafür ist Frau schließlich da, immerhin kleidet sie sich aufreizend für den Mann und nicht für die Freundin. Die aufreizende Kleidung der Frau ist auch gar nicht nicht der Grund für meinen Verhüllungsgedanken. Warum ich darüber nachdenke, ob nicht eine Verhüllung angezeigt ist, liegt daran, dass die den Mann durch ihre Kleidung aufreizende Frau oft gar nicht frei ist, wobei es das englische "avaible" besser beschreibt. Das ist ein ganz anderer Ansatz, als wenn die Frau sich aus Prinzip zu verhüllen hat, damit sie den Mann nicht aufreizt, wie es der Koran vorschreibt.

Text TaxiBerlin

25.05.2018

IM TAXI MIT EINER ZECKE


Obwohl immer mehr Fahrgäste nicht wissen, worüber sie mit einem Taxifahrer reden sollen, komme ich immer noch mit sehr vielen Fahrgästen ins Gespräch. Oft sind es dieselben Themen, die auch in den Medien diskutiert werden. Der Unterschied ist der, dass wir in meinem Taxi meist zu ganz anderen Schlüssen kommen. In der Regel sind mein Fahrgast und ich uns einig, dass eine Katastrophe nicht nur vor der Tür steht, sondern wir diese selbst noch miterleben werden, wie immer die Katastrophe auch aussehen mag. Neulich meinte ein Fahrgast nun, dass er sich auf den Crash dadurch vorbereite, indem er sich immer mehr wie eine Zecke durchs Leben schlägt. Das klang erstmal mutig und vor allem ehrlich, zumindest im ersten Moment. Je mehr ich darüber nachdenke, umso unsicherer bin ich diesbezüglich. Jetzt mal ehrlich und Hand auf's Herz: Wer möchte schon als Zecke durchs Leben gehen? Ich weiß, die meisten haben bereits Probleme mit dem Mensch sein. Aber muss es deswegen gleich ein Parasit sein?! Zecken sind aber nicht nur üble Blutsauger, sondern übertragen auch Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis. Alles Sachen, die man nicht mal seinem schlimmsten Feind wünscht.

Text TaxiBerlin

24.05.2018

AUSSICHTEN NOCHMAL




Hatte ich gestern Aussichten beim Einstieg präsentiert, gibt es heute welche mit Musik. Bei dem Song verhält es sich wie mit vielen guten Songs: Wenn du nicht weißt, von wem er ist, sag einfach, er ist von Bob Dylan - in den meisten Fällen hast du Recht! Der Meister, wie Robert Zimmermann alias Bob Dylan auch genannt wird, hat übrigens heute Geburtstag. Das hat eine gewisse Tradition, dass er mir da immer ein paar Tage voraus ist. Daran wird sich auch nichts mehr ändern, außer der Meister ist irgendwann nicht mehr. Aber selbst dann bleibt ja sein Geburtstag: - Ich will gar nicht daran denken!

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Text TaxiBerlin

AUSSICHTEN


Beim Einsteigen

Der Karneval der Kulturen, der uns letztes Wochenende wie immer zu Pfingsten heimgesucht hat, gleicht mit jedem Jahr mehr und mehr der Love-Parade, falls die noch jemandem etwas sagt. Sicherlich, die Musik ist eine etwas andere auf dem Karneval der Kulturen, auch wenn das dem ein oder anderen bis zum Schluss nicht auffällt. Immerhin die Aussichten ähneln immer öfter denen der Love-Parade.

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23.05.2018

SOZIALE KONTROLLE AM FLUGHAFEN


Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF)

Ich hatte neulich schon im Vorbeifahren gesehen, wie sich ein Kollege aus dem Brandenburgischen seine Füße am Handwaschbecken wäscht. Die Toiletten für die Taxifahrer befinden sich in Containern, die so nah an der Straße stehen, dass dies möglich ist. Der Flughafen Berlin-Schönefeld weißt aber noch eine andere Besonderheit auf. Obwohl einige Meter hinter der Stadtgrenze, ist er ein Hauptstadtflughafen, von dem nahezu alle Fahrten nach Berlin reingehen, den Berliner Taxen aber nur anfahren dürfen, um Fahrgäste hinzubringen. Der Flughafen Berlin-Schönefeld dürfte damit der einzige Hauptstädtische Flughafen weltweit sein, an dem Hauptstädtische Taxen keine Fahrgäste aufnehmen dürfen, außer der Fahrgast hat eine bestellt. Doch zurück zu den rituellen Fußwaschungen am Handwaschbecken. Da es nur ein Handwaschbecken gibt, muss man seine Füße einzeln waschen. Das kann jeder überprüfen, der dort vorbei fährt, denn die Container-Toiletten sind, wie bereits erwähnt, von der Straße aus einsehbar. Gebetet, und das ist der Unterschied zum Flughafen Tegel, wird dann wieder zusammen (Foto), was auch die Kontrolle erleichtert. Denn, so urteilte der Berliner Senat zumindest noch im Jahre 2010: "Das islamische Ritualgebet hat Demonstrationscharakter und dient auch der sozialen Kontrolle."

Foto&Text TaxiBerlin

22.05.2018

"FALLS KRISEN ODER KRIEG KOMMEN"


"Wenn die Oberen vom Frieden sprechen, Mann auf der Straße, lass alle Hoffnung fahren. Wenn die Oberen Nichtangriffspakte schließen, kleiner Mann, mache dein Testament." So weit der Originaltext von Bertolt Brecht zum von Hans Eisler vertonten Song "Gegen den Krieg". Das Lied muss jetzt auch in Schweden angekommen sein, denn die Schwedische Regierung lässt in der kommenden Woche eine Broschüre mit dem Titel "If Crisis Or War Comes" an ihre Bürger verteilen. Das ist alleine deswegen verwunderlich, weil Krieg heute nicht mehr Krieg genannt wird. Krieg heißt heute "Verwerfung" und manchmal auch "Experiment". Interessant am Originaltext ist, dass Brecht ausgerechnet den "Mann auf der Straße", also uns Taxifahrer, auffordert, alle Hoffnung fahren zu lassen. Interessant deswegen, weil wir Taxifahrer meist die ersten sind, die solche "Verwerfungen" und "Experimente" am eigenen Leib erfahren dürfen, was Brecht offensichtlich nicht wusste. Warum sollte er uns sonst auffordern, alle Hoffnung fahren zu lassen? Von welcher Hoffnung spricht er?

Text TaxiBerlin

21.05.2018

IM TAXI MIT DEM HAUSBESETZER


Hausbesetzer "informieren"

Sie haben es wirklich wahr gemacht, nach vielen Jahren mal wieder Häuser in Berlin zu besetzen. Vorher haben sie ordnungsgemäß mittels Aushang am Schwarzen Brett (Foto) darüber informiert. (Was ist bloß aus den Hausbesetzern geworden?) So gesehen war es keine Überraschung, dass einer von ihnen bei mir im Taxi landete, nachdem sie innerhalb von 24 Stunden (trotz Pfingsten, Karneval der Kulturen und Pokalfinale!) von der Berliner Polizei geräumt wurden. "Was haben wir verkehrt gemacht?" - "Habt ihr ein Ultimatum gestellt?" - "Was für ein Ultimatum?" - "Was ist egal! Hauptsache 2 Minuten!"

Foto&Text TaxiBerlin

ICH HATTE EINEN TRAUM


Gestern bin ich am Flughafen Tegel, auch weil ich keinen mit meiner Musik belästigen wollte, einfach mal so weggedämmert. Das ist nun nichts besonderes, das geht einigen so. Ich hatte allerdings einen Traum, an den ich mich sogar noch erinnere. Ich hatte Ärger mit der Polizei - wegen nichts. Irgendwann wurde mir die Sache zu bunt, und ich sagte zu den Beamten: "Wenn ihr euch jetzt nicht geräuschlos  entfernt, dann rufe ich meine Cousins. Ihr habt zwei Minuten!" Dazu muss ich sagen, dass ich nur zwei Cousins habe und die sind auch nicht in Berlin, aber das sagte ich den Beamten natürlich nicht. Nach zwei Minuten ging es weiter und von den Berliner Bullen keine Spur.

Traum&Text TaxiBerlin

19.05.2018

RELIGION IST PRIVATSACHE! - WIRKLICH?


Flughafen Tegel (TXL)

Religion ist Privatsache - sagt man. Hier trifft das sogar zu, denn der große Parkplatz nur für Taxis und ihre Fahrer am Flughafen Tegel ist Privatgelände. Immer mehr auch ganz junge Kollegen beten dort regelmäßig gen Mekka. Da die äußerste südöstliche Ecke dafür nicht mehr ausreicht, wird seit einiger Zeit auch vor, neben und hinter den Taxen gebetet. Der dafür notwendigen Gebetsteppich wird im Taxi mitgeführt. Stehe ich mit meinem Taxi neben dem Kollegen, bin ich mir sich sicher, ob ich, jetzt mit offenem Fenster, während er betet, bei mir im Taxi laut Musik hören kann, und wenn ja: welche? Ich weiß auch nicht, wie es mit der kostenpflichtigen Toilette ist: Darf ich als Ungläubiger den Gläubigen darauf hinweisen, dass ich was gegen das Füße waschen im Handwaschbecken habe? Das regelmäßige Beten und auch die rituellen Waschungen sind Pflichten eines jeden gläubigen Moslems. Fünf Mal am Tag zu beten, geht auf Mohamed zurück, der seine Anhänger noch um sich scharte. Mohamed betete seinerzeit mit ihnen gemeinsam, um sich ihrer Gefolgschaft zu versichern. Gebetet wird heute, wie man sieht, auch einzeln. Die Kontrolle über den anderen Gläubigen ist, zumindest am Flughafen Tegel, geblieben. Jeder kann sehen: Betet der Kollege regelmäßig oder eben nicht.

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18.05.2018

KEINE ROLLENDE TELEFONZELLE UND AUCH KEINE ROLLENDE BÖRSE UND NUR MANCHMAL EIN ROLLENDER BAUCHLADEN


Immer wieder muss ich Fahrgäste darauf hinweisen, dass mein Taxi keine rollende Telefonzelle ist. Neulich bekam ich darauf zur Antwort, dass mein Fahrgast doch jetzt Business machen müsse am Handy. Mein Taxi ist auch keine rollende Börse, und das einzige Business*, worum es beim Taxifahren geht, ist das Taxifahren. Das ist doch nun wirklich nicht schwer zu verstehen, oder? In der Praxis ist es so, dass die vermeintlich cleversten Bürschchen, immer auch die dümmsten sind. Wobei, ich erwähnte das bereits, das Wort dumm es nicht wirklich trifft. Es handelt sich, das kommt der Sache näher, eher um Emphatielosigkeit, also der Unfähigkeit, sich in den anderen Menschen hineinzuversetzen. Wer möchte schon, dass ein anderer direkt neben seinem Ohr telefoniert, und das stundenlang? Ich kenne keinen! Mir ist es am liebsten, wenn ich mit dem Fahrgast ins Gespräch komme. Da kommen wir immer auf ähnliche Sichtweisen auf aktuelle Probleme, egal ob Baustellen oder Businesssucht, die allesamt in der offiziellen Propaganda nicht vorkommen. Dabei sind wir ganz normale Menschen, meine Fahrgäste und ich, sollte man denken. Es scheint einen Zusammenhang zu geben, zwischen normalen Menschen und gesundem Menschenverstand, gepaart mit einer gewissen Herzensbildung, und das nicht nur im Taxi.

* Manchmal geht es, was das Business angeht, in meinem Taxi auch um meinen kleinen Bauchladen. Das ist (leider) auch die Wahrheit.

Text TaxiBerlin

16.05.2018

TAXIBERLIN ALS HERAUSGEBER NOCHMAL


Am Tatort

Ich hatte schon mehrfach darüber geschrieben, dass ich zwei Bücher von einem der bekanntesten bulgarischen Autoren des neunzehnten Jahrhunderts herausgegeben habe. Nun bin ich mit ihnen zum Tatort zurück gekehrt, also an den Ort, der mich auf die Idee brachte, mich als Herausgeber zu betätigen. Es ist ein Graffito in der bulgarischen Hauptstadt Sofia, welches auch das Cover beider Bücher schmückt. Erschienen sind die Bücher beim Wieser-Verlag im Österreichischen Klagenfurt, sie heißen "Nach Chicago und zurück" und "Bai Ganju, der Rosenölhändler", und geschrieben hat sie Aleko Konstantinow.

PS: Die Bücher sind selbstverständlich Bestandteil meines kleinen Bauchladens, können also auch bei mir im Taxi erworben werden.

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15.05.2018

IM TAXI MIT MEINEM PRÄSIDENTEN


Im Radio wird gerade immer wieder die Freiheit betont, die wir haben, sich mit dem Präsidenten seiner Wahl ablichten zu lassen. Gemeint ist dieselbe Freiheit, die beispielsweise Frauen haben, wenn sie vor der Entscheidung stehen, Stöckelschuhe oder Kopftuch zu tragen. Du lachst, aber Stöckelschuhe und Kopftuch wurden neulich wirklich gleichgesetzt, genauso wie jetzt Erdogan und Steinmeier. Da ich weder Kopftuch noch Stöckelschuhe trage, und Erdogan und Steinmeier zum gemeinsamen Ablichten bereits vergeben sind, habe ich ein Problem. Mit wem könnte ich mich fotografieren lassen? Was ist mit Trump? Immerhin bin ich jetzt halber Amerikaner. Oder Victor Orban? Schließlich fahre ich regelmäßig durch sein schönes Land. Ich hab's: Kim Jong-Un! Am besten bei mir im Taxi. Und darüber schreibe ich unter dem Titel: Im Taxi mit meinem Präsidenten! Ich bin so frei.

Text TaxiBerlin

VOM DIENEN UND HERRSCHEN IM TAXI




"Zum Dienen zu groß und zum Herrschen zu klein" ist, zumindest meiner Meinung nach, der zentrale Satz in "HERRliche Zeiten", dem neuen Film von Oskar Roehler, der an sich nicht wirklich gut ist. Sie (Katja Riemann) sieht Scheiße aus und Er (Oliver Masucci) kann nicht einmal Hochdeutsch, und dabei handelt es sich doch um die Hauptprotagonisten. Und trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, hat der Streifen ganz andere, eigene Erkenntnisse zu bieten. Beispielsweise die Erkenntnis, dass Taxifahren auch eine Leistung ist, bei der es an erster Stelle ums Dienen geht. Nun bin ich weder Diener noch Sklave, auch wenn immer mehr Fahrgäste dieser Meinung sind. Man kann es auch einfach mangelnde Empathie nennen, also die Unfähigkeit, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen. Eine Erkrankung, die sich seit einiger Zeit immer rasanter ausbreitet.

Das Gegenstück zur Empathielosigkeit wäre die Herzensbildung, die immer mehr abnimmt, aber das nur nebenbei. Jedenfalls führt diese zunehmende Empathilosigkeit meiner Fahrgäste bei mir zu einer Radikalisierung, die sich beispielsweise im Handy-Verbot bei mir im Taxi ausdrückt, was kaum ein Fahrgast versteht. Die meisten halten es für einen Witz. Die Wahrheit ist, dass ihr dummes Handy-Gequatsche eine Zumutung ist, denn mich interessiert Null, was sie wieder für geistigen Dünnschiss von sich geben müssen. Zumutung trifft es auch nicht ganz. Es ist, wenn man es sich ganz genau ansieht, eine Körperverletzung, dieses ständige Handy-Geseiere.

Eine Körperverletzung deswegen, weil man nicht absichtlich weghören kann. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Aus dieser einfachen Lärmbelästigung wird dadurch eine Körperverletzung, dass das Gehirn automatisch versucht, auch dagegen kann man nichts tun, dieses halbe "Nothing About Nothing" zu komplettieren. Die Folge ist eine zunehmende Radikalisierung, zumindest bei mir (Ich bin aber auch schon etwas länger "On The Road", vielleicht liegt es einfach nur daran - Who knows?!), beispielsweise durch die entsprechenden Aufkleber "Handy-Verbot", deren Ziel mir durch den Film jetzt ganz klar geworden ist: Es ist das Herrschen! Das Herrschen bedarf allerdings einer gewissen Größe - ohne der geht es nicht.

PS: "Diese Leute gehorchen uns nur, so lange sie uns fürchten." - Ebenfalls ein wichtiger Spruch aus dem Film, den man 1:1 auf Fahrgäste und aufs Taxifahren allgemein übertragen kann.

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14.05.2018

NOCH EIN FILMTIP


Irgendwo am Ostkreuz

Just in dem Moment, in dem wir über den Film sprachen, tauchte diese Werbung für ihn rechts neben dem Taxi auf. Ich habe den Film noch nicht gesehen, mein Fahrgast aber schon, weswegen er ihn mir nur wärmstens empfahl. Ich muss dazu sagen: Seit einiger Zeit nehme ich nur noch persönliche Empfehlungen von Leuten ernst, die mir sympathisch sind, wenn ich die Dinge nicht selber finde. Mit Dinge sind Bücher, Filme, Musik und wegen mir noch Restaurants gemeint, wobei letztere am ehesten mein Budget übersteigen, aber das ist ein anderes Thema. Den Rest, also Bücher, Filme und Musik finde ich auf dem Flohmarkt oder im Antiquariat. Mein Fahrgast, der mir nicht einfach nur sympathisch sondern sogar extrem sympathisch war, empfahl mir ausdrücklich auch Das Buch, auf dem Der neue Film von Oskar Roehler basiert. Falls das jemand hat, so kann er sich gerne bei mir und meinem Taxi melden, in dem ich immer mehr Zeit verbringe, weil mich nur dort nichts und niemand mehr beim Lesen stört.

PS: Das wichtigste mal wieder vergessen: In dem Film müssen Bulgaren die Grube für ein Swimmingpool im Grunewald ausheben, weil das kein Deutscher mehr kann/macht. Ein Hinweis mehr darauf, dass ein Bulgare irgendwann den Laden hier übernehmen wird.

PPS: Samuel Finzi, einer der Hauptdarsteller des Films, ist in der Stadt Plowdiw in Bulgarien geboren!

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13.05.2018

HANDYS UND HEMDEM IM TAXI


Den zweiten Abend in Folge hat nun man versucht, mir einen total Besoffenen ins Taxi zu setzen, und nun überlege ich, was das zu bedeuten hat. Im Leben geschieht nichts zufällig, ganz im Gegenteil, alles hat seinen Sinn, man muss ihn nur finden. Meine erste Idee war, dass ich nun vielleicht auch Aufkleber anbringen soll, dass Besoffene bei mir keine Chance haben, weil ich unter einer Alkoholallergie leide - die gibt es wirklich. Zu viele Aufkleber sind aber auch nicht gut, denn ich habe bereits welche, die auf das Handyverbot bei mir im Taxi hinweisen. Bei denen denken viele Fahrgäste immer noch, dass es sich dabei um einen Spaß handeln würde, den ich mir mit ihnen erlaube. Dabei sehe ich gar nicht aus, als würde ich Spaß machen!

Neuerdings trage ich sogar ein Hemd bei mir im Taxi. Dass ich erneut die Hemden-Saison eröffnet habe, liegt am Wetter aber auch an dem nicht funktionierenden CD-Player bei mir im Taxi. Dort lief sonst immer Mozart, weil bei der Musik von Mozart nicht nur Kühe mehr Milch geben, was wissenschaftlich erwiesen ist, sondern Fahrgäste auch mehr Trinkgeld, was ich in langjährigen Studien herausgefunden habe. Das Hemd hat mehr oder weniger die Funktion übernommen, die die Musik von Mozart bisher hatte, wo die CDs aber nicht mehr laufen bei mir im Taxi. Deshalb schalte ich manchmal Radio-Kultur ein (Klassik-Radio kannst du vergessen, das ist Kaufhaus-Musik - ganz schrecklich!), denn auch der gewählte Radio-Sender wirkt sich aufs Trinkgeld aus. Mit Radio-Kultur ist aber Vorsicht geboten (zu viel Kultur vertragen die meisten Menschen heutzutage nicht mehr), das funktioniert nicht immer und da sollte man auch flexibel bleiben.

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